Standort im Garten

  • Einen schönen guten Tag,


    ich möchte kommendes Jahr mit der Bienenhaltung beginnen und bin gerade dabei, mich fleißig einzulesen um dann ab Frühjahr in einem Imkerkurs die Praxis anzugehen.


    Da ich in der Großstadt arbeite und noch nicht weiß wo ich kommendes Jahr wohnen werde (hoffentlich mit kleinem Garten oder Grünfläche, aber wer weiß...), möchte ich gerne den elterlichen Garten in Günzburg für zwei Völker nutzen. Auch weil ich hoffe, dass meine Eltern vom Bienenfieber angesteckt werden und mitmachen, aber die wissen noch nichts von ihrem Glück... ;-)


    Ich habe schon einige Berichte und Fotos von Imkern (oder eher "Bienenbeobachtern") gesehen, die Bienen im eigenen Garten halten, daher hoffe ich, dass es auch bei mir funktioniert. Die Frage ist jetzt nur noch welcher der geeignetste Ort zum Aufstellen der beiden Beuten ist.


    Aus diesem Grund habe ich mal vier Bilder jeweils aus einer Ecke des Gartens gemacht:


       
    (draufklicken zum vergrößern)


    Es handelt sich um ein Hang-Grundstück, welches leicht abschüssig richtung Osten ist. Ich denke am ehesten würde sich der Platz rechts unterhalb der Terasse vor dem Haus eignen (die kleine Hütte ist die Ladestation des Mähroboters). Die Bienen würden früh mit Sonne geweckt werden, die Nachbargärten liegen außerhalb der Einflugschneise und ab ca. 12 Uhr mittags würden die Beuten im Schatten stehen, was im Hochsommer den Bienen hoffentlich gut tut. Da sich dort keine Beete oder Pflanzen befinden, kommt man sich bei Gartenarbeiten nicht ins Gehege. Auch ist das wie gesagt die Ostseite des Hauses und daher dank des überstehendes Daches recht gut vor allzu starker Witterung geschützt. Die Fenster sind mit Fliegengittern bestückt, so dass sich auch keine Bienen ins Haus verirren. (Und eines der beiden Fenster wird am Wochenende von mir bewohnt, da würde ich gleich mit Gesumme geweckt werden :-) )


    Hinter der Hecke richtung Osten befindet sich ein halber Hektar wilde Wiese, die seit Jahren nicht gemäht oder in irgendeiner Form gepflegt wurde. Hier habe ich vor im Frühjahr ein paar Samenbomben zu werfen oder auch Bienenbaum-Setzlinge zu pflanzen. Daher hoffe ich, dass es den Bienen bei mir gut gehen würde, auch wenn ich nicht mit ihnen zur Tracht wandere.


    Würde mich über die Einschätzung von ein paar erfahrenen Bienenhaltern sehr freuen, vielen Dank schonmal!

  • Es darf niemanden störten, da können ja insbesondere Eltern höchst empfindlich sein, wenn sich die gewohnte Ordnung verändert, und Du mußt gut herantreten können, um die Stöcke einfach bearbeiten zu können und möglichst auch schnell flüchten können, wenn die Bienen auf Angriff gebürstet sind.

  • möglichst auch schnell flüchten können, wenn die Bienen auf Angriff gebürstet sind.


    Daher hat jedes Bienenhaus einen gut gekennzeichneten Notausgang :lol:


    Ansonsten Machete gebe ich dir den alten Rat, den Standort bei schlechten Wetter oder im Winter festlegen.
    Wo kommt im Winter die Sonne am besten hin? Gibt es irgendwo ein recht kaltes Ecke im Garten wo sich reif etc. länger hält?
    So würde ich es machen.


    Grüße


    Max

  • Wichtig wäre auch für dich zu kären wo du mal wohnst. Weil es kann durchaus sein dass du öfters auch unter der Woche zu
    den Bienen fahren musst..z.b. Varroabehandlung Kontrolldurchsicht etc..dann darfst Du im Garten nicht vergessen dass Bienen es ganz und garnicht mögen wenn mitm Rasenmäher gearbeitet wird..Also um umkreis von 5m zu den Beuten ists nicht zu empfehlen ohne Schutz zu mähen oder aber mit der Hand dann.
    Auch wie z.b. heuer ziehst du bedingt durch das füttern Wespen an. Die Bienen wehren sich aber überleg wenn deine Eltern auf der Terasse sitzen und z.b. einen Kuchen essen..rate mal wer da begeistert ist.

  • Gibt es angrenzende Grundstücke? Wie stehen die möglichen Nachbarn dazu (Allergien)? Das solltest du auch unbedingt klären, bevor im worst case der allergische Nachbar zusammenklappt.



    Beste Grüße


    Christian

    "Gehe nicht gelassen in die gute Nacht. Brenne, rase, wenn das Dunkel sich legt. Dem sterbendem Licht trotze wutentfacht." -Dylan Thomas

  • Moin, moin,


    Bienenhaltung im Garten... natürlich geht das, und alle Eventualitäten kann man nicht vorher wissen. Sinnvoll wäre aber für den Anfang und damit Du was von den Bienen hast, siehst und lernst, wenn sie in Deinem Garten stünden, also in dem, wo Du wohnst. Mit Nachbarn reden sollte man wohl schon, aber nicht auf der Suche nach Hindernissen für das Projekt. Die großräumige Anlockwirkung auf Wespen halte ich für vernachlässigbar; deren Spontanreaktion auf Pflaumen oder Kuchen ist ausreichend, auch ohne Bienen.


    Es gibt auch rasenmähertolerante Bienen, wobei die Abneigung im Hinblick auf die sinnlos im Klee gemetzelten Schwestern nachvollziehbar ist...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo,


    wenn ich die Bilder des Gartens betrachte, habe ich den Eindruck, dass dort nirgendwo Platz für Bienen ist.


    Der Garten ist eine grüne Wüste. Lebewesen sind dort nicht willkommen.


    Frag lieber den Besitzer des benachbarten Grundstücks, welches schon mehrere Jahre nicht benutzt ist.


    Gruß
    Werner

  • ... dass Bienen es ganz und garnicht mögen wenn mitm Rasenmäher gearbeitet wird..Also um umkreis von 5m zu den Beuten ists nicht zu empfehlen ohne Schutz zu mähen


    Hallo zusammen!


    Das kann ich so nicht bestätigen. Ich mähe im Abstand von einem Meter neben meinen beiden Kisten (naja aktuell noch vier...) mit dem Motor!! Rasenmäher und bin noch nicht gestochen bzw. angegriffen worden. Einzig direkt vor der Beute habe ich nun ein Beet mit Storchenschnabeln (also Bodendeckern) angelegt, damit ich hier nichts machen muss. Platten tun es aber auch. Ansonsten merkt man die Bienen nicht im Garten. Auch muss der Standort nicht zwingend im Winter sonnig sein. Mein Standort im Garten z. B. ist nach Norden bzw. Nordosten ausgerichtet. Er liegt hinter einer Garage im Abstand von ca. zwei Metern. Hier habe ich von März bis Ende September von Früh (also ab 7-8 Uhr) bis ca. 15 - 16 Uhr Sonne. Danach Schatten. Das ist schon fast ideal. Die Bienen starten früh und haben im Sommer, bei totaler Hitze, ab 15 oder 16 Uhr Schatten. Ab Oktober ist dann der Stand total im Schatten und dadurch kommen die Bienen besser zur Ruhe und werden nicht von ständiger Sonne zum ausfliegen bzw. frühem Bruteinschlag animiert. Ich habe keine Ahnung ob es daran liegt, aber bei beiden Völkern habe ich kaum Milben festgestellt.


    Wichtig ist, dass die Bienen im Frühling / Sommer nicht dauerhaft im Schatten stehen. Idealerweise morgens Sonne und ab Mittags schatten haben. Solltest du an einem Stand unter Bäumen nachdenken, bedenke bitte, dass man unter den Bäumen auch gut stehen muss. Das ist gerade bei Obstbäumen nicht immer der Fall. Dann solltest du um den Standort Platz haben. Am besten rund herum. Direkt an einer Hauswand aufstellen ist z. B. nicht ideal, da du dann nicht von hinten an die Kisten kommst. Außerdem sollten die nicht einen weiten freien Ausflug haben. z. B. wenn du die auf der einen Seite im Garten stellst und der Ausflug zeigt quer zum Garten hin. Dann fliegen die schön über den reichlich vorhandenen Rasen. Hier ist dann auch mit erhöhtem Totenfall zu rechnen. Also Bienen, die sterben verlassen den Stock und landen zum sterben auf dem Rasen. Wenn man dann Barfuß läuft, läuft man gefahr in eine solche zu treten und gestochen zu werden. Besser wäre es also, die Bienen mit dem Ausflugloch im Abstand von zwei Metern vor eine etwa zwei Meter hohe Hecke oder ähnlichem zu stellen. Dann müssen die Bienen direkt nach dem Stand höhe Gewinnen und sind weg.


    Ach ja - direkt vor eine Hauswand, die in voller Sonneneinstrahlung liegt, würde ich die Bienen auch nicht stellen. Diese wird im Sommer extrem warm und gibt nochmals extra Hitze ab. Dann brauchen Bienen noch Wasser - speziell im Frühling bzw. im Hochsommer. Im Ort findet sich eigentlich immer irgendwo ein Teich, von daher kein Problem. Nur wenn der Teich beim Nachbarn steht und eventuell ein Schwimmteich ist, sollte das zumindest mal vor der Anschaffung der Bienen abgesprochen werden. Ich habs gemacht und es gab nie Probleme. Wir hatten hier aber schon andere Fälle.


    Gruß
    Frank

  • 'Ladestation des Mähroboters'. Na hoffentlich hat der keine Allergien. Lest Ihr eigentlich auch vorm Schreiben?


    Kannst die Bienen überall hinstellen, wo es Deinen Eltern paßt. Wo es den Bienen am besten paßt, wird die Zeit zeigen. Bau bloß nix stationäres in der ersten Zeit! Leg eine normale Palette in die Waage ('Hanggrundstück'), da ein Unkrautvlies drüber und stell Deine zwei Völker drauf. Das hat in der ersten Zeit noch solch eine Dynamik, da ändert sich noch alles. Das wichtigste beim anfangen ist das anfangen. Der Rest ergibt sich. Die großen Fragen jetzt sind nicht die großen Fragen nach einem halben Jahr mit Bienen. Das wird schon! Viel lesen, einen Paten suchen, andere Imker besuchen!


    Beste Grüße und viel Erfolg,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo machete,


    im Hinblick auf die Standortauswahl im Garten hast Du die wichtigsten Aspekte bereits selber genannt. Dem Maxikaner schließe ich mich an: Nutze den Winter zur ergänzenden Beobachtung. Wenn Du trotzdem noch unsicher bist, kannst Du dich auch zusätzlich von einer / einem erfahrenen Imkerin oder Imker bei einem Ortstermin beraten lassen.


    Grundsätzlich wäre mir aber die Entfernung München-Günzburg zu weit und die An- und Rückfahrt zu zeitaufwendig. Pro Fahrt von München nach Günzburg und zurück bist Du mit dem PKW sicherlich mindestens 2,5 Stunden unterwegs?


    Ich bin selber Jungimker und habe 2014 begonnen. Meine 4 Völker stehen bei mir im Garten in Nürnberg. An den Bienen laufe ich täglich mehrmals vorbei, kann beobachten was passiert und kann bzw. konnte z. B. bei Schwarmfang zeitnah reagieren. Durch die örtliche Nähe war / ist auch eine kurzfristige Unterstützung durch meinen Imkerpaten ohne großen Zeitaufwand möglich.
    Mit den direkten Nachbarn habe ich vorher gesprochen und habe dafür gesorgt, dass der Bienenflug in meinen Garten gerichtet ist und durch ein 2 m hohes, mit Pflanzen beranktes Holzgerüst nach oben gelenkt wird. Bienengiftallergien bei meinen beiden direkt angrenzenden Nachbarn und bei den eigenen Familienangehörigen sind nicht bekannt, sonst hätte ich einen anderen Standort gewählt.
    Erst wenn ich mehr Sicherheit und Erfahrung im Umgang mit den Bienen habe, kann ich mir einen Standort mit Anfahrt vorstellen. Den eigenen Standort im Garten würde ich aber aus Neugierde, Interesse und dem täglichen 'Kontakt' immer behalten.


    Ich wünsche Dir viel Spaß und Freude bei deinem Einstieg in die Imkerei.


    Matthias Engel

  • Grundsätzlich wäre mir aber die Entfernung München-Günzburg zu weit und die An- und Rückfahrt zu zeitaufwendig. Pro Fahrt von München nach Günzburg und zurück bist Du mit dem PKW sicherlich mindestens 2,5 Stunden unterwegs?


    Großer Gott, das geht überhaupt nicht. Such Dir was bei Dir um die Ecke, am besten vielleicht bei einem Imker, von dem Du Deine Bienen bekommen kannst und Ihm auch über die Schulter schauen darfst.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • am besten vielleicht bei einem Imker, von dem Du Deine Bienen bekommen kannst und Ihm auch über die Schulter schauen darfst.


    Beste Grüße,
    Ralf


    Genau so sieht es aus und sollte jeder Anfänger auch so handhaben. Erleichtert vieles und verhindert ständiges Öffnen.
    Zeiten mit dem Paten abstimmen und schon hat man bei jeder Durchsicht jemanden zu Seite und kann zudem bei ihm mit über die Schulter schauen und in der Praxis lernen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Vielen lieben Dank für die vielen hilfreichen Ratschläge und Hinweise.



    Ich werde kommenden Winter mal beobachten wie sich Schnee und Frost im Garten halten. Der Platz hat von früh morgens bis mittags Sonne, anschließend Schatten. Im Sommer wird auf jeden Fall eine Bienentränke aufgestellt.



    Der Rasen wird wie erwähnt von einem Roboter kurz gehalten, der surrt mit seinem Elektroantrieb leise vor sich hin. Da er jeden Tag mäht wächst im Rasen auch nichts, was Bienen anlocken könnte. Direkt vor den Beuten macht denke ich eine Rasenmäher-freie Zone Sinn, was ich bisher gesehen habe purzeln anscheinend doch immer wieder mal ein paar vom Brett. Das mit der Palette klingt nach einer sehr guten Idee!


    Gibt es angrenzende Grundstücke? Wie stehen die möglichen Nachbarn dazu (Allergien)? Das solltest du auch unbedingt klären, bevor im worst case der allergische Nachbar zusammenklappt.


    Das steht auf meiner Liste. Die umliegenden Nachbarn werden vorher auf jeden Fall persönlich informiert um sowas abzuklären.



    Ich weiß dass die Entfernung ein Problem sein kann, allerdings bin ich diese Strecke während des Studiums eine zeitlang gependelt und ein Arbeitskollege macht das sogar seit Jahren täglich so weil er hier Haus und Familie hat. Es ist also machbar. Wenn ich weiß wohin in München es mich kommendes Jahr verschlägt, dann kann ich auch planen dort die Bienen zu halten.


    Ich hab einige Erfahrungsberichte gelesen, nach denen die Bienenbearbeitung am Wochenende ganz gut funktioniert (Es gibt ja sogar ein Buch dazu). Daher hoffe ich, dass das auch für mich ein gangbarer Weg ist. Mir gehts auch nicht um Honigproduktion sondern um eine schöne Beschäftigung im Garten und ein kleines Stückchen Naturschutz. Hauptsache den Bienen geht es gut und sie sind gesund. Wenn dann am Ende sogar ein paar Gläser Honig übrig sind, umso schöner. Ich wüsste eh nicht was ich mit dutzenden Kilo Honig anstellen sollte.


    Ich gehe auch davon aus, dass vor allem mein Vater mitzieht und die Bienen als sein neues Garten-Projekt betrachtet. Den Betrieb vorm Flugloch beobachten und Futter nachfüllen, das trau ich ihm allemal zu. Und außerdem braucht er dringend Hobbies wenn er irgendwann in ein paar Jahren in Rente geht :-)

  • Hallo,


    ich habe meinen Bienen auch im Garten stehen - allerdings in dem Garten von Fremden bei uns am Ort, die meines Inserats auf mich zugekommen sind. Zum Aufstellen der Beute habe ich zwei Europaletten übereinander gestapelt. Am Rücken der Beute kommt nach einem Meter der Gartenzaun, links und rechts etwas Gebüsch, aber ich komme noch ran an die Bienen. Vorne ca. 3 Meter gegenüber des Fluglochs steht ein Holzschuppen. Das ganze ist am unteren Ende des Gartens, so dass niemand stärker behelligt wird. Ich weiß nicht, ob der Standort ideal ist oder nicht, aber die Bienen, die Familie und ich kommen bisher gut klar damit.


    Ich denke, in einem Jahr wie diesem, bewährt es sich, wenn die Bienen nicht ganz in der prallen Sonne stehen. Und vor dem Flugloch sollte nicht gerade anderweitig Großbetrieb herrschen.


    Von den Bienen merkt man jedenfalls nicht viel im Garten. Da der Schuppen davor ist, steigen die meist ziemlich rasch steil nach oben.