Ganze Zarge auffüllen?

  • So kleines Status Update.
    Ich habe wie empfohlen die ganze Zarge mit MW aufgefüllt und füttere nun täglich mit 200ml Ambrosia Sirup verdünnt mit 200ml Wasser. Das ist die Menge die im Laufe eines Tages komplett von den Bienen verarbeitet wird.
    Es wird auch wieder gebaut, allerdings in nach oben auf den Rähmchen und nicht in die Breite.
    Nach oben ist der Platz durch die Futterzarge begrenzt.
    Muss ich mir Gedanken machen oder abwarten?

    "Gehe nicht gelassen in die gute Nacht. Brenne, rase, wenn das Dunkel sich legt. Dem sterbendem Licht trotze wutentfacht." -Dylan Thomas

  • Wenn oben die Futterzarge drauf ist können sie ja nicht weit nach oben bauen. Da wird der Abstand bisschen zu groß sein, ist aber nicht so schlimm, außer dass du bisschen Arbeit hast mit abkratzen :wink:


    Ich nehme an dass die auf drei bis maximal 4 Waben brüten und da auch sehr eingeengt. Die erste Wabe auf der keine Brut ist dürfte ziemlich voll mit Futter sein. Nimm diese und rück sie einen Platzt weiter in die Mitte und zwischen Brut und der Wabe hängst du eine von den noch nicht so weit ausgebauten und leeren Waben. So ziehst du das Volk in die Breite.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Kann mir mal bitte jemand eine sinnvolle Begründung geben, warum mit Wasser verdünnter Sirup bei Einlagern kristallisieren sollte? Mir fällt erst mal nichts ein. Ist das wirklich schon mal jemandem passiert und war die Ursache eindeutig das vorherige Verdünnen?


    Die Basis für Sirup aus Weizenstärke ist Stärke, die sich aus Traubenzuckereinheiten (Glukose) zusammensetzt. Bei der Herstellung dieses Sirup werden die Stärkeketten tw. enzymatisch in kleinere Einheiten gespalten, die aus ein- bis vielzahligen Glukoseeinheiten bestehen. Wenn die Bienen das einlagern, spaltet deren Enzym Diastase (Amylase) diese Einheiten in reine Glukose auf, die sich in Wasser etwa halb so gut löst als im Vergleich dazu Fruchtzucker (Fruktose).
    Die Basis für Zuckersirup ist der Rübenzucker (Saccharose), der aus den beiden Zuckereinheiten Glukose und Fruktose besteht. Bei der Einlagerung wird dieser durch die Amylase also zu 50 % in Glukose und zu 50 % in Fruktose aufgespalten, so dass am Ende eine bessere Löslichkeit in Wasser gegeben ist. Das gilt auch für den Haushaltszucker - genau das Gleiche.


    Ich kann mir Kristallisationseffekte in den Waben nur durch zwei Effekte erklären:


    - im Winter sinkt die Temperatur, d.h. die Kristallisation wird gefördert
    - Glukose ist in Wasser eben schlechter löslich als Fruktose, kristallisiert früher aus.


    Insofern ist es unerheblich, ob Zuckerwasser verdünnt wird oder nicht. Die Bienen konzentrieren die Lösungen ohnehin auf, damit es "rein passt". Wesentlich dürfte sein, was angeboten wird: Stärke-basierter Sirup = Glukose mit weniger guter Löslichkeit oder Rübenzucker-basierter Sirup bzw. Haushaltszucker = Saccharose, die in 50 % Glukose und 50 % Fruktose aufgespalten wird.


    Praktisch ist das ohnehin nur ein Teil der Geschichte; denn die Bienen sammeln ja bis Oktober Nektar, der aus mindestens beiden Zuckerkomponenten besteht und beim Umtragen vermischt wird.


    Das Problem ist die "Haltbarkeit" der verdünnten Lösung. Bei momentanen Temperaturen vergammelt das relativ schnell, wenn es 1 : 1 angeboten wird. Somit nur kleine Mengen mehrfach anbieten (1 - 2 Liter pro Tag) und die Futtergefäße gut ausspülen. Das Gleiche gilt für Sirup jeglicher Art, der bei Vedünnung ebenfalls durch Mikroben abgebaut wird.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Erstmal Danke für die super schnelle Unterstützung in diesem Forum!!


    Hab soweit alle Empfehlungen befolgt und es sieht ganz gut aus.
    Mein Sirup basiert auf Rübenzucker und ich füttere immer nur soviel wie die Damen innerhalb eines Tages aus der Futterzarge rausschaffen.
    Abends nehme ich dann das Gitter raus und lasse Sie die Futterzarge komplett reinigen, so bleiben keine Reste die irgendwie Schlecht werden könnten, hoffe ich.


    Grüße


    Christian

    "Gehe nicht gelassen in die gute Nacht. Brenne, rase, wenn das Dunkel sich legt. Dem sterbendem Licht trotze wutentfacht." -Dylan Thomas

  • Bauen sie denn? Wenn ja, und das Brutnest nicht gleichzeitig völlig eingeschnürt wird, dann machst Du alles richtig.


    Viel Erfolg!
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ja es wird gebaut und gleichzeitig lagern sie auch sehr viel um die Brutnester ein. Die Waben auf denen die Brut sitzt sind schon echt sehr schwer geworden.
    Hab mich gewundert beim rausheben, dachte erst das Rähmchen klebt noch irgendwo fest...:roll:


    Habe dann gestern das Volk mit einer dazwischen gesetzten Mittelwand in die Breite gezogen
    und davor hatten sie schon auf den Rähmchen neue Wabenstruktur gebaut.
    Werde Montag mal wieder kurz einen Blick hinein werfen, will ja auch nicht zu oft stören.


    Eventuell sollte man mal ein oder zwei Tage mit dem füttern aussetzen oder auch nicht...wenn nur diese Unwissenheit nicht wäre :Biene:


    Grüße


    Christian

    "Gehe nicht gelassen in die gute Nacht. Brenne, rase, wenn das Dunkel sich legt. Dem sterbendem Licht trotze wutentfacht." -Dylan Thomas

  • Du fütterst zuviel! Aussetzen und beobachten. Einmal wöchentlich, Zellen in der Mitte von ausgelaufener Brut dürfen nicht vollgetragen werden.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Oh ?! Zuviel??


    Hallo Christian. Du solltest sofort in kleinen Portjonen 1X1 täglich mit Zuckerwasser füttern und die Zarge komplett mit Mittelwände auffüllen.


    Ich füttere am Tag 200 ml Sirup mit 200 ml Wasser verdünnt.


    Jetzt bin ich wieder so Schlau wie zu Beginn. :confused:

    "Gehe nicht gelassen in die gute Nacht. Brenne, rase, wenn das Dunkel sich legt. Dem sterbendem Licht trotze wutentfacht." -Dylan Thomas

  • Weißt du Christian, das ist das schwierige und gleichzeitig schöne an der Imkerei. Es gibt nahezu keine Pauschalaussagen.


    Und ohne dass wir dein Volk gesehen haben, können wir alle nur mutmaßen... aber wenn du schreibst, die Brutwaben sind richtig schwer geworden, dann sind diese Waben für mich schon verhonigt und somit der Brutumfang eingeschränkt.
    Du musst also für Platz sorgen. Mach doch nächstes mal wieder ein Foto (Am besten von einer mittigen Brutwabe), dann kann man auch wieder präzisere Tipps geben.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • so sieht es heute aus...
    es wird gebaut


    diese Wabe wollen sie einfach nicht weiter ausbauen, frag mich nur warum..im wachs sind so kleine braune punkte


    diese Mittelwand habe ich gestern eingehangen


    dieses Rähmchen hängt ganz links aussen in der Zarge


    Brutwabe #1

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  • Brutwabe #2


    Honig/Pollen


    Habe jetzt noch eine leere MW als vorletzte ganz rechts einghangen

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  • Das Völkchen ist für soviele Mittelwände schlicht und einfach zu klein. Die Kiste sollte sich um diese Jahreszeit so schnell wie möglich mit Bienen füllen, ideal wäre zumindest eine Wabe mit bereits schlüpfender Brut zuzugeben, nachteil ist natürlich man schwächt damit das Spendervolk.
    Gruß Hermann

  • Zu wenig Bienen. Des weiteren sind die braunen Punkte auf der Seitenwabe Propolis. Das heißt: Ende vom Brutnest und ist, wie ich behaupten würde, eine Wabe, die so schon im Herbst letzten Jahres ausgebaut wurde. Wo auch immer. Irgendwie für mehr Bienen sorgen und dann weiterfüttern.
    Ich würde das Brutnest an eine Seite schieben. Dann entweicht nicht so viel Wärme, zumindest an einer Seite. Am besten noch die Kiste an eine andere direkt anschieben, damit sie sich gegenseitig wärmen. Dort muss das Brutnest dann natürlich gespiegelt an der Beutenwand sitzen. Könnte man gut bei "Nassauer" sehen, wenn der nicht jetzt als Gast Nummer irgendwas hier zu finden wäre. Sehr schade eigentlich.

  • Das Volk ist viel zu klein als dass es bis Ende September noch auf Winterstärke kommen wird. Nach mir sind das weniger als 3000 Bienen. Wie wollen die sich über Winter warm halten? Vereinige das Volk mit einem Starken und löse es auf, sonst wird das nix mit überwintern.

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!