Varroabehandlung

  • Hallo liebe Mitstreiter,


    ich bin gerade an meinem Bienenstand und wollte nach 14 tägiger Pause mit der 2. Runde Ameisensäure Langzeitbehandlung starten.
    An meinem Stand befinden sich aktuell zwei Völker und zwei diesjährige Ableger. Bei den Völkern habe ich in den letzten 6 Tagen noch Milbenfall auf der Windel gehabt (Volk 1 180 Milben also durchschnittlich 30 pro Tag und bei Volk 2 21 Milben also rund 4 pro Tag) die Ableger zeigen einmal 0 Milben und einmal 1 Milbe innerhalb der letzten 6 Tage.


    Dass ich die beiden Völker behandle, steht denke ich außer Frage. Aber sollte ich die beiden Ableger auch mitbehandeln oder kann ich sie von der Säure verschonen?


    Es würde mich freuen, wenn ihr mir hier eure Einschätzungen mitteilen würdet!


    Herzliche Grüße
    Christoph

  • Servus Christoph,


    ich würde mit der zweiten Runde Langzeitbehandlung noch bis Ende September warten. Aus meiner Sicht gibt es zwei Gründe dafür:


    1. Während der Langzeitbehandlung stellt die Königin die Eiablage (Stiften) ein, und das bedeutet , daß man aufpassen muß, daß die Königin genügend Zeit hat, entsprechend für die Nachzucht der Winterbienen hat.


    2. So lange noch so gute Flugbedingungen herrschen, besteht immer noch die Gefahr der Reinvasion, d.h. fremde Bienen tragen die Milbe mit ein.


    Im Übrigen fallen bis drei Wochen nach Behandlung vermehrt Milben ab.


    Die Ableger in der zweiten Runde in jedem Fall auch behandeln, denn auch ein Milbenabfall von 0 kann bitter täuschen.


    Gruß Indian

  • Danke Indian, für die schnelle Antwort!


    Wäre es aus deiner Sicht bei Volk 1 nicht zu riskant bis Ende September zu warten?


    Der Milbenfall deutet doch auf einen starken Befall, oder?

  • Das Abwarten bis Ende Sept. bedeutet, dass die doch recht zahlreich vorhandenen Milben sich bestens in der Brut vermehren und dann hast Du Ende Sept. schlechte Bedingungen (zu kalt) und dann war's das.


    Ich würde zumindest eine Stoßbehandlung mit 60 %igerAS auf Schwammtuch von oben machen: 2ml/DNM-Wabe bzw. 3 ml/DNM 1,5 oder Dadantwabe und fertig. Dann kannst Du ja sehen was fällt. Und die Milben, die gefallen sind, vermehren sich definitiv nicht mehr.


    Brut llegt die Kö auch noch Mitte September an...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Servus Christoph,


    da hast Du schon recht, daß der Milbenbefall bei dem einen Volk scheinbar stärker ist. Du wirst aber auch sehen, daß in der kommenden Woche einige Milben abfallen werden. Ich behandle meine Völker seit 7 Jahren mit dem Langzeitverdunster und war am Anfang auch etwas verunsichert, wenn nach der ersten Behandlung viele Milben abfielen, ob ich nicht gleich noch einmal nachlegen soll. Habe mich aber jedes mal dafür entschieden, die zweite Runde so spät wie möglich zu starten, d.h. Ende September oder bis Mitte Oktober, je nach Wetterprognose. Im Zweifel habe ich den Verdunster dann auch mal drei Wochen drinnen gelassen. Bisher habe ich noch nie ein Volk wegen Varroa verloren, ebenso meine Imkerschüler, welche bei mir ausschließlich die Langzeitbehandlung kennen lernen.


    Bei mir und bei allen anderen Imkern in der Region, war der Milbenabfall nach der ersten Behandlung dieses Jahr gleich null. Einige meinten schon, daß sie sich eine zweite Behandlung sparen könnten. Ich habe darum gebeten, sich nicht täuschen zu lassen, sondern konsequent weiter zu behandeln.


    Gruß Indian

  • Zitat

    Im Übrigen fallen bis drei Wochen nach Behandlung vermehrt Milben ab.


    Also, wenn tatsächlich nach drei Wochen noch vermehrt Milben abfallen, dann ist etwas schief gegangen. Die Verdeckelungszeit beträgt 12 Tage, bei Drohnen 15 Tage. Dannach muss Schluss sein. Wenn die AS in die Brut gewirkt hat, dann dürften am Ende der Verdeckelungszeit nur noch dunkle Milben zum Sehen sein, denn die Vermehrung wurde unterbrochen.


    Im Umkehrschluss würde ein vermehrter Abfall nach drei Wochen heissen, dass während der AS-Behandlung die Säurekonzentration so niedrig war, dass nicht einmal die aufsitzenden Milben getötet worden sind.


    Zitat

    Ende September oder bis Mitte Oktober


    Diese Empfehlung kommt mir auch sehr spät vor:


    1. sind bis zu diesem Zeitpunkt bereits viele Winterbienen erbrütet, somit geschädigt und kurzlebig.
    2. kann es um diese Jahreszeit schon sehr kühl sein und somit schwierig werden die nötige Verdunstungstemperatur zu erreichen.


    MfG
    Honigmaul

  • Erstmal vielen Dank für die Antworten.


    Ich nehme daraus jetzt folgende Möglichkeiten für mich mit:


    Variante 1: ich warte noch zwei Wochen und mache dann bei allen vier eine Langzeitbehandlung.


    Variante 2: ich mache jetzt eine Schwammtuchbehandlung bei den beiden Völkern und schiebe die Langzeitbehandlung bei allen noch 4 Wochen.


    Momentan tendiere ich eher zu Variante 2.
    Das Ganze soll heute Abend stattfinden, für andere Vorschläge oder Bedenken gibt's also noch ein bisschen Zeit ;-)


    Beste Grüße
    Christoph

  • Hallo Crizu,


    beim ersten Volk bist Du vermutlich etwas spät mit der ersten Behandlung gekommen. Wenn das Volk stark ist entnehme ihm jetzt einfach seine verdeckelten
    Brutwaben und schmelze sie ein. Ansonsten ist der Rat von Indian fachlich völlig richtig die zweite Behandlung so spät wie irgend möglich vorzunehmen. Arbeitest
    Du mit Holz oder Styroporbeuten ? Letztere sind deutlich weniger anfällig für Temperaturschwankungen bezüglich der optimalen Verdunstungsraten bei der
    Spätsommerbehandlung Ende September/Oktober.
    Ableger werden grundsätzlich erst Ende September behandelt (Schaden-Nutzenverhältnis). Diese kann man relativ einfach kurz nach Bildung mit MS behandeln
    wenn keine ältere offene/geschlossene Brut vorhanden ist.


    LG
    frank

  • Wann werden die Winterbienen nochmal gemacht?


    Ist die Wirkung der Ameisensäurenbehandlung abhängig von Außentemperaturen?


    :confused:

  • Ableger werden grundsätzlich erst Ende September behandelt (Schaden-Nutzenverhältnis).


    Wann werden die Winterbienen nochmal gemacht?


    Man geht wohl grundsätzlich davon aus, dass Ableger hinreichend wenig von Varroen befallen sind, sodass auch ohne Sommerbehandlung ausreichend ungeschädigte Winterbienen im September erbrütet werden können. Typischerweise brüten Ableger auch noch im Oktober in nennenswertem Umfang. Man geht deshalb typischerweise davon aus, dass Ende September dann doch behandelt werden muss. Außerdem übertragen Varroen auch Krankheiten auf die fertigen Bienen, was man auch vermeiden möchte.
    Meine Meinung dazu: Man sollte eine Behandlung nicht von solchen Regeln abhängig machen, sondern von einem konkret festgestellten Befall.


    Gruß Ralph

  • Das komische ist, dass vor der ersten Behandlung Volk 1 deutlich weniger natürlichen Milbenfall als Volk 2 hatte und sich das Blatt jetzt gedreht hat.


    Zwar habe ich alle 4 gleich behandelt, dass bei Volk 1 aber irgendetwas schief gegangen ist kann ich nicht ausschließen.


    Kleingartendrohn siehst du denn bei meiner Beschreibung des konkreten Befalls konkreten Behandlungsbedarf oder würdest du bis Ende September mit der Langzeitbehandlung warten?


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo Christoph,


    ich weiß nicht, ob du das bei deiner Windelauswertung beachtet hast. Der Milbenbefall Aufgrund der Behandlung hält ca. 14 Tage nach beendigung der Behandlung an! Erst nach 14 Tagen nach Abschluss der Behandlung hast du wieder natürlichen Abfall. Das hat mich im letzten Jahr auch so verwirrt als ich das erste mal mit dem Nassenheider behandelt hatte. Vielleicht hast du einfach nur die Milben gezählt, die noch Aufgrund der Behandlung im Volk verendet sind.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Frank,


    das hatte ich auch schon überlegt, aber nachdem das nur bei einem von vier behandelten Stöcken aufgetreten ist, tendiere ich eher zu tatsächlichem Befall.


    Kann ich denn viel falsch machen, wenn ich heute einfach mal ne Handgranate nach Henry in die beiden Völker schmeiße?


    Ich habe bisher mitgenommen, dass das schlimmste die Nichtbehandlung ist. Die beiden Völker sind recht stark, eine Schwächung durch AS sollte also eher zu verkraften sein, als eine eventuell zu hohe Milbenpopulation.
    Dann könnte ich auch entspannt bis Ende September mit der 2. Langzeitbehandlung warten und würde somit der von Indien aufgezeigten Reinvasion auch noch ein Schnippchen schlagen.


    Damit wäre ich jetzt doch wieder bei Variante 2 angekommen :-?

  • Hallo Christoph,


    Der Milbenbefall Aufgrund der Behandlung hält ca. 14 Tage nach beendigung der Behandlung an! Erst nach 14 Tagen nach Abschluss der Behandlung hast du wieder natürlichen Abfall. Vielleicht hast du einfach nur die Milben gezählt, die noch Aufgrund der Behandlung im Volk verendet sind.

    :daumen:


    Nicht nur vielleicht. Du schiebst 8 Tage nch der 1. Behandlung die Windel ein. Dann hast Du noch nicht den nat. Milbenfall.


    Ich würde jetzt die Windel noch einmal für drei Tage einschieben und zählen. Wenn Du dann immer noch diese hohen Werte hast, behandel noch einmal, sonst lass es.


    Beste Grüße


    Herr Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!