18,5%-Honig für Weihnachten

  • Frage an die Erfahrenen:


    Die zuletzt geernteten 30 kg Honig (Brombeere, Kastanie, Wald, etc) hatten einen Wassergehalt von durchschnittlich 18,5%. Tracht war vorbei, erste verdeckelte Waben wurden schon wieder aufgefuttert.


    Ich habe jetzt eine Anfrage für Weihnachtspräsente für Kunden, für die ich ca 15 kg benötige. Für mich wäre es wichtig, dass dieser Honig wirklich einwandfrei ist, und nun habe ich Sorgen, dass der erhöhte Wassergehalt sich negativ bemerkbar macht. Ich könnte ihn jetzt einfrieren und hoffen, dass er dann nach Weihnachten schnell gegessen wird und nix passiert. Ganz wohl ist mir nicht dabei. Alternativ könnte ich ihn vielleicht nochmal umtragen lassen, indem ich ihn den Bienen in Futtertaschen anbiete. Ist das realistisch? Und was müsste ich dabei beachten?


    Mein anderer Honig ist weitgehend aufgegessen/verkauft/versprochen. Ein bisschen könnte ich davon aber noch abzweigen. Zukaufen ist keine Option, da der Gag des Kundengeschenks in dieser Herkunft besteht.


    Vielen Dank für Eure Tipps
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • ... erste verdeckelte Waben wurden schon wieder aufgefuttert.




    ...könnte ich ihn vielleicht nochmal umtragen lassen,...
    Vielen Dank für Eure Tipps
    Kikibee



    Wenn sie jetzt schon futtern, machen sie das sicher auch beim umtragen. Dann bleibt nichts mehr übrig.



    Stell den Honig kühl. Bloss nicht rühren. Jede Manipulation macht den Honig unstabiler.
    Autfauen und einfüllen wenn gebraucht. Vielleicht kristallisiert er eh feinkörnig. Dann ist jetzt Rühren kontraproduktiv.
    18,5% ist nicht wirklich ein Problem.

  • Sehe ich nicht so.
    vielleicht bin ich auch nur zu pingelig, aber ich finde 18,5% ist ein Problem, auch bei kühler Lagerung kann sich der Deckel schon nach ein paar Monaten heben. ....und mit Melitherm und hundertausendmal umrühren kriegste die "Plörre" auch nicht extrem trockener. (so meine bescheidene Erfahrung aus dem letzen Jahr.) und vom "dünnen" Geschmack will ich jetzt gar nicht reden.


    Von den Bienen umtragen würde ich den auch nicht mehr.
    Höchstens einfrieren und kurz vorm Verkauf abfüllen.
    Wenn Du die Kundschaft persönlich kennst, würde ich auf jeden Fall darauf hinweisen, dass der Honig evtl. gären kann, wenn sie nicht schnell genug essen.


    Evtl Met davon machen (lassen)?
    Wäre doch auch ein nettes Weihnachtspräsent.



    Herzliche Grüße
    Regina, die wässrigen Sommerhonig entweder verschenkt oder den Bienen als Winterfutter lässt.

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Danke für Eure Hinweise.


    Es handelt sich um die mir bisher unbekannten besten (solventen & anspruchsvollen) Kunden der Geschäftsinhaberin, bei der ich (a) einen Teil meiner Bienen stehen habe und die (b) bereit ist, meinen Honig bei allen möglichen Gelegenheiten an den Mann zu bringen bzw. ihren Laden dafür zur Verfügung stellt. Diese besten Kunden kommen dann auch wieder in ihren Laden und wollen hoffentlich noch mehr von meinem Honig. Daher will ich weder die einen noch die andere in irgendeiner Form an meinem nicht billigen Honig zweifeln lassen.


    Met als ersten/einzigen Versuch traue ich mir noch nicht zu, aber vielleicht wäre Bärenfang etwas. Kann der bis Weihnachten schon was werden?


    Als Anfängerin mit ungeahnten Problemen ringend...
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Kikibee :


    Füllst du im DIB-Glas ab? Dann brauchst du dich doch gar nicht zu sorgen, dann hat der Honig automatisch < 18%...:p (kleiner Scherz).


    Ich finde, die Ängste hier nehmen schon absure Züge an.
    Natürlich, je feuchter, desto schneller kann der Honig in Gärung übergehen.
    Aber glaubst du wirklich, dass dein Honig mit nur 18,5% nur noch für Abfallprodukte taugt, obwohl der DIB bei 18% noch 2 Jahre MHD gibt?
    Glaubst du wirklich, da ist eine riesige Stufe zwischen 18 und 18,5?


    Da ist nur eine Kurve, keine Stufe!


    Dein Honig ist völlig in Ordnung, er wird halt *möglicherweise* ein wenig früher zu gären anfangen als ein 18-Prozenter. Dieses "ein wenig" macht aber bei der empfohlenen guten und einer vergleichbaren Lagerung ganz sicher keine satten 1-2 Jahre Unterschied aus! Bedenke, das ist ein MHD, der DIB-Honig wird also länger halten, deiner dann natürlich auch!


    Gib dem Honig einfach nur ungefähr 1 Jahr MHD, wenn du ganz sicher sein willst z.B. nur bis Ende Juni 2016 und dann dürfte sich da überhaupt nichts fehlen! Nirgends steht, dass man 2 Jahre geben muss, mache ich z.B. grundsätzlich nicht, da ich niemals beweisen kann, dass ein Kunde den Honig ordnugnsgemäß gelagert hat und das Verderbnisrisiko mit der Zeit eben immer stärker steigt, auch wenn der Honig anfangs OK war.


    Gruß
    hornet


  • Met als ersten/einzigen Versuch traue ich mir noch nicht zu, aber vielleicht wäre Bärenfang etwas. Kann der bis Weihnachten schon was werden?


    Unser Bärenfang zieht immer drei Monate bis zum Weihnachtsgeschäft. Passt, also!

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • ...
    Ich finde, die Ängste hier nehmen schon absure Züge an.
    ...


    Jep, sehe ich genauso. Die Schweizer vom DIB-Pendant VDRB lassen für ihren Goldsiegel-Honig übrigens bis zu 18,5% zu, gesetzlich sind dort auch glaube 20% erlaubt.


    Wenn dein Honig lecker ist und Weihnachten verschenkt wird, ist der alle, bevor auch nur eine Hefezelle sich überlegen kann, eine Gärung zu starten.


    Grüsse, Robert