Wo bleiben die Varroen?

  • Hallo Frank, Hallo Markus,


    ich habe aktuell das Problem, dass die Bienen auf unbebrühteten Waben einfach nicht legen. Auch wenn sie zwischen das Brutnest gesteckt werden, werden die nicht angenommen. Egal ob junge oder alte Königin. Das führt zu extrem kleinen Brutnestern. Keine Ahnung warum das so ist. Ist mir letztes Jahr nicht so aufgefallen.


    Gruß
    Frank


    Sind die schon fertig eingefüttert? Wirtschaftsvölker mit "alter" Königin oder Ableger mit Junger?
    Zwischen das Brutnest geb ich um diese Jahreszeit keine Waben mehr, führt eher zur Brutnestteilung wie ein Schied.
    Ich geh jedoch gerne hin während ich die Ableger auffütter, dass ich nach Annahme und Antragen der ausgebauten Mittelwand eine neue direkt ans Brutnest hänge und die Angetragene somit 1 Platz weiter nach aussen rückt. Damit geb ich der Königin die Chance hier auch noch aufzuspringen und zu stiften und ansonsten, bekomm ich die Mittelwände noch besser ausgebaut und sie werden später, bei Kälteeinbrüchen noch ohne Probleme mit Futter befüllt und müssen nicht erst noch ausgebaut werden. Gerade bei diesen Nachttemperaturen bringt das bei nicht so starken Ablegern sehr viel.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Markus,


    das waren Wirtschaftsvölker, deren Königin ich aber getauscht habe. Eine Königin ist Handbesamt, eine Belegstellenbegattet. Bei Ablegern hatte ich nicht das Problem. Gut, da war ich aber auch Anfang August mit der Erweiterung fertig. Alle Waben sind übrigens ausgebaut. Nichts mehr mit Mittelwände. Angetragen sind die auch schon - heißt oben habe ich schon Futter eingelagert. Ganz leere Waben habe ich nicht. Und gut 10 Kilo Futter fehlen noch. In meiner Not habe ich gestern bei dem extremsten Volk zwei alte Brutwaben, die ich eigentlich einschmelzen wollte an den Rand des Brutnestes gehangen. Die waren noch nicht ganz schwarz, also noch nicht soooo ihhh bahh.


    Gruß
    Frank

  • Gibt es eigentlich 'offizielle' Verlautbarungen dazu, warum dieses Jahr so wenig Varroen zu sehen sind? Irgendein Artikel in einer der Imkerzeitschriften? Oder Veröffentlichungen der Bieneninstitute?


    Ich finde es schon rätselhaft. An allen meinen Ständen sind bisher viel weniger Varroen gefallen als erwartet. Nur ein sehr spät gefangener Schwarm (Juli) war Ende August völlig vermilbt (hatte ihn leider auch nicht brutfrei behandelt). So viel wärmer als sonst war der Sommer doch gar nicht. Und schon gar nicht gleichmäßig in den verschiedenen Regionen Deutschlands. Neue Spritzmittel, die statt der Neonikotinoide ausgebracht werden und unerwartet positive Nebenwirkungen haben? Eine Seuche unter den Milben? Alles nicht plausibel.


    Grüße,
    Robert

  • Gibt es eigentlich 'offizielle' Verlautbarungen dazu, warum dieses Jahr so wenig Varroen zu sehen sind? Irgendein Artikel in einer der Imkerzeitschriften? Oder Veröffentlichungen der Bieneninstitute?


    ...nicht, dass ich wüßte.... aber ich denke auch, die wissen auch nicht mehr, als das "normale Imkerlein" .... die Parameter, die in den Instituten gemessen werden, scheinen auch die Milbenpopulationsentwicklung nicht wirklich abzubilden (meine Hypothese schon seit vielen Jahren).



    An allen meinen Ständen sind bisher viel weniger Varroen gefallen als erwartet. ...... Neue Spritzmittel, die statt der Neonikotinoide ausgebracht werden und unerwartet positive Nebenwirkungen haben? Eine Seuche unter den Milben? Alles nicht plausibel.


    ... ich glaube, (Glaube, kein Wissen!), dass man die Ursachen der veränderten Populationsentwicklung der Milben im Vorjahr suchen sollte.... also Parameter, die im Spätsommer/Herbst/Winter 2014/2015 so waren, dass die Milbe sich sehr viel schlechter entwickeln konnte.
    ... dafür wird - voraussichtlich - das nächste Jahr ein grausames Milbenjahr.... mal sehen, ob ich falsch liege mit dieser Prognose.....

  • Markus, wollen wir es mal nich hoffen das es bei mir auch so ist, das würde mir schon einen argen Dämpfer verpassen:)


    Ich sehe es bei anderen Imkern in der Gegend, Honigräume runter-Kö steigt aus der Brut, nach paar Tagen Leerzarge drauf Eimer mit 10 Kg Sirup rein-Brutnest verhonigt, Verdunster rein-kaum Varroen fallen-es muß wohl nicht gewirkt haben, 10 Kg Futter rein, danach Verdunster rein und wieder kein Varroafall,hmm As wirkt dieses Jahr nicht nochmal ne Woche Tymol drauf und dann zum Schuß noch ne schöne kräftige OS Dusche.
    Wenn ich das mal zusammen rechne ist die Uhr der Immen ganz schnell abgelaufen deren Lebenszeit extra durch die Mittel noch verkürzt wurde.
    Dann heist es das wird von Jahr zu Jahr immer schlimmer früher haben 3000 Varroen keinen Schaden angerichtet jetzt zwingen 300 Varroen starke Völker in die Knie:)

  • Hallo,


    also wenn bei mir eines Gewiss ist, dass es Milben gibt! Die OS-Blockbehandlung hat bei den Völkern 155/330/550/560/640//720/950.... (die Angaben beziehen sich je auf ein Volk) Milben das Leben gekostet. Die Kontrollbehandlung in sieben Tagen steht noch aus. Bei einem WV wurde nach der Ernte eine AS-Behandlung gemacht. Nach der dritten Behandlung im OS-Block sind bislang bei jeder Behandlung gut 300 Milben gefallen. Zwei weitere Völker die ebenfalls AS bekommen haben, zeigen einen Milbenfall im OS-Block von <90 auf. Zwei Bedampfungen stehen hier jedoch noch aus! Alle Völker hatten einen natürlichen Milbenfall von 1-3 pro Tag auf der gölten Windel. Die Windeldiagnose ist für mich daher Geschichte. Die Diagnose erfolgt nächstes Jahr mit OS!!!

  • Nach der dritten Behandlung im OS-Block sind bislang bei jeder Behandlung gut 300 Milben gefallen. Zwei weitere Völker die ebenfalls AS bekommen haben, zeigen einen Milbenfall im OS-Block von <90 auf. Zwei Bedampfungen stehen hier jedoch noch aus! Alle Völker hatten einen natürlichen Milbenfall von 1-3 pro Tag auf der gölten Windel. Die Windeldiagnose ist für mich daher Geschichte.


    Guten Tag Chevy,


    warum keine Windeldiagnose mehr? 300 Milben bei 30.000 Bienen (1%) um diese Zeit - ist das wirklich zuviel? Welche Schadschwelle nimmst Du an?


    Ich gebe nochmals den Einwurf von Kleingartendrohn zu bedenken: Mit den herkömmlichen Milbenbekämpfungsmaßnahmen wird im Ergebnis eine Bestenauslese der Milben betrieben. Nur die widerstandsfähigsten, geschicktesten und am schnellsten in Futtersaft die Haftlappen reinigend/in die Brut absteigenden (-> Verlängerung der Vermehrungsdauer/-rate) überleben und pflanzen sich vermehrt fort.
    Fangwabenverfahren dagegen können die Chemieprodukte in den Völkern ersetzen/reduzieren und betreiben Schlechtestenauslese. Nur die faulsten, trägesten, verpeiltesten Milben überleben, die es eben nicht rechtzeitig schaffen, in die Fangwaben zu flüchten.


    Dies gegensätzlichen Selektionsauswirkungen sprächen für die Windeldiagnose, die man ja mit Sicherheitsaufschlägen hochrechnen kann.


    Ernsthaft fragend- Gottfried

  • Der Einwurf von Kleingartendrohn ist eine Vermutung welche nicht belegt ist! Ich orientiere mich an Studien! Und jetzt sprechen wir schon über das Putzverhalten der Milbe ??? Ich wehre mich vehement gegen die Aussagen eine Milbe wäre geschickt! Die eine hat Glück die andere nicht! Die Windeldiagnose ist mir zu ungenau! Bei OS weiß ich was tatsächlich auf den Bienen sitzt! Ich wette darauf, das keine Milbe in der Lage ist, sich den OS-Staub von den Füßen zu putzen!!!

  • Der Einwurf von Kleingartendrohn ist eine Vermutung welche nicht belegt ist! Ich orientiere mich an Studien!...Ich wette darauf, das keine Milbe in der Lage ist, sich den OS-Staub von den Füßen zu putzen!!!


    Hm. Ist die Beobachtung von Koll. Brüning in Deinen Augen eine Orientierungshilfe, daß OX (ausschließlich) an den Haftlappen der Milbe aufgenommen werden kann und ein Einwirkzeit dort von mehreren Stunden erforderlich ist (24h?), um die Milbe zu töten -> folglich die Milbe sich retten kann, wenn sie rechtzeitig ein Fußbad (bspw. in Futtersaft) nimmt:


    http://www.varroamilbe.ch/


    Aus welchen Studien speist Du Dein vehementes Postulat, die Milben seinen alle gleich geschickt/ungeschickt, Selektion bspw. auf Widerstandsfähigkeit bzw. auf schnelles Abtauchen in Brutzellen sei bei denen nicht möglich? Womit erklärst Du die durch Studien wie auch Imkerpraxis belegte und von Herstellern einschlägiger TAM mittlerweile ausdrücklich benannte Resistenzproblematik?


    p.s.: Wäre es nicht denkbar, daß bereits in diesem Jahr erste Auswirkungen der Bestenauslese vom vorigen Varroajahr zu beobachten ist - wir also nur scheinbar geringe Varroalasten zu sehen meinen, weil nur die Milben den massiven TAM-Einsatz von 2014 überlebten -> Nachkommen produzierten, die besonders widerstandsfähig sind, sich besonders früh in die Brutzellen begeben?

  • Und das nicht erst nach 14 Tagen, sondern schon nach 4 bzw. 2 oder gar einem. Die Zeit könnte sie nicht nur zum Fußreinigungsbad nutzen, sondern auch zu umso zahlreicherer Vermehrung. Möglicherweise wird Dein vermeintlich exaktes Milbenbefallsbild bei OX-Dampf dadurch beeinflußt und ist nur eine Augenblicksaufnahme - abhängig davon, wievielen Milben es gelingt, rechtzeitig vor dem nächsten Dampf oder kurz danach in die Brut zu entwischen.

  • In diesem Thread nachzulesen Post 351/352/358 inklusive Links zu Studien oder Ausarbeitungen mit Quelle zu Studien sowie zuletzt noch mal in Post 444 angeführter Link.


    Jetzt würde ich gerne noch nachlesen wo in einer Studie die Selektion von geschickten und ungeschickten Milben beobachtet wurde!


    In Bezug auf Post 446, Ist die PZM und Gemülldiagnose vom Prinzip her was anderes?? Bei der PZM braucht man nur die "falsche" Wabe erwischen, schon kann man das Ergebnis in die Tonne kloppen. Die Gemülldiagnose wurde ja bereits von gewissen Institutionen als ungenau bezeichnet. Wenn nun bei einer OS Bedampfung 100/200/300 Milben nach 48 Stunden auf der Windel liegen, man davon ausgeht, das 80% der Milben in der Brut sind, hat man doch ein besseres Diagnoseergebnis wie bei den vorgenannten Verfahren.


    Bei der OS-Bampfung im Block gehe ich davon aus, dass ich damit alle drei Tage die Jungmilben in der Reifephase erwische zzgl. ein paar Altmilben. Damit würde ich dann die Milbenpopulation erheblich dezimieren, da ja kaum Nachwuchs entsteht. Wenn man nun noch das Ergebnis der Studie "Entwicklung der Varroa" zur Hand nimmt (78%/22%), sehe ich die OS-Bedampfung durchaus als Alternative zur AS.


    Grüße...