Dickwaben in der Segeberger Beute

  • Hallo,


    in diesem und im vorigen Jahr habe ich mit der Anwendung von Dickrahmen in der Segeberger Beute experimentiert.
    Die hierfür im Handel verfügbaren Rähmchen sind sehr breit: Nach Herstellerangaben (Holtermann) 35mm. Rähmchen mit der Breite 28,5mm wie bei Dadant gibt es leider nicht im Handel.
    Die Segeberger Halbzarge hat einseitig einen Abstandshalter von 5mm.
    Der Abstand von diesem Abstandshalter bis zur gegenüber liegenden Seite beträgt 400mm.
    Bei 8 oder 9 eingebrachten Rähmchen ergibt sich eine Lücke zwischen ihnen von 8mm bzw. 14mm.


    Mittelwände werden bei 9 Rähmchen durch die Carnica gut ausgebaut. Gelegentlich wird wegen des großen Rasters von 44mm eine Zwischenwabe gebaut, was aber selten ist und leicht korrigiert werden kann. In dieser Anordnung werden Waben nur in Ausnahmefällen über den Rähmchenrand hinaus ausgebaut, sodass eine Endecklung mit dem Messer meist nicht möglich ist. Ein Abstandsrechen ist deshalb für diese Anordnung nicht sinnvoll.


    Der Versuch, Mittelwände bei 8 eingebrachten Rähmchen ausbauen zu lassen, führt häufig zum Bau von Zwischenwaben und ist deshalb nicht zu empfehlen. Fertig ausgebaute Waben dagegen lassen sich dagegen in dieser Weise einsetzen, wobei auch ein ausreichender Überstand für die Entdecklung mit einem Messer erzeugt wird. Einen Abstandsrechen gibt es hierfür nicht; der kann aber relativ leicht gebastelt werden: In die Segeberger Auflageschienen aus Holz werden Würfel aus Hartholz mit einer Kantenlänge von 10mm eingeklebt. Solche Würfel gibt es fertig zu kaufen.
    Diese Betriebsweise verlangt daher, die Dickwaben zunächst mit 9 Rähmchen pro Zarge ausbauen zu lassen und die gefüllten Waben mit der Gabel zu entdeckeln, was zugegebenerweise unpraktisch ist und einen Nachteil zum Dadantsystem darstellt. Die ausgebauten Waben können dann in einem selbstgebauten Rechen für 8 Waben weiterverwendet werden und sind dann für die Entdecklung mit dem Messer geeignet. Durch die große Breite der Waben wird hierbei anteilmäßig weniger Honig weggeschnitten als bei Dadant. Da die Auflageschienen bei der Segeberger Beute heraus genommen werden können, ist es nicht nötig, gesonderte Zargen für die beiden Raster zu verwenden.


    Zum Schleudern: Ich schleudere normalerweise nicht sofort nach der Ernte. Ich lagere vor dem Schleudern die Waben für ca. 1 Tag in trockener Luft bei ca. 30°C. Dadurch ist der Honig weniger zäh und fließt leichter aus den Waben. Die Dickwaben sind deutlich weniger bruchempfindlich als Waben mit Standarddicke. Waben aus Drohnenzellen entleeren sich wesentlich schneller und sind weniger bruchempfindlich als Waben aus Arbeiterzellen. Drohnenmittelwände werden aber ab Mitte Juni oft nur noch mit vielen Fehlern ausgebaut. Die Verwendung des Rastermaßes 5,1mm für die Mittelwände ist für die Dickwaben nicht zu empfehlen.


    Zum Wassergehalt des Honigs: Ich achte sehr auf die Luftfeuchte bei der Verarbeitung der Waben. Auch die trockene Lagerung der Waben vor dem Schleudern beeinflusst den Wassergehalt günstig - bis zu 1%. In diesem Jahr lag der Wassergehalt des Honigs nach Refraktometermessung zwischen 15,6% und 16,8%.


    Fazit: Der Betrieb der Segeberger mit den im Handel angebotenen Dickrahmen von 35mm Breite ist möglich, aber wegen der großen Breite nicht so einfach wie z.B. bei Dadant. Mit ausgebauten Waben hat man wegen der großen Rahmenbreite aber den Vorteil, dass durch die Entdecklung mit dem Messer anteilmäßig weniger Honig weggeschnitten wird als bei schmaleren Rahmen. Der Wassergehalt des Honigs ist bei Beachtung einiger Zusatzbedingungen in Ordnung.


    Gruß Ralph