Ganzes Bienenvolk durch Hornissen gestorben? Tipps?

  • Hallo!


    Also erstmal zu uns: Mein Vater und ich sind seit März Imker im Kreis Naturpark Südheide/ Lüneburger Heide.
    Wir haben etwa 12 Völker und kontrollieren diese mind. 2x in der Woche.


    Als wir am Samstag unsere Völker kontrollieren wollten, sahen wir schnell, dass bei Einem etwas nicht stimmt.
    Überall auf dem Boden warten tote Bienen zu finden und im Volk waren nur noch sehr wenige Überlebende.
    Wir haben uns die toten Bienen angeschaut und sahen, dass sie höchstwahrscheinlich verblutet sind, da an ihnen getrocknetes Blut zu finden ist.
    Außerdem ist auch keine Spur von Varroa oder anderen Krankheiten zu finden.
    Nach untersuchen der Waben fand mein Vater auch heraus, dass die Puppen in den Waben entwendet wurden. Deshalb die Vermutung, dass es Hornissen waren.
    Wir bezweifeln, dass sich die Bienen untereinander angreifen; zu Einem wegen dem Ausmaß bei dem Volk und zum Anderen, weil wie gesagt die Puppen entwendet wurden und das Bienen ja nicht machen.



    Nun meine Frage(n) an Euch: Habt ihr sowas auch schon mal erlebt, dass ein ganzes Volk von euch durch sowas vernichtet wurde?
    Glaubt ihr auch, dass es Hornissen waren, oder vermutet ihr einen anderen Übeltäter?
    Habt ihr irgendwelche Ratschläge, damit sowas nicht mehr passiert? Also bisher haben wir nur an allen Völkern das Flugloch verkleinert.



    Hier ist noch ein Link zu dem Bild, wie wir das Volk aufgefunden haben: http://goo.gl/5xgJcb



    Schon mal vielen Dank!

  • Hallo Freddi,


    bei den großen Fluglöchern würde ich auf Räuberei tippen. Mein Schwiegervater hat das auch aktuell. Die Räuberbienen haben sogar ein Loch von nur zwei Bienengröße zum Einfallen genutzt und sind durch den GESCHLOSSENEN Deckel wieder raus (der wurde von den Bienen hoch gedrückt!). Wenn man die Räuberei nicht bemerkt, werden auch die Puppen ausgesaugt. Dann ist alles weg. müsste man auch gut erkennen an Wachsverschmutzungen überall. Und Hornissen fressen meines Wissens die Bienen auf. Das kann man gut sehen, wenn man mal eine um den Stand fliegen hat. Da wird die Bienen im Flug gepackt, geköpft und mit genommen. Wenn man dann noch bedenkt, dass ein Hornissenvolk nur einige hundert Hornissen im Stall hat, kann ich mir das Ergebnis von Euch nur schwer vorstellen.


    Übrigens habe ich bereits die Fluglochkeile drin. Auch bei den starken Wirtschaftsvölkern!


    Gruß
    Frank


  • Wir haben uns die toten Bienen angeschaut und sahen, dass sie höchstwahrscheinlich verblutet sind, da an ihnen getrocknetes Blut zu finden ist.
    Außerdem ist auch keine Spur von Varroa oder anderen Krankheiten zu finden.


    Blut von Insekten ist (weitgehendst) farblos, wie sieht man da getrocknetes Blut? (tote Insekten auf der Windschutzscheibe hinterlassen auch keine roten Blutflecken). Leider hast du kein Bild vom Beuteninneren gezeigt, nur tote Bienen, die vor dem Flugloch rumliegen.


    Ich hatte dieses Jahr bei meinen Brutscheunen starken Vespenangriff: teilweise 20 Vespen gleichzeitig, die ins Volk geflogen sind, mit Bienen im Schlepptau raus und diese dann auch vor den Beuten abgestochen und zerteilt haben. Vespen schneiden dann das Brustfleisch raus und tragen dies in ihr Nest.


    Ein verkleinern des Flugloches hat von einem Tag auf den nächsten den Spuk beendet. Warum habt ihr eure Fluglöcher noch nicht eingeengt? Räuberrei ist da doch sprichwörtlich Tür und Tor geöffnet.


    Ansonsten sieht mir das nach Vergiftung aus, eventuell hat dieses Volk eine vergiftete Nahrungsquelle entdeckt. Ist aber auch nur eine Mutmaßung.


    Stefan

  • Hornissen sind völlig ausgeschlossen.


    Unsere heimischen Hornissen sind Einzelkämpfer, sie sind nicht zu konzentrierten Gemeinschaftsaktionen fähig. Sie können sich noch nicht mal gegenseitig informieren, wo etwas zu holen ist, nur die Hornissen, die zufällig ein Bienenvolk finden, können dorthin zurückkehren, aber keine andere Hornisse "mitbringen".


    Sie können also nicht gemeinschaftlich organisiert herangehen, jede Hornisse fliegt für sich und sie tut sich dabei auch noch ziemlich schwer, einzelne Bienen zu fangen, weil sie ständig von anderen Bienen abgelenkt wird.


    Selbst mehrere Hornissen würden also nur eine irrelevante Zahl von Bienen fangen und das auch nur außerhalb der Beute. Dann wären sie wieder für Minuten bis Viertelstunden mit dieser Einzelbiene beschäftigt. Die Massen an toten Bienen können daher unmöglich Opfer von Hornissen sein.
    Und schon die Zahl der Individuen bei Hornissen lässt das unwahrscheinlich erscheinen, denn die Völker haben auch nur wenige Individuen (selbst riesige Völker haben nur wenige 100 Tiere).


    Und ein Volk mit dieser Bienenmasse würde eine Hornisse niemals ins Innere lassen, auch nicht bei diesem Flugloch und die einzelne Hornisse spätestens im Innern erledigen, die hat trotz ihrer Größe gegen so eine Übermacht keine Chance. Und die Hornissen wissen das und gehen daher gar nicht erst rein. Die wendigen Wespen machen das dagegen schon und sogar sehr erfolgreich!


    Gruß
    hornet

  • Hallo Drops. Blut von Bienen ist ja weiß? Zumindest waren die Bienen mit einer vertrockneten Gelben/weißen Substanz zu finden. Ich nehme stark an, dass es vertrocknetes Blut war. Und wie bereits geschrieben, die Fluglöcher haben wir kurz nachdem wir das Volk so gefunden haben, verengt. Vergiftung kann ich ausschließen, die Bauern in der Nähe verwenden kein giftiges Zeug.

  • Hallo Hornet. Ja die heimische Hornisse halte ich auch für ausgeschlossen. Allerdings verbreitet sich in Dt. die asiatische Hornisse immer weiter. Und die sollen wohl richtig schlimm für Bienen sein.

  • Hi Freddi,


    wo wohnst du?
    Die Vespa velutina ist bei uns noch kein Thema und auch die würdest du dann vor Ort sehen, denn die sammelt sich durchaus in größerer Anzahl an einer vielversprechenden Futterquelle wie es ein Bienenvolk darstellt. Bei dir ist aber keine zu sehen.


    Die Vespa velutina würde die getöteten Bienen dann aber mitnehmen, nicht aber einfach töten und liegen lassen.


    Auch diese Hornisse würde ZUERST die frei fliegenden Bienen wegfangen (und ins Nest heim tragen), bis das Volk soweit geschwächt ist, dass es sich gegen ein Eindringen nicht mehr wehren kann und sich ERST DANN auch im Innneren an der Brut und den Vorräten vergreifen.


    Bei deinem Bild spricht alles gegen Hornissen als Täter, aber sehr wohl für andere Ursachen, Gift wäre für mich die wahrscheinlichste, ganz egal was deine Bauern dir sagen. Es gibt außerdem auch andere Menschen und Gründe, die Gift versprühen.



    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hornet () aus folgendem Grund: Wechstaben verbuchselt

  • hornet ich wohne in Niedersachen im Bereich Naturpark Südheide (LK Celle)
    Ok gut dann kann ich wohl Hornissen ausschließen. Die Spekulation beruht auf mein Vater. Ich kann nämlich überhaupt nicht einschätzen was da los war.
    Achja und bei unserer Stelle wird 100% nicht gesprüht. Die Bauern pflanzen da nämlich ihre Reste ein, die für Sie selbst kein Gewinn bringt. Die Stelle ist eigentlich für Jäger, da diese dort ihr Wild erlegen. Überwiegend wachsen dort Sonnenblumen, Klee u.Ä
    Privatgrundstücke sind weiter entfernt und dort fliegen die Bienen unter Garantie nicht hin, da sie alle benötigten Pollen wirklich vor ihrer Nase finden und die nächsten Privatgrundstücke mehrere KM entfernt sind.


    Gruß

  • ich bezweifle, dass du im Umkreis von sagen wir mal 3 Kilometer sicher sein kannst, dass nicht wo was gespritzt wurde.
    Auch Frevel ist denkbar, also jemand, der direkt ins Flugloch was rein hat, weil er deine Bienen da nicht haben will oder "dummer Junge Streich".
    Was ist das da z.B. für ein Zigarettenstummel auf dem Bild?
    Hoffentlich nicht von dir? Wer wirft sowas schon in den Wald, noch dazu bei der derzeitigen Waldbrandgefahr (ok, bei euch da oben vielleicht nicht, ihr hattet ja keinen Sommer)?


    Gruß
    hornet

  • Nein ich rauche nicht :D Bei uns ist es derzeit nicht wirklich warm. Unsere Stelle ist gesichert. Nur befugte Leute mit Schlüssel können bei uns rein. Das wären zu Einem wir und dann noch der/die Jäger. Also das kann man glaub ich auch ausschließen.
    Aber wenn die wirklich vergiftet sind, wären nicht alle tot und nicht 90%? Und müsste bei es bei einigen anderen Völkern dann nicht auch so aussehen?
    Und das würde auch nicht erklären, wieso einige Bienen verblutet sind und warum die Puppen fehlen.
    Glaubst du wie oben einige geschrieben haben, dass eine Räuberei durch andere Bienen von uns möglich ist?


    Grüße

  • Hier gibt es keine Anzeichen von Räuberei, auch andere Insekten würde ich komplett als Ursache ausschließen.


    Hier muss Nachts was passiert sein, keine Biene trägt Pollen!


    Das getrocknete Blut könnte auch irgendein Giftstoff sein...


    Spannend wäre nun Bilder vom Inneraum und speziell den Brutwaben zu sehen. Jedoch dürfte unser Experte in Bienenvergiftungen (Toyotafan) sicherlich bald was dazu beisteuern.


    Ich hätte hier direkt Anzeige erstattet und im Beisein des Vorsitzenden deines Bienenvereines eine Probe genommen und zur Analyse eingeschickt.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Nein ich rauche nicht :D Bei uns ist es derzeit nicht wirklich warm. Unsere Stelle ist gesichert. Nur befugte Leute mit Schlüssel können bei uns rein. Das wären zu Einem wir und dann noch der/die Jäger. Also das kann man glaub ich auch ausschließen.
    Aber wenn die wirklich vergiftet sind, wären nicht alle tot und nicht 90%? Und müsste bei es bei einigen anderen Völkern dann nicht auch so aussehen?
    Und das würde auch nicht erklären, wieso einige Bienen verblutet sind und warum die Puppen fehlen.
    Glaubst du wie oben einige geschrieben haben, dass eine Räuberei durch andere Bienen von uns möglich ist?


    Grüße


    Von wem ist dann der Zigarettenstummel?


    Wer will kommt überall rein!


    Ein paar wenige haben sich eben gehalten und wurden vielleicht nicht mit was auch immer besprüht. Ich vermute hier eine gezielte Schädigung an diesem Volk.


    Räuberei in dem Umfang würde man erkennen, das Flugloch und der Boden wären total voll mit Wachsresten und alles klebrig -bei dem Umfang.
    Gibts noch Futter? Wie sehen wie Waben aus?


    Die Brut kann im Nachgang ausgeräumt worden sein, und es haben sich Wespen und Hornissen daran gütlich getan -kann aber auch schon im Vorfeld durch die Bienen erfolgt sein, da die die tote Brut entsorgt haben.


    Alles nur Spekulationen ohne genauere Bilder.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • @MC Fly
    Ich könnte heute Nachmittag mit meinem Dad da wieder hinfahren und Euch Bilder vom Innenraum schicken.
    Wieso eine Anzeige bei einer Vermutung erstatten? :/ 
    Soll ich die toten Bienen dann als Probe einsenden?
    Und würden dann nicht weitere Kosten auf uns zukommen? Versicherungen haben wir noch nicht abgeschlossen, da wir ja erst angefangen haben.


    Achja der Stummel ist von einer meiner Verwandten -_- Da muss ich mal wohl auch ein bisschen Druck machen. Das geht ja mal wirklich nicht.