AS Behandlung, Anfängerfrage

  • Moin, ich behandle gerade mit 60% AS und das Zeug's verdunstet auch recht schnell, derzeit rund 40ml pro Tag im Zweizarger.


    Hab mich hier auch schon durchgelesen und herausgefunden das ein kleinerer Docht auch keine wirkliche verbesserung darstellen sollte.


    Wenn ich jetzt den unteren Link anschaue, sehe ich das heute eigentlich kein gutes Wetter dafür vorhanden ist.
    Muss ich dann an so warmen Tagen die Behandlung unterbrechen und den Nassenheider herausnehmen?



    http://www.bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=R0085J83A4&p1=title%3DMark%C3%B6bel~~url%3D%2FInternet%2FAM%2FNotesHeAM.nsf%2FABC_Imker_RLP%2FCD5F4A12C5333326C12578A000330254%3FOpenDocument&p3=D2KEU5C709&p4=XF10F330RV

    „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernstgenommen.“ (Konrad Adenauer)

  • 40ml pro Tag beim Zweizarger ist doch laut Anleitung von Nassenheider ideal. Also ist es doch egal, wenn das Varroawetter sagt, dass "eigentlich" gerade schlechtes Wetter für eine Langzeit-Applikation sei. Wenn die Verdunstungsrate bei Dir stimmt, ist doch alles in Butter. :)

  • In der Nacht ist es kühl, da breitet sich der Fleck auf dem Tuch aus. Am Tage steigt die Temperatur ziemlich schnell auf hohe Werte, was zu einer stoßähnlichen Verdampfung des Flecks auf dem Tuch führt. Hinzu kommt die ansteigende Verdampfung direkt vom Docht. Ich würde den Nassenheider herausnehmen.


    Gruß Ralph

  • Hallo,
    nach meiner Erfahrung spielt auch der Beutentyp (Holz oder Styropor) eine Rolle.
    Kühlere Außentemperaturen, in der Nacht oder z.B. Oktober, haben in Styroporbeuten
    bei Anwendung des Nassenh. Prof. und 60% AS wesentlich geringere negative
    Auswirkungen auf die Verdunstungsraten als in Holzbeuten.


    LG
    Frank

  • Wie geht ihr mit der Momentanen Hitze um?
    Ich habe die Behandlung mit dem Nassenheider Verdunster wegen den hohen Temperaturen abgebrochen, bin mir aber total unsicher. Das ist meine erste Varroabehandlung und ich möchte nichts falsch machen.
    Die Temperaturen nächste Woche sollen ja auch noch sehr hoch werden

  • Hallo NicolasH,


    Es mag im ersten Augenblick seltsam wirken, aber manchmal ist der Rückgriff auf eine alte Methode zu überlegen. Wenn du bei Varroawetter in die Behandlungsvorschläge schaust, wird dort auch immer die Eignung der Wetterlage für Kurzzeitbehandlungen mit 60%ige Ameisensäure angegeben. Die klassische Kurzzeitbehandlung ist die "Schwammtuchmethode". Der Vorteil des Schwammtuches, gegenüber den Langzeitverdunstern ist, dass du auch mit kürzeren Behandlungsfenstern zurecht kommst. Wenn du bei einem Langzeitverdunster evtl. 14 Tage lang geeignetes Wetter brauchst, brauchst du beim Schwammtuch gerade einmal 2-3 Tage. Das ist in den meisten Regionen auch bei der jetztige Wetterlage realistisch. Der Nachteil des Verfahrens ist, dass du 3-4 mal im Abstand von 3 bis 5 Tagen die Behandlung wiederholen musst (und dass du mit der Ameisensäure im freien Feld hantieren musst - Handschuhe und Brille sind äußerst empfehlenswert)


    Schwammtuchmethode – Wie?
    * Ameisensäure tiefkühlen
    * Schwammtuch auf säurefeste Unterlage legen Ameisensäure abmessen
    * Menge: 2 ml pro Wabe (DNM/Zander) Ameisensäure gleichmäßig auf das Schwammtuch geben
    * Rauchstoß geben, und Bienen in die Wabengassen drängen. Getränktes Schwammtuch auf die Oberträger der oberen Zarge legen
    * nach 1-2 Tagen Schwammtuch aus dem Volk entfernen


    Behandlung insgesamt 3-4 mal im Abstand von 3 bis 5 Tagen wiederholen. Kontrolle des Varroabefalls Ende August: Bei einem Befallsgrad über 2 % (10 Milben pro 50 g Bienen) ist eine weitere Behandlung mit Ameisensäure erforderlich! (PZM/Puderzuckermethode)


    Wenn du ein starkes Volk (z.B. 2 Bruträume Zander) hast, kannst du die Ameisensäure auch auf 2 oder 3 Tücher verteilen, die du so auf die oberste Zarge legst, dass die Fläche möglichst gut abgedeckt wird. Das Risiko, dass die Säure durchtropft ist dann niedriger.


    Kirchhain empfielt außerdem, bei hohen Tagestemperaturen mit der Behandlung bis Abends zu warten, bis die Temperatur unter 25°C gefallen ist. Da die Verdunstung mit dem Schwammtuch nicht geregelt ist, verdunstet der Hauptteil der Säure relativ schnell, => Über Nacht, wenn die Temperaturen insgesamt niedriger sind. Außerdem hat das den Vorteil, dass die Flugbienen im Stock sind und evtl. aufsitzende Milben mit erwischt werden.


    Umgekehrt - bei niedrigen Tagestemperaturen, kann man am späten Vormittag starten, so dass die Hauptverdunstungszeit in der Mittagswärme liegt.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo, bin auch noch Anfänger und hab ne Frage. Ich habe letzte Woche aufgrund von Varoawetter Vorhersage mit Liebig Dispender behandelt. War dann im Urlaub. Nun im Rückblick zeigt es an dass es täglich zu heiß war. Im Gegensatz zur Vorhersage. Wie oft kann man denn behandeln? Diese Woche soll´s ja wieder heiß werden. Soll ich die Zeit zum auffüttern nutzen und dann sobald die Witterung passt nochmal behandeln?
    Danke

  • Hallo Julian,


    warte bis Ende August mit der 2. Behandlung. Die Bienen brauchen zwischen den beiden Keulenschlägen (auch AS-Behandlung genannt) eine Pause.


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Aber nicht komplett auffüttern! Die AS lagert sich teilweise im Futter an. Und dieser Teil wirkt dann nicht mehr auf die Varroen.
    Ich gehe so vor:
    - Abernten der Honigräume
    - Wiegen der Beuten um den Futtervorrat festzustellen (mind.5kg) , ggf. auffüttern
    - 1. AS Langzeit-Behandlung
    - Auffüttern auf 10 kg Vorrat
    - 2. AS Langzeit-Behandlung
    - Auffüttern auf mind 16kg Vorrat
    Beim Futter gehe ich auf Nummer sicher und entlasse meine Völker mit 20 kg Vorrat in den Oktober. Im Frühjahr habe ich dann gleich Futterwaben für die Ableger.


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hallo,
    muss euch nochmal um Rat fragen. Hab am Montag auf den Bodenschieber ein frisches mit Öl getränktes Tuch gelegt und heute bei beiden Völker 29/30 Milben gezählt! In nur 3 Tagen...Sind das Nachwirkungen der AS Behandlung? Allerdings waren bei mir die Temperaturen als ich behandelte eigentlich zu hoch.(Siehe Bericht oben) Als ich im Juli kontrolliert habe waren es nach 4 Tagen 3/4 Milben pro Volk. Soll ich da sobald die Witterung passt nochmal nachbehandeln?! Tom hat ja gesagt erst Ende August, nicht dass es da zu spät ist.