Honigraum umtragen / ausschlecken - Problem mit starkem Volk

  • Hallo zusammen!


    Ich kämpfe nun seit der Honigernte mit den Honigräumen rum. Am Samstag habe ich mal wieder mein Volk zu Hause nachgeschaut und die Honigräume erst mal frustriert abgeräumt. Das Problem ist, dass die einfach nicht die Räume leertragen sondern ehr antragen. Woran liegt das aktuell?


    Ich habe auf dem Volk eine Futterzarge, eine Bienenflucht, hier nur einen Aufstieg offen, den nur mit einem kleinen Schlitz und trotzdem habe ich sogar frischen Nektar in den Waben! Kann es sein, dass es an der größe des Volkes liegt? Ich habe am Samstag mal in das Volk geschaut und mich hat fast der Schlag getroffen. So ein starkes Volk um diese Zeit habe ich noch nicht gesehen. Sogar Drohnen waren noch vorhanden. Brut auf 5 oder 6 Waben und auch hier wurden vereinzelt Drohnen angesetzt (muss ich mir hier in Sachen Umweiseln eventuell sorgen machen?). Kann es sein, dass große Völker er die Honigräume antragen anstatt abräumen? Ich wollte halt die Honigräume nicht zu meinem Hauptstand bringen - ist so aufwendig mit Hänger leihen etc.


    hier mal Fotos vom Volk


  • Wieviele Rähmchen hast du im Honigraum?


    Ich setze Ausschleckräume über Umgeschlagene Folie und einer Leerzarge auf und habe dort nur 5-6 Rähmchen drin (statt 10). Der Abstand zum Brutnest (durch Leerzarge) und unter den Honigwaben (breite Lücken) reicht aus, dass die Bienen diese Waben nicht als Speicherraum annehmen sondern alles umtragen.


    Stefan

  • Hallo Stefan,


    ich habe 11 Rähmchen drin, da ich nicht weiß, wo ich die sonst lassen soll. Habe aktuell noch zu wenig Honigräume... Aber mit dem Abstand sollte das ja passen. Futterzarge, Bienenflucht, Folie auf Loch in Bienenflucht...


    Gruß
    Frank

  • Jo, gut besetzte Waben! Sehr schön so, nur nicht zum Ausschlecken lassen...


    So wird das ganz sicher nichts!


    Was hältst Du von der HR-drauf-lassen-Variante einiger sehr erfolgreicher Imker? -> HR ASG ganz normal auf den BR setzen -> einfüttern -> HR Anfang Oktober nach unten setzen -> HR Ende Februar bienenfrei wegnehmen.


    Vorteil: Das Volk geht besonders stark in den Winter und mit der Fütterung wird das Brutnest nicht abgewürgt. Im Oktober wird das Futter in den Brutnestkern umgetragen. -> superstark überwintertes Volk.


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,


    also liegt das wirklich an der Stärke des Volkes? Mhmm naja wieder was gelernt. Wenn ich nun einen Honigraum direkt aufsetze und dann die anderen so verteilt aufsetze wie ich beschrieben habe, würden die dann das ganze noch umtragen?


    Gruß
    Frank

  • Wenn der HR oben über dem Fütterer so voll ist, dann wird der BR doch sicher auch voll sein oder?


    Das funktioniert genau so wie der zargenweise Wabentausch im Frühjahr bei den 2BR. Natürlich nur immer ein HR pro Volk.


    Das mit dem Umtragen ist dann erst mal zweitrangig. Du gibst dem Volk einfach mehr Raum, das Brutnest verhonigt bei der Winterfütterung nicht so stark und durch das Untersetzen im Oktober füllst Du kurz vor der Winterpause den eigentlichen BR mit Futter.


    Die HR-Waben sind dann natürlich zum Teil bebrütet oder spakig vom Winter...


    Gruß Jörg

  • Mein Problem ist, dass ich in einem Turm von 8 Honigräumen überall verteilt den Nektar habe. Mal mehr mal weniger. Wenn ich alle Waben zusammen nehme komme ich auf bestimmt drei Honigräume. Die kann ich ja schlecht auf dem Volk belassen. Ich wollte nun einen Raum mit Waben füllen, die entweder schon recht voll sind oder viel Pollen haben (die würde ich ja sowieso einschmelzen) und den über ein ASG aufsetzen. Dann die Futterzarge oder Leerzarge als Abschluss und dann die anderen noch angetragenen Honigräume. Diese sollen dann kompakt in den Honigraum getragen werden. Futter war übrigens unten kaum vorhanden. Ich denke zwischen 5 und 10 Kilo. Also noch massig Platz.


    Gruß
    Frank

  • Na dann setzt sie doch direkt (jetzt gleich) unter die BR. Am besten abends, weil die Gefahr von Räberei besteht, weil quasi Futter direkt am Flugloch ist. Und deshalb werden sie das Futter schnellstmöglich von dort umtragen (über Nacht?).


