Wo bleiben die Varroen?

  • Du behandelst wirklich siebenmal nacheinander?
    Ich habe letztes Jahr eine Reihenbehandlung mit 4 Bedampfungen gemacht und halte das für völlig ausreichend.


    Allerdings. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass die OS über einen längeren Zeitraum wirkt, da erscheinen mir bereits vier Behandlungen reichlich.

  • Hierzu wird eine künstlich erzeugte Brutfreie Zeit erzeugt, um genau dies zu verhindern, dass die ollen Weiber wieder weitermachen wie gehabt. Dazu muss ich dann aber früher loslegen -was mir dieses Jahr leider nicht möglich war- die Königin wird dazu gekäfigt (weil sie dann im Anschluss eh ausgetauscht wird). Dazu werde ich Dann die Königin am Tag 0 käfigen, nach 9 Tagen die Zellen brechen und am Tag 14 die neue zum Ausfressen gegen die alte Königin austauschen.
    Somit hab ich am Tag 21 maximal 6 Tage alte Larven im Volk und sämtliche Brut der Vorgängerin ist geschlüpft = alle ollen Weiber sind mit ihren Töchtern noch da und haben noch keine Larven die sich zum Einnisten anbieten = man kann sie so gut wie alle erwischen, ob mit Oxalsäure, Milchsäure oder was auch immer zeitlich machbar ist und dem Imker beliebt. Man umgeht die unnötige Brutschädigung und bekommt dennoch noch viel schlüpfende Jungbienen.
    Jedoch werde ich auch in diesen 14 Tagen zu einer/mehreren Behandlungen tendieren um die Milbenbelastung an den Bienen zu reduzieren.


    Warum dann nicht gleich TBE?
    Da wäre keine Brutunterbrechung, also keine Schwächung des Volkes?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich habe im letzten 4 oder 5 x im Abstand von 7 Tagen bedampft. Die letzte Bedampfung habe ich in der letzten Dezemberwoche gemacht. Ich hatte noch nie so starke und robuste Völker, bis auf die Ableger, welche das gesamte Jahr nicht in Gang kamen. Dafür explodieren gerade regelrecht. Zwei Völker sind noch auf 4 Kästen und voll mit Bienen.
    Heute gegen 06.00 (9 Grad Celsius) Uhr habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr bedampft. Bis jetzt fielen 1-4 Milben pro Volk, was deutlich weniger ist, wie im letzten Jahr.
    Viele Grüße

  • Warum dann nicht gleich TBE?
    Da wäre keine Brutunterbrechung, also keine Schwächung des Volkes?


    Wolfgang


    TBE ist bei dir Totale Brut Entnahme oder Totale Bau Erneuerung?
    Beides mal hab ich doch eine noch größere Brutlücke, mir fehlen dann 21 Tage Brut die entweder vernichtet wird oder bei einem Brutsammler gehen zumindest ein Großteil der offenen Larven und Stifte flöten.



    Allerdings. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass die OS über einen längeren Zeitraum wirkt, da erscheinen mir bereits vier Behandlungen reichlich.


    So denkt man, aber dem ist nicht an allen Stellen so. Wie schon geschrieben ich beobachte dieses lästige Milbenpack schon länger und auch in Verbindung mit Oxalsäure halte ich meine Augen offen, letztlich geht es um meinen kompletten Bestand an Völkern, da ich alle gleich behandel und dieses Jahr komplett auf irgendwelche anderen Dinge verzichte.
    7 Tage steht in der Literatur, auch bis zu 28 Tage soll noch eine Wirkung vorhanden sein. Aber meine Beobachtungen decken sich nicht mit diesen "wissenschaftlichen" Erkenntnissen sondern zeigen mir klar und deutlich, dass selbst nach 3-4 Tagen bereits wieder Milben auf Bienen zu sehen sind, diese fange ich dann direkt mit der Biene ab und lass sie dann ein paar Tage eingesperrt um zu sehen ob sie nach 24-48h auf dem Rücken liegt. Und das spannende dabei ist..... die wenigsten strecken die Beine von sich und die Mehrheit sitzt noch auf den Bienen.
    Dabei kann ich auch sagen, es betrifft die verschiedensten Applikatoren und unterschiedlichsten Mengen, ich kann keinen Unterschied in der Wirksamkeit feststellen.



    Ich habe im letzten 4 oder 5 x im Abstand von 7 Tagen bedampft. Die letzte Bedampfung habe ich in der letzten Dezemberwoche gemacht. Ich hatte noch nie so starke und robuste Völker, bis auf die Ableger, welche das gesamte Jahr nicht in Gang kamen. Dafür explodieren gerade regelrecht. Zwei Völker sind noch auf 4 Kästen und voll mit Bienen.
    Heute gegen 06.00 (9 Grad Celsius) Uhr habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr bedampft. Bis jetzt fielen 1-4 Milben pro Volk, was deutlich weniger ist, wie im letzten Jahr.
    Viele Grüße


    Hier lag der Erfolg nach meinem Ermessen nicht in der Häufigkeit und auch nicht am Abstand der Bedampfungen. Der Erfolg rührt rein daher, dass du zu diesem Zeitpunkt ein vermutlich Brutfreies Fenster erwischt hast und damit alle frei zugänglichen Varroen erwischt hast.
    Persönlich bedampfe ich mitte/ende Dezember nur einmal -was bei Brutfreiheit absolut ausreichend ist.


    Den aktuell teils geringe Fall erkläre ich mir derzeit wie folgt, die Mehrzahl der Brutzellen ist verdeckelt und es gibt wenig offene aufgrund der Brutnestreduzierung. In Abhängigkeit von der Witterung mit der Hitze und der dann folgenden angenehmeren Phase sind die Völker nochmal in Brut gegangen, nun war/ist fast alles verdeckelt und am Schlüpfen und somit fallen sie nun wie das Laub von den Bäumen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Warum dann nicht gleich TBE?...

    :daumen::daumen::daumen:


    TBE ist bei dir Totale Brut Entnahme oder Totale Bau Erneuerung?
    Beides mal hab ich doch eine noch größere Brutlücke, mir fehlen dann 21 Tage Brut die entweder vernichtet wird oder bei einem Brutsammler gehen zumindest ein Großteil der offenen Larven und Stifte flöten...


    Hallo Markus,


    ob die jüngste Brut überlebt hängt natürlich von der Bienenmasse in der Brutscheune ab. Und die Bienen aus der BS kannst Du doch behandelt nach 3 Wochen dem Muttervolk zurückfegen oder später als Ableger mit dem Muttervolk vereinigen.


    Ich finde, daß so eine TBE das Muttervolk super motiviert. Vorausgesetzt die Königin ist leistungsfähig.


    Gruß Jörg


    PS: Und ob man es Brutentnahme oder Bauerneuerung nennt ist doch schnuppe...

    Einmal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: TBE =

  • ...ob die jüngste Brut überlebt hängt natürlich von der Bienenmasse in der Brutscheune ab. Und die Bienen aus der BS kannst Du doch behandelt nach 3 Wochen dem Muttervolk zurückfegen oder später als Ableger mit dem Muttervolk vereinigen.
    Ich finde, daß so eine TBE das Muttervolk super motiviert. Vorausgesetzt die Königin ist leistungsfähig.


    Genau das ist auch meine Erfahrung.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)


  • PS: Und ob man es Brutentnahme oder Bauerneuerung nennt ist doch schnuppe...


    Bei "Totaler Brutentnahme" entnimmt man u.U. nur die Waben, die Brut enthalten und lässt Futterwaben, evtl. sogar eine Pollenwabe drin.
    Bei "Totaler Bauerneuerung" entnimmt man alle Waben, lässt die Bienen entweder auf Mittelwänden oder gar auf Anfangsstreifen neu anfangen.


    Da sehe ich schon ein paar grundsätzliche Unterschiede, das ist keineswegs schnuppe...


    Grüße,
    Robert


  • Hallo Frank
    Vielen Dank für die Hilfe.
    Ich werde also bis ende des Monats durchgehend schauen was an Varoa fällt und entscheiden ob ich nochmal behandle.
    Zu der TBE möchte ich noch gerne was sagen.
    Ich stand dieses Jahr zum ersten Mal vor der Wahl und wenn ich mir das Ergebnis anschaue , dann bleibt es gleich was ich mache.
    Mit der AS hört die Königin auch auf zu stiften. Die junge Bruht wurde bei mir auch weitestgehend ausgefressen. Zwischen durch könnte ich noch beobachten wie frisch geschlüpfte Bienen raus geschmissen wurden, also geht sogar ein Teil der schon vor der Behandlung verdeckelten Bruht verloren.
    Und bevor die Weiseln anfingen zu stiften vergingen auch nochmal gute 10 Tage.
    Also 13 Tage Behandlung plus 10 Tage Bruht Pause gleich 23 verlorene Tage.
    Da erscheint mir eine TBE um einiges sinnvoller.
    Wobei ich die treufel Behandlung nicht einschätzen kann und noch blutiger Anfänger bin.
    Gruß Jakob

  • Markus,
    Das gibt mir wieder mal die Bestätigung das eine Butunterbrechung irgendwie doch nicht das wahre ist obwohl behauptet wird das es bei resistenten Bienen benötigt wird.
    Da ich heute mit einem Kumpel gesprochen haben welcher fast das gleiche Bienenmaterial hat wie ich, er auch in der Gegend wohnt und im Gegensatz zu mir massig Varroen und ich nicht muss ich nochmal schreiben wie ich es gemacht habe.
    Ich habe letztes Jahr und Anfang diesen Jahres alles auf 5,1 mit 32 Abstand umgestellt, da ich gehört habe das sich Varroen nur in den Randbereichen oder bei Verkühlung bei Wetterumschwüngen in Arbeiterinnenbrut vermehren können hab ich ab Frühjahr überall ein Wärmebrett drin.
    Ich hatte mir letztes Jahr mal Gedanken gemacht welcher Untergrund Wäme speichert und das ist am besten Stein und so habe ich meine neuen Standorte ausgewählt, jeweils im Tälern mit gepflasterten Flächen die noch Tage nach einem Temperatursturz Wärme abgeben.
    Achso, und nur max 6 Brut Rähmchen plus Drohnenrahmen und den nicht geschnitten.
    Ich bin von dem Ergebniss absolut überzeugt, ich habe von der Wirschaftsvölkern welche ich nach dem Raps permanent mit 4 Honigzargen stehen lassen musste wegen irre viel Bienenmasse alle Brutwaben entnommen einem schwachen Volk über Asg aufgesetzt und ich habe das Volk unten untersucht keine einzige Krüppelbiene oder Varroa in der Brut unten, gefunden bis jetzt, das ist ein richtiger Kracher geworden .....ich denke das sagt was aus:)
    Aber was ich dazu sagen muss, in der Zeit wo massiv Drohnen gezogen wurden krabbelten hunderte geschädigte flugunfähige Drohnen vor den Beuten rum welche gleich von den Waldsameisen beseitigt wurden.
    Und jetzt zu meinen 2 Völkern wo ich überhaupt paar Varroen gefunden habe, die sind mir Ende April schon geschwärmt noch bevor ich mir darüber Gedanken gemacht habe, die hatten einen vollen Drohnenrahmen und dann nachher keinen mehr, Ende Juli habe ich denen die Kös weggenommen wollte die Brut auslaufen lassen, da die sich aber schöne Weiseln gezogen haben hab ich sie einfach gelassen.
    Diese beiden sind die einzigen bei denen ich überhaupt Varroen finden konnte bis lang trotz 2 mal Butunterbrechung und wenig Drohnenbrut (Bienenmasse die ich zugekauft habe ausgenommen, da sieht es schon anders aus)
    Was sagt ihr dazu, die Völker welche volles Rohr durchgebrütet haben haben fast keine Milben:)

  • Hallo Robert,


    welche Unterschiede meinst Du speziell?


    - Ich vermute, dass es einen Unterschied macht, ob man noch eingelagerten Pollen drin hat oder nicht. Sei es zum positiven, weil auch bei Schlechtwetter mehr Nahrung für die Brut zur Verfügung steht, oder sei es zum negativen, weil der Pollen in manchen Gegenden möglicherweise Pestizide enthält.
    - Mögliche Keime von Krankheiten dürften beim kompletten Neustart auf Mittelwänden/Anfangssteifen deutlich stärker reduziert werden als wenn man nur die Brutwaben entnimmt, aber Futter und Pollen drin lässt.
    - Übernahme von altem Futter könnte auch sowohl positiv als auch negativ gesehen werden: die einen finden Honig besser als Sirup, die anderen meinen, dass Sirup im Winter die Kotblase weniger belastet.
    - Wahrscheinlich macht es für die Stimmung im Volk, insbesondere den Bautrieb, aber auch die Neuanlage des Brutnestes einen Unterschied, ob das Volk komplett neu anfängt, oder ob die Königin gleich auf vorhandenen Futterwaben weiterstiftet.
    - ich hatte hin und wieder den Eindruck, dass ein Volk nach Totaler Bauerneuerung viel ruhiger und friedlicher ist. Ob das auch der Fall ist, wenn man nur die Brutwaben entnimmt? Keine Ahnung. Irgendwann müsste ich mal vergleichende Versuche machen.


    Grüße,
    Robert

  • Moin Torsten,


    bezugnehmend auf einen deiner letzten Beiträge, wo es um den Vergleich bedampft (50 M)/nicht bedampft (300 M) ging, finde ich das doch ein recht positives Ergebnis, sofern die Völker zuvor unter der gleichen Milbenlast litten. Auch wenn man vielleicht meint, mit einer Bedampfung alle Milben außerhalb der Brut zu erwischen, sind etwas über 80 % doch auch nicht so schlecht.


    Aber was ich dazu sagen muss, in der Zeit wo massiv Drohnen gezogen wurden krabbelten hunderte geschädigte flugunfähige Drohnen vor den Beuten rum welche gleich von den Waldsameisen beseitigt wurden.


    Hatte ich im letzten Jahr. Und auch massig Milben. In diesem Jahr nicht, dafür gabs phasenweise so einiges an Kalkbrut. Da könnte man fast auf die Idee kommen, dass die Bienen alles außerhalb der Norm haben absterben lassen und in eingetrockneter Form dann entsorgt haben. Aktuell zeigt keines der Völker mehr irgendwelche Anzeichen diesbezüglich.


    Robert: Eine komplette Bauerneuerung kostet die Bienen sehr viel Energie, nicht nur in Form von Futter, sondern auch in Form von Lebensenergie. Jetzt im Herbst würde ich das nicht unbedingt mehr machen wollen. Anzeichen, dass so etwas erforderlich ist wegen z.B. komplett belastetem Wabenbau, erkennt man doch oft schon viel früher im Jahr.


    Markus: Meiner bescheidenen Meinung nach zeigt ein Volk bereits dann eine Schwäche, wenn die ihre Leichen einfach so aus dem Flugloch werfen. Bei meinen Waldvölkern gibts auch Tote, die werden aber soweit weggeflogen, dass man da vor den Beuten überhaupt nix findet, da geht die Flugkurve vom Flugloch aus gesehen sogar noch nach oben, während sie bei den meisten Bienen hier am Hausstand meist nach unten verlief und spätestens 2 m von der Beute entfernt endete....


    Grüße Sven


  • Da erscheint mir eine TBE um einiges sinnvoller.
    Wobei ich die treufel Behandlung nicht einschätzen kann und noch blutiger Anfänger bin.


    Zumindest nach Liebig soll Milchsäure hier besser wirken.
    Auch eine Stoßbehandlung (einmal Schwammtuch) mit AS wäre denkbar. Kurzzeitbehandungen haben m.E. keine so dramatischen Auswirkungen auf die Brut und die Königin ist ja nicht betroffen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wurde eben darauf hingewiesen, dass meine Larven ja schon 3 mal verdeckelt sein müssten wenn man nach meinen Angaben geht.
    Also ich rechne da die Ei Zeit mit dazu, d.h. eine 6 Tage alte Larve ist in Wirklichkeit nur 3 Tage im Larvenstadium und 3 im Eistadium.
    Ansonsten wäre sie ja mit 6 Tagen schon wieder verdeckelt und mit einer Varroa besiedelt.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit