Was kann ich machen? Nachbars Bienen ja, aber bitte etwas weniger aggressiv.

  • Hallo liebe Community,


    nachdem ich hier in 6 Jahre alten Threads durchaus interessante Anhaltspunkte bezüglich meines nun gleich geschilderten Problems gelesen habe, bitte ich um dankenswerte Unterstützung.


    Folgende Situation:


    Meine Tochter und ihr frisch Anvertrauter haben vor 10 Tagen ein Haus inkl. eines 1200 qm großem Grundstückes in einer 80 Jahre alten Stadtrandsiedlung käuflich erworben. Das junge Paar renoviert das Haus und ich bringe den Garten auf aktuelle Standards. Der Nachbar pflegt mehrere Bienenvölker, was wir durchaus begrüßen und mögen.
    Am vergangenen Samstag, 35°C, stark schwitzend, schwarzes T-Shirt^^, wurde ich 10 m von den Bienenstöcken und vllt. 8m von der Grundstücksgrenze entfernt mehrfach von den Nachbarsbienen gestochen und was eigentlich noch krasser war, regelrecht verfolgt und attackiert. Gleiches geschah dann unmittelbar danach meiner Tochter und ihrem Mann. Interessant eventuell - bei keinem der insgesamt 6 Stiche blieb der Stachel stecken, wie ich es eigentlich sonst von Bienenstichen kenne.
    Nun möchten wir weder Streit mit dem Nachbarn, Gespräche in der Thematik waren freundlich, aber merklich ausweichend und verallgemeinernd, noch eine 200 qm no go area auf dem eigenen Grundstück haben und suchen so etwas wie einen Burgfrieden mit den Bienen.
    Gibt es bevorzugte Tageszeiten und/oder Temperaturen um dort das Gartenstück zu bewirtschaften?
    Müssen wir mit dieser Situation, auch vor dem Hintergrund hoffentlich dort bald spielender Kinder leben, oder gibt es einen Weg sich mit den Tieren zu arrangieren?


    Danke für das hoffentlich vorhandene Interesse an der Thematik und LG Bert.

  • Ein Patient kann Läuse und Flöhe haben. Wenn der Stachel nicht (in keinem Fall) stecken geblieben ist, waren es wohl, obwohl der Nachbar imkert, Wespen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nun hätte ich eben dieses "Phänomen" nicht erwähnt, wenn es mir nicht so schleierhaft vorgekommen wäre und bei allem Respekt....
    mit fast 60 Lenzen kann ich sehr wohl Wespen von Bienen unterscheiden, vor allem, wenn ich sie mir aus meinem Basecap sammeln und dabei detailliert betrachten darf/muss.


    LG Bert

  • Sehe ich genauso, wenn keine Stacheln stecken geblieben sind. Und die Zahl der Lenze scheint da nicht unbedingt ein Kriterium fürs mögliche Irren zu sein. Hier rufen seit Wochen durchaus noch ältere Leute an, ich solle doch bitte das Bienennest, ja genau, diese große Papierkugel, vom Dachboden holen. Wären schließlich ja meine Bienen. Und deshalb bitte sofort.


    Was hast Du denn kurz vor den Stichen gemacht?

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Okay, ich habe höflich gefragt, nicht bei Dir angerufen, möchte mir diese Unkenntnis eigentlich auch nicht unterstellen lassen, habe allerdings bereits mehrere Wespennester/graue Papierkugeln bei Dachausbauten eleminieren müssen.
    Vielleicht ist es ja möglich, einfach mal davon auszugehen, dass die 6 Stiche von dunkelbraunen Tieren kamen, die aus blauen Behältern mit Ein-/Ausfluglöchern geflogen kamen.
    Vor diesen Kisten ist bzw. befindet sich eine ca. 3 m hohe blühende Brombeerhecke, dann kommt "unser" Grundstück, einige Himbeerpflanzen, viel Unkraut und dort habe ich umgegraben.


    LG Bert

  • Hallo Bert


    hattet ihr vorher schon Probleme mit Nachbars Bienen? Wie lange nutzt ihr den Garten schon? Kann sein, dass es na der Hitze lag. Normalerweise machen Bienen so etwas nicht, aber es gibt nichts was es nicht gibt.
    Solge es sich um nur diesen einen Vorfall handelt würde ich mir keine Sorgen machen.


    Grüße
    Solibee

  • Also umgraben mögen Bienen manchmal nicht. Bei mir War das aber 3m neben den Beuten kein großes Problem. Wie dicht ist den die Hecke? Und steht direkt zwischen Bienen und dem umgegrabenen Stück? War der Boden dort vielleicht feucht und sie wurden beim Wasser sammeln gestört? Normalerweise sollten bei 8m nicht viel passieren. Ich hab als kleiner Junge auch schnell gelernt nicht 2m vor den Beuten in Flugrichtung zu stehen.

  • Gibt es bevorzugte Tageszeiten und/oder Temperaturen um dort das Gartenstück zu bewirtschaften?


    Ja, kurz vor Sonnenuntergang und nach Sonnenaufgang. Alle Temperaturen unter 30 Grad Celsius. Sowieso alle Temperaturen unter 10 Grad Celsius.


    Müssen wir mit dieser Situation, auch vor dem Hintergrund hoffentlich dort bald spielender Kinder leben, oder gibt es einen Weg sich mit den Tieren zu arrangieren?


    Da gibt es viele Wege. Eine hohe Hecke hilft in den meisten Fällen - eine drei Meter hohe Brombeeren sind da schon mal nicht schlecht (3 Meter?).


    Es kommt auch mir etwas ungewöhnlich vor, daß a) die Bienen euch attackieren sollen und b) die Stachel nicht stecken bleiben. Das gibt es eigentlich nur bei Wespen. Wenn Du uns ein Photo von den Tieren hier einstellst, dann können wir uns ein Bild machen. Und von dem Grundstück.


