EU Auswüchse

  • schaut euch das mal an:


    https://www.hu-berlin.de/de/pr…ungen/pm1411/pm_141103_00


    verrückt oder nicht?


    genetische Vielfalt :confused:
    nur Regionale Rassen sollen die Lösung sein:confused:
    hier kann man an einer Umfrage teilnehmen und vielleicht noch etwas erreichen
    http://www.smartbees-fp7.eu/Extension/survey/
    beteiligt euch die Zeit läuft

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • genetische Vielfalt :confused:
    nur Regionale Rassen sollen die Lösung sein:confused:


    .. diese Diskussion gab's schonmal Anfang dieser Woche hier. Ist allerdings inzwischen verschwunden.


    Man sollte immer im Hinterkopf haben: In einer gleichbleibenden Umwelt, selektiert die Evolution gegen die genetische Vielfalt.
    Deweiteren: Die züchterisch bearbeiten Stämme/Linien gleichen sich natürlich in einem definierten Habitat immer mehr an, weil die Zuchtziele der Imker einfach gleich sind: Hohe Honigleistung, Schwarmträge, Sanftmut. Damit wird natürlich die genetische Vielfalt massiv eingeschränkt, sowohl bei der regionalen Rasse, als auch bei der exotischen Rasse. Und genau das ist auch das Ziel aller Zucht: Einschränkung der genetischen Vielfalt.
    Natürlich sind die Habitate "Süditalien" und "Südnorwegen" sehr unterschiedlich und die Züchter und vor allem die Natur selektieren hart, so dass unterschiedliche Subtypen in relativ kurzer Zeit entstehen. Eine Heidebiene verhält sich im Jahresgang völlig anders, als eine Frühtrachtbiene. Darum sind Königinnenimporte aus "exotischen" Regionen immer mit Vorsicht zu betrachten.
    Das eine große genetische Variabilität noch in unseren Bienen vorhanden ist, kann man überall dort erkennen, wo Völker überhaupt nicht mehr züchterisch bearbeiten wurden/werden. Man staunt, in welche richtungen die natürliche Selektion wirkt.
    Vielfalt ist für mich heute ein politischer Kampfbegriff.


    Dass bei sich verändernden Umweltbedingungen genetische Vielfalt notwendig ist, damit die Species nicht ausstirbt sollte verständlich sein. Ich behaupte ganz frei & frech, dass die notwendige genetische Vielfalt in unseren Bienen vorhanden ist. Man muß sie nur "sichtbar" machen und entsprechend für Kreuzungen nutzen. Das Auftreten der Varroa hier war so eine Zäsur der Umweltbedingungen für die Honigbiene. Jetzt kommt es darauf an, die genetischen Möglichkeiten, die die Biene hat zur Selektion einer - wie auch immer gearteten - Varroatoleranz zu nutzen. Dafür wäre es schon vernünftig zu wissen ,welche Haplotypen es in Europa gibt, wie sie sich verteilen, damit man gezielt anpaaren kann. Und man bräuchte einen (oder mehrere) gute Selektionskriterien für Varroatoleranz. Oder zumindest Diskussionen darüber, wie weit die bisher definierten Selektionskriterien zur Varroatoleranz geführt haben.
    Und Diskussionen, ob die Varroatoleranzbelegstellen ausreichend sind bzw. inwieweit die Zuchtbemühungen bereits einen kleinen Teilerfolg gebracht haben.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Was mir son bischen Auaweh macht ist diese Zucht auf Honigleistung und noch mal Honigleistung.


    Gesehen dieser Tage bei Milchkühen, nur mal so als Beispiel. Ne Leistungsspitzenzuchtmilckbombenkuh, Euter die am Boden schleifen wurde erzüchtet, nun gehen sie Reihenweise ein, Jungkühe, krank bis über die Ohren, offene Knochen, entzündete Euter usw. Bilder die schrecklich anzusehen sind. Tierärzte und Veterinäre sind ratlos. Wenn das bei den Bienen auch mal so kommt, Prost Mahlzeit, da wird mir Angst und Bange.


    Der Mensch muss halt alles auf die Spitze treiben, bis es kracht. ( meine Meinung )


    Gruss Ingo

  • http://www.welt.de/wissenschaf…er-das-Bienensterben.html


    Zitat: "Zudem weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass Inzucht nicht die Hauptursache für das weltweit zu beobachtende Bienensterben ist." Damit will er die Theorie widerlegen, dass das Bienensterben so drastische Ausmaße annimmt, weil die Bienen einander genetisch zu stark ähneln.


    Nur mal so dazu in den Raum gestellt ...


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • .....die Zuchtziele der Imker einfach gleich sind:...


    Geschätzte 0,001 % der Imker sind Züchter. Ein paar Vermehrer, ok.


    Der große Teil der Bienen ist aber bereits schon faktisch eine "Regionale Rasse" (Landrasse), wobei Rasse hier schon wieder verkehrt verwendet wird, da wir hier bei den Westlichen Honigbienen nur von Subspezies reden und nicht von Rassen. Von Unterarten, mehr nicht.

  • Was mir son bischen Auaweh macht ist diese Zucht auf Honigleistung und noch mal Honigleistung.


    Bienenzucht kannst Du mit Milchviehzucht nicht vergleichen.


    Klar gibt es gute Bienen, was die Honigleistung betrifft. Die sitzen aber bei nur ganz wenigen Imkern. Die meisten Imkern haben die Landbiene - und gerade die kacken ab, und eben nicht die hochgezüchteten Bienen.


    Die viel Honig bringen, können gar nicht anfällig sein. Sonst würden die keinen Honig bringen.

  • Das Problem mit den Landbienen ist, daß die Natur viel härter Auslese betreibt (80 % der Schwärme gingen laut Professor Seeley ein - in Vor-Varroazeiten), als die Bienenhalter von heute zulassen. Da wird noch die letzte Krücke mit durch den Winter geschleift und gepäppelt. Das letzte drohnenbrütige Volk nach zwei Monaten warten neu beweiselt. Und das jämmerliche Elend eines letzten Häufchen Bienen wird auch noch mit Bienen aus anderen Völkern gestärkt, wodurch die anderen normalerweise stärkeren Völker geschwächt werden.


    Dann kommen noch die Brutalo-Behandlungen dazu, namens Ameisensäure und Co. Und dann noch eine Schippe Pestizide von außen.


    Da braucht man sich nicht wundern, wenn die Völker mickern und zugrunde gehen.


    => Und die Genetiker sollen es jetzt richten. Ja, ganz toll. Das sind wirklich tolle Auswüchse. Die Kohle könnte man besser in Vermehrungsbetriebe stecken.

  • Ich bezweifle stark ob es diese Regionalen Rassen überhaubt noch in ihrem Urtyp gibt.
    Alleine die in den letzten ca 500 Jahren stark veränderten Umweltbedingungen haben diese Urtypen schon in ihrem Habitat verändert.
    Da hat schon die Natur gezüchtet, also auf die anderen Bedingungen reagiert.
    Vor ca 150 Jahren begann der Import anderer Varianten, das hat aber nicht langfristig positive Auswirkungen gehabt weil die Paarungsbiologie nicht bekannt war, also richtiges Züchten nur schwer oder garnicht geklappt hat.
    Erst in den letzen 30 Jahren hat sich das Wissen darum langsam verbreitet, wobei die Wenigsten das "wie Vererben" bei der Honigbiene kapiert haben.
    Darum auch der ewige Hype nur eine Variante zb. Carnica zuzulassen. (dann siehst du fremdes Blut nicht so)
    Zucht findet NICHT auf dem Bordstein statt.
    Warum werden nicht viel mehr Königinnen besamt, und so die vermeintlichen lokalen Rassen erhalten?
    Anders geht das eh nicht mehr, und/aber die sind dann ebenfalls der Selktion ausgesetzt....
    Die Uhr lässt sich nicht zurückdehen.
    Und warum ist das was wir haben schlecht?

  • mich persönlich stört, dass diese Initiative von einer Forschungseinrichtung kommt, welche definitiv auch zu jenen andern gehört, welche die PSM Gefahren massiv herunterspielt und gleichzeitig sich für eine Biene stark macht, welche hier bei uns in Deutschland nicht ihre Ursprungsheimat hat.


    Zwei Dinge, welche man nicht getrennt betrachten kann, sonder sich fragen sollte warum das so ist.

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!


  • beteiligt euch die Zeit läuft


    Hättest mir mal die gewollten Antworten wenigstens gleich mal dazugeschrieben :p.
    So musste ich selbst kreativ antworten und ob die Antworten berücksichtigt werden steht auf einem ganz anderen Blatt.


    Den Kommentar zum Link der HU bzw. Hohen Neuendorf erspar ich mir, der würde vermutlich zensiert, nur soviel... ich erinnere mich an einen Medienbericht wo ein Teppich toter Bienen in Hohen Neuendorf als jahreszeitlich ganz normal dargestellt wurde und nichts mit dem Bienensterben zu tun hätte... Seit dem sitz ich im stillen Kämmerlein und recherchiere was ich blos falsch mache, da es vor meinem Bienenstand so nicht vorkommt.


    LG
    Andreas

  • ...Die viel Honig bringen, können gar nicht anfällig sein. Sonst würden die keinen Honig bringen.

    :daumen:


    bei der Milchproduktion hast du das einzelne Tier welches das Futter so Optimal als möglich in Liter Milch umsetzt. Dem sind Grenzen gesetzt. Daher muss man, will man noch mehr Milch pro Kuh, am Futter basteln. Kraftfutter ist das große Losungswort gewesen. Damit lässt sich noch mehr raus holen. Doch diese Futter ist nicht das was die Kuh über Tausende von Jahren angepasst hat. Es ist "unnatürlich" und daher macht diese Futter auch die Kühe so Krank. Nicht die Milchleistung als solches, sondern das was die Kuh frisst.


    Bei den Bienen ist es ja so, dass mehr Honigleistung eigentlich nur durch mehr Bienenmasse realisierbar ist. Vielleicht noch etwas Findigkeit und ein bischen andere Sachen.


    Doch wenn das Futter (also der Pollen) der Bienen "unnatürlich" wird (wie bei den Kühen) geht es ihnen genauso wie den Kühen. Sie werden unweigerlich Krank anfällig kurzlebig etc.


    Also hat das sehr wenig mit der Genetik zu tun. Betrachtet man aber das Ansinnen nach Regionalen Genreserven, besteht ganz schnell die Gefahr der Inzucht mit all seinen Folgen.


    Daher bin ich heil froh, dass nicht noch mehr Künstliche Besamung gemacht wird.


    Wenn die Landrasse weg bricht, kann das vielleicht auch etwas mit Inzucht zu tun haben. Kann mich da aber auch irren.

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!