Wo bleiben die Varroen?

  • ... Robert: Eine komplette Bauerneuerung kostet die Bienen sehr viel Energie...


    Hast Du das schon mal ausprobiert? Wenn nicht, dann mach das mal. Da ist nix mit Verschleiß von Lebensenergie oder so!



    ... Markus: Meiner bescheidenen Meinung nach zeigt ein Volk bereits dann eine Schwäche, wenn die ihre Leichen einfach so aus dem Flugloch werfen....


    Oder wenn sie die Leichen gar nicht mehr wegräumen...


    Gruß Jörg

  • Überlegen wir doch mal was die Züchtungen bezwecken sollen. Die Bienen sollen befallene Zellen in denen sich die Varroa vermehrt erkennen und ausräumen. Hab mal eine Studie gehabt aus der hervorgeht wielange so eine Milbe lebt und wie oft sie in Zellen geht um sich zu vermehren.
    Wären die Völker so perfekt wie man denkt, dürften keine Varroen vorhanden sein, aber sie sind es doch. gehen wir mal von 100 Stück im Frühjahr aus, diese wandern in die zu verdeckelnde Brut und werden dann irgendwann durch öffnen und Ausräumen dieser Brut wieder heraus gescheucht um direkt wieder in die nächste Zelle zu verschwinden da kein Reifefrass mehr benötigt wird. Nun macht sie das 5-10 mal hintereinander und von 100 ausgehend wären damit 500-1000 Zellen ausgeräumt worden. Aber es werden ja nicht alle erwischt und so werden es zwar teils weniger Muttermilben aber andere vermehren sich dafür und gleichen es aus bzw. erhöhen die Milbenzahl. Am Ende würde immer mehr und mehr ausgeräumt - was ein Nachteil sein kann und wird, gerade zum Jahresende hin wenn jede Biene wichtig ist.


    Eine Brutunterbrechung ist sicherlich sogar eine gute Sache, sofern man die Zeit auf ein Minimum reduzieren kann und dazu noch, in der Phase ohne verdeckelte Brut oder Brut die von der Milbe bereits besetzt werden kann, eine Behandlung durchführt.


    Torsten, wo sind die Milben aus deiner Drohnebrut hin nachdem es dann keine Drohnebrut mehr gab und zwangsläufig auch Arbeiterinnenzellen genutzt werden?


    Stark brütende Völker, besonders bis spät zum Jahresende hin, versuchen etwas zu kompensieren was nicht passt. Meist sind es geschädigte Winterbienen die durch Varroa belastet ist und dadurch mehr und mehr gebrütet wird.


    Wir bewegen uns in einem Teufelskreis und müssen schauen wo man ihn am besten und einfachsten durchbrechen kann.



    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Markus: Meiner bescheidenen Meinung nach zeigt ein Volk bereits dann eine Schwäche, wenn die ihre Leichen einfach so aus dem Flugloch werfen. Bei meinen Waldvölkern gibts auch Tote, die werden aber soweit weggeflogen, dass man da vor den Beuten überhaupt nix findet, da geht die Flugkurve vom Flugloch aus gesehen sogar noch nach oben, während sie bei den meisten Bienen hier am Hausstand meist nach unten verlief und spätestens 2 m von der Beute entfernt endete....


    Deshalb hatte ich diese Besonderheit ja auch erwähnt. Da war schon länger was im Ungleichgewicht und jetzt zeigte sich auf einen Schlag das ganze Übel.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Nun macht sie das 5-10 mal hintereinander und von 100 ausgehend wären damit 500-1000 Zellen ausgeräumt worden. Aber es werden ja nicht alle erwischt und so werden es zwar teils weniger Muttermilben aber andere vermehren sich dafür und gleichen es aus bzw. erhöhen die Milbenzahl.


    So lange leben die weiblichen Milben aber nicht. Die meisten schaffen nur zwei Reproduktionszyklen (dazu eine Studie). Deswegen ist es entscheidend, die jungen Milben zu erwischen. Die alten tragen nicht so stark zur Vermehrung bei. Deswegen ist auch der oben genannte Zweitageszyklus bei OS-Bedampfung nicht erforderlich. Es genügt, die jungen Milben in der Reifefraßphase zu erwischen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Sven,
    es geht nicht darum wieviele Milben im Volk sind, sonden wo die Milben sind und wie sie verteilt sind, das Volk mit den 50 Milben hat doch den höheren Schaden.
    Nur so mein Gedanke,ob es stimmt weis ich nicht, 50 Milben vermehren sich die gehen dann gleich wieder auf die neue Brut da aber die ersten schlüpfenden Bienen Müll sind sind keine Jungbienen da welche die nächte Brut untersuchen könnten, der nächste Intervall Bienen ist zwar gesund aber muß ja auch das grösser werdende Brutnest versorgen weil die alten langsam weniger werden da dessen Uhr abgelaufen ist und irgendwann müssen sie sich entscheiden entweder Brut richtig wärmen, brut gut versorgen oder Varroen in den Zellen suchen für alle Arbeiten fehlen die Bienen.
    Bei dem mit 300 Varroen sieht das anders aus da jeweils auch immer der grösste Teil gesunde Bienen schlüpft, ich bilde mir ein das bei dem Volk die Entwicklung der Milbenpopulation geringer ist oder??

  • Hier noch mal eine aktuelle Befallsmeldung aus dem Norden:


    2 Standorte (HH, Plön), alle Anf. August 2 * AS über Schwammtuch oben; insgesamt 13 Völker


    Sowohl die WV, Ableger, abgeschw. Völker, gefangener Schwarm - alle < 5 Milben nach 7 Tagen. Selbst ein spätes Volk aus der Brutscheune ex TBE (3 AS-Behandlungen und 1 bis 2 Wochen Brutfreiheit) nur 1 Milbe nach 7 Tagen.


    Offensichtlich sind in diesem Jahr große Unterschiede festzustellen. Dennoch - wachsam bleiben...


    Beste Grüße


    Rainer


    - 2 Abl. (einer unbehandelt) - jew. keine Milben nach 7 Tagen
    - 2 WV, eines im Juli geschwärmt - 1 bzw. 2 Milben nach 7 Tagen


    - 4 WV, zwei im Juni geschwärmt - 0 Milben nach 7 Tagen
    - 2 Abl. - 10 bzw. 2 Milben nach 7 Tagen
    - 1 gefangener Schwarm (Juni) - 1 Milbe nach 7 Tagen

  • ....


    Naja, ich weiß nicht so recht, warum 50 Milben, die sofort in die Brut gehen schlimmer sein sollen, als 300 Milben, die sich mehr Zeit mit der Reproduktion lassen können, aber eben auch nicht ewig warten.


    Bei dem behandelten Volk hast du doch die Gewißheit, dass zwar eine gewisse Anzahl Milben in der ältesten Brut sind, dafür ist die jüngere Brut komplett milbenfrei. Und wenn dann 50 parasitierte Brutzellen ein Problem darstellen, dann passt da was mit der Bienenmasse nicht so recht. Möglicherweise wäre es einen Versuch wert, nach einer Bedampfung die älteste verdeckelte Brut zu entfernen, um dann alle Spatzen gefangen zu haben.


    Jörg: Die Bienen bauen bei mir derzeit (bzw. schon länger) kein weißes Wachs mehr, mir ging es da eher um den Zeitpunkt. Die Erneuerung klappt sogar bei meinen Bienen sehr zügig (wenns genug sind), allerdings eher zwischen Mai und Juli. Nichtausgeräumte Leichen zur jetzigen Zeit kann man schon fast als Endstadium bezeichnen, unabhängig davon, was der Anlass ist.


    Markus: Worauf führst Du das zurück, dass gerade die nach Westen ausgerichteten Völker eher dazu neigen, ihre toten Kollegen einfach vor dem Flugloch zu entsorgen? Im Grunde genommen ist das ja nur mit einem anderen Sammelverhalten zu begründen, weil diese Völker später in den Tag starten, wenn erst ab Mittag Sonne aufs Flugbrett scheint und dadurch andere Trachtquellen angeflogen werden, als bei den Frühaufstehern. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man das so genau abgrenzen kann, ich wäre da auch bei den anderen bisher unauffälligen Völkern wachsam, möglicherweise setzen da die Auswirkungen aufgrund geringerer Belastungen verzögert ein. Hier waren bisher immer alle betroffen, wenn irgendwas war. Der Volksgröße entsprechend mehr oder weniger, früher oder später, aber keines ohne Schaden.


    Grüße Sven

  • Sven,
    aber auf lange Sicht werden meiner Meinung nach bei den 50 Milben mehr draus, wegen Unterversorgung und Verkühlung der Brut.....das verlängert alles die verdeckelte Zeit.


    Markus,
    ich bin auch kein Mensch der auf Risiko geht, deswegen hab ich ja eine Brutscheune gemacht, nur sind eben in der Brut des Volkes welches unter der Brutscheune war und in den Kunstschwärmen keine Milben, ich weis es nicht wo sie sind.
    Es ist echt blöd das man im Bezug Varroa nicht eindeutiges finden kann was Dauer des Reifefrasses betrifft, ab wann Varroen sich auf Winter einstellen und keine Vermehrung mehr anstreben oder ob sie zwischen Bienen wechseln können, ob sie erwachsene Bienen anstechen können usw.da behauptet jeder was anderes.
    Spontan würde ich sagen das die Varroen auf den Drohnen waren welche von den Ameisen weggeschaft wurden, das kann aber laut Forschung nicht sein....aber in der Natur verbreitet sich die Varroa über Drohnen und müsste demzufolge länger wie behauptet aufsitzen.
    Was wäre jetzt wenn sich die Varroa sobald die Drohnenbrut ausläuft auf Winter einstellt nicht mehr auf Vermehrung setzt und nur Abweichler von den Bienen beseitigt werden müssten,ich sehe auch sehr starke Unterschiede zwischen den Milben welche ich in meinen Völkern gezüchtet habe und denen in Bienenmasse welche ich zugekauft habe.


    Ich habe bei einigen Kunstschwärmen den Bodenschieber drinnen weil ich keine Wärmebretter mehr hatte und da sind bei den Carnica u. Carnica lastigen Völkern auf einmal die letzen 3 Tagen bis zu 60 Milben "natürlicher Milbenfall" was aber garnicht sein kann da der zweite Intervall Brut durch ist und die sehen gesund u.fit aus....da bin ich letztes Jahr schon drauf reingefallen, ich hatte keine Lupe dabei aber ich wette die haben sich die Bienen runter geputzt......ich möchte nicht wissen wie viele Völker drauf gehen nicht wegen Varroa, sondern weil einige bei sowas in Panik verfallen und behandeln was das Zeug hält.

  • Alloha,
    mal eine einfache Anfängerfrage hier in den Experten-Thread geworfen:
    wo nehmt ihr bei der totalen Bauerneuerung eigentlich den ganzen Pollen her, der für die Aufzucht der Winterbienen benötigt wird?


    mit Grüßen aus der Agro-Wüste
    Astrid


    (eigentlich sollte es Agrar und nicht Agro heißen, aber irgendwie passt es auch so.)

  • Hey,


    in den kommenden Tagen holen wir die Völker aus der Heide zurück. Diese werden anschließend zu Kunstschwärmen verarbeitet und auf
    Mittelwände oder unbebrütete Waben eingeschlagen. Sie sammeln sich ihren benötigten Pollen, und machen noch mal 2 Brutsätze. Alles
    doch kein Problem.


    LG
    Frank

  • Wir haben doch erst Anfang September und der ist normalerweise noch ausreichend genug für einen Neustart. Es blüht noch einiges und besonders am Efeu werden sich die Damen noch erfreuen. Die Goldrute ist auch noch voll dabei!


    Aktuell nehmen sie noch Futter ab und bauen wie wild, besser wie in den überhitzten Juli/Augusttagen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Frank, Hallo Markus,


    ich habe aktuell das Problem, dass die Bienen auf unbebrühteten Waben einfach nicht legen. Auch wenn sie zwischen das Brutnest gesteckt werden, werden die nicht angenommen. Egal ob junge oder alte Königin. Das führt zu extrem kleinen Brutnestern. Keine Ahnung warum das so ist. Ist mir letztes Jahr nicht so aufgefallen.


    Gruß
    Frank


  • Markus: Worauf führst Du das zurück, dass gerade die nach Westen ausgerichteten Völker eher dazu neigen, ihre toten Kollegen einfach vor dem Flugloch zu entsorgen? Im Grunde genommen ist das ja nur mit einem anderen Sammelverhalten zu begründen, weil diese Völker später in den Tag starten, wenn erst ab Mittag Sonne aufs Flugbrett scheint und dadurch andere Trachtquellen angeflogen werden, als bei den Frühaufstehern. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man das so genau abgrenzen kann, ich wäre da auch bei den anderen bisher unauffälligen Völkern wachsam, möglicherweise setzen da die Auswirkungen aufgrund geringerer Belastungen verzögert ein. Hier waren bisher immer alle betroffen, wenn irgendwas war. Der Volksgröße entsprechend mehr oder weniger, früher oder später, aber keines ohne Schaden.


    Grüße Sven


    Ich hatte es bisher nur als einen Faktor gesehen der eben auffällig war. Deine Gedanken kann ich hierzu teilen, jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht an einer anderen Trachtquelle lag, da es ringsherum für alle das selbe gab.
    Beobachtet werden alle und jede Besonderheit wird registriert. Einzige Erklärung wäre evtl. ein direkter Spritzschaden der bereits im April erfolgt sein musste und durch Abtrifft entstanden sein könnte, aber auch da wären eher die Völker der anderen Seite betroffen gewesen und zudem war der Abstand groß genug. Was mir noch aufgefallen ist, diese Hängerseite war zufällig in der Hauptsache nach Westen ausgerichtet, lediglich einmal gabs eine Ostausrichtung, jedoch erfolgten an den angrenzenden Rapsschlägen kein PSM Einsatz.




    Tja gute Frage... irgendwo müssen sie sein und so hatte ich letzten Herbst 20 Völker die auch kaum Varroen zeigten und die Königinnen ihrem Ruf erstmal folge leisteten. Doch dann kam der Knall und im Oktober zeigten sich die wahren Schäden indem auf einmal abgeflogen, geschwärmt oder wegen extremer Schwäche geräubert wurde. Und selbst dann gab es nicht den großen Varroenfall den ich mittels Schwammtuch und danach mit Bedampfen erwartet hatte.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit