Starker Abfall von Milben --> TBE oder Ameisensäure?

  • Moinsen zusammen!


    Ein Volk von mir, welches bisher immer eines meiner besten war, ist seit der letzten Schleuderung zu Pfingsten nicht mehr richtig in Schwung gekommen. Ich hatte das darauf geschoben, dass ich seit Mitte Mai Bienen für 1,5 Kieler plus Bienen von einer Brutwabe entnommen hatte. Das hatte ich zwar von anderen Völkern auch gemacht, aber hier kommt halt das Volk nicht so richtig in den quark. Auch der Honigertrag vom Sommerhonig ist, verglichen mit den anderen Völkern eher mau. Gestern also die Bienenfluchten eingelegt und dabei kurz die Brutwaben angeschaut. Drohnen sind schon abgetrieben, Brut aber gut vorhanden. Dann noch die Windel eingelegt (das war gegen 9 Uhr). Um 17 Uhr habe ich die ersten HR abgeholt und dabei mal, neugierig wie ich bin, auf die Windeln geschaut. Bei diesem Volk konnte ich rund 20 Milben finden!


    Daher hab ich mir den ganzen Abend überlegt, wie ich das Volk nun schnellstmöglich retten kann. Zur Info: Die Königin wollte ich noch zum Herbst hin umweiseln.


    Variante 1: Klassisch mit Nassenheider: Ich fülle die Kiste mit den restlichen Waben auf und gebe die erste Futterlage mit rund 5 Kilo Sirup. Danach gibts die erste Behandlung mit dem Nassenheider Prof. Starten könnte ich damit zum WE bzw. Anfang der kommenden Woche. Die umweiselung erfolgt dann im September mit einem Mini-Plus Volk


    Variante 2: Totale Brutentnahme (was einer Bauerneuerung gleich kommt): Hier würde ich kurzfristig (also heute / morgen) die Waben entnehmen und durch MW ersetzen. Nach ein zwei Tagen würde ich dann mit Oxalsäure behandeln. Dabei würde ich auch die Königinnen tauschen.


    Ich wäre eigentlich für Variante 2. Nicht sicher bin ich mir hier, was ich mit den alten Brutwaben machen soll. Macht es Sinn, diese noch in einer anderen Kiste auslaufen zu lassen? Hier könnte ich dann entweder die alte Königin noch frei stiften lassen und mit AS behandeln oder käfigen und dann nach drei Wochen die Bienen mit Oxalsäure behandeln. Anschließend die Königin entsorgen. Was meint ihr?


    Gruß
    Frank

  • Moin Frank,


    Nassenheider von oben sollte funktionieren.


    Brutentnahme und Oxalsäure auch. Dabei auf die Futtersituation achten.


    Brutentnahme und Behandlung der bienenarmen Brut + Königin mit AS halte ich für arg experimentell. Wenn da weiter gestiftet wird, läuft die nicht aus. Wenn da wenig Bienen sind, fehlt es an Wärme und an Lüftung.


    Wenn Du die Brut, soweit rettbar, retten möchtest, dann, meine Meinung, ohne Königin und an einem anderen, abgelegenen Stand, wo nur die oder nur solche stehen und bei Brutfreihet behandeln und dann eventuell mit neuer Königin auf Neustart setzen. Oder die Bienen anderswo zugeben...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Clas,


    egal was ich mache, füttern muss ich eh, da ich kaum Futter nach der Honigernte im Brutraum habe. So viel kommt aktuell auch nicht rein. Linde ist fast durch und Winterlinden haben wir kaum bei uns.


    Danke für den Tipp. Ich würde dann die Bienen auslaufen lassen. Würdest du dann die alte Königin noch mit reingeben und käfigen oder die einfach nachschaffen lassen? Dann hätte ich aber das Problem mit der neuen Königin. In drei Wochen ist die ja schon geschlüpft und ggf. in Eilage.


    Gruß
    Frank

  • Nachtrag:


    Bei 5 Brutwaben voll mit Arbeiterrinnenbrut, wie viele Brutwaben mit Bienen muss ich denn noch in der alten Kiste belassen? Reicht eine Brutwabe mit Bienen? Dazu noch eine Futterwabe vonn mit verdeckeltem Futter?


    Gruß
    Frank

  • Moin Frank!


    Ich würde die TBE ehrlich gesagt auch präferieren, diese allerdings nicht unbedingt sofort nach der Ernte. Ein, zwei Tage warten und dann das o.g. Vorgehen. Ohne BW-Verwertungsfirlefanz. Eigentlich.
    Sehen die Bienen im Volk allerdings bisher noch normal aus und verhält dieses sich ordentlich, sprich nicht übermäßig unruhig und läuft nicht tendenziell wirr durch die Beute, dann würde ich die schönsten, sprich flächig verdeckelten BW mit allen ansitzenden Bienen separat setzen und die Brut auslaufen lassen. Wobei die Idee mit dem separaten Stand dazu optimal wäre.
    Das restl. Volk inkl. dann neuer Königin würde ich dann in die alte Beute, ggfs. auf weniger MW als Waben bisher, setzen, füttern und es nach `ner Woche mittels OS behandeln. Selbiges nach dem Auslaufen der Brutbretter in der Brutscheune und dann vereinigen. So sollte es ein milbenarmes, kräftiges Jungvolk ergeben.


    Gruß
    Patrick


    P.S.:
    5 BW von insgesamt wievielen Waben? Ansonsten lass` diese noch auslaufen und mach`dann die TBE. Wäre sonst `ne Schande um die Bienen, weil je nach Gesamtwabenanzahl wird ja vermutlich entweder die Brutscheune oder das ge-TBE-te Volk ziemlich schwach sein. Und ich bin der Meinung, dass gerade frisch gebildete Einheiten richtig fett sein sollten um einen optimalen Neustart zu erreichen damit das möglicherweise vorher herrschende Siechtum eben nicht nur verschleppt wird.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich werde auch am Wochenende die TBE bei allen großen Völkern durchziehen.


    Die HR bleiben bei den Wirtschaftsvölkern wahrscheinlich bis Ende des Monats noch drauf. Eine offene BW werde ich als Fangwabe drin lassen und nach der Verdeckelung entnehmen.


    Die Brutscheunen bekommen eine Königin, damit sollte der Verflug minimal sein.


    Meine Hoffnung ist, daß die Tracht noch bis Ende des Monats dahintröpfelt... Ansonsten muß ich natürlich füttern. Und Räuberei wäre auch blöd.


    Gruß Jörg, der die halbe Nacht Rähmchen fertig gemacht hat

  • Hallo Patrick,


    na insgesamt 5 oder 6 Brutwaben und sonst nichts. Ich habe halt Dadant und den Schied gesetzt. Der Rest der Beute ist leer. Ist das bei dir anders? Ich habe sonst nichts in der Beute und nur die Honigräume oben drauf. Wenn ich schleudere nehme ich immer die HR runter, fülle auf 12 Waben auf und warte, bis die Bienen aus dem HR in der Kiste sitzen. Dann kommt die Futterzarge oben auf und es gibt 5 Liter Sirup - so ungefähr halt. Danach kommt die Milbenbehandlung.


    Gestern hatte ich halt zu wenig Mittelwände dabei, was hier ein Glück war. Ich habe daher nicht aufgefüllt. Das wollte ich heute machen. Daher hab ich nun die beiden Optionen. Entweder einfach auffüllen und mit AS behandeln (dann gehen die aber aus der Brut und die erste normale Brut schlüpft Mitte August) oder TBE. Dann halt schon in drei Wochen. Da es schneller geht wäre ich für TBE. Ich kann aber nicht einfach (wie bei Zander oder DN) nur die Brutwaben rausnehmen und die restlichen Bienen füllen dann alles auf. Wenn ich das mache, habe ich keine Bienen mehr im Kasten.


    Gruß
    Frank

  • Moin Frank,


    ob die neue Königin ein Problem ist, hängt von Deiner Planung ab. Käfigen über 3 Wochen scheint mir sehr wenig nett zu sein. Ich würde die nachschaffen lassen, aber die Neue dann nicht übernehmen...


    Rückvereinigen der ausgelaufenen Bienen ist eine gute Idee, etwas konkreter als "irgendwo" zugeben.


    Beim derzeitigen Wetter und mit Schied sollte eine besetzte Brutwabe reichen und eine Futterwabe, denke ich. Eventuell noch eine sonst futterarme Wabe mit etwas Wasser. Boden geschlossen und Flugloch klein, würde ich machen. Und, wie gesagt, woanders, denn es gibt in dieser Scheune zunächst keine wirksame Wache, zumal nicht gegenüber den Schwestern der anderen Hälfte... Und Du möchtest ja gerne nicht, dass die sich dann die Mliben wieder an die Burg holen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hi Frank!


    Ahso, okay. Mit Dadant und Schied habe ich keine Erfahrung, muss also passen.
    Meine DNM 1,5er Völker führe ich ganzjährig auf 11 Waben und arbeite daher wiederum ganz anders und auch eine TBE ist da exakt wie du es schriebst im Sinne von Waben raus, MW rein, Futter drauf, gut.
    Mache ich dann meist in einem Zug mit dem Abräumen der zum Auslecken nochmal aufgesetzten HR, die dann mittels BF langsam leerlaufen und diese Bienen füllen dann hervorragend den mit MW ausgestatteten BR bis zum Bersten auf. Sollten es vermutlich zu viele sein, wird einfach ein HR woanders aufgesetzt zur Verstärkung.
    Ich muss aber gestehen, auch trotz mehrfachem Lesen verstehe ich

    Zitat

    Ich kann aber nicht einfach (wie bei Zander oder DN) nur die Brutwaben rausnehmen und die restlichen Bienen füllen dann alles auf. Wenn ich das mache, habe ich keine Bienen mehr im Kasten.

    echt nicht. :oops:
    Kannst du mir das evtl. kurz erläutern?


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Clas,


    ich würde natürlich nur die alte Königin 3 Wochen käfigen, da ich die eh entsorgen wollte. Die neue käme direkt zum ausfressen in die neue Beute. Muss halt mal schauen, wie ich das mache. Zwei meiner neuen Königinnen wurden erst gestern instrumentell besamt. Da wollte ich eigentlich das Ergebnis abwarten (ob Eilage oder nicht) bevor ich meine andereren Wirtschaftsköniginnen aufteile bzw. die alten Königinnen austausche. Aber das ist ein anderes Lied. Ggf. nehme ich nur die Brutwaben raus, lasse die nachschaffen, und die alte Königin samt Hauptvolksteil bleibt im Volk. Im Herbst würde dann das Volk mit irgendeiner neuen Königin per Mini-Plus umgeweiselt werden.


  • Kannst du mir das evtl. kurz erläutern?


    Gruß
    Patrick


    Na gemeint war das so. Bei Zander hast du ja pro Brutraum 10 Waben. Also 20 Waben insgesamt. Davon sind ja Brut z. B. nur auf 10 bis 14 Waben. Wenn ich hier nun die Waben rausnehme, bleiben ja immer noch die Bienen auf den anderen 6-10 Waben, die dann die neuen Mittelwände besetzen. Wenn man dann noch das Volk auf einen Brutraum drückt, sollte das reichen. Bei dir ist es ja ähnlich. Du hast 11 Waben, von denen bestimmt nicht 11 mit Brut sind, sondern vielleicht. 7-8? Auch hier kannst du dann gut diese rausnehmen und die Bienen der anderen Waben füllen dann die MW wieder auf. Naja ist vielleicht noch etwas wenig an Bienen, aber auf jeden Fall mehr als bei mir. Nehme ich alle Waben mit Brut raus, habe ich nur noch die paar Bienen, die hinter dem Schied sitzen. Daher ist bei mir Totale Brutentnahme und totale Bauerneuerung das gleiche.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Frank,


    die Brut wird fast ohne Bienen entnommen. Nur eine kleine Pflegetruppe bleibt bei der Brut. Wenn du den Brutteil dann nicht vom Stand entfernst, fliegt sich dieser Teil sogar noch weiter ab (und der Kiste mit Mittelwänden am alten Standort zu). Im Endeffekt hast du reichlich Bienen in der Kiste mit den Mittelwänden, aber nur eine ganz knappe Restbesatzung auf der Brut. Deshalb auch Clas Sorge wegen der schlechten Fluglochwache des Brutteils.


    Eine Fangwabe muss zu den Mittelwänden, Futterversorgung muss - wenn keine Tracht besteht - auch sichergestellt sein. Aber genug Bienen auf den Mittelwänden wirst du haben.


    Gruß
    Ludger

  • Danke - verstanden!


    Allerdings entsorge ich die BW allesamt und nutze die gesamte Bienenmasse aller 11+X HR-Waben für den Neuausbau.
    Das geht gut und gibt dann richtig starke Völker.


    Ist die TBE unter Einbeziehung der ehemaligen Bienen aus den dann zuvor abgeschleuderten HR für dich nicht interessant? So sollte es doch theoretisch möglich sein, den BR ausreichend besetzt zu haben zum MW-Ausbauen, oder?! Obwohl, du lässt die HR unausgeschleudert erstmal drauf, richtig? Und die Bienen von dort verstärken dann später nach dem Abräumen der HR das ge-TBE-te Restvolk im BR?!


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    ich imkere zwar mit Zander, habe aber Flachzargen im Honigraum. Von daher erübrigt sich für mich die Überlegung, die ausgeschleuderten Honigwaben in den Brutraum zu nehmen. Außerdem mag ich frischen Wabenbau im Brutraum, und die Bienen bauen, wenn genug Futter hereinkommt, den neuen Brutraum auch problemlos aus.


    Ja -beim reinen Fangwabenverfahren, können bei Tracht die Honigräume aufgesetzt bleiben.
    Wenn ich aber das Gefühl habe, dass eine zusätzliche Milchsäurebehandlung des Fluglings notwendig ist. (hoher Milbenbefall) Oder wenn keine natürliche Tracht vorhanden ist, z.B. bei einem solchen Wettereinbruch, wie gerade - nehme ich die Honigräume ab und füttere bei Bedarf flüssig zu.


    Gruß
    Ludger