Starkes Jungvolk im August erweitern (2. Zarge) oder nicht?

  • Hallo Kollegen,


    mal wieder eine Frage von einem Neuimker.


    Ich habe zwei Jungvölker seit Mai in meinem Garten stehen.
    - Zander, einzargig
    - Volk 1: sitzt dicht auf allen Waben
    - Volk 2: ist noch jünger und daher schwächer als Volk 1.


    Vom 28.-30.7. habe ich den Völkern einen Eimer Apiinvert aufgesetzt, welcher nach diesen 2 Tagen bereits halb leergeräumt war (ca. 5 Liter), also habe ich ihn sofort abgeräumt. Nach der heutigen Durchsicht stelle ich mir folgende Frage (für Volk 1):
    Das Volk sitzt eng auf einer Zarge, viele Waben sind mit Futter besetzt, Brut vorhanden, aber recht wenig. Ich befürchte, daß das Volk zu wenig Platz in der Zarge hat, um sowohl Futter zu lagern als auch ausreichende Anzahl an Winterbienen zu brüten.
    Meine Überlegungen gehen dahin, dem Volk eine zweite Zarge auszusetzen (habe jedoch nur Mittelwände), um ihm mehr Raum zugeben.


    Wie würdet Ihr verfahren? So belassen oder erweitern?


    Vielen Dank für Eure Ratschläge.


    Gruß, Larry

  • Was versthst du unter dünn füttern? Mischung 1:1 oder noch weniger? Geht da ein Beutel Apiinvert nicht? Stehe nämlich auch noch davor ein Volk zu erweitern?
    Oder ist Futterteig auch möglich da bei mir am Stand viele Wespen ihr Glück bis dato vergeblich versucht haben.

  • Im selben Fall habe ich am Montag jetzt eine Zarge leere Waben draufgesetzt.
    Die tragen sie jetzt mit dem Futter voll.
    Das Brutnest wird sich dann schon zurechtrütteln.
    Platz haben sie jetzt jedenfalls.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Mit Futterteig wird kaum ausgebaut.
    Futterzarge ist ziemlich Wespensicher.
    Futtertasche ist offener in der Beute und lockt mehr Räuber an.


    Dünn bedeutet 1:1. Sonst wird kaum gebaut.

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo Kollegen, hallo Ralf,


    danke für Deine Empfehlung. Da ich aber gerade auch die AS-Behandlung mit dem Nassenheider Prof. (in Leerzarge) durchführe, stellt sich mir die Frage, ob es nicht besser wäre, die zweite BR-Zarge unterzusetzen. Hintergrund meiner Überlegung ist, daß der Verdunster direkt auf der "vollen" Zarge sitzen sollte, um eine höhere Konzentration im Brutbereich zu gewährleisten. Wenn ich die neue Zarge mit den Mittelwänden auf den vollen BR setze, und darauf den Verdunster, so wird möglicherweise nicht viel der Säure unten ankommen - oder liege ich da falsch?

  • Dann warte ab, bis Du mit dem Nassenheider durch bist. In der Zeit wird es garantiert nicht zu eng mit der Brut, da die Brüterei während der Behandlung sowieso etwas nachlässt.
    Die verdunstete AS sinkt nach unten. Wenn Du unten mehr Raum gibst, dann behandelst Du vor allem Deine leere untere Zarge.


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Zum Flugloch:


    Ja, jetzt wo AS durch ist, ist das Flugloch bei meinen beiden Kästen 18cm mal 7mm, also gerade bienenhoch und etwas enger als sonst.
    Nach Beendigung AS habe ich auch die zweite Zander-Zarge aufgesetzt (nicht untergesetzt).


    Ich füttere mit Futterzarge (Dadant) und mit Tasche (Zander). Wobei Zander bei mir das Auslaufmodell ist. Füttern muss ich sie aber jetzt trotzdem, daher die billige Variante.


    Es gibt Räuber am Flugloch, die aber erfolgreich abgewehrt werden.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Zarge Mittelwände drauf, und dann wenig, dünn und regelmäßig füttern.


    Hallo Ralf,


    schaffen die das noch, die komplette Zarge auszubauen? Das Problem hab ich nämlich auch, wenn ich den einzargig geführten Völkern am Wochenende die HR abknüpfe und füttere, ersäuft deren Brutnest im Futter. Irgendwie hab ich auch den Eindruck, dass die schon fest in Richtung Winter planen, ist das sinnvoll die jetzt nochmal vor vollendete Tatsachen zu stellen oder lieber die HR drauflassen und ggfls noch ein bisserl beifüttern? Die HR sind etwa zu 2/3 gefüllt aber kaum was ist verdeckelt. Wäre schade um den Honig, von der Konsistenz her ist der mehr als ausreichend trocken.


    Grüße Sven

  • Ich mach's jedenfalls so. Dann hab ich oben neue Waben, die Kiste unten nehm ich im frühen Frühjahr weg und führe das Volk dann wieder Einzargig durch die Tracht. So funktioniert bei mir der Wabentausch auf DN. Wir haben doch erst Anfang August! Aber ich weiß ja nicht, wie stark die Völker sind, unter 'stark' versteht ja jeder was anderes! Wenn ich abräume, dann hatten die WV einen Brut- und min. zwei HR. Aber eigentlich sollte es überhaupt kein Problem geben, wichtig ist halt regelmäßig und in kleinen Gaben dünn füttern! Dann bauen die auch noch willig.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Am 24. hatte ich den starken Jungvölkern noch eine zweite Zarge gegeben.
    Heute waren die zum Teil komplett ausgebaut und bei einem Volk auf fünf Waben sogar Brut - teilweise frisch verdeckelt. Das Volk geht ab wie die Katze von Schmitz.
    Nach dem Wochenende erhält der nächste Kandidat noch eine zweite Zarge und der Rest geht so in den Winter.


    Edit: Ich hatte aber immer eine Futterwabe mit hochgehangen.

  • Ich habe auch vor morgen zu erweitern. Habe aber wegen Fütterung mir gedacht ich nehme statt Zuckerwasser lieber Apiinvert wegen Räuberei und da ich nur dieses eine Volk füttern will.
    Da mir der Apiinvert aber nicht gleich eingelagert werden soll sondern zum bauen anregen soll dachte ich ich verdünne Ihn mit Wasser. Meint Ihr das geht?
    Warum will ich dass:
    Apiinvert ist geruchsneutral und damit keine Räuberei und zum bauen soll das Futter ja dünn flüssig sein.
    Was denkt Ihr? Will auch nur alle Tage 1 Liter geben. Verdünnt hätte ich750 ml Apiinvert und 250 ml Wasser und gut durchgemischt?


    Gruß Markus