Wespen/Bienen/ Hummeln umsiedeln

  • Ich denke, das Thema ist hier schon öfters aufgeploppt, aber ich möchte es mal etwas genauer wissen:


    laufend werde ich wegen "Schwärmen" angerufen, sie - wie Ihr ja alle kennt - dann doch Wespen sind.


    und: Die MÜSSEN da weg, weil sie ja ach so stören..., ansonsten wird zum Insektenspray gegriffen , so wird gedroht



    Wespen umsiedeln - so habe ich gelesen - geht gar nicht.


    Wenn nun der Wespenbau an einer sehr ungünstigen Stelle hängt, bleibt also nur das Entfernen und irgendwo hinlegen, wo es keinen stört, so dass die verbleibenden lebenden Wespen wenigstens noch abhauen können?


    Ein Hummelnest in einem Meisennistkasten konnte ich erfolgreich umsiedeln.


    Aber was mache ich bloß mit den Wespen?



    Und dann rief mich eine Dame an, die seit 3!! Jahren wirkliche echte Honigbienen in einer Verschalung über der Terrasse hat. JETZT müssen die weg.
    Ich habe mir das Ganze angesehen, aber ohne die Verschalung zu zerstören ( was die Dame nicht möchte) - komme ich da nicht ran.
    Zudem um diese Jahreszeit dann den Wildbau entfernen heißt gleichzeitig, diesen zu vernichten - das Volk dann irgendwo einzuquartieren..? ob sich das noch aufbaut?


    Als nächten Kandidat habe ich Hornissen in einem Rolladenkasten ( nur beschrieben, nicht gesehen)
    Hornissen stehen unter Schutz, da kann ich doch gar nix machen?!


    Aber überall liest man:
    Kontaktieren sie einen Imker aus der Umgebung.
    ich fühle mich nicht gut dabei :-(


    Wie geht Ihr denn da vor?


    fragt sich:
    Die Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Anni,
    das trifft sich gut, denn gerade gestern habe ich den Wespen- und Hornissenlehrgang am Bieneninstitut Kirchhain gemacht.


    Wespen und Hornissen darf man nicht so einfach umsiedeln oder vernichten.
    Hierzu bedarf es einer Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde des jeweiligen Landkreises.
    Umsiedeln dürfen eigentlich nur ausgebildete Leute und vernichten nur zugelassene Schädlingsbekämpfer.
    Außerdem muss der Nachweis geführt werden, dass die von den Tieren Gefahr ausgeht. Und dann wird es schwierig, diesen Nachweis zu führen.
    Manchmal hilft auch ein Umlenken der Einflugschneise.


    Als Imker kannst Du die betroffenen beraten mit dem Ziel das Nest zu erhalten, denn spätestens im Herbst sind eh alle weg.
    Oder die Betroffenen sollten sich an die UNB wenden.


    Mehr Tips findest Du auch auf der Homepage des Referenten unter www.aktion-wespenschutz.de


    Gruss G.

  • Danke für den Tip,
    ich habe jetzt mal bei unserer Unteren Naturschutzbehörde angerufen
    Dort erklärte man:


    WESPEN dürfen in begründeten Fällen entfernt/ vernichtet werden, auch durch einen Imker ( wenn dieser sich bereit erklärt) - so die Info ( wäre ein Widerspruch zur Kirchhainer Info?!)


    Solitärinsekten ansonsten nicht, genau so wenig wie Hornissen oder Hummeln, hier bedarf es einer Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Ok,
    die Kollegin der UNB hat im Lehrgang erklärt, dass jeder Landkreis es individuell handhabt.
    Wenn, das bei Euch so ist, dann ist es so.
    Wie gesagt, es muss ein begründeter Fall vorliegen.
    Gruss G.

  • Danke auf jeden fall für die Anregung und auch den Link, bin jetzt viel schlauer.


    Muss mir nur noch überlege, was ich mit der Dame mit den Bienen mache...

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.


  • Hallo Anni,


    ich lasse mir immer die vollständige Adresse und Telefonnummer von allen "Anrufern" geben, bitte eine "Probe" von dem Problemtier mir zu zuschicken oder fahre, wenn es nicht zu weit weg ist, selber hin. Mache die Anrufenden am Ende des Gespräches auf die Kosten für meinen Einsatz (das Mindeste sind die Fahrtkosten, "Beratung" ist kostenlos, alles weitere dürfen die "Besteller" bezahlen zum Kurs eines Schädlingsbekämpfer) aufmersam.


    Bei uneinsichtigen Personen, die mir ankündigen Wespen, Hornissen, Hummeln und auch Ameisen (insbesondere Waldameisen) vernichten zu wollen, wenn ich nicht "spure", drohe ich entsprechend mit dem Gesetzestext zurück und kündige eine Anzeige bei der unteren Naturschutzbehörde an. Deswegen immer erst Name, Anschrift und Telefonnummer geben lassen. Strafen für Vergehen an Hautflüglern können mit bis zu 50.000 € verhängt werden. Soweit mein aktuellster Kenntnisstand zu diesem Thema.


    Ein "Fortbildungslehrgang zur fachgerechten Beratung und Umsiedlung bei Problemen mit Hornissen- und anderen Wespenvölkern" ist eine gute Ergänzung für jeden Imker, der sich mit solchen Anrufern wie den Deinen abgeben muss.


    In Duisburger Bienenmuseum z.B. war der Fortbildungskurs leider schon am 5.7.2015, wird aber bestimmt nächstes Jahr wieder angeboten.


    MFG