Meine Ableger haben verkrüppelte Bienen

  • Ich habe gestern in die Ableger geschaut. Habe mit Schrecken bei einem Volk verkrüppelte Bienen
    gefunden. Denke die. Varroa war's. Hbe gelesen das man die Ableger vor Mitte September nicht mit Ameisensäure behandeln soll. Was meint Ihr ? Soll ich schon behandeln ?

  • Sag mal was willst du mit der Windel wenn du verkrüppelte Bienen hast?
    Die Windel auszuzählen hat was von einem Lotteriespiel, vielleicht sagt sie dir was aus, vielleicht auch nicht.
    Wenn du den Befall abschätzen willst, geht nur die Puderzuckermethode. Wenn du verkrüppelte Bienen siehst, ist die Schadschwelle deutlich überschritten.
    Wenn du das Volk retten willst, behandel jetzt! Ich bin grundsätzlich kein AS Freund, aber in deinem Fall würde ich dir auch eher zu API Life Var raten. Du bist sehr spät dran mit der Behandlung und wenn durch AS jetzt ein kompletter Brutsurchgang geschädigt wird, Zweifel ich daran, das dein Ableger mit ausreichend Bienen in den Winter geht.

  • Wenn das so ganz mickrige Ableger waren, erstellt mit alten Bienen, dann kann auch bei dem Wetter der letzten Tage die Brut verkühlt sein. Kann man so aus der Ferne nicht beurteilen. Dann wär eine AS Dusche jetzt die finale Behandlung. Mach halt mal ein paar Bilder oder frag Deinen Paten, sofern der nicht YouTube heißt. Es wird immer verrückter, seit jeder meint Bienen halten zu müssen.


    Beste Grüße und viel Glück,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ja man sollte nicht mit dem Knüppel arbeiten. Aber ich frage oft auch Sachen wo mir schlicht der langfristige Erfahrungswert fehlt. Jedoch finde ich schon dass Bienen zum Modetrend kommt und zuerst man sich Bienen anschafft und danach evtl erst einen Kurs besucht. Ich weiss nicht wie dies ao bei euch ist aber hiet bei uns ist fast jedes Wochenende in verschiedenen Landkreisen eine Schulung dazu. Kostenlos. Gerade das Thema verkrüppelte Bienen ist ja nicht ein Punkt wo man sagen könnte da fehlt die Erfahrung. Nein dies finde ich wird in Kursen behandelt, Stichwort Bienenkrankheit bzw Varro und da sind die Kurse doch meist schon im Juli also rechtzeitig um sich vorzubereiten. Auch kann man bei Kursen gezielt nachfragen.

  • auch wenn die Hessenbiene etwas wortkarg ist, bitte nicht gleich mit dem Knüppel drauf


    Das ging gleichmäßig in alle Richtungen :) sich bei Ferndiagnosen frühzeitig festlegen, ohne die Fakten zu kennen halte ich auch für ziemlich gefährlich.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hesselbiene
    Verkrüppelte Bienen sie ein extremes Alarmzeichen.
    Normalerweise wird dann bei einem normalen Volk die Brut entnommen und die Bienen müssen komplett neu bauen.
    Bei einem Ableger geht das nicht. Dieser hat nicht genug Bienenmasse. Greife sofort zur Milchsäure und behandle im Abstand von 4 Tage für die kommenden 12 bis 13 Tage. Milchsäure und nicht Ameisensäure. Diese würde einen Brutstopp bewirken. Da der Ableger wahrscheinlich eine neue Königin hat, würde diese empfindlich leiden unter der Ameisensäure.
    Du hast den Ableger bei der Gründung vermurkst. Du hast viele Varroa`s in den Zellen mit wenig Bienen zusammengebracht. Damals war die wichtigste Varroabehandlung in diesem Jahr fällig.
    Mit Grüßen aus Nürnbeg
    thomask

  • Deutet auf Varroaschäden hin.
    Wann hast du die Ableger erstellt ? Ich tippe auf Mai.
    Bei der sich dann einstellendenden Brutlosigkeit, bzw. im Stadium der ersten offenen Brut ist eine Varroabehandlung das allerwichtigste.
    Idealerweise geschieht das völlig bienenschonend und hocheffizient mit Milchsäure.
    Dann steht einem perfekten Start nichts mehr im Weg.