    Gruß Jörg

  • Hallo Frank,


    ich kann mich Jörg nur anschliessen. Mach es so, wie er es beschreibt. Ich überwintere seit Jahren nicht alle, aber den Grossteil meiner Völker auf eigenem Honig. Meist bleibt der HR einfach obendrauf stehen. Dann stellt sich aber die Frage, mit was er genau gefüllt ist (wenn nur Honig, dann ist alles easy, einfach im zeitigen Frühjahr die ollen Waben entnehmen und einschmelzen und durch frische MW ersetzen). Hast Du Futter darin, müssen die HR spätestens im Spätherbst, so, wie Jörg empfiehlt, UNTER den Brutraum. Das Verzehren und umtragen funktioniert, habe ich oft genug so praktiziert.
    Die Volksgrösse ist schon ein Faktor für das recht unterschiedliche Einlagern. Ich hatte dieses Jahr eines, auch riesig in der Masse (ist es immer noch, ich imkere auch auf 12er Dadant), das partout nicht umschalten konnte von "oben wird Honig brutfern abgelagert" auf den Modus "der Winter kommt bald, nun aber neben den Brutwaben ablegen."
    Die Folge war, dass sie 3 Wochen lang alles angebotene Flüssigfutter oberhalb der Bruträhmchen in Wildbau eingelagert haben. Ich füttere mit umgestülptem Eimer. Das war jedes mal eine Sauerei. Bis ich sie 2 Wochen lang mit Futterteig "umerzogen " hatte, nun gehts, und sie kriegen flüssig von oben und lagern unten ab.
    Viel Erfolg! Übrigens waren meine HR-Dickwaben im Februar immer schön leergeputzt und klinisch rein. Auch völlig frei von Kot oder Totenfall, trotzdem meine HR 10 Waben im Holzrechen haben und nicht plan zu den BR-Waben waren. Es klappt.
    Ichn schmelze allerdings grundsätzlich alles ein und lasse jedes Jahr neu ausbauen, gerade die HR.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Landpomeranze () aus folgendem Grund: rächtschreipunk

  • Ich hatte bei einem Volk das gleiche Phänomen. Obwohl zwischen Brutraum und auszuschleckendem Honigraum eine Leerzarge war und die Folie nur ein Stück umgeschlagen war.
    Dass wie oben beschrieben das Volk zu stark war, heißt ja, dass dem Volk der Raum zu eng war zum Futter einlagern. Das dürfte bei mir auch der Fall gewesen sein.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hi,


    ich habe Zweifel, dass es wirklich an der Stärke des Volkes liegt. Auch bei mir klappt es mit dem Umtragen bisher gar nicht, und das sind keine superstarken Völker. Ich wollte versuchsweise zwei oder drei Völker auf Honig überwintern, hatte daher z.B. ein paar Zargen mit nur halb gefüllten Rähmchen behalten und über Innendeckel mit Loch aufgesetzt. Leider machten die Bienen keine Anstalten, den Honig nach unten zu tragen. Also habe ich das Loch (welches normalerweise für die runde Bienenflucht oder für einen Futtertrog gedacht ist) größtenteils mit Folie abgedeckt, so dass nur noch ein kleiner Schlitz blieb. Leerzarge war auch drunter - egal: die Bienen hielten sich dort ganz normal auf, als sei das ein ganz normaler Honigraum.
    Also Trick 17 versucht: Honigzarge kopfüber aufgesetzt. Hatte ich an mindestens zwei Stellen gelesen: weil die Zellen normalerweise eine leichte Schräge nach oben haben, nach dem Umdrehen aber eben nach unten, würden die Bienen das so nicht ertragen und den Inhalt in kürzester Zeit umtragen... von wegen! Auch nach zwei Wochen keine Änderung, den Mistviechern ist es egal ob die Waben auf dem Kopf stehen.


    Bleibt mir nur noch der Versuch, die Zargen unter den Brutraum zu setzen. Mal sehen...


    Grüße,
    Robert

  • So ein starkes Volk um diese Zeit habe ich noch nicht gesehen.


    Hallo Hobbit,


    ich halte das Volk für normal stark für diese Zeit. Keinesfalls ein Überflieger.


    Auch wenn Dir das nicht weiterhilft im Moment und mehr an Alle: Stellt doch die Honigräume nach dem Schleudern ins Lager oder schmelzt sie ein und spielt nicht mit den Völkern.
    Meint Ihr die Berufsimker stellen hunderte oder gar tausende Honigräume wieder raus nach der letzten Honigschleuderung?


    Wenn wirklich große Mengen Nektar drin sind, rate ich Dir auch zum Untersetzen.


    Für die Überwinterung auf Honig eine gute Methode ansonsten finde ich, führt die Methode die Jörg da andeutet Dadant ad absurdum. Beim Behandeln würde mich der Honigraum auch sehr stören.

  • HR druntersetzen und zwar jetzt und gzt ists. Im zeitigen Frühjahr weg und das Volk auf die verbliebenen besetzten Waben einengen. Diese Manie mit dem sauber lecken der Waben das verstehe ich nicht...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Luffi,


    Ich habe einen Teil der Honigräume auf dem Volk gehabt und einen anderen Teil halt noch im Lager stehen gehabt. Gestern mal die Honigräume durchgeschaut. Der teilweise kandirte Honig, den ich nicht aus den Waben bekommen hatte ist nun flüssig und die ganze Pampe läuft so die Waben runter. Das möchte ich halt nicht über den Winter da stehen haben. Wie macht ihr denn das? Einfach stehen lassen?


    Das Problem mit den Honigräumen auf dem Volk ist halt nicht, dass ich einen dicken schönen Honigraum mit Futter habe, sondern, dass ich 8 Honigräume habe, bei denen in fast allen Waben überall ein paar Zellen bis teilweise eine halbe Wabenseite die Zellen ca. 1/4tel bis zu einem drittel voll mit Nektar sind. Kann ich das Zeug etwa auch so über den Winter stehen lassen? Wenn ich mir davon jetzt einen leeren Raum nehme, setze ich einen im prinzip fast leeren Raum unter. Einzig die Waben mit Pollen könnte ich so noch aussortieren. Die wollte ich eh einschmelzen, so kann ich die auch drunter setzen. Macht hier der höhere Wabenabstand nichts aus wenn die das bebrühten wollen? Ich habe hier nur 11 Waben anstatt 12 drin.


    Gruß
    Frank