18,5%-Honig für Weihnachten

  • Aaalso, nach gründlichem Überlegen werde ich nun die eine Hälfte dieses Honigs zunächst stehen lassen (oder animpfen?) und dann zu Weihnachten als Honig abfüllen, so dass ich auf jeden Fall genug Gläser davon habe.


    Die andere Hälfte werde ich zum Experimentieren mit Bärenfang & Co verwenden. Ich könnte die nächsten Tage mal den lokalen Obstbrenner besuchen und nach seiner Meinung zur geeigneten alkoholischen Grundlage fragen. Wenn schon, denn schon!


    Wieder vergnügt und Danke an alle!
    Kikibee

  • Kikibee :


    Aber glaubst du wirklich, dass dein Honig mit nur 18,5% nur noch für Abfallprodukte taugt, obwohl der DIB bei 18% noch 2 Jahre MHD gibt?


    Ja


    Meiner Meinung nach sind Sommerhonige über 17,8 % grenzwertig! Zumindest bei mir hier in Oberhessen.
    Auch geschmacklich.....teste doch mal einen trockenen Sommerhonig mit 16,5% und einen 18%igen.
    Das sind Welten. (zumindest für diejenigen wie mich, die wo noch nicht unter Geschmacksverirrung leiden.:wink:)


    Diese 20% von der deutschen Honigverordnung oder 18% vom DIB sind für mich olle Oberhessin absolut unrealistisch.
    für sortenreine Heideimker und Weißkleeimker mag das ja okay sein, aber für sommerblütenallerleigemischte Hessenimker??


    Sommerhonig mit einem Wassergehalt von 18% "verändern" sich, zumindest bei mir, spätestens nach einem dreiviertel Jahr (trotz Fasskühlung)
    Hinzukommt immer noch der Faktor: Wie lange benötigt der Kunde um ein Glas Honig auszuschlecken?
    Mancher Singelhaushalt braucht für ein 500g Glas 1 Jahr und länger.:roll:
    Wenn der Honigverkäufer, der auf Kundenfang ist, auf der sicheren Seite sein will, darf er höchstens bei seiner "Plörre" ein halbes Jahr "Mindeshaltbarkeit" angeben.


    Wenn ich Neu-Kunden werben will, verkaufe ich nur 1A Ware und keine "Plörre".:u_idea_bulb02:



    Aber jeder wie er mog...Mir deucht Männers sind da weniger pingelich als Frauen. :cool:
    Herzhafte Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Regina,


    als "auch-mal-Marburgerin" und nun Südhessin und noch dazu in kulinarischen Detailfragen pingelige Frau gebe ich viel auf Deine oberhessische Imkerinnen-Meinung. Wie Du schon sagst, möchte ich keine grenzwertige Blümchenplörre verkaufen, schon gar nicht in dieser speziellen Situation. Ganz absagen möchte ich die Geschichte aber auch nicht...
    Mal sehen, was die Inhaberin zur Bärenfang-Idee meint. Lokalen Honig im lokalem Obstbrand lokal von Hand gestreichelt könnte auch lokal lecker und 1A zu Kundenfang und Bärenbindung geeignet sein. Hoffe ich.


    Schöne Grüße
    Kikibee

  • 250 g Gläser sind schneller leer.
    125 g überstehen den 24.12. nicht...[emoji106]

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Ainars,


    es handelt sich ja nicht um riesige Mengen, sondern nur um drei kleine Eimer. Daher bin ich entspannt und gönne mir meine Pingeligkeit. Met finde ich auch noch nicht angebracht, wahrscheinlich, weil ich ihn nicht mag. Aber ein bisschen Likör für eine besondere Situation ist schon OK. Außerdem muss ja für einen guten Bärenfang - wie auch für einen guten Met - schon das Ausgangsmaterial zumindest mal von guter Qualität sein.
    Den restlichen Honig werde ich an Schnellesser und Teetrinker verkaufen oder verschenken. Den werde ich schon los, das ist nicht das Problem. Nur dass ich im oben genannten Fall kein Risiko eingehen möchte.


    Eine gute Nacht wünscht
    Kikibee

  • Ja


    Meiner Meinung nach sind Sommerhonige über 17,8 % grenzwertig! Zumindest bei mir hier in Oberhessen.
    Auch geschmacklich.....teste doch mal einen trockenen Sommerhonig mit 16,5% und einen 18%igen.
    Das sind Welten. (zumindest für diejenigen wie mich, die wo noch nicht unter Geschmacksverirrung leiden.:wink:)


    Hallo Regina,


    das irritiert mich jetzt ein wenig. Ich hab dahingehend eine andere Erfahrung gemacht.
    Knochtrockne Honig verlieren m.E. Definitiv an Aroma.
    Ich hatte dieses Jahr einen Frühtracht Honig mit 18,2% Wasser, der ein Verkaufsschlager war. In einer Woche hatte ich 80 Kg verkauft und hätte 200Kg verkaufen können, hätte ich sie gehabt.
    Der Honig hatte einen Wahnsinns invertasewert von 152U/Kg.
    Ich rühre alle meine Honig feincremig und bekomme In 90% eine richtige Nutella Konsistenz hin.
    Soll ich so einen Honig jetzt deiner Meinung nach zu Met verarbeiten bzw. durch einen Melitherm schädigen?
    Sauber gerührt entschärft meiner Meinung nach das schnelle gähren.
    Jedenfalls mache ich mein MHD auf 1 Jahr und fahre ganz gut damit.


    Viele Grüße,


    Max

  • Hallo zusammen,


    ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Die 0,5% über der DIB-Grenze sind doch ganz sicher im Messungenauigkeitsbereich eines normalen Refraktometers. Wenn ich unsicher wäre, dann würde ich mit einem anderen Refraktometer noch einmal nachmessen.


    Gruß Jörg, der mit dem billig-Schätzeisen

  • Früher hat man den Honig nach Ende der Tracht abgeschleudert und gut wars, heute traut sich das kaum noch einer ohne Refraktometer...
    Ich schleuder dann, wenn ich der Meinung bin es passt. Wenn der Honig aus der Schleuder läuft, dann schau ich ab und an auch mal durchs Refraktometer um mein Gefühl bestätigt zu bekommen.
    Nur mal so als Anhaltswert, bei 16% Wassergehalt kann man entdeckeln, ohne dass da groß was richtig ausläuft, bei 18 läuft der Honig schon die Wabe runter.
    Am Volk einfach mal ein Stückchen Wabe/Wildbau abbrechen und wenn es beim auseinanderziehen Fäden zieht hat man maximal um die 16%, tropft es runter sind es 18 und läuft es raus wie Öl/Wasser dann ist es zu feucht (oder zu warm). Das muss man im Gefühl haben, zumal unsere Bienen hier sicher so arbeiten, dass sie damit auch über den Winter kommen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Max,
    Erfahrungen auch mit feuchter Sommerblüte?


    wenn ja...
    dann kannste mal sehen, es gibt in der Imkerei nichts, was es nicht gibt.:wink:



    Nochmal Link vom Knecht:


    Zitat: "Unsere subjektive Grundregel lautet: je schneller und feiner ein Honig kandiert, umso feuchter darf er sein – je langsamer und grober die Kandierung ist, je länger der Honig flüssig bleibt, je vielschichtiger oder intensiver das Aroma, um so trockener. ....."


    Sicherlich gibt´s auch feuchte Sommerhonige mit gutem Geschmack und die so schnell aus kleinen Gläsern gefuttert werden, dass sie eigentlich kein MHD benötigen.
    Bzw. wenn man seine Kundschaft kennt, den gezielt an Schnellesser verkaufen kann.


    Aber Kikibee möchte ihren Sommerhonig erst an Weihnachten verkaufen. Bis dahin sind´s noch rund 5 Monate.
    Sie kann ihn natürlich auch täglich rühren, oder ihn mehrmals durch den Melitherm laufen lassen ....oder frosten, lt. Drohn wird die Qualtiät ja besser, je länger der in der Kühltruhe lagert.:cool:


    Letztendlich muss sie sowieso selber entscheiden, bzw. auf ihren " Bauch" hören.


    Wir hier in der Ferne können nur unsere persönlichen Erfahrungen mitteilen und meine ist leider so, dass mein Sommerhonig mit 18% für mich nicht ruhigen Gewissens verkaufsfähig ist.
    (Hat nix mit DIB oder Honig-Verordnung zu tun, sondern nur mit meiner persönlichen Erfahrung.)



    Sonnigen Tag wünscht
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • ...Sommerhonig mit 18% für mich nicht ruhigen Gewissens verkaufsfähig ist.


    :daumen: Und bedenken: 1. Der Honigkonsument braucht mitunter für ein Glas ein paar Monate und 2. wird der Honig beim Konsumenten garantiert nicht fachgerecht gelagert.

    Da ist es gut, wenn der Honig etwas Puffer nach oben hin hat.

  • Das passiert Dir nur einmal. :wink:


    Die Möglichkeiten wurden doch schon genannt. Ich würde den einfach mit einem trockeneren Honig mischen.