Volk auf eine Zarge zusammendrücken

  • Guten Abend,


    ich lese an verschiedenen Stellen, dass ein Wirtschaftsvolk im Rahmen der Spätsommerpflege nach der letzten Ernte auf eine (die untere) Zarge zusammengedrückt werden kann. Eine Zarge mit ausgeschleuderten Honigwaben wird aufgesetzt und dann die erste AS Behandlung (Kurzzeit) durchgeführt. Danach Auffüttern und nochmal behandeln (Langzeit).


    Meine Frage ist: Wie geht das ganz konkret, ein Volk auf eine Zarge zusammendrücken? Werden dabei die Brutwaben in eine Zarge umsortiert und die restlichen Waben entnommen?


    Danke Euch im Voraus.



    Viele Grüße


    Johannes

  • Meine Frage ist: Wie geht das ganz konkret, ein Volk auf eine Zarge zusammendrücken? Werden dabei die Brutwaben in eine Zarge umsortiert und die restlichen Waben entnommen?


    Ja, genau so.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Johannes,
    aber warum willst du dein Volk auf eine Zarge bringen?
    Für den Winter ist es egal da die Bienentraube nur den Teil warm hält wo sie gerade sitzen. Der Rest bleibt kalt. Das ist auch bei einer Zarge der Fall. Und zum einfüttern von der Menge/Platzbedarf sind zwei Zargen einfacher.


    Gruss Markus

  • Ich dachte immer das macht man mit Absperrgitter zwischen den Bruträumen. Königin in den zweiten, unteren auslaufen lassen dann weg und 2. Brutraum auf Position des 1. BR und Honigraum als 2. BR.
    Ich mach das selber nicht, aber zusammensortieren... dann hab ich wieder keine Wabenhygiene.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Unten Altwaben mit der Brut, oben unbebrütete HR Waben. Im nächsten Frühjahr die untere Zarge ausschmelzen. Z.B.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Unten Altwaben mit der Brut, oben unbebrütete HR Waben. Im nächsten Frühjahr die untere Zarge ausschmelzen. Z.B.


    Danke für Eure Antworten. Ja genau so war es gedacht. Ich habe über die Saison hinweg schon immer wieder mal die schwärzesten Schinken entnommen, und mein Imkerpate meinte dieser Tage dass der Status der Wabenhygiene bei mir OK sei. Das Konzept "Volk zusammendrücken" erscheint mir aber dennoch sehr einfach und wirkungsvoll, wenn es so funktioniert. Deshalb denke ich darüber nach, dieses Jahr so zu fahren.


    Wäre es denn auch eine sinnvolle Alternative, die beiden BR einfach zu tauschen? Der Großteil der Brut ist ja im oberen BR, den unteren hatte ich mit MW gefüllt im Frühjahr untergesetzt. Die unteren BR wurden unterschiedlich angenommen und sind weitgehend noch sehr hell.


    Was würde passieren, wenn ich jetzt gar nichts in diese Richtung tue? Also Brut sitzt im oberen BR, und es wird aufgefüttert. Drückt das Futter die Bienen dann mit der Zeit automatisch nach unten, und wandert das Brutnest dann während des Winters wieder nach oben? Das wäre ja dann hinsichtlich Wabenhygiene nicht so toll...



    Schöne Grüße


    Johannes

  • ...Was würde passieren, wenn ich jetzt gar nichts in diese Richtung tue? Also Brut sitzt im oberen BR, und es wird aufgefüttert. Drückt das Futter die Bienen dann mit der Zeit automatisch nach unten, und wandert das Brutnest dann während des Winters wieder nach oben? Das wäre ja dann hinsichtlich Wabenhygiene nicht so toll...


    Doch! Gernau so, wie Du es selbst beschrieben hast. Und nimmst Du im Frühjahr die untere Zarge einfach weg und gibst oben den HR.


    Mit etwas Glück ist die untere Zarge dann bienen- und futterfrei. Und wenn es passt setzt Du den HR zur gleichen Zeit auf...


    Gruß Jörg

  • Das ist jetzt blöd, Johannes.
    Die zwei Maßnahmen passen nicht zusammen. Neue Mittelwände untersetzen und jetzt im Herbst eine Zarge entnehmen wollen.
    Die Bienen sitzen jetzt wahrscheinlich zum großen Teil oben und die neuesten Brutraumwaben unten.
    Um einen Rhythmus reinzukriegen, würde ich die Zarge nehmen, in der jetzt die Bienenbrut zum großen Teil sitzt. Honigraumzarge mit Waben drauf. Die Bienen der anderen Brutzarge (eingeräuchert) auf die Honigraumzarge fegen, auch wenn darin die neueren Waben sind. Eventuell etwas füttern, behandeln. Schnell arbeiten.
    Nicht umhängen. Zargenweise arbeiten. Sonst ist die ganze Aktion Murks. Nächstes Jahr neue Mittelwände als Honigraum aufsetzen.
    Man kann nicht mehrere Versionen kombinieren.
    Oder die Brutraumzargen tauschen, und die Honigraumzarge mit den schönen, neuen, leeren Waben einlagern (Bienendicht). Die kann man nächstes Jahr bestimmt sehr gut gebrauchen.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Mein Opa hat das immer so gemacht :


    Zanderbeute: 2 Bruträume 1 Honigraum


    Abschleudern und behandeln (Kurzzeit).
    Königin nach oben und abspergitter einlegen.
    Brut unten auslaufen lassen.
    Untere Zarge weg und schmelzen.
    Zarge mit Mittelwände aufsetzen, abspergitter dazwischen und ordentlich Füttern das die ausgebaut werden.
    Wen ausgebaut obere Zarge weg und mit Wintereinfütterung beginnen (hat nur mit 1 Zarge überwintert).
    Nach der auswinterung und wen das Volk stark genug ist Zarge mit neuen Waben aufsetzen.


    Das wurde jedes 2 Jahr gemacht.
    Honigraumwaben blieben immer Honigraumwaben.