Volk hat zu viel Futter - FW umhängen?

  • Hallo zusammen,


    ich hab aktuell das Problem, dass eines meiner Völker zu viel Vorräte hat. Es ist eins von zwei Wirtschaftsvölkern, von denen ich den Honig geerntet habe.
    Das Volk hab ich vor einem Monat abgeschleudert (da saß es auf 4 Dadant-Waben im BR und 3 HR). Dann habe ich 2x 6 l 1:1 Zuckerwasser aufgefüttert.
    Das hab ich bei beiden Wirtschaftsvölkern exakt gleich gemacht. Das "schwere" Volk hat das Zuckerwasser beim zweiten Mal schon sehr schlecht abgenommen.


    Mein eines WV hat jetzt ein Gesamtgewicht (inkl. Fütterer, Außendeckel, Innendeckel und Boden) von etwa 30 kg. Das besagte Volk kommt jetzt schon auf 46 kg! Ich habe das Brutnest des Volkes nicht kontrolliert, aber die 12te Wabe war schon voll mit Futter, die 11te schon teilweise verdeckelt.


    Ich habe noch zwei Kunstschwärme von diesem Jahr. Wäre nicht die einfachste Möglichkeit aus dem zu starken Volk die vier letzten Randwaben mit Futter rauszunehmen, durch MW zu ersetzen und diese den beiden schwächeren Völkern zuzuhängen?


    Das Volk ist auch grade nicht so sammelfreudig wie die anderen Völker, es scheint ja genug zu haben. Aber ich hab Bedenken, dass mittlerweile zu viel Futter im Volk ist und der Platz zum Legen ausgeht. Nach dem heutigen Wiegen war ich doch geschockt, wieviel die schon im Kasten haben!



    Gruß,
    Marcel

  • Wie sitzen die Kunstschwärme? Auch schon 12 ausgebaute Waben? Falls nicht, würde ich 1-2 Mittelwände aus den Kunstschwärmen nehmen und im Wirtschaftsvolk ausbauen lassen. Die Futterwaben aus dem Wirtschaftsvolk in die Beute mit den Kunstschwarm geben.


    Warum schaust du nicht auch gleich ins Brutnest, wenn du die Beute schon offen hast? Wenn du schon die Randwaben ziehst, dann kannst du auch noch 1-2 Waben aus der Mitte ziehen und nach Stiften/junger Brut/Fläche mit leeren Zellen etc schauen.
    Der Blick auf das Brutnest hätte dir wichtige Informationen gegeben: Ist die Königin da, wie sieht der Pollenvorrat aus, hat das Volk noch Platz um weiteres Futter einzulagern....


    Stefan

  • Hallo Stefan,


    danke für die Rückmeldung!


    Beide sitzen ungefähr auf 8 ausgebauten Waben, einer hat auf 4 Waben Brut, der andere auf 5. Beide sind auf 12 Waben mit MW augefüllt, nur für den Fall.


    Ich hatte mal gelesen, dass man grade als Anfänger dazu neigt, das Volk totzuschauen. Aus diesem Grund hab ich mir gedacht, dass ich das Brutnest nicht auseinanderreise. Aber du hast sicher recht, wenn man sie eh schon gestört hat...
    Wollte halt einfach nicht zu viel drin rumwühlen. Ich hab nur die beiden Jungvölker durchgesehen, eines weil es sehr auffällig war und beim anderen um das Brutnest zu kontrollieren.
    Wenn das Wetter mal weniger warm und schwül ist, werd ich nochmal genauer hinsehen.


    Gruß,
    Marcel

  • Anderer Tipp: Überzählige Futterwaben abfegen und bienenfrei und kühl bis in´s Frühjahr lagern. Kann man immer gebrauchen.
    Etwaige andere Völker einfach langsam füttern, dazu ist die Zeit doch ideal.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter


  • Ich hatte mal gelesen, dass man grade als Anfänger dazu neigt, das Volk totzuschauen. Aus diesem Grund hab ich mir gedacht, dass ich das Brutnest nicht auseinanderreise. Aber du hast sicher recht, wenn man sie eh schon gestört hat...


    Weil man als abitionierter Anfänger am Montag in die Völker gucken will und die Königin suchen. Dann am Mittwoch nochmal, weil man sie am Mo nicht finden konnte. Dabei entdeckt man Drohnen, denen man minutenlang hinterhergucken kann. Und am Fr kommt man frisch vom Imkerkurs und muss nochmal schnell nach der Farbe des eingelagerten Pollen gucken..
    Und am Sa will man dann der Oma nur mal kurz das neue Hobby zeigen :-D


    Stefan

  • Aktuelle Kontrollen sehen im Grunde nur so aus, dass man bei Zander und Co. eine Randwabe zieht, die vermeintlich erste Brutwabe freilegt ggf. zieht und auf Stifte kontrolliert, die weiteren Waben -meist reicht es auf einer Seite- kurz auseinander schiebt und die Größe des Brutnestes (Wabenzahl) kontrolliert.
    Dabei sieht man auch gleich ob es schon zu Einengungen kommt und man handeln muss.


    Was tun bei eingeengten Brutnestern? Meine Lösung sieht dazu so aus, dass ich 1-2 Randwaben entnehme (falls verdeckelte vorhanden sind werden diese bevorzugt und eingelagert) und dann wird direkt am Brutnestrand eine Mittelwand oder ausgebaute Wabe platziert. bei sehr starker Einengung kann man auch eine mittig ins Brutnest geben (ausgebaute Wabe). Wichtig, dann erstmal 2-3 Tage nicht zu füttern, sonst wird die wieder vollgetragen und die Königin hat keine Chance sie vorher voll zu stiften.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit