Wo bleiben die Varroen?

  • . Der Schwarmakt löst irgendetwas aus, was der Milbe förderlich ist.


    .



    Quatsch.
    Laut Tautz löst der Schwarmakt eine Temperatur von um 40 Grad Celsius aus. Und die lässt Milben vertrocknen.
    Wenn du vermehrt Milben in Schwarmvölkern hast liegt das an ganz was anderes: Nämlich im Nicht-Naturbau. Die Bienen haben zu schnell zu viele Zellen bereit zum Stiften. Das tut die Königin dann auch. Sie legt mehr als beheitzt werden können.
    Auf Naturbau dauert es länger bis überhaupt Zellen zur verfügung stehen, und es geht langsamer bis es deren mehr sind. Ergo wird besser geheitzt.
    Ich glaub, der verschwundene Drohn (Markus) hatte das auch schon so beobachtet.

  • Moin, moin,


    also, die meisten Milben auf der Probewindel habe ich in einem ungedrahteten Naturbauvolk, das auf 32 mm Wabenabstand sitzt und auch 4,9er Zellen ausgebaut hat. Leider ist der Naturbau nur oben angebaut, und die Bienen sind da schwerlich runter zu bekommen, ohne Bruch. Bauerneuerung ist da nicht so einfach...


    Dann habe ich einen Schwarm, der auch naturbauen durfte und nicht gelesen hat, dass Schwärme zuerst nur Arbeiterinnenbrutwaben bauen, alle 11 Waben bestehen zu 40 bis 60% aus Drohnenzellen... Legen tut sie dann mal hier, mal da und je nach Möge... Da weiß ich noch nicht.


    Meine Begeisterung für Natubau ist da gerade etwas gedämpft...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ihr habt ja rasante Theorien.
    Ob viele oder wenige Milben fallen, dürfte wohl hauptsächlich daran liegen, wie viele frei auf den Bienen sind. Vielleicht mag die Ameisensäure in der verdeckelten Brut wirken, aber sicher nicht so gut, wie auf den Bienen; und dann auch nur bei hohen Dosierungen. Denn fast alle Behandlungskonzepte sind so aufgebaut, dass der Wirkstoff gar nicht in der verdeckelten Brut wirken muss und kann. Für die Menge der (verdeckelten) Brut zum Behandlungszeitraum gibt es wohl sehr viele Einflüsse, die hier wirken. Darum wohl auch die unterschiedlichen Befallszahlen. Könnten die geringen Milbenzahlen, die bei vielen zur Zeit fallen, darauf zurückzuführen sein, dass sehr viele Völker immer noch sehr stark sind und noch sehr große Brutnester pflegen?

  • Quatsch.
    Laut Tautz löst der Schwarmakt eine Temperatur von um 40 Grad Celsius aus. Und die lässt Milben vertrocknen.


    Erstens hat das Professor Seeley gemessen und zweitens hat keiner dabei "vertrocknete Milben" gefunden. Ich weiß nicht wie lange bei deinen Bienenvölkern ein Schwarmakt dauert, aber bei mir sind die unter einer Minute raus. Im Vergleich dazu die Behandlungszeit von 2 Stunden bei der Bienensauna - das sagt doch schon alles.


    Die "40°C" (es waren 35-36°C) wird außerdem außerhalb des Bienenstockes in der am Baum hängenden Schwarmtraube erreicht. Summa summarum ist das pure Phantasie zu behaupten, ein Schwarmakt bewirkt eine Verminderung der Milbenpopulation.


    Ich habe lange Jahre eine Schwarmimkerei betrieben und kann mit Fug und Recht behaupten, die Milbenpopulation ist im Herbst bei Schwärmen immer höher gewesen als in Ablegern oder nicht-geschwärmten Vollvölkern. Unbehandelt, wohlgemerkt! Das ist doch reines Wunschdenken, daß ein Schwarm an sich das Allheilmittel für Varroa ist. Es ist zu berücksichtigen, daß der Ursprungswirt der Varroa viel häufiger schwärmt als unsere Honigbienen und daß die Varroamilbe allein deswegen schon auf das Schwärmen optimal angepaßt sein muß. Das Gleiche gilt für die Brutfreiheit. Die Varroa vermehrt sich nur in der Drohnenbrut bei der Cerana - und da gibt es eine achtmonatige Pause beim Ursprungswirt. Die Milben überdauern acht Monate Brutfreiheit ohne Probleme. Das bisschen Brutpause, daß wir ihnen hier angedeihen lassen, ist per se wirkungslos bei der Varroa. Erst in Kombination mit einer Behandlung wird ein Schuh draus.

  • Quatsch.
    Laut Tautz löst der Schwarmakt eine Temperatur von um 40 Grad Celsius aus. Und die lässt Milben vertrocknen.
    Wenn du vermehrt Milben in Schwarmvölkern hast liegt das an ganz was anderes: Nämlich im Nicht-Naturbau. Die Bienen haben zu schnell zu viele Zellen bereit zum Stiften. Das tut die Königin dann auch. Sie legt mehr als beheitzt werden können.
    Auf Naturbau dauert es länger bis überhaupt Zellen zur verfügung stehen, und es geht langsamer bis es deren mehr sind. Ergo wird besser geheitzt.
    Ich glaub, der verschwundene Drohn (Markus) hatte das auch schon so beobachtet.


    Hallo,


    ich habe letztes Jahr Ende Mai einen Schwarm (2 Zargen DN voll !!!) bekommen. Der war aus Mangel an Mittelwänden nur auf Rähmchen gesetzt. Der hatte bei mir Ende Juli einen täglichen Milbefall von 40 - 50 Milben. Ich habe dann sofort mit AS Nasenh. Prof 2 Wochen behandelt. Milbenfall gesamt 10 - 12000 Milben!! Dann nur noch Ende des Jahres mit Träufelbehandlung. Volk geht es sehr gut.


    Wie kann das sein? kann ja mit Naturbau nicht`s zu tun haben


    Viele Grüße aus der Westlausitz

  • Ich habe den Vergleich zwischen Völkern, die im Spätherbst intensiv und kontrolliert behandelt wurden, und solchen, die zu dieser Zeit nur einmal mit OS behandelt wurden.
    Letztere habe ich jetzt frei von verdeckelter Brut mit OS behandelt, dabei sind nach 3 Tagen zwischen 100 und 250 Milben gefallen.
    Bei ersteren dagegen fallen nach wie vor keine Milben. Bei zwei Völkern hatte ich vor 3 Wochen eine OS-Dampf-Blockbehandlung begonnen, die ich schließlich abbrach, weil keine Milben fielen.
    Es sieht mir zunehmend danach aus, dass eine intensive und kontrollierte Spätherbstbehandlung der Schlüssel zu einem sehr geringen Varroabefall ist. Ich werde nach der jetzigen Hitzeperiode die Schieber wieder einsetzen und weiter berichten.


    Gruß Ralph

  • Nur eine kurze Zwischenfrage:
    Wofür war noch mal das geölte Papier auf dem Schieber gedacht?
    war das, damit Ameisen die gefallenen Milben wegen Ölglätte nicht entfernen können (weil sie das Öl nicht vertragen)
    oder
    damit Milben wegen Ölspur nicht abhauen und evtl. wieder nach oben krabbeln können?


    Ich bin am Zweifeln. Ich habe zwei Bodenschieber mit geöltem Papier und einen zwecks "Ameisenfaktor-Kontrolle" ungeölt untergeschoben. Ich konnte bisher keine Milben entdecken. Kann es sein, dass das Öl die Milben schwerer auffindbar macht?


    e:
    Ich bin zwar ein humorvoller Mensch, habe aber kein Rapsöl verwendet, es war Sonnenblumenöl. Einmal auf Papierküchentuch, einmal auf Papierhandtuch. Vllt. spielt die Ölsorte ja eine Rolle...


    Gruß Andreas