Kunstschwarm mit Schwierigkeiten

  • Hallo zusammen, ich habe gestern versucht mit einer begatteten Königin einen Kunstschwarm zu erstellen. Die erste Schwierigkeit bestand darin geeignete Bienen zu finden. Denn ich hatte schon vor ca. 3 Wochen abgeschleudert und auf der 4. Ebenen über dem Absperrgitter fand ich keine Bienen mehr. Also hab ich die Bienen in der nächsten Ebene genommen und über ein Absperrgitter in die leere Beute abgewischt.
    Das Wetter war nicht so gut die Bienen agressiv und dummerweise war der Reissverschluss an meinem Schleier ein wenig offen und habe dabei an empfindlichen Stellen ein paar Stiche kassiert. Die Biene die in mein Gehörgang gekrochen war hat mich zum Glück nicht gestochen :), das Gefühl dabei beschreib ich lieber nicht. Habe die Arbeit trotzdem versucht fertigstellen, habe aber zu wenig Bienen für den Kunstschwarm erwischt. Wie kann ich das noch regeln:
    1. Jungbienen vor das Fluglochkehren
    2. müsste nochmal schleudern, kann ich leere Honigräume mit ansitzenden Bienen über Gitter dem Kunstschwarm zusetzen? Bienenflucht habe ich leider noch keine.
    Danke für Vorschläge
    Gruß Michael

  • Wenn das erst gestern war, würde ich das Ganze noch einmal machen. Ich würde bei Mangel an Honigraumbienen aber auf den Brutraum zurückgreifen. Königin suchen und dann kann es losgehen. Den Kunstschwarm für 1 Tag verschlossen kühl und dunkel stellen und dann an einem anderen Ort offen aufstellen.


    Gruß Ralph

  • Hallo Michael,


    ich habe anfang Juli abgeschleudert und ungefährt zeitgleich noch an einer Besamung teilgenommen. Nun musste ich ja erst das Ergebnis der Besamung abwarten um die Anzahl der Königinnen zu erhalten. Nun hatte ich, drei Wochen nach dem Schleudern, noch zwei Königinnen im Standardmaß über, die aktuell zwei Waben Brut haben. Da mir das etwas wenig ist, habe ich nun entschlossen, die als Volk einzuwintern, aber noch zu verstärken. Also habe ich am Wochenende einfach aus den noch sehr starken Wirtschaftsvölkern je zwei Brutwaben mit offener Brut genommen und vor das Flugloch der Ableger geschüttet. Ein paar Flugbienen sind abgeflogen und der Rest war binnen einer halben Stunde eingezogen. Hat super funktioniert und nun hoffe ich, dass die am WE mehr Brut haben und ich die dann aus dem Ablegerkasten in eine richtige Beute umsetzen kann. Dann kann ich auch weiter mit MW erweitern.


    Was ich damit sagen will, auch wenn der KS jetzt nicht stark genug war, kannst du den ohne Probleme noch später erweitern.


    Gruß
    Frank


  • 1. Jungbienen vor das Fluglochkehren
    2. müsste nochmal schleudern, kann ich leere Honigräume mit ansitzenden Bienen über Gitter dem Kunstschwarm zusetzen? Bienenflucht habe ich leider noch


    Viele Wege führen nach Rom....


    1. geht, jedoch ist ein noch brutloser Kunstschwarm nicht sehr interessant und es könnten wieder viele flüchten.
    2. mach ich auch öfters so, aber hier hast du unten wieder eine frisch zusammen gewürfelte Einheit -ohne Brut. Also die Honigraumzargen mindestens 30 Minuten "parken" damit sie sich weisellos fühlen und erst dann aufsetzen.


    So nebenbei, aus Platzgründen nehm ich immer wieder "Ableger/Umweiseleinheiten" mit 2-3 Zanderwaben bzw. 2 bei den 1,5 und lass damit meine Königinnen begatten. Durch laufende Entnahme der legenden Königinnen und Zusetzen neuer unbegatteter werden diese Ableger kaum größer und fällt mal eine durch Begattungsflugverlust aus, dann schrumpft er heftigst.
    Jetzt am Wochenende hatte ich 20 solcher kleinen Ableger, die man nur durch vereinigen zur Überwinterungsstärke gebracht hätte, etwas unkonventionell verstärkt.
    Hatte nochmals paar Kilo Honigraumbienen die nicht einfach verkommen sollten, den ersten Eimer hab ich dann noch bei 3 dieser Ableger schön hinter das Schied gekippt und dann kam beim holen des nächsten Eimer eine kleine Stolperfalle wodurch der Eimerinhalt dann passend vor den Ablegern im Gras gelandet ist. Tja da war was los, wie wenn ein 3 Kg Schwarm in der Luft kreist und seinen ersten Platz zum Niederlassen sucht. Erfreulicherweise kamen sie schnell zur Ruhe und wussten sich auch direkt bei den Ablegern einzunisten. Keine Stecherei, keine Reaktion der Ableger. Also die restlichen Eimer davor gestellt, aufgemacht, kurz daran gerüttelt und es waren mal mindestens 15 Kilo Bienen in der Luft. Das war wirklich beeindruckend aber nach kaum 15 Minuten auch wieder vorbei und sie hingen verteilt als Bienenbart an den Fluglöchern der Ableger.


