Ableger - Mittelwände - Fütterung

  • Hallo Imkerfreunde,


    ich habe Ende Juni zwei Dadant Ableger auf 5 Waben bekommen und möchte, dass die Bienchen noch ein paar Mittelwände ausbauen um Platz für das Winterfutter zu schaffen. Das mit dem ausbauen geht nur schleppend voran. Vermutlich liegt das aber an der Hitze???
    Da von außen nichts mehr rein kommt muss ich den Ableger füttern. Habe gelesen kleine Futtergaben mehrmals die Woche bringen den gewünschten Erfolg. Habe 3 Kilo Apiinvert, verdünnt mit ein wenig Wasser, gefüttert. Die Futterzarge war nach zwei Tagen leer. Was meines Erachtens zu schnell ist, da ich das Brutnest nicht zu sehr einengen will und die Bienen eigentlich schon über ordentliche Futterkränze verfügen (auch schon viel verdeckelt).
    Da die Bienen aber ca 15 km von mir weg stehen, will ich nicht unbedingt wegen 500g Futter alle zwei Tage zum Stand fahren.
    Gibt es eine Möglichkeit die Ableger zu füttern so dass die Bienen vielleicht mal eine Woche damit beschäftigt sind das Futter abzunehmen? Z.b mit Futterteig? Bauen die Bienen denn fleißig mit Futterteig? Und wieviel pro Woche sollte/kann ich füttern damit ich nicht überfüttere?


    MfG und Danke an alle

  • Hallo


    Wenn von außerhalb keine Tracht mehr rein kommt, bauen die Bienen zur zögerlich oder fast gar nicht mehr aus. Kontinuierliche Futtergaben sind da genau das Richtige.


    Bei Dadant böte sich der Adamfütterer an. Durch den speziellen Aufstieg können die Bienen das Futter nur langsam abnehmen und es wird nicht "sturzbachartig" eingelagert. Habe gute Erfahrungen damit gemacht, man kann ohne Probleme 5-6 Liter geben, ohne dass das Brutnest eingeengt wird (genug Platz vorausgesetzt). Wenn man möchte, kann man so auch Futterteig anbieten, funktioniert genau so. Meines Wissens nach bauen sie bei Zuckerwasser 1:1 am besten aus, aber da gibt es verschiedene Meinungen.


    Auch beim Adamfütterer kann man Fehler machen. Die Beuten müssen zB wirklich gerade stehen und der Abstand des Hütchens muss stimmen, sonst können Bienen ertrinken. Auch muss die Menge des Futters stimmig sein zur Bienenmasse, sonst dauert die Abnahme zu lange und es könnte anfangen zu gammeln. Das ist aber nicht anders als bei den Futtertaschen. Wenn nur einmal pro Woche gefüttert werden soll, ist Zuckerwasser deshalb vllt ungeeignet. Mit Futterteig habe ich keine Erfahrung, aber theoretisch müsste es in dem Fall gut gehen, wenn genug Wasser in der Nähe zu finden ist, denn Futterteig wird ja dann auch langsam abgenommen und kann dabei nicht schlecht werden. Könnte die richtige Wahl sein.


    Gruß, Janina

  • Hallo Vortex,


    willkommen im Forum :)


    Mit der Hitze hat das nichts zu tun, Bienen brauchen es warm. Dass auch Ableger jetzt nicht mehr so zügig ausbauen wie vor einigen Wochen hat wie du richtig vermutet hast mit der fehlenden Tracht zu tun.
    ApiInvert in Ableger finde ich nicht gut zur stetigen Fütterung. ApiFonda die 2,5 kg - Portionen haben sich bei mir bestens bewährt. Kleinen Schlitz auf der flachen Seite freilegen, sodass genug Bienen dran kommen aber der Futterteig nicht auslaufen / austrocknen kann und dann mit dem Schlitz nach unten auf die Rähmchen legen. So erreichst du eine kontinuierliche Fütterung über einen längeren Zeitraum.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Also meine Ableger sind auf 11 Waben bzw. die meisten. Bei einigen wenigen (später gebildet) gehe ich immer so vor:


    Beispiel mit 6 Waben


    Brutest ist auf der Wabe 2-4


    Hier gebe ich jede Woche eine MW auf Position 3. Die alte Position 3 wandert dann auf Position 4. Dazu gebe ich noch einen Liter Sirup in eine Futtertasche bzw. Adamsfütterer (je nachdem, was ich gerade da habe). Nach einer Woche ist die MW ausgebaut und bestiftet. Dann geht das Spiel so weiter. Ich füttere aber nie mehr als 1 Liter (naja so nach Augenmaß halt...)


    Gruß
    Frank


  • Ich erweitere ebenfalls immer auf Position 2 oder 3 je nachdem. War auch mein Fehler. Hätte den Ableger von Anfang an füttern sollen. Meine Völker krebsen seit 3 Wochen an einer Mittelwand rum. War letzten Samstag vielleicht zu 80 % ausgebaut. Habe die letzten 2 Wochen jede Woche ca. 2 - 3 Kilo flüssig gefüttert. getan hat sich nicht viel.


    Werde mir jetzt Futterteig holen, ein Päckchen oben drauf legen und sie erstmal in Ruhe lassen. Für mich als Anfänger hört sich das mit dem Teig ganz gut an. Die Bienen nehmen nur das, was sie brauchen und ich muss mir keine Gedanken über das "verhonigen" machen.


    Viele Dank für die bisherigen Antworten. :daumen:


    MfG

  • Klingt gut, ich hoffe es sind genügend Bienen im Ableger...


    Einen kleinen Fehler hast du aber noch drin, auch mit Futterteig kann ein Volk alles zunkallen, nur eben nicht so schnell. Bienen nehmen nie nur so viel wie sie brauchen


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Klingt gut, ich hoffe es sind genügend Bienen im Ableger...


    Ich denke, dass hier das Hauptproblem bei vielen Anfängern liegt. Was heißt denn "Sitzt auf 5 Waben"? Hat auf 5 Waben Brut - wohl kaum. Dann hätte er ja bestimmt 7-8 Waben ausgebaut und eine MW wird ratz fatz ausgebaut. Oder sitzen da mehr oder wenig Bienen auf 5 Waben und haben nur 1-3 Waben Brut? Dann dauert das schon mal länger, bis eine MW ausgebaut ist. Ich habe bei einem bekannten letztens so einen Ableger gesehen. Bisher nur immer am Telefon gehabt und jetzt endlich mal reinschauen können. Da waren schon 10 Waben drin, auf denen überall Bienen waren. Brut war aber nur auf 1,5 Waben und Bienen vielleicht zusammen gestaucht auf 3 Waben. Futter noch viel weniger. Also die Bienenmasse machts. Dazu noch passend Futter und das Alter der Bienen natürlich auch.


    Gruß
    Frank

  • Beispiel mit 6 Waben


    Brutest ist auf der Wabe 2-4


    Hier gebe ich jede Woche eine MW auf Position 3. Die alte Position 3 wandert dann auf Position 4.


    Ist bei einem Ableger das Brutnest nicht heilig?


    Ich schwanke da immer zwischen "die wissen schon, was sie tun" und "warum lasst ihr kein Platz zum Stiften? - dann eben ne MW dazwischen knallen"


    Wie wäre denn der Königsweg?

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Also bei mir kommt immer an die letzte Wabe mit Brut eine Mittelwand. Das Brutnest bleibt kompakt.
    Und meine bei der Bildung der Ableger mitgegebene Futterwabe rückt mit jeder Erweiterung weiter an die gegenüberliegende Zargenwand und kann zu gegebener Zeit entnommen werden.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Ich denke, dass hier das Hauptproblem bei vielen Anfängern liegt. Was heißt denn "Sitzt auf 5 Waben"? Hat auf 5 Waben Brut - wohl kaum. Dann hätte er ja bestimmt 7-8 Waben ausgebaut und eine MW wird ratz fatz ausgebaut. Oder sitzen da mehr oder wenig Bienen auf 5 Waben und haben nur 1-3 Waben Brut? Dann dauert das schon mal länger, bis eine MW ausgebaut ist. Ich habe bei einem bekannten letztens so einen Ableger gesehen. Bisher nur immer am Telefon gehabt und jetzt endlich mal reinschauen können. Da waren schon 10 Waben drin, auf denen überall Bienen waren. Brut war aber nur auf 1,5 Waben und Bienen vielleicht zusammen gestaucht auf 3 Waben. Futter noch viel weniger. Also die Bienenmasse machts. Dazu noch passend Futter und das Alter der Bienen natürlich auch.


    Gruß
    Frank


    Insgesamt 6 Waben. 1 Futterwabe, 3 - 4 Waben mit Brut und 1 nicht ganz ausgebaute. Bienen in allen Wabengasse voll besetzt. Also an der Bienenmasse sollte es nicht liegen.






    Wenn sie an solch einem Päckchen zwei Wochen oder länger beschäftigt sind, dürfte nichts passieren. Außer man füttert eben immer und immer weiter. Oder?


  • Wenn sie an solch einem Päckchen zwei Wochen oder länger beschäftigt sind, dürfte nichts passieren. Außer man füttert eben immer und immer weiter. Oder?


    Naja, das kommt auch immer drauf an was von draußen rein kommt, aber so wie ich es in deinem Fall lese, leg mal ein Päckchen rauf und warte bis es leer ist und dann kannst ja wieder abwägen.


    Bienenmasse scheint bei dir in Ordnung zu sein.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Eine letzte Frage noch.


    habe letzten Samstag 3 Kilo Apiinvert gefüttert und die Bienen hatten am Montag alles abgetragen. Meint ihr ich soll den Teig gleich drauf legen oder reicht das am Samstag noch?


    Vielen Dank an alle für die freundlichen Ratschläge.


    Grüße