    Wenn Du uns ungefähr den Wohnort verrätst, kann vielleicht jemand vor Ort helfen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Danke euch,
    das sind doch schon mal Ansätze.


    Solibee :
    Seit 10 Tagen gehört uns das Grundstück, ich selbst habe ein Haus 1 km weiter, aktuell viele Stare in den Kirschen, aber eben (leider) kaum Bienen. Daher bin ich gerade in der (Lösungs) Findungsphase - darum frage ich ja.


    Manfet : THX


    Bernhard :
    Danke, ja ca. 3m hoch. Das sind einzelne Brombeertriebe, die direkt am Zaun der Grundstücksgrenze ranken. Also sozusagen eine blick- und flugdurchlässige Hecke. Den Wohnort kann ich Dir exakt benennen - Hansestadt Rostock, 18146, OT Dierkow West. Fotos, wenn ich dann irgendwann mal Zeit und Luft habe sehr gerne - ich möchte ja etwas von euch - aber wovon?
    Ich werde jetzt keine Bienen zu Fotozwecken töten, um zu beweisen, dass eine Biene keine Wespe ist, obwohl eine Biene beim Stich den Stachel nebst Giftdrüse in der Wunde lässt, was ich als Kind lernte, als wir Bienen mit Marmeladengläsern fingen.....<<augenverdreh>>
    Ich kann ja nun auch nichts dafür, dass Nachbars Bienen exakt DAS nicht gemacht haben, was ich übrigens rein schmerztechnisch durchaus positiv bewertet habe. Es war so bei 6 von 6 Stichen und die Bienen spielten total verrückt, in meinem Shirt, in meinem Cap, in den Haaren meiner Tochter....übrigens immer in der Kopfgegend, fällt mir dazu noch ein.
    LG Bert

  • Ganz allgemein fallen mir dazu vier Sachen ein:


    1) Es gibt Tage, da sind die Bienen "schlecht gelaunt". Woran das liegt, ist nicht immer nachvollziehbar.


    2) Bienen benötigen auch irgendwie eine Gewöhnung an Leute. Bekommt man z.B. von einem anderen Imker Bienen und stellt die bei sich auf, dauert es ein paar Tage, bis man entspannt an den Bienen arbeiten kann als Imker.


    3) Wie tritt der Nachbar an seine Bienen? In kurzer Hose und Shirt oder im Astronautenanzug? Es gibt ja durchaus noch Imker, die Bienen mit höchster Verteidigungsbereitschaft halten.


    4) Verfolgung durch Bienen, womöglich sogar über 100m oder mehr, ist nicht ungewöhnlich. Wenn die Angriffslust einmal geweckt ist, dann können die sehr hartnäckig sein.


  • > habt Ihr durch den Schweiz evtl. besondrs geduftet? Daruf fliegen Bienen manchmal gut und kommen hinterher. Bienen sind Geruchstiere. War evtl Gewitterstimmung? Dann weicht man Bienen häufig auch besser aus. Den Nachbarn bitten, das er die Ausflugrichtung der Beuten in eine andere Richtung, von Eurem Grundstück weg dreht. Brombeerruten sind keine Hecke und kein Flughindernis. Eine Laub- oder Gebüschhecke von 2m Höhe wirkt dann schon besser; denn die Bienen werden davor hochsteigen um darüber hinweg zu fliegen. In der Flughöhe bleiben sie dann auch erst mal und überqueren Euren Garten bis zur angestrebten Tracht. In der Flugschneise der Bienen keine hektischen Bewegungen. Alles Gute!<

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Bertho,
    deine zugrunde liegende Einstellung finde ich absolut super!!!
    Sehr viele Menschen würden schreien: "Die Bienen müssen weg."
    Du suchst einen Weg, Euch zu arrangieren.
    Dafür erstmal ein ganz doll dickes Lob!


    Ich würde zu einer Hainbuchenhecke raten und dazu, den Imker zu bitten, die Fluglöcher eventuell ein wenig zu drehen.


    Noch mal Respekt für Deine Haltung und auch für Deinen Ansatz, in einem Imkerforum um Hilfe zu bitten.


    Ich wünsche Dir und Deiner hoffentlich bald wachsenden Familie alles Gute mit dem neuen Haus.


    lG
    Astrid


    P.S.: Nicht vergessen, Euch für die "Duldung" mit genug Honig "bestechen" zu lassen. ;-)

  • Hallo,
    selbst wenn die Biene noch so "kunstgerecht" sticht, den Stachel bekommt sie nicht wieder heraus. Das ist anatomisch bedingt, sie hat nun mal Wiederhaken am Stachel die dies verhindern. Auch Nachbars Bienen machen da keine Ausnahme.
    Also kann man annehmen es handelt sich hier um eine der heimischen Wespenarten. ( Auch das Verhalten der Insekten spricht dafür.) Sieht so aus als wenn du beim umgraben einem Erdwespennest zu nahe gekomen bist. Und die werden dann wirklich gemein.
    Was den Schutz vor den Bienen betrifft : Ein paar Felder von diesem Sichtschutzelementen aus Holzgeflecht wie sie in jedem Baumarkt zu haben sind, an der Grunstücksgrenze aufgestellt, zwingen die Bienen hochzufliegen und bringen Abhilfe.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hab jetzt nicht so den Überblick über die ganzen Arten, aber es könnten auch Hummeln gewesen sein. Verschließt man den Nesteingang oder zerstört womöglich das Nest beim Umgraben, können manche Hummeln recht unangenehm werden. Und deren Stachel bleibt nicht stecken.


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.