    Nächstes Jahr werd ich so meine Honigraum Pseudofreiluftkunstschwärme erstellen, alle Honigräume abehren, Eimer zusammen an entfernten beutenfreien Standort fahren, Königinnen verteilt aufhängen und dann die Eimer loslassen. Eventuell noch etwas Masse ausgleichen und gut. Besser kann man den Schwarmakt doch kaum noch simulieren :Biene:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Jörg,


    habe ich dieses Jahr auch schon mal gemacht. Von einem Stand in einen großen 40 Liter Eimer eingeschlagen, Deckel drauf, zum Ablegerstand gefahren und vor die Türe geschüttet. Dauerte keine 15 Minuten und ging super. Die Bienen vorher noch mit Wasser nass gemacht, damit die nicht so aufbrausen beim einschlagen in den Eimer.


    Gruß
    Frank

  • Teilweise die bewährten und rundum luftdurchlässigen Metallgittermülleimer und zum anderen Teil hatte mal irgend so ein Typ meinem Dad erklärt er solle einen 25kg Honigeimer nehmen, in den Deckel 2 Bienenfluchten rein, damit die nur rein aber nicht raus können (Schwarmfang) und dazu soll er noch ringsherum den Eimer durchbohren. Für den Schwarmfang taugen die nix, da die Bienen alle aussen an den Löchern herumlungern statt durch die Bienenfluchten zu klettern -wären ja auch doof die Mädels. Nun hab ich zumindest davon einige Eimer an denen er sicher einige Tage bohrend zugebracht hatte :roll:


    Ansonsten hab ich noch Eimer die 3 bzw. 4 großflächige seitliche Ausschnitte haben und da hab ich mit dem Lötkolben kurz ein Stück Varroabodengitter ran geklebt.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Die Bienen vorher noch mit Wasser nass gemacht, damit die nicht so aufbrausen beim einschlagen in den Eimer.


    Gruß
    Frank


    Frank, das ist recht gefährlich. Wenn es ein geschlossener Eimer ist und die Temperaturen sind sehr hoch, dann heizen die sich durch das Wasser noch mehr auf um zu trocknen und du hast dann locker 50-60 Grad im Eimer. Hatte dies vor 14 Tagen mit Metallgittermülleimer und bin nur 5-10 Minuten im klimatisierten Auto damit auf direktem Weg nach dem abkehren gefahren. Beim rausholen hab ich es schon gespührt, waren nichtmal zuviel Bienen aber dennoch überhitzt ohne Ende und es gab viele Verluste. Beim anderen ohne Wassereinsatz (waren ruhiger beim Abkehren und flogen nicht auf) war alles in Ordnung).

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Markus,


    bei mir ging alles gut. Waren auch nicht heiß und es war da auch nicht warm. Sonst hätte ich das gar nicht gemacht. Aber danke für den Tipp. Werde dann mal in Zukunft einen Eimer für den Transport umbauen.


    Gruß
    Frank

  • Von denen hab ich mir auch welche gebaut, machen sich prima.


    Der Deckel geht aber einfacher zu bauen, hab ich quasi als Schiebedeckel der nicht abfallen kann,


    Gruss Ingo

  • so ich wollte mich noch mal melden und über die Entwicklung Kunstsschwarm berichten. Nachdem ich am 3 Tage nach Erstellen des Kunstschwarms kontrolliert habe und die Königin immer noch im Käfig saß, dachte ich dass wird nichts mehr. Hab dann die Königin reinlaufen lassen. Und das ganze mit Jungbienen verstärkt. Gerstern wollte ich das ganze auflösen aber siehe da meine Königin hat ein Brutnest angelegt und es funktioniert alles wunderbar.
    Das einzige was mir Kopfzerbrechen macht ist, das ich das Gefühl habe dass von den Bienen die ich zukehrte ein paar abgehauen sind. Momentan befinden sich etwa 2 Wabengasse Bienen in der Beute was zuwenig ist. Ich habe noch Ableger die sich gut enwickeln und 2 Wirtschaftsvölker. Wie lange kann ich den bei diesen noch Jungbienen entfernen ohne dass ich diese in Schwierigkeiten bringe? Ich nehme an jetzt werden ja langsam die Winterbienen gebildet?
    Gruss Michael

  • Soweit ich beobachten konnte, fliegen sich Jungbienen schon wenige Tage nach dem Schlupf ein. Deshalb kehren Jungbienen zu ihrem Volk zurück, wenn das Muttervolk in unmittelbarer Nähe ist. Wenn das Muttervolk aber ein Stück entfernt ist (bei mir waren es ca. 800m), dann passiert das nicht. Dieser Jungbienenflug scheint also dazu zu dienen, nur die unmittelbare Umgebung kennen zu lernen.
    Was lehrt uns das? Jungbienenzugabe vom gleichen Stand ist weitgehend sinnlos. Was zu empfehlen ist, das ist Verstärkung mit schlüpfender Brut. Die ist nun wirklich nicht eingeflogen.


    Gruß Ralph

  • Hallo !


    Von denen hab ich mir auch welche gebaut, machen sich prima.


    Der Deckel geht aber einfacher zu bauen, hab ich quasi als Schiebedeckel der nicht abfallen kann,


    Habe auch ca. ein Dutzend davon,
    Schiebedeckel ist nix, da man sich den aufgehängten Schwarm abschiebt,
    (irgendwo hier im IF hat sich Henry schon ausgiebig dazu ausgelassen).
    ist wie die vom Holtermann gebaute Fehlkonstruktion dann.


    Mein Deckel hat eine Vorrichtung für Festfutter, und eine Zugabe für die Königin im Nachhinein.


    Heute würde ich wohl stabile Seerosenkörbe nehmen.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.