Wo ist das Winterfutter geblieben

  • Hallo,


    ich habe meine 5 Völker Ende Juli nach der Honigernte mit je einem Eimer Apiinvert gefüttert.
    Jetzt habe ich dieVölker gewogen. Hinten angehoben mit einer Kofferwaage. Die Völker bringen
    alle nur zwischen 9 und 11 kg auf die Waage. 2 Raum Zander mit je 10 Waben. Flugloch eingeengt.


    Ein weiteres Volk im Ort im Garten zur gleichen Zeit mit der gleichen Menge gefüttert bringt 25kg.


    Wo ist das Winterfutter am Hauptstand geblieben?


    Räuberei, dann müsste das Gewicht unterschiedlicher sein.


    Gruß
    Brigitte

  • Hallo Brigitte,


    Verbrütet! bzw. verfressen haben sie das Winterfutter.


    Ende Juli das Winterfutter zu geben ist definitiv zu früh.


    Hier macht eventuell kleinere Reizfütterungen mit Zuckerwasser im Verhältnis 1 : 1 . Bei Apiinfert reicht der September noch zum Auffüttern, da dieses die Bienen nicht mehr invertieren müssen.


    Eine Räuberei würde man sicherlich bemerken.

  • Hallo Xaver,


    danke für die Antwort.


    Aber wenn sie es verfressen haben, dann haben sie das Futter wohl auch gebraucht. Was soll ich sonst machen als
    füttern, wenn die Natur nichts mehr bring?

  • Das ist schon ok.


    Zum einen schleudert man im Normalfall nur den Brutraum, beim reinem Waldhonig sollte man eventuell schon die Randwaben des Brutraumes schleudern.


    Ich versuche immer den Völkern noch genügend Honigvorräte zu belassen, damit sie sich noch über einige Wochen ernähren können und normalerweise finden Sie auch noch Nektar.


    Das ist aber leider Theorie, es kann auch sein das sie wirklich nichts mehr finden. Als Imker muss man da immer sehr nah am Geschehen sein.


    Du hast sicherlich nichts falsch gemacht, aber für das nächste Jahr würde ich versuchen Ihnen genügend Vorräte, zum Beispiel angefangene und unfertig gedeckelte Honigwaben zu belassen und sie nach der Honigernte mit etwas Zucker Wasser im Verhältnis eins zu eins zu füttern. Bei mir bekommen Sie nach der Ernte sofort 5 l Zuckerwasser, obwohl ich Ihnen auch reichlich Honig zu überlassen habe.


    Vorgestern habe ich alle Beuten angehoben, um das ungefähre Gewicht zu überprüfen. Man bekommt im Laufe der Zeit sehr schnell ein Gefühl dafür, wenn das Volk fast keine Vorräte mehr hat.
    Oftmals wird man schnell auf dem falschen Fuß erwischt und die Völker haben dann wirklich keine Vorräte mehr.

  • Genau Lux!
    Nur, ....du hast dann auch nix dinn wen das was gibt...weder Bienen noch Honig.
    Es ist doch so, das es nur wenige Tage mit Volltracht gibt, dann sollten die Kästen voll Bienen sein, damit was reinkommt, also besser allzeit bereit...!
    Jungens und Mädels die wenige Völker betreuen und nicht auf Ertrag angewiesen sind , könnten , aber sollten nicht so Bienen halten.
    Nix dagegen!
    Aber alles, was Mutters Haushaltskasse auf Dauer belastet taugt schließlich nix....! (du weißt scho was alles so kostet)
    Wer mehr als XXX Völker hat, kann mit deinen Bienen auf keinen grünen Zweig kommen!
    Wegen Anschaffung von Beuten ..Bienen... Futter.. Wachs..Imkern KOSTET NICHT WENIG, und ein schlechtes Jahr Kostet noch mehr...!
    Und zum Schluß, wer freut sich nicht über REICHLICH Honig oben drinne?
    Schööön das du dir das leisten kannst.....!
    Aber anderen so Bienen aufschwatzen zu wollen trau ich mich nicht, weil dafür könnte man verhauen werden!
    Und andere, die was verdienen müßen,( mit sehr viel Liebe Mühe und Arbeit übrigens) immer an den Pranger zu stellen, macht auch weniger Freunde!
    salve
    db

  • Eine Biene halten, welche aufhört mit Brüten wenn nichts mehr reinkommt.
    Aber das ist ja nicht mehr modern...


    Du imkerst doch auch nicht seid gestern erst - oder doch?


    Ein Bienenvolk das nicht brütet verbraucht auch Futter, besonders wenn bei dieser großen Trockenheit jetzt absolut kein Nektarfluss war.


    Natürlich ist hier ein großer Unterschied zwischen Buckfast und Carnica, aber Letztere verhungert dir brutlos ohne Futter genauso.

  • Naja was der gute Lux meint ist halt, übertragen auf ein Auto:


    Jedes Auto kann wegen Benzinmangel liegen bleiben. Ob ich nun Vollgas Porsche fahre oder spritsparend mit Start / Stop und schonendem Hochschalten einen Kleinwagen. Liegen bleibe ich immer, wenn ich nicht tanke. Der eine halt nach 300 Kilometer, der andere nach 600 Kilometer Fahrstrecke. Das ein Porsche schneller ist als der Spritsparende Kleinwagen braucht man nicht zu erwähnen. Man muss halt abwägen ob es mir auf die Zeitersparnis oder die Reichweite ankommt.


    Was das nun für die Bienen heißt kann sich jeder ausrechnen.


    Gruß
    Frank

  • Naja was der gute Lux meint ist halt, übertragen auf ein Auto:


    Das ein Porsche schneller ist als der Spritsparende Kleinwagen braucht man nicht zu erwähnen...


    Gruß
    Frank


    Das ein Porsche schneller ist als der Spritsparende Kleinwagen braucht man nicht zu erwähnen...
    ??????? Buckfast ??????????????????????????????Carnica


    Der Vergleich hinkt schlimmer als der Glöckner von Notre Dame :)


    Wir kommen vom Thema ab, aber ich hoffe Brigitte kann die Antwort auf Ihre Frage richtig einordnen.

  • Tolle theoretische Vergleiche. :roll:


    In der Realität läuft das dann so ab: ein kalter Mai. Die Kãltephase dauert vier Wochen. (Wie im Mai 2014. Es handelt sich um ein reales Beispiel.) Die Bienenvölker, die bei Trachtlosigkeit aus der Brut gehen, schrumpfen während dieser Zeit stark. Dann gibt es eine Woche lang Tracht und dann wieder nix. Wie 2014 geschehen. Die brutlosen Völker sammeln ein bisschen und bauen ihre Brut wieder langsam auf. Nach der Trachtwelle habe die Völker wieder Brut und langsam wächst das Volk. Dabei werden die mickrigen Nektareinträge komplett verbrütet. Das geht dann so die ganze Saison lang. Brutstopp, Nektarwelle für eine Woche, dann Wiederaufbau des Brutnests. Diese Bienen schaffen es nicht mal, ihre eigenen Wintervorräte zusammen zu sammeln.


    Bienenvölker, die einfach weiterbrüten, schrumpfen auch nicht in der Größe, die volle Sammelleistung bleibt erhalten. Die Tracht kommt und große Mengen Nektar werden eingetragen.


    Und so sammelten die Völker im Jahr 2014, die bei Trachtlosigkeit aus der Brut gehen, genau 0 kg Überschuss im gesamten Jahr. Die anderen Völker, sammelten in der gleichen Zeit und im gleichen Jahr durchschnittlich 65 kg pro Volk.


    Die Umwelt und auch das Klima hat sich eben geändert. Wir leben eben in turbolenten Zeiten und so Mickerbienen werden in dieser Umwelt nicht überleben können.


    Und noch ein Aspekt. Die Brutlosigkeit wird mit einem längeren Leben der einzelnen Biene erkauft. Nun ist es aber so, daß die Bienen, die lange Leben mit fortschreitenden Lebensalter ihr Immunsystem verlieren. Der Gehalt an Antikörpern läßt mit dem Alter nach. Ein Volk mit lauter alten Tanten drin ist daher wesentlich anfälliger für alle möglichen Krankheiten. Ein hoher Brutumsatz ermöglicht den Bienen außerdem, erkrankte Brut ohne Schaden auszuräumen.


    Da die Umwelt, in der wir leben, alles Mögliche dazu beiträgt, das Immunsystem der Bienen zu schwächen, ist es kontraproduktiv, auf Bienenvölker zu setzen, die viele alte Bienen haben.


    Man darf mich nicht falsch verstehen: ich propagiere nicht die Vielbrüter mit einem hohen Durchsatz an Brut. Sogenannte Fleischvölker meine ich nicht. Vielmehr müssen wir ein Zwischending anstreben. Sogenannte Selbstversorger. Bienen, die viel brüten und auch nicht so schnell aus der Brut gehen. Sie dürfen aber auch nicht alles bis auf den letzten Tropfen verbrüten. Solche Bienenvölker gibt es und die sind es, die in dieser sich verändernden Landschaft und mit den Klimaschwankungen zurechtkommen und die eine Zukunft haben.


    Die Natur kennt keinen Stillstand, nur im Tod. Wer einen Zustand oder Status Quo einfrieren will, der bringt den Tod. Daher mit dem Lebendigen arbeiten und Veränderungen zulassen. Schiet auf die Subspecies, nimm' das, was funktioniert.


    Und was funktioniert, und was nicht, sieht man ja an den Photos ... oder eben an den Nichtphotos von den Völkern. :wink:

  • Vielmehr müssen wir ein Zwischending anstreben. Sogenannte Selbstversorger. Bienen, die viel brüten und auch nicht so schnell aus der Brut gehen. Sie dürfen aber auch nicht alles bis auf den letzten Tropfen verbrüten.


    Das gibt's in Niederbayern. Tiere die in jeder Hinsicht passen, z. B. ein Wachhund, der in eine Handtasche passt, eine Kuh, die 10000 l Milchjahresleistung hat und min. 20 x kalbt.


    Diese Spezies heißt hier "eierlegende Wollmilchsau"


    Bernhard, ich kenne beide Buckfast und Carnica gut und die Merkmale sind eben sehr unterschiedlich.
    Brüten bis zum Verhungern bei Trachtlosigkeit, dazu immens hoher Futterverbrauch (können >10 kg pro Woche sein)
    oder
    Bei Trachtlosigkeit sofort das Brutgeschäft einstellen und dann bei wenig Futterverbrauch stagnieren.


    Deshalb ist meine Meinung immer: Die Biene muss zum Imker und zur Umgebung passen, deshalb wirst du auf einer Schweizer Almwiese nie Buckfast antreffen, ebenso wie eine dort ansässige Biene im Norden Deutschlands bei Rapsflächen soweit das Auge reicht völlig fehl am Platz wäre.
    Sorry ist ein wenig hart das Beispiel, aber deswegen auch verständlich.

  • Und so sammelten die Völker im Jahr 2014, die bei Trachtlosigkeit aus der Brut gehen, genau 0 kg Überschuss im gesamten Jahr. Die anderen Völker, sammelten in der gleichen Zeit und im gleichen Jahr durchschnittlich 65 kg pro Volk.


    Ja sogar ich weiss das.
    Aber ich habe eben nur auf eine Frage von BayernMaya geantwortet. Es ist unnütz hier über Ertragsfähigkeit der einzelnen "Rassen" zu diskutieren.
    Wie sagt doch so schön Herr Klotz: Dunkle Bienen sind keine Holsteinkühe.

  • Lasst doch jeden mit "SEINER" Biene glücklich werden. Wer sucht wird sie auch finden und hat was er sich wünscht und damit umgehen kann.
    Ich respektiere daher jedem seine Meinung und Bienenvorliebe und würde mich nie einmischen wollen. Wer mal was anderes sehen oder ausprobieren will ist immer herzlich willkommen und bekommt auch gern eine Königin, aber alles andere liegt mir fern.


    Daher kloppt euch bitte nicht um Vor- Nachteile oder sonstige Eigenschaften. Diese sollten ausreichend bekannt sein und zudem auch immer mehr verschwimmen, da es wirklich reine Rassen kaum noch gibt und spätestens in der F2-F3 hat man wieder was neues in der Standbegattung.


    Also pinkelt euch nicht gegenseitig ans Bein, die Einwände von lux sind auch nicht ohne und passen eben zu seiner Betriebsweise, Sichtweise und Standort. Bernhards Ausführungen sind genau gleich zu sehen und passen eben zu seiner Betriesbweise und dem Standort.
    Franz Xaver hat nun auch die Carnica für sich gefunden und ist damit glücklich und zufrieden.


    Alle haben eins gemein, sie haben die für sie passende Biene/Betriebsweise gefunden und sind damit glücklich und zufrieden. Aufgrund der erheblichen Unterschiede kann man diese aber eben auch kaum miteinander vergleichen.


    Ich selbst hab es auch lieber wenn ich starke Völker habe und bei fehlender Tracht greif ich lieber auf Futterwaben zurück als dass ich schwache Völker hab die weniger verhungeranfällig sind. Aktuell ist dies mein Bestreben und ob es sich in einigen Jahren, wie bei Franz Xaver, wieder ändert und ich dann die Carnica oder Nigra als neues Ideal ansehe ist natürlich noch offen und ich werde mich hier auch sicher nie festlegen wollen.


    So, habt euch bitte lieb und respektiert auch die Sichtweise eures Gegenübers. Wir haben letztlich alle die selbe Leidenschaft :p_flower01::Biene:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Man es war nicht gemeint, dass Buckfast ein Porsche ist und Carnica ein Kleinwagen sondern: Wer wenig oder gar nicht brütet kommt halt mit 10 Kilo Winterfutter weiter hin als Völker die voll durchbrüten. Verhungern können alle Völker. Die großen halt schneller als die kleinen (im Sommer zumindest).


    Gruß
    Frank