wie ungezeichnete Königin leicht finden?

  • Hallo Wissende,


    ich will nach Liebich und Spessart Imker Teilen und Behandeln. Nun sind meine Königinnen (3) alle aus Schwärmen aus dem Vorjahr und ich möchte sie gern austauschen. Habe sie gesucht, aber in der Bienenmasse nicht gefunden. Ich war wirklich verzweifelt. Nun habe ich Fluglinge gemacht, in die ich je eine gekäfigte Königin gehängt habe. In der Hoffnung, dass sich der Brutling recht leer fliegt. Ist aber immer noch voll besetzt und eine Tortur für die Bienen meine Suche. Mit den Brutlingen will ich dann meine Völker verstärken und einen Teil der Bienen abgeben. Und die Vorjahresköniginnen auch gern noch verschenken. Habe bedürftige Freunde. Hättet Ihr eine Idee wie ich die Königin schneller finden kann?


    Freue mich auf Antwort Karsten

    Wer stets begreift was er tut, lebt unter seinen Möglichkeiten. Und. Ich leide nicht an Realitätsverlust, ich genieße ihn.

  • Hallo Wissende,


    ...Nun sind meine Königinnen (3) alle aus Schwärmen aus dem Vorjahr und ich möchte sie gern austauschen. ...


    Freue mich auf Antwort Karsten


    Hallo,
    und warum willst du diese Königinnen austauschen ? ........Entschuldige die Frage , aber mir entgeht da irgendwie der Sinn.
    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo,


    mal unabhängig von der Frage wozu und warum, ist halt so, man muss nicht alles nachvollziehen können und gemauschelt wird reichlich:wink:
    genug der Stichelei,


    stellen ma uns ma janz dumm: "Wie such isch ne Königin ohne Punkt drauf?":


    1. Man muss ein gewisses Auge haben,


    2. durch Übung wird das deutlich besser!! (wie fast immer)


    3. Bei Zweiräumigem Imkern immer erst oben durchsehen, durchgesehene Waben möglichst umparken/weghängen, entweder mit ordentlich Platz und Abstand in der Beute und z.B. einem Schied (ich liebe Dadant!. Jedenfalls bringt es nix, wenn die so eng sitzen, dass die Gesuchte von einer nicht durchgesehen Wabe nach dem Einhängen der Durchgesehenen unbemerkt auf diese wechseln kann. Wabenbock, Extrazarge etc.
    (aktuell aber bitte auf Räuberei achten!)


    4. Auf das Butnest achten! Auf die Legekreise der Königin gucken, sprich: je mehr frische Stifte, desto eher Königin. Abends soll sie zweiräumig eher oben anzutreffen sein.


    5. Bloß nicht mit dem totalen Zoom akribisch suchen. Eher oberflächlich versuchen, das Gesamtbild der Wabe mit dem Bienenbesatz ins Auge zu fassen, dann auf besondere Muster "scannen", längerer Hinterleib, umgebender Hofstaat, andere Laufrichtung und - geschwindigkeit, rötliche Beine...


    6. Am Ende jeder Seitendurchsicht auch die Rähmchenränder mit ansehen, sie verstecken sich doch schon mal gern, die Majestäten. Einen Blick mit auf die Beutenwände kann dahingehend auch nie schaden... und gucken, wo sie dort dann hinläuft.


    7. Wenn das alles nix hilft:


    Ein Absperrgitter heißt Absperrgitter, weil es absperrt. Die Königin nämlich.
    Also eins zwischen zwei Brutraumzargen gelegt zeigt nach ein paar Tagen, wo die Stifte und somit die Königin ist. Passend und bienendicht zwischen den Waben einräumig trennt sie sogar Wabenweise/Portionsweise ab.


    Wer diese Zeit nicht hat:


    Neuen Butraum leer an den alten Platz, den alten Brutraum zur Seite stellen, das sorgt schon mal für Entlastung durch abfliegen der Flugmannschaft, erst recht, wenn ie übellaunig sind.
    Dann eine großzügige Aufstiegshilfe an das Flugbrett stellen oder ein bodentiefes Flugbrett auf einem Untergrund der nicht zugewuchert sein sollte.
    Alle Brutwaben auf dieses "vergrößerte" Anflugbrett abstoßen,
    vor dem Flugloch ein ASG anbringen,
    die Bienen einlaufen lassen, abwarten. Dort wird die Königin hängen bleiben, ggf. auch in einem Bienenträubchen, wo sie dann drin zu suchen wäre.
    Neu aufgestellte Leerbeute wieder wegnehmen, die Bienen hängen sich wie ein Schwarm am Deckel auf nach einer Zeit.
    Alte mit dem abgesuchten, abgestoßenen Brutwaben wieder dort hinstellen, Wabenreihenfolge unverändert bitte. Bienentraube vom Deckel über diesem BR abstoßen oder auch einlaufen lassen.


    Ist ein Gedöhns....aber wenn`s sein muss.
    Muss es meistens nicht - immer nochmal überlegen.


    Und ZEICHNEN, wenn die Völksgröße klein ist bzw. bei nächster Gelegenheit/Sichtung...
    Das soll echt helfen :cool::u_idea_bulb02:
    Bei einem Schwarm vom letzen Jahr kann ich mir das kaum vorstellen, dass da keine Gelegenheit dazu war. Und jetzt muss man das büßen bei den Bienenmassen.


    Viel Erfolg


    Grüße


    Marion,


    die die Königin immer sieht, ob sie will oder nicht - war noch nie anders.:-D

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,


    vielen Dank für diese ausführlichen Tipps! Ich habe auch arge Probleme die Königin immer zu finden... hab bei jeder Durchsicht das Zeichenmaterial dabei, aber noch nie ist es soweit gekommen!
    Ein befreundeter Imker hat noch einen Tipp gegeben um den Tunnelblick zu schärfen:


    10 Minuten lang vor der Kontrolle Bilder von Königinnen ansehen. Da wird wohl der Blick geschärft / selektive Wahrnehmung.


    Gruß,
    Marcel

  • Noch ein Tipp, den ich bisher nicht gelesen habe. Lege ne gute Woche vorher ein ASG zwischen die beiden Bruträume. Bei dem Durchschauen dann auf die Stifte achten. Da wo noch welche sind, ist die Königin, im anderen halt nicht. Dann musst du nur den halben Brutraum durchwühlen.


    Gruß
    Frank

  • Bei mir gibts einige Königinnen die echte Meister im Verstecken sind. Mittlerweile hab ich aber bei 3 Stück herausgefunden wo sie sich immer verstecken. Da gibt es zwischen Rähmchenholz und Wabenunterseite ein paar Stellen an denen meine Mädels so eine Art Tunnel bzw. Über-/Umbau fabriziert haben. Teilweise sieht man den bei der Daraufsicht nicht und nur mit etwas Glück erkennt man solche Gebilde. Sind auch gerade mal 5 Völker die bei mir sowas hinbekommen. Selbst komplettes abschütteln hat da nichts gebracht.


    Ansonsten Beute zur Seite Stellen, Boden und Leerzarge oder besser den Honigraum an den alten Platz, Absperrgitter rein und darauf noch eine Leerzarge. Nun alles da rein Schütteln und mit etwas Rauch nach unten treiben. Dann sieht man sie recht schnell.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ein erfahrener Kollege hat mir einmal erzählt, man kann in vielen Fällen schon beim Öffnen der Beute sehen, in welcher Wabengasse sich die Königin befindet. Ich hatte es zu der Zeit nicht genau verstanden. Es hat wohl etwas damit zu tun, wie die Bienen sich auf den Oberträgern verhalten. Voraussetzung hierfür wäre dann wohl ein ungeteilter Brutraum ohne Folie. Hat Jemand damit Erfahrung?


    Gruß, Janina

  • Der Tipp mit der Brutwabe und den Legekreisen mit frischen Stiften am Randbereich der Brut wurde ja schon erwähnt.


    Sollte auf solch einer Brutwabe der Bienensitz besonders ruhig sein ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dort die Königin zu finden.


    Vor allem bei "griffigen"" Völkern mit Tendenz zum Überquellen ist so eine Wabe leicht zu erkennen.

  • Stimmt, wenn ein Volk noch auf einer Zarge sein Brutnest hat kann mann schon anhand der Bienenmasse in den Wabengassen abschätzen wo die höchste Wahrscheinlichkeit besteht, die Königin zu finden. Das mit dem üben kann ich auch bestätigen. Ich hatte Jahrelang Probleme die Königin zu finden und es schließlich fast aufgegeben. Wenn eine Königin gerade legt ist auch der längere Hinterleib nicht zu sehen. Du mußt dich darauf Konzentrieren eine Biene zu entdecken, die deutlich weniger Haare hat und dunkler + glänzender erscheint, besonders am Rückenschild, wo das farbige Plättchen hingehört...



  • Ähnlich, aber etwas anders:
    Nicht vor der neuen Beute abstoßen, sondern in einen Hobbock. Die bienenfreien Waben in die neue Beute hängen, Absperrgitter auflegen und leere Zarge drüber stellen. Nun den Inhalt des Hobbocks hineinkippen.
    Vorteile:

    • Die Bienen passieren das großflächige Absperrgitter wesentlich schneller. Vor dem Flugloch dauert das ewig und das nervt.
    • Auch erkennt ein Großteil der Bienen wegen des Absperrgitters die eigene Beute nicht mehr und verfliegt in die Nachbarbeuten, die ja der bekannten Behausung viel ähnlicher sind. Das schwächt das Volk.
    • Wegen des großen Sterzelns und der entsprechenden Wanderbewegung kann die Königin in eine Nachbarbeute gelockt werden. Die ist dann verloren.


    Gruß Ralph