Königinnenverluste trotz Nassenheider - ich bin geheilt. AS ist Teufelszeug.

  • Die Frage ist, ob die Brut da nicht schon durch AS geschädigt ist.
    Jetzt auf nachschaffen setzen ist Risiko.


    Diese Befürchtung habe ich momentan auch...


    auch bei den Nassi steht nur: "weitgehend wetterunabhängig". D.h. nur wer das Wetter genz genau vorhersehen kann, kann den Nassi ohne Gefärdung verwenden! Wer kann das?


    Hallo Salsero,


    bezüglch der Wetterunabhängigkeit lasse ich nach wie vor nichts auf den nassenheider pro kommen, der ist von allen Methoden, die ich bisher kenne, wirklich meilenweit vorneweg und funktioniert tatsächlich - in dem oben beschriebenen groben Rahmen - wetterunabhängig. Vergleichbare Verdunstungsraten in einer Temperaturspanne von 15°C bis 32°C kann ich bisher selbst bestätigen!


    DIESMAL fand die Behandlung sogar im unteren bis mittleren Bereich der Temperaturspanne statt, für den Nassenheider also im grünen bis dunkelgrünen Bereich. Also am Wetter lag es sicher nicht!


    Warum wundert es einigen sehr, wenn die Kö tot ist, aber tote Jungbienen gehören zu fast jeder erfolgreichen Behandlung! Wie viel "AS-resestenter" ist denn die Kö?


    Sehr guter und wichtiger Einwand!
    Ich erkläre es aber damit, dass Königinnen erstens Erwachsene Bienen sind, die per se unempfindlicher gegen Schäden sind (zumindest solche, die man offensichtlich sehen kann). Zweitens werden Königinnen von den anderen Bienen vermutlich besonders abgeschirmt.
    Dass erwachsene Bienen unempfindlicher zu sein scheinen sieht man ja auch daran, dass die vielen geschädigten Bienen im Verlauf einer Langzeitbehandlung immer nur pelzige Jungbienen sind.



    habe ich beobachtet, dass immer viele Bienen im voll geöffneten Flugloch saßen und es regelrecht verstopft haben.
    Meiner Meinung nach kommte es auch auf das Volk an wie sie mit den AS Dämpfen umgehen. Die einen befördern sie schneller raus und demzufolge verdunstet der Nasenheider prof. mehr.


    Diese Beobachtung kann ich voll bestätigen! Es gibt Totalverstopfer die kaum fächeln und Totalöffner, die fächeln wie verrückt. Und alles dazwischen.
    Da könnte es tatsächlich sein, dass sich das eine oder andere Volk selbst ein Bein stellt, indem es das Flugloch verstopft.


    Gruß
    hornet

  • ... Erwachsene Bienen sind, die per se unempfindlicher gegen Schäden sind (zumindest solche, die man offensichtlich sehen kann).
    Dass erwachsene Bienen unempfindlicher zu sein scheinen sieht man ja auch daran, dass die vielen geschädigten Bienen im Verlauf einer Langzeitbehandlung immer nur pelzige Jungbienen sind.


    Die pelzige können noch nicht fliegen und bleiben am Tatort, aber wer hat schon mal gezählt, wieviele erwachsene Bienen das Volk wegen der AS-Behandlung fliegend verlassen aber nicht zurückkommen?
    Aber nehmen wir an, dass erwachsene Bienen tatsächlich mehr AS vertragen, der Spielraum bleibt trortzdem verdammt eng und kaum kontrollierbar. Das kann etwa höhere Außentemperatur/Feuchtigkeit sein, das kann ein paar weniger fächelnde Bienen am Flugloch sein etc. Alles Lottospielchen mit Bienchen :-(

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Mensch hornet, das tut mir Leid um deine Kö's!
    Das es genügend Bienen gibt, die mit der AS nicht umgehen können, ist eine Sache, die können bis zum Wínter noch erzeugt werden, aber die Kö um diese Jahreszeit ist doppelt blöd.
    Ich drück dir die Daumen, dass du das hinbekommst!
    Ich hab die letzten Jahre immer mit der ST kurz AS60% oben gearbeitet und bisher "lediglich" immer Bienenmasse verloren. Das ST wurde immer abends aufgelegt, gerade bei den heißen Temperaturen (wobei es hier im Norden den Sommer nie so richtig heiß, sprich deutlich über 30°C geworden ist.).
    Dieses Jahr auch, und zwar ganz auffällig hat nur das eine Volk, welches abends am längsten direkte Sonne abbekommen, deutlichen Bienentotenfall um die Beute zu verzeichnen gehabt.
    Wie Salsero geschrieben wohl in erster Linie die Jungen.
    Bei einer Fallmenge von 50-200 Milben pro Volk pro Woche nach der Behandlung muß man sich fragen, ob die Behandlung nicht gegriffen hat oder da wirklich nur so wenige Milben drinne waren. Die meisten Milben sind in dem Volk mit dem höchsten Totenfall runter gekommen, wie geschrieben in 1 Woche gerade mal so 200 Milben, also nix!
    Aber welche alternativen Methoden haben wir denn?
    TBE, OS-Verdampfen, Puderzucker, das war es.
    Und abgesehen von TBE, bei denen die Milben "nur" gebündelt und anschließend entsorgt werden, sind alle anderen Mittel nur gegen die Milben wirksam, die AUF den Bienen sitzen.
    Das macht es nicht einfacher, sich von der AS zu verabschieden.
    Aber ich danke dir für diesen Bericht, so werde ich, soweit ich AS weiter benutze, mir keinen Nassenheider zulegen, denn der ist auch nicht besser zu dosieren als das ST, wirkt ledig länger, ist aber dadurch auch wieder stärker auf das "optimale" Wetter angewiesen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • ...wie geschrieben in 1 Woche gerade mal so 200 Milben, also nix!


    Also für mich sind 200 Milben / Behandlung richtig viel. Ich hatte in den drei Jahren seit dem ich Varoabehandlungen durchführe nie mehr als 200 Milben. Bei 200 werde ich schon nervös. Warum das so ist kann ich dir nicht sagen. Ich habe verschiedenste Herkünfte an meinen Stängen. Von Carnicas über Landrasse und hin zu diversen Buckfast. Die Buckfast von Heike Aumeier, Werner Gerdes und F2 Königinnen von Jungels. An der Herkunft kann es also auch nicht liegen.


    Gruß
    Frank

  • 200 Milben nach der Behandlung in einer Woche sind für dich viel und du wirst nervös? Also, wir sprechen hier über ST kurzzeit, sprich Sonntag behandelt und bis Sonntag Woche drauf sind die Milben gefallen.
    Letztes Jahr hatte ich in einer Woche 400-800 Milben (also nicht pro Tag, sondern in der Woche NACH der Behandlung inkl. Tag nach der Behandlung!) und fand das O.k.
    Was machst du, wenn die hier schreiben, dass 1500Milben nach der Behandlung gefallen sind? Zusammenbrechen?;-)))

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ja das kenne ich gar nicht. Ich habe bei einer Langzeitbehandlung bzw. Blockbehandlung insgesamt nur 200 Milben...


    Zur Winterbehandlung z. B. hatte ich bei meinen im Sommer komplett behandelten Völkern zwischen 5 und 40 Milben. Nur zwei Völker, die ich recht spät erhalten hatte hatten bis 250 Milben.


    Gruß
    Frank

  • Somit kommen wir wieder mal zum Kern der "Der Fehler steht hinter der Kiste"-Problematik.
    Wenn der natürliche Milbenfall und der Milbenfall nach Behandlung gering sind. Wie kann der "Fehler" dann noch reagieren um Völkerverluste zu vermeiden?


    Bekämpfen wir in erster Linie gar nicht die Varroen mit den verschiedenen Behandlungsmethoden?

    Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsere nicht achten. (vom guten alten Goethe)

  • Hallo,


    jetzt schauen wir mal.
    Vermutlich werde ich heute am späten Nachmittag die ersten oder alle Verdunster entnehmen. Die meisten sind seit gestern optisch leer (von oben schnell durch's Deckelloch gespickt).


    Rein von der Fluglochbeobachtung oder von der Klopfprobe kann ich bis jetzt nicht erkennen, ob und wenn ja welches Volk sich weisellos fühlt.
    Ich werde als erstes die Fütterer aufsetzen und erst mal 2 Kilo Futter geben und danach erst nachschauen. Höchstens dass ich bei den Hauptverdächtigen schnell mal Waben ziehe und nach NSZ oder UWZ schaue.


    Was die AS betrifft (egal ob ST oder Nassenheider), mich belastet die Sache mit den Jungbienenverlusten. Heuer war es schon echt schlimm fand ich. Irgendwie werde ich bei der Zahl der abgetöteten Brut das Gefühl nicht los, dass ich statt der langen Belastung durch den Verdunster lieber gleich die 3 Brutwaben entnehmen hätte können, Milchsäure oder Oxalsäure, Bienenwohl o.ä. in die Beute und fertig. Die Brutverluste wären die selben gewesen, aber die erwachsenen Bienen und vor allem die Königin wären ungeschädigt geblieben oder zumindest deutlich weniger stark belastet worden. Und die Bienen hätten sofort wieder neue Brut anlegen können und währen jetzt schon 10 Tage weiter.


    Ich schätze, dass in Verbindung mit der Dunkelziffer mehrere Hundert bis wenige Tausend (Jung-)Bienen pro Volk betroffen waren. Angesichts der relativen kleinen Brutnester vor der Behandlung dürfte das ein Großteil oder sogar die komplette Brut zu Behandlungsbeginn gewesen sein. Und das wohlgemerkt bei Verdunstungsraten, die um oder nahe des Optimums lagen!


    Vielleicht geht es momentan wirklich noch nicht anders und dann gilt, was sein muss, muss sein. Immerhin sind bei einigen Völkern schon echt viele Milben gefallen, soweit ich bei einer Stichprobenkontrolle gesehen habe. Aber wohl fühlen dabei ist trotzdem anders.


    Gruß
    hornet

  • Bei in diesem Jahr allgemein eher geringem Milbenbefall habe ich auf meinen Ständen stets ein oder zwei Milbenschleudern. Ein Extrembeispiel aus diesem Jahr: Nach Abschleuderung und Futterstoss fielen bei einem solchen Volk um den 23. Juli herum etwa 50 Milben vor der AS-Behandlung, aber keine Krüppelbienen beobachtbar. Sofortige Nassenheider Langzeitbehandlung (290 ml, 60%; 10 Tage) ergab bis zum 8. August geschätzte 10 bis 12 Tausend gefallene Milben, bei mittlerem Jungbienenverlust und ausgeräumter Brut. Seit dem 12. August, also seit 2 Wochen, ist bisher keine einzige Milbe mehr gefallen. Das Volk ist heute nur ein bisschen schwächer als die Nachbarn (200 - 500 Milben nach AS lang) und hat derzeit wieder auf 5 Waben Brut. Erstaunlich. Ich würde daher trotz allem meinen, dass AS mit Nassenheider eine gute Sache wäre.


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Hi Leute,
    der Nassenheider geht relativ gemäßigt vor, denkt mal an die Schwammtuchnutzer, da geht die Post ab, meckert da jemand?
    Witterungsunabhängigkeit in der Wirkung, die Stocktemperatur ist bis zum Winter eine relativ konstante Größe. Die Mädels heizen und kühlen besser als jede Klimaautomatik. Zum 2. kann die Dochtgröße gut verändert werden, eigentlich nicht erforderlich, es sei denn 40Grad im Schatten und die Kisten stehen in der prallen Sonne. Dann ist noch die Nummer mit der 60er oder 80er AS und schon sind wir in der nächsten Runde, denn dazu war nix zu lesen.
    Wer dann 3x oder öfter mit AS behandelt kann die Bude auch gleich bis zum Dach fluten, Milben sicher gekillt - Summis auch - Kolateralschaden, aber wer keine Bienen hat, hat auch keine Milben- Ziel erreicht!!!
    Drohnenbrutschneiden, Volksverjüngung über Ableger, 1X AS und dann Langzeit- Winterbehandlung mit Thymol oder OS / MS im Winter dann sollte es laufen.