  • Hesselbiene
    Verkrüppelte Bienen sie ein extremes Alarmzeichen.
    Normalerweise wird dann bei einem normalen Volk die Brut entnommen und die Bienen müssen komplett neu bauen.


    Also jetzt wird's aber schon ein wenig abenteuerlich hier! Woher hast du denn sowas?


    Verkrüppelte Bienen gibt es, sobald Varroen in der Brut sind und das sind sie normalerweise IMMER in mehr oder weniger großer Anzahl.
    Verkrüppelte Bienen gibt es auch aus anderen Gründen als Varroa, z.B. Kälteschaden oder Folge von AS-Behandlung, mechanische Verletztung etc.


    Nur weil man verkrüppelte Bienen sieht gleich Brut entnehmen, aber hallo, dann hätte ich die Imkerei schon längst wieder aufgegeben.


    Logisch, wenn man sehr viele davon sieht, quasi ständig welche aus dem Flugloch kommen stimmt was gröberes nicht und man mag so einen Tip geben. Aber wenn man jetzt im Spätsommer immer wieder mal ein paar herumkrabbeln sieht, ist das meiner Meinung nach die natürliche und normale Folge dessen, dass jetzt halt nunmal der Höhepunkt der üblichen Varroapopulation ist. Da gibt es zwangsläufig jede Menge betroffene Jungbienen - AUCH bei einem Volk, das eine tragbare Milbenbelastung hat. Irgendwo müssen die ja hin und instinktiv gehen sie vor die Beute und laufen dann herum und da sieht man die armen Tiere halt nunmal.


    Ich halte wenig davon, wenn Einzelne hier immer so eine Panik aus der Ferndiagnose heraus und nur aufgrund einzelner Indizien inszenieren - wem soll damit geholfen werden?
    Ein Volk ohne Not so hart anzufassen will gründlich überlegt sein und sollte nicht auf so einen schnell hingeworfenen Rat hin gemacht werden.


    Gruß
    hornet

  • Hornet
    Das mit der Ferndiagnose gebe ich Dir mal recht. Der Eingangsbeitrag war zu dürftig.


    Als ich letztes Jahr im Juni Flügeldeformationen bei einigen meiner Völker sah, war das für mich ein Hinweis auf zu viele Varroas. Diese Völker habe ich dann Anfang Juli per totale Brutentnahme saniert und das war richtig so.
    Diese Virenschäden habe ich sonst nicht.
    Meine geringen Winterverluste 2014 auf 2015 waren ein Hinweis für mich, das ich richtig gehandelt habe.
    Mit Grüßen aus Nürnberg
    thomas
    P.S.
    In Nürnberg gab es ansonsten außergewöhnlich hohe Varroaverluste.

  • Bitte - Krüppelflügel sagen nicht wirklich was über Varroen oder Viren , sondern eher was über zu kalte Brut.
    Und die gibt es meist, wenn einfach nicht genug Personal zum Heizen da ist, grade bei Mini-Ablegern.


    Ich würde sehr gern alle verkrüppelten Bienen auf einmal auf den Idioten loslassen, der propagiert hat, daß man ungestraft die Biologie außer acht lassen darf, die eine beachtliche Anzahl von Heizerbienen braucht, um gesunde Bienen auszubrüten.
    Man kann einfach kein vernünftiges Volk aus einer einzigen Brutwabe schadlos aufziehen, wenn man mit viel zuwenig Personal anfängt.
    Die Bienen betreiben einen gewaltigen Aufwand, um die Bruttemperatur im Optimum zu halten - sowohl für die Arbeiterinnen, als auch für die Geschlechtstiere - und dann kommt jemand, und sagt: "Mach aus einem Volk 10 Einwaben Ableger"???????


    Denkt doch mal selber drüber nach, warum das völlig GEGEN die Bienen läuft!


    Und ja, es weiß jeder hier, wen ich meine.
    Der hat mehr Schaden angerichtet, als es die Varroa und alle Viren alleine es je könnten.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen