Wespen überfallen meine Bienen

  • Hallo Leute;


    hier ist wieder euer Pflegefall aus Erfurt.


    Neulich haben Wespen ein kleines Volk von mir gekillt.


    Hab aber noch eins. Die großen Völker sind scheinbar stark genug zur Abwehr. Aber was mach ich mit meinem kleinen Volk.


    Ich fürchte, wenn ich in den nächsten 3 Tagen nicht handle, dann sind sie auch getötet.


    Bitte helft mir; kann ja nicht den ganzen Tag Wache halten.......


    Hab das Flugloch auf 1,5 cm verengt, aber sie greifen ununterbrochen an.....


    Viele Grüße und Danke!!!


    Marcus

  • Marcus E : Da hilft nur:


    1.) Das Flugloch noch enger machen! Da brauch nur 1(!) Biene durchzupassen.
    2.) Wenn es irgendwie geht soll das Volk an einen anderen Platz in min. 3 km Entfernung verstellt werden, weil nach meiner Erfahrung die Belästigung durch Wespen nicht überall gleich stark ist.
    3.) Eine Wespenfalle mit Zuckerwasser, Essig und einem Schuß Geschirrspülmittel aufstellen. ...jau, ich höre die Fundis schon schimpfen, aber ein Notfall ist ein Notfall.


    Mit imkerlichem Gruß
    Ralf

  • Denk auch an die Höhe des Flugloches. 8mm sind richtig!


    Und möglichst wegstellen, und nicht zuschauen, wie´s immer weiter geht.


    Von Wespenfallen halte ich nichts. Meist sind einfach die Fluglöcher zu groß, viel zu groß, liest man hier ständig.

  • Hallo Marcus,


    Flugloch weiter einengen ist das eine. Wichtig ist aber auch die Position des Fluglochs am Bienensitz. Es hat keinen Wert, wenn das Flugloch unverteidigt am anderen Ende der Beute sitzt.


    Noch ein paar Fragen:
    Wie stark ist das Volk?
    Weiselrichtig?
    Gesund (Milbenbefall)?
    Das wirkt sich alles auf die Verteidigungsfähigkeit aus.
    Hat es noch Futter und wie fütterst Du?


    Wegstellen, wie die beiden Vorredner schreiben :daumen:, damit das Volk zur Ruhe kommt. Falls nicht mehr viel zu retten ist bleibt nur auflösen.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Danke euch!


    Das Volk war ein geschwärmtes. Zuerst war eine Königin drin, die dann, wie ich schon mal in einem Beitrag schrieb, auch plötzlich verschwunden war. Hab vor Kurzem eine neue eingesetzt. Die ist auch drin, aber noch keine Brut.
    Das Volk ist entsprechend geschwächt.
    Futterteig ist auch drin.

  • Was ich beobachten konnte, war der Umstand, dass die Wespen in Zeiten in denen die Biene nicht so aktiv sind sehr hochaktiv sind und versuchen, meist auch erfolgreich in die Beute einzudringen.


    Ich weiß bisher noch nie so ein schlimmes Wespenjahr wie heuer und habe alle meine Ableger, besonders Brutableger hier schützen müssen. Ich denke, dass ich sicherlich schon Wespen mengenmäßig einem Ableger gleichsetzen kann, die ich hier erfolgreich abgewehrt habe.


    Habe in der langen Zeit meiner Imkerei noch nie so massiv eingreifen müssen und das obwohl die Wespen bei mir ein wahnsinnig großes Angebot an Nahrung hätten. Weintrauben, Zwetschgen und Birnen, Äpfel und so weiter alles was sie gerne mögen, nein sie konzentrieren sich heuer anscheinend nur auf die Bienen.

  • Eiweißnahrung ist halt effektiver und nachhaltiger als nur süßes Zeug. An unserem Frühstückstisch gingen sie auch nur an die Wurst meiner Ehehälfte, meinen Süßkram ließen sie weitestgehend in Ruhe. Nimm´s den Verhungernden nicht übel, das ist Natur - oder - um den Drohn zu zitieren: Neonic´s(verbot).

  • Ich hab hier ähnliche Sorgen mit den ollen Wespen, grade durch meine Umweiselung ist das Volk noch nicht wieder richtig sortiert und die Wespen haben leichtes Spiel beim eindringen in die Beute. Morgen kommt erstmal ein Gitter vor das Flugloch, Bienen können oberhalb raus und rein und die Wespen die hoffentlich nur nach dem Geruch am Flugloch gehen haben pech.


    Grüße


    Christian

    "Gehe nicht gelassen in die gute Nacht. Brenne, rase, wenn das Dunkel sich legt. Dem sterbendem Licht trotze wutentfacht." -Dylan Thomas

  • Oh Christian, da kennst Du die Wespen schlecht. Hier fanden sie ein 4mm Loch im Innendeckel unter der Blechhaube. Aber ich kenne Dein raffiniertes Gitter nicht (Foto oder Produkthinweis?).
    Bei ausreichender Volksstärke dürfte auch Umweiselung den Wespen keine nennenswerten Chancen bieten. Wenn Du das Volk nicht verstärken kannst (Zusammenlegen), dann Flugloch auf Minimum (5mm) verkleinern + Brutnest unmittelbar am Flugloch. Da müßten auch die wenigen Anwesenden noch recht gut verteidigen können. So jedenfalls meine Erfahrung aus dem 3er Ablegerkasten, wo ich Reserveköniginnen legohaft einparkte.


    Servus - Gottfried

  • Oh Christian, da kennst Du die Wespen schlecht.


    Hallo Gottfried,
    gemeint ist hier sicher das Räubereigitter. Allerdings auch nur bei ausreichender Volksstärke vermutlich sinnvoll gegen die Wespen.
    Nach meinen Beobachtungen fliegen die zunächst wirklich nach Geruch und werden bereits unten vor dem Gitter in Empfang genommen und beschäftigt, so dass sie garnicht erst anfangen können den richtigen Eingang zu suchen. Die Bienen machen praktisch das selbe wie ohne Gitter und lagern bei einem Wespenangriff vor...
    Ich nutze das Teil ja erst im ersten Jahr und zumindest meinem Empfinden nach ist der Wespendruck in diesem Jahr geringer als im letztem Jahr und meine Beobachtungen beziehen sich nicht auf die Zeiten in denen die Bienen noch nicht aktiv sind, wie Franz Xaver schon richtig anmerkte.
    Alles in allem ist und bleibt die beste Verteidigung gegen Wespen und Räuberei allerdings nur eine ausreichende Volksstärke. Ich hab das Gitter vor einem Kustschwarm angebracht, der in der "Selbstfindungsphase" von einer Masse hungriger Mäuler belagert wurde und mir die Prügeleien auf den Geist gingen.
    LG
    Andreas

  • Danke Remsi!


    Ich dachte mir es einfach und du hast es dir schreiben trauen!
    Respekt!
    :liebe002:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Gut, nehm ich nächstes Jahr halt 4 Kilo Bienen :wink:
    Auf der anderen Seite kann man nach Tagen sicher auch nicht von Volk reden... eher ein zusammengewürfelter Haufen Bienen mit einer Königin.


    @ luffi,
    hier kann man doch alles sagen... die Prügel die man bezieht ist höchstens virtuell und tut nicht weh und für beide Seiten bietet sich so die Möglichkeit den eigenen Standpunkt zu überdenken.
    LG
    Andreas