    Grüße
    Knäcke

  • Hallo Hornet,


    shit happens, wie es so schön heißt. Ich gehöre seit 6 Jahren zu den "Schwammtuchnutzern", habe die Behandlg. von oben und unten sowie die "dän. Methode "- von oben und unten gleichz. ausprobiert. Fazit: ST von oben mit der Dosierung 2 ml AS 60%/DNM-Wabe oder 3 ml AS 60%/1,5 DNM bei überwiegend 20 Grad +/- 5 Grad Tageshöchsttemperatur passte bisher gut. Und Jungbienenverluste waren sichtbar eher zu vernachlässigen. Vielleicht habe ich immer nur Glück gehabt, aber bisher bei durchschnittlich 6 - 12 Völkern keinen Winterverlust zu verzeichnen.


    In diesem Jahr erstmals bei 3 Völkern TBE angewendet - sieht bisher super aus: momentan fällt nix!


    Ich würde die AS-Behandlung per se nicht verurteilen. Allerdings ist die Dosierung ein wesentliches Thema, um das man sich intensiv kümmern muss. Und da gebe ich Dir Recht: derartige Unterschiede sind nicht professionell.


    Mitfühlende Grüße


    Rainer

  • Moin, moin,


    voriges Jahr ein Volk verloren, Fluglochverstopfer und dann stand der Wind auf dem Flugloch. Panik, viele 1000 tote Bienen auf der Windel und in den Gassen klemmend und die Königin dann drohnenbrütig.


    Ansonsten: bis über 30 000 Milben habe ich damit schon aus einem Volk geholt, und es überwintert.


    Die verätzten Teddies missfallen mir auch sehr, und die chemische Brutentnahme, aber der Haarausfall bei einer Chemotherapie ist auch eine in Kauf zu nehmende Nebenwirkung...


    Dies Jahr habe ich ihn aufgesetzt und die haben geschwärmt gehabt, hingen im Baum. Vom Schwarm (5 bis 6 Waben) fielen einige hundert, beim Muttervolk noch mehr, und es ist nun spannend, ob die Königin nun was wird... Ich lasse erstmal drauf.


    Königinnen, deren Brutnest mir nicht gefällt, sah ich dieses Jahr mehrfach. Den Bienen fefiel es, teils auch nicht.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Hornet,


    ja scheiße, das tut weh...:cry:


    Ich würde die AS nicht gleich verteufeln, den NH Pro auch nicht.


    Welchen Docht hast Du beim NH Pro verwendet? Vielleicht hättest Du eine Nummer kleiner wählen sollen.


    Du imkerst in Dadant, ich in DN mit zwei Bruträumen, daher läßt sich nicht alles eins zu eins vergleichen.


    Ich behandel mit LD oder NH mit 85%iger AS, aber erst nachdem ich durch die Entnahme des unteren Brutraums (Wabenhygiene) und das Aufsetzen des Honiraums als neuen 2. Brutraum Platz zur Brut geschaffen habe. Das kannst Du so mit Dadant leider nicht machen. Ob es daran liegt, weiß ich nicht, habe aber bisher in den Wirtschaftsvölkern keine Königinn durch AS verloren, auch dann nicht wenn wegen zu hoher Temperaturen im LD 50ml an einem Tag verdunstet sind.


    Grüße


    Herr Rübengrün

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Moin Hornet ,


    was du mitteilst , hört sich natürlich nicht gut an . Ich kann dir nur sagen : seit 05 behandele ich mit NH horizontal und hatte noch nie ein Problem .
    Irgendwas muß bei dir nicht fachgerecht sein .
    Ich lege z.Bsp. auf die Rähmchen eine Fliese , ca. 30x30 cm , darauf das Fließtuch als großen Docht , 1 cm kleiner als die Fliese , darauf dann den NH . Bei einer Befüllung von 160 -180 ml gab es immer ein Erwachen im Frühjahr , so wie es sein soll .
    Ergänzend dazu muß ich anmerken : diese Behandlung vor dem Auffüttern und das gleiche noch mal nach dem Füttern . Dann Restentmilbung mit Oxuvar in der brutfreien Zeit ca. um den 20.12.
    So gehe ich ran .
    Wünsche dir alles Gute .


    Gruß hannes