Doppelbezeichnung bei Sortenhonig

  • Im aktuellen Bienenjournal lese ich gerade, dass Doppelbezeichungen bei Sortenhonigen (also z.B. Linde/Kornblume) nicht zulässig wären, weil "laut HonigV immer ein Anteil von mindestens 60% erforderlich" sei.
    In der HonigV steht aber, erlaubt seien Angaben "zur Herkunft aus Blüten oder lebenden Pflanzenteilen, wenn der Honig vollständig oder überwiegend den genannten Blüten oder Pflanzen entstammt und die entsprechenden organoleptischen, physikalisch-chemischen und mikroskopischen Merkmale aufweist".


    Ich kann da schon wegen den Plurals kein Verbot von Mehrfachbezeichnungen erkennen.
    Hat jemand andere Quellen?


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ich habe den Artikel nur überflogen. Aber waren die Angaben nicht speziell auf das DIB-Glas gemünzt?


    Nein, die Aussage zur Doppelbezeichnung bezieht sich auf die HonigV. Beim Verweis auf die DIB-Vorgaben ging es speziell um "Wald- und Blütenhonig".


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ich habe gestern mit denen auch wegen des Artikels telefoniert. Mir ging es um die Aussage nur noch "Sommertrachthonig" sei zulässig und nicht "Sommerhonig" bzw. "Sommertracht". Ich hatte gefragt, warum die denn noch Stempel / Aufkleber mit dieser Bezeichnung verkaufen würden. Sie meinten dann, dass das noch die alten sind und die neuen sind bestellt. Das ganze sei nicht auf deren Mist gewachsen sondern entspreche der neuen Honigverordnung und gehe somit alle etwas an. Ich habe dann noch angemerkt, dass ein Sommertrachthonig auf dem kleinen Etikett doch schlecht zu lesen sei. Sie meinte nur, dass sie dem zustimmen würde, man könnte aber nichts machen.


    Also es muss immer das Wort "Honig" mit in der Sorte auftauchen - also nichts mit "Linde" sondern "Lindenhonig". "Frühtrachthonig mit Löwenzahn" würde aber gehen. Soweit so gut....


    Gruß
    Frank

  • Ich habe zur Eingangsfrage gerade eine klare Aussage in der "Neufassung der Leitsätze für Honig" (BMEL) gefunden:
    "Honige können mit mehr als einer botanischen Herkunftsangabe wie z.B. Raps-Klee-Honig oder Fichten- u. Tannenhonig in Verkehr gebracht werden, wenn der Honig von den Bienen in demselben Zeitraum und aus Trachtquellen desselben geographischen Ursprungs natürlich erzeugt wurde."


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ja, das ist auch meine Erfahrung. Kunden schätzen es, eine Auswahl zu haben und es ist immer gut, geschmackliche Unterschiede auch in der Bezeichnung kenntlich zu machen.


    Wolfgang

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  • Ich hoffe, dass das hier auch reinpasst.


    Wie macht ihr das bei den DIB-Gläsern mit gleicher Honigsorte, aber unterschiedlicher Konsistenz? Ich habe z. B. zwei mal den Sommerhonig abgefüllt, einmal cremig, einmal erst flüssig, jetzt fest im Glas geworden. Vor den Etiketten steht immer "Sommerhonig". Das ist für mich noch an der Farbe sowie am Haltbarkeitsdatum zu erkennen (andere Schleuderung, daher anderes Haltbarkeitsdatum). Aber für den Kunden halt nicht. Dürfte man nicht auch "Sommerhonig / Flüssig" bzw. "Sommerhonig / Fest" oder "Sommerhonig / Cremig" auf das Etikett schreiben?


    Gruß
    Frank

  • Hhm, kannst Du garantieren, daß dein flüssiger Sommerhonig im Verkaufsregal oder auf der Fensterbank beim Endkunden nicht nach 4 Wochen genau so fest wird, wie der andere?


    Gruß Jörg


    PS: Wasn überhaupt DIB?

  • Isch hab dann mal beim DIB angerufen. Also "Sommerhonig cremig" darf ich schreiben. "Sommerhonig fest" würde keinen Sinn ergeben. Warum auch immer. Soll mir aber egal sein, da ich ja nun eine Unterscheidung habe.


    Schönen Gruß
    Frank

  • Ich sehe da jetzt das Problem nicht mehr. Es geht hier ja nicht mehr um Produkt- und Sortenbezeichnungen, sondern um weitere Produkteigenschaften. Da kann ich alles draufschreiben, was nicht irreführend ist, meinetwegen "zartschmelzend" oder "feinherb". Das hat ja nichts mehr mit der Bezeichnung des Honig zu tun, sondern ist nur eine Beschreibung.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)