Brutnest ist ganz rechts

  • Hallo allerseits,
    ich habe endlich meine Mädels gekriegt und kann nicht aufhören ihnen zu zugucken:lol: wie sie rein und rausfliegen. Jetzt 4 Tage nach dem Umzug habe ich in die Beute reingeguckt und gesehen, dass nur die drei Waben rechts besetzt sind die anderen 7 Waben noch unbenutzt sind. (Es ist ein Kunstschwarm vom Mai). Soll ich nun die besetzten Waben in die Mitte der Beute hängen, damit die Bienen auf beiden Seiten Platz haben zum bauen? Oder soll ich sie so am Rand lassen?:roll:
    Und wann guckt man am Besten in die Beute abends oder morgens?
    Danke und einen schönen Tag

  • Moin DDbee!


    Ich freue mich mit dir, dass deine offensichtlich ersten Bienen angekommen sind. Ehrlich und aufrichtig! Dieses Gefühl zu Beginn und die Aufregung kenne ich und kann mich nur zu gut daran erinnern (Oh Gott, ich glaube ich werde alt! :roll::wink:).
    Und auch wenn es mir fast schon leid tut:
    Aaaaber was für ein KS ist das denn bitte, der a) im Mai erstellt wurde (hier oder Import?) und der b) jetzt 3 Waben Zander besetzt?:eek:
    Das klingt für mich fast nach Besch...-trug am Jung- / Neuimker, dem irgendwer für diese Menge Bienen vermutlich auch noch Geld abgenommen hat?!


    Grundsätzlich ist eine einseitige Orientierung des Brutnestes fast die Regel, insbesondere wenn bei der Jungvolkbildung / dem Schwarmeinschlagen das Flugloch eingeengt war und die Öffnung an einer Seite war. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, jede Einengung der Fluglöcher einseitig vorzunehmen, da ich auch bei mittiger Flugöffnung ganz überwiegend einen Bienensitz / Brutnestzentrum an einer der Beutenseitenwände orientiert hatte.
    Ist also nichts auch nur ansatzweise Schlimmes!


    Wenn du schreibst 3 besetzte Waben, sind dann die restlichen Rähmchen mit ausgebauten Waben oder sind es Mittelwände?
    So oder so würde ich die Bienen sitzen lassen wo sie sind und ggfs. mit meinem (hoffentlich vorhandenen) Imkerpaten sprechen und ihn hinsichtlich einer gemeinsamen Durchsicht zur Einschätzung dessen, was da in deiner Beute sitzt, anhauen.
    Fragen wären für mich:
    - Sind die 3 Waben wirklich flächig mit einem richtigen Bienenpelz besetzt?
    - Ist eine legende (!) Königin vorhanden?
    - Welche Brutflächen werden gepflegt? Sind diese bereits verdeckelt und ist folglich mit einem baldigen Anstieg der Bienenmasse zu rechnen?
    - Wieviel Futter ist vorhanden? Ist zuviel Futter vorhanden und die Brutwaben daher nicht bestiftbar für die Königin?
    - Sind evtl. Umweiselungs- / Nachschaffungszellen zu sehen?


    Wenn diese Fragen geklärt sind kann man weiter überlegen wie vorzugehen ist.


    Eine Durchsicht der Völker ist im Prinzip zu jeder Tageszeit möglich, passende äußere Bedingungen vorausgesetzt. Ich selber schaue mittlerweile am liebsten am späten Nachmittag / frühen Abend durch, da ich die Bienen so einen erheblichen Teil des Tagesgeschäftes unbeeinflußt von meiner stockklimazerstörenden Tätigkeit erledigen lassen kann und sie sich über Nacht in aller Ruhe sortieren und akklimatisieren können.


    Viel Erfolg und einen schönen Tag zurück!
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Moin, moin,


    Kunstschwarm vom Mai? Und drei Waben mit Bienen? Wieviel Brut denn? Und wie sieht die aus? Und wieviel Futter? Pollen?


    Imkerpaten vor Ort suchen!


    So auf der derzeitigen Datenbasis erstmal: Flugloch würde ich klein und rechts einrichten. Nach links mit einer Leerwabe? Mittelwand? Abstand eine Futtertasche einhängen und täglich abends mit ungefähr 100 bis 200 ml frisch angerührter 1:1 Zuckerlösung füttern. Dabei beachten, dass vor der nächsten Gabe alles sauber aufgegessen sein muss und danach die Menge justieren. Einmal pro Woche den Futter- und Brutstatus auf den besetzten Waben vergleichen, man kann so Kleine auch überfüttern.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Herzlichen Dank für die ausführlichen und schnellen Antworten. Das motiviert sehr.Leider hab ich noch keinen Imkerpaten...
    Ich hatte mich im Ausdruck geirrt es ist ein Ableger. Die ersten drei Waben sind besetzt es gibt recht viele Bienen, etwas verdeckelten Honig am Rand (ca. etwas weniger als 1/3 Honig), die vierte Wabe ist ca. ein Drittel ausgebaut, der Rest unbenutzte Mittelwände.
    Die Königin ist auch da Stifte habe ich auch gesehen. Pollen war sehr dunkel und eher wenig (grob geschätzt habe ich ca. 20 gefüllte Löcher gesehen), obwohl die Damen sehr viel Trachangebot haben und jeden Tag ich welche mit voll gepackten Hosen sehe. Aber verdeckte Brut hab ich nicht gesehen.
    Umweiselungs- / Nachschaffungszellen habe ich keine gesehen.Einige Drohnen sind da ca. 10 bis 12 Stück.
    Nur die "fehlende" verdeckelten Brut und den dunklen wenigen Pollen machen mir etwas sorgen. Soll ich das Flugloch etwas schliessen? Damit nur noch 1/3 auf der rechten Seite offen bleibt? Wie lange brauchen den die Damen bis sie sich an den neuen Ort gewöhnt haben?
    Danke für eure Hilfe

  • Hallo DDbee,

    Soll ich das Flugloch etwas schliessen?


    Ja, bei einem so kleinen Völkchen, solltest du das Flugloch nur minimal offen haben. Fingerbreit reicht! Es sollen gerade einmal 2-3 Bienen nebeneinander herkönnen. Wenn du keinen passenden Fluglochkeil mit seitlicher Öffnung hast, nimm einfach ein paar Schaumstoffstreifen und enge damit das Flugloch ein.
    Du sagst, es sind viele Bienen? Kannst du erkennen, ob sie auf den unbenutzten Mittelwänden anfangen zu bauen? Wenn nicht, kann es helfen mit kleinen Mengen Zuckerwasser (1:1) zu füttern. (Futtertasche, Tetrapack - irgendein Futtergeschirr, welches du in die Beute setzen kannst - Schwimmhilfe nicht vergessen!) Lies dir Clas' Hinweise dazu nochmal durch!


    viel Erfolg
    Ludger

  • Moin, moin,


    Ableger? Sehr klein gebildet? Und seit Mai noch keine verdeckelte Brut bis jetzt? Und nicht gewachsen? Mir schwant da Buckelbrütigkeit... hoffentlich irre ich da, aber 6 Wochen ist da schon recht was lange... Und fast kein Pollen...? In einen Ableger gehört eine Wabe rein, mit ordenlich Pollen drauf. 20 Zellen ist viel zu wenig. Die Farbe des Pollens ist egal, hier gibt es zur Zeit grauen Pollen, von Brombeeren. Indigoblau ist der von Phazelia...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wenn Du zufällig nochmal reinschaust, mach doch mal ein Foto von einer Brutwabe. So stochern doch alle im Nebel. 'Viele Bienen' heißt was? Aber Grundsätzlich, in einer Lernphase, wo die Bienen noch 'nur wenig Pollen in höchstens 20 Löcher stopfen', kann man die Fragestellung nicht mal eben im Internet lösen. Lösen tut das dann im Herbst die Varroa.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Jetzt Stifte und fehlende ältere Brut sieht mir danach aus, dass die ursprüngliche Königin nicht befriedigt hatte und umgeweiselt wurde. Ich würde die besetzten 4 Waben mit einem Wärmeschied schieden und vor allem: Das Volk füttern mit Futterteig! Wenn jetzt nur Stifte und jüngste Brut vorhanden sind, brauchst du in den nächsten 3 Wochen nichts weiteres zu machen.
    Ermittle jetzt den täglichen Varroa-Totenfall, hier lauert Ungemach! Falls der hoch (über 5/Tag) sein sollte, musst du dich um eine brutschonende Varroabehandlung kümmern, jedenfalls nicht AS!
    Schaue nach Kalkbrutmumien, Kalkbrut scheint in diesem Jahr verbreitet aufzutreten.
    Wenn die Bienen in 3 Wochen anfangen, die Waben hinter dem Schied kräftig zu besetzen, dann kannst du das Schied entfernen.


    Gruß Ralph

  • Die Königin ist auch da Stifte habe ich auch gesehen.


    War die Königin gezeichnet? Wenn ja - Ist sie das immernoch? Vielleicht ist die "ursprüngliche" Königin nicht mehr die aktuelle? Könnte sein eine Jungkönigin in der Kiste ist und erst wieder seit einiger Zeit legt... Die alte Queen könnte auf irgendwelchen Wegen "verschwunden" sein. Die alte Brut ist ausgelaufen, die alten Tanten mittlerweile aber auch nicht mehr am Start... also überschaubare Wabenzahl. 4 oder 5 Wochen "Pause" durch die neue Königin - Müsste also bedeuten, dass die alte Königin sich Mitte Juni verabschiedet hat!?

  • Danke Euch allen für die vielen Ratschläge. Ich werde jetzt mal das Flugloch auf zwei Zentimeter verkleinern. Die Königin ist noch da, sie ist blau gekenzeichnet.
    Und mit Zuckerwasser füttern... Wie lange dauert es, bis die Arbeiterinnen schlüpfen, ab Stift?
    Grüsse und ein schönes Weekend

  • ..auf zwei Zentimeter .....Wie lange dauert es, bis die Arbeiterinnen schlüpfen, ab Stift?
    ...


    Hallo lieber Anfänger,


    sorry, wer fragt, wie lange es dauert vom Stift bis zum Schlupf, der outet sich peinlicherweise, von Bienen keinen Schimmer zu haben, denn das ist leider absolutes Basiswissen und W I C H T I G bevor man sich "viele" Bienen andrehen lässt,
    da hat Dich aber jemand kräftig übers Ohr gehauen mit diesem tollen "Ableger".


    Bist Du ganz sicher, dass der aus dem Mai ist??


    Rechnet man mal mit dem Basiswissen, dann heißt nur offene Brut: sie hat erst vor maximal 7 Tagen mit dem Stiften angefangen. Gehen wir davon aus, es war ein Ableger, der Nachziehen musste: 3-5-8 .... längstens 16 Tage, Schlupf, Brünstigkeit, Hochzeitsflug und Begattung und dann darf es ausnahmsweise mal noch ein bisschen dauern.
    Meines Erachtens nach ein typischer Versuch "aus 1 Wabe ein Volk" zu machen...sieht man ja, was dabei raus kommt:roll:
    Der ist ganz haarscharf Ende Mai erstellt worden mit einer Wabe, mehr wird ohne Bienenmasse und Tüddeln nicht daraus. Die haben keine Königin erstmal und später ist das Personal oll. Bauen tun sie auch nicht so gut. Wie und was sie bei der Nachschaffung dann zustande bringen ist nochmal wieder ein anderes Thema.


    Also wie oben schon geschrieben: Jetzt tüddeln!!!
    Bitte äußerst vorsichtig mit dem Füttern, und nicht mit Tetrapacks!!! Mit Futtergeschirr bitte, bitte! Und zwar eines, wo Du ohne Bienenkontakt händig und sauber nachfüttern kannst, immer nur ein bisschen. z. B. so was hier Die räubern Dir sonst noch die Bude leer und dann war es das mit den Bienen. Flugloch winzig.
    Erst in zwei Wochen schlüpfen die ersten. Dann steigern sie sich ein bisschen und sie werden auch noch bauen und in Brut sein, und zwar länger als andere Völker. Die haben noch viel zu tun.
    Das Eingrenzen und Schieden ist auch ein wichtiger Punkt, damit sie nach und nach die anderen Mittelwände noch fertig bekommen, außerdem fördert es einfach die Entwicklung, wenn sie erst einmal begrenzt sitzen.


    Kontrolle der Entwicklung zusammen mit jemandem, der weiß, wie es aussieht, wenn tatsächlich "viele Bienen" in einer Beute sind und anderes wäre sehr wünschenswert für alle Beteiligten.


    Und derm Hinweis, nicht mit AS zu behandeln, kann ich mich nur anschließen! Damit machst Du denen durch Brutschädigung erst recht den Gar aus!


    Thymolpräparat oder andere Alterntiven suchen!


    Viel Erfolg und nix für Ungut


    Lernen, Lernen, Lernen - den Immen zuliebe



    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper