HILFE! Ein Volk hat 50 Milben/Tag ... noch zu retten?

  • Hallo zusammen,


    Anfängerfrage ... ich habe zwei Wirtschaftsvölker und 2 Ableger im Hochschwarzwald auf 700 m mit derzeit rund 12° C.


    Die 3-tägige Gemülldiagnose hat folgendes Ergebnis gebracht:


    1. WV = 1,6 Milben/Tag
    2. WV = ca. 50 Milben/Tag !!!!!!!!
    1. Ableger = 5 Milben/Tag (Ableger von 2. WV); mit Milchsäure 2 x behandelt
    2. Ableger = 0 Milben/Tag; mit Milchsäure 2 x behandelt


    Was mache ich mit dem 2. WV? Ist eine Rettung möglich und wenn ja wie?


    Sofortige AS-Behandlung scheitert am momentan kühlen Wetter (12°). Erst am Anfang nächster Woche kann ich diese, laut Varroawetter, durchführen. Das Volk vom Stand entfernen geht auch nicht, da ich keine Zufahrt habe und die Bienen an einem Hang stehen. Ich muss alles tragen ...


    Bin etwas ratlos :-(


    Danke und Grüße
    Frank

    um die 6 Völker * Zander * Hohenheimer Einfachbeute (10er)

  • Nicht die Augen verdrehen ... was ist TBE??? Soll das TotaleBrutEntnahme heißen?

    um die 6 Völker * Zander * Hohenheimer Einfachbeute (10er)

  • Erst mal: Keine Panik!


    Ist dieser Wert eine Stichprobenmessung oder besteht er schon seit längerem?
    Zur Zeit schwankt der Brutumfang gerne mal und die Milben fallen schubweise stärker und schwächer, wenn du gerade so einen Schub erwischt hast, sagt das noch nicht so viel.


    Ich hatte letztes Jahr Völker mit deutlich höheren Werten (eines hatte 100 pro Tag!).
    Zwar war das 2 Wochen früher als heuer, aber letztes Jahr war die Belastung von Anfang an deutlich höher.
    Habe damals Mitte Juli abgeschleudert und mit der Varroabehandlung begonnen.
    Ganz normal wie immer, nix dramatisches, keine Völker auseinandergenommen oder ähnliches.
    Im Herbst noch eine zweite, ganz normale Behandlung und natürlich noch die Winterbehandlung und gut war.
    Sie haben ALLE den Winter überlebt und zwar gut.


    Konsequent behandelt (normal mit Verdunster) ist das JETZT alles noch locker hinzukriegen, ohne Notaktionen.


    Ich würde den Nassenheider Pro nehmen und bei deiner Höhenlage vielleicht wirklich noch die nächsten 1-3 besonders kalten Tage abwarten und dann drauf damit, GANZ EGAL was varroawetter.de dazu sagt!
    Dieser Verdunster funktioniert nämlich auch bei Wetter, wo varroawetter abrät.
    Der Hersteller hat mir in Donaueschingen versichert, varroawetter sei für dieses Gerät irrelevant.
    Am besten sind natürlich 20-25°C, aber ab 15 bis 35°C sei auch kein Problem.


    Ich kann das aus eigener Erfahrung inzwischen bestätigen, höchstens am unteren Ende der Temperaturskala bin ich auch nicht ganz so begeistert, aber es funktioniert trotzdem ausreichend (siehe dazu meine Erfahrung vom letzten Jahr).


    Gruß
    hornet

  • hornet


    Herzlichen Dank für deine Antwort.


    Es ist dieses Jahr meine erste Messung. Die Windel war ziemlich genau 70 Stunden unter dem Volk. Ich habe allerdings keine Nassenheider, sondern Liebig Verdunster. Da dürfte die Temperatur schon eine Rolle spielen. Ich trage mich eh mit dem Gedanken umzustellen, da in unserer Höhenlage es doch eher mal die Grenztemperaturen gibt als im Flachland. Spätestens am Wochenende muss die AS drauf!


    Gruß
    Frank

    um die 6 Völker * Zander * Hohenheimer Einfachbeute (10er)

  • Ich habe allerdings keine Nassenheider, sondern Liebig Verdunster. Da dürfte die Temperatur schon eine Rolle spielen


    Sogar ganz sicher!


    Habe sogar mal ein Gerücht gehört, wonach varroawetter sogar genau auf diesen Verdunster hin optimiert sei.


    Jedenfalls hat dieser Verdunster keine vergleichbare Anpassungsflexibilität, daher ist das Wetter hier wichtiger, für mich war das neben der viel höheren Aufbauhöhe (=größere Zarge darüber notwendig= mehr unnützes Volumen!) der Hauptgrund, diesen Verdunster nicht zu wählen.


    Viel Erfolg,


    vielleicht berichtest du später noch über das Ergebnis, ggf. auch im Herbst und nächstes Frühjahr nochmal, denn auch ich kann ja nur meine Erfahrungen berichten, sie müssen nicht allgemeingültig sein, aber je mehr Erfahrungen geteilt werden, desto mehr nützliche Infos für alle.


    Gruß
    hornet

  • Das werde ich machen! Ergebnis nächste Gemülldiagnose - nach Behandlung - kommt.

    um die 6 Völker * Zander * Hohenheimer Einfachbeute (10er)

  • Zum Wochenende hin wird es auch wieder wärmer! Und ich würde in dem Fall eine Stoßbehandlung mit Schwammtuch machen, geht flott und
    nein, es kostet nicht die Kö., aber viele Milben.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo zusammen,
    @ Hornet, hast du mit dem Nassen. Prof. auch Ableger behandelt?
    Ich frage deshalb weil ich es mache aber bei uns im Verein noch keiner
    so recht Erfahrungen damit hat.
    Ich habe gestern damit gestartet. Allerdings habe ich das Flugloch sehr eng lassen wegen Räuberei und weil gestern viele Wespen am Stand waren. Schaue heute Abend wieder hin würde ich sofern keine Bienentraube draußen hängt dies so lassen. Oder spricht was dagegen? Windel ist eingelegt. Sollte es nächste Woche wieder so um die 27 bis 30 Grad haben werde ich den Schaumstoffkeil auf 8 bis 10 cm offen. Oder sollte ich es eng lassen solange alles normal ist und die Bienen nicht draussen hängen?


    Gruß Markus

  • @ Kapiro:


    Ich habe bisher nur über Schwärme oder Königinnen-Ableger vermehrt, nicht über kleine 1-2 Waben-Brutableger.
    Daher waren alle meine Jungvölker zur Zeit der ersten Varroabehandlung von Wirtschaftsvölkern nicht mehr zu unterscheiden.


    Schubladen/Windel unten zu ist elementar!
    Beim Flugloch gilt die goldene Mitte:
    wenn das Flugloch vorher "normal" weit offen war sollte es so bleiben, wie es vor der Behandlung war - also weder weiter öffnen und schon gleich gar nicht weiter einengen! Nur extrem weit offene Fluglöcher oder Fluglöcher, die zur "Räuber-/Wespenabwehr" sehr klein gestellt waren würde ich auf "Normal" anpassen.
    Stau der Dämpfe im Innern ist genau so schlecht wie wenn sie die Dämpfe zu schnell hinausfächeln.


    Und zu den Ablegern: Ob kleines Volk oder großes ist egal, du bestimmst die Verdunstungsmenge über die Befüllungsmenge (abhängig von Volksgröße, Wabenmaß und Wabenzahl) und die Dochtgröße. Dazu steht in der Betriebsanleitung des Verdunsters sehr detailliert, was wie genau zu machen ist.


    Gruß
    hornet

  • hornet
    danke für deine Antwort. Mit windel hatte ich eh gemacht. Flugloch war/ ist auf 2 cm verengt seit Beginn wegen Räuberei. Wegen dem Stau am AS Dämpfe war auch mein Gedanke weshalb ich ein wenig größer machen wollte. Gedanke; wie sollen die den Dampf jemals rausbringen :confused:
    Dann werde ich es vorerst so lassen und wenn ich merke dass sich die Bienen draussen sammeln dann ein wenig mehr öffnen.


    Gruss Markus

  • Also 2 (ZWEI) Zentimeter erscheint mir schon sehr, sehr eng! :eek:
    Wozu soll das gut sein, wenn keine Räuberei herrscht?
    2cm würde ich auf keinen Fall als "normal" bezeichnen, das ist nur zu rechtfertigen bei akuter Räubereigefahr und geschwächtem Volk. Ein Ableger aus dem Frühling ist aber kein geschwächtes Volk mehr.


    Alle meine Völker haben derzeit noch ihre Sommerfluglöcher abhängig von der Volksstärke, d.h. ca. 15-25cm breit, 1cm hoch. Die enge ich bei der Behandlung stärkstenfalls auf 15cm ein.
    Enger als 10cm hatte ich auch ohne Varroabehandlung und auch im Winter noch nie und wenn, dann nur in Sonderfällen und nur ganz kurzfristig.


    Auch ein 1-Waben-Brutableger aus dem Mai sollte doch jetzt schon mindestens auf 4 Waben (Dadant) sitzen, bei anderen Maßen entsprechend mehr!
    Da braucht es nach meinem Gefühl schon 10cm Flugloch (knapp 1cm hoch) - denn wie du schon schreibst: Wie sollen die die Dämpfe bei nur 2cm jemals rausbringen?


    Wenn sich die Dämpfe stauen, wirkt die Säure nicht richtig, entweder weil es Schäden gibt oder weil nicht genug verdunsten kann mangels frischer, aufnahmefähiger Luft.


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

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