Kleinere Bienen wegen Hitze?

  • Hallo miteinander,


    seit heute beobachte ich in meinem Schaukasten einige frisch geschlüpfte auffällig kleinere Bienen. Also nicht die normalen Jungbienen, die sich nur noch ein bisschen "ausfahren" müssen, um so groß wie ihre Schwestern zu werden, sondern in jeglicher Hinsicht kleiner, aber trotzdem zumindest äußerlich intakt.
    Mein vergötterter Gatte kennt das von einer Fliegenart (ähnlich unserer Schmeißfliege) aus dem südlichen Afrika: Dort seien diese Fliegen nach extremen Hitzewellen immer deutlich kleiner gewesen als sonst.
    Da die Bienen in dem Schaukasten trotz übergeworfenem Handtuch und Wassergabe vielleicht die Temperatur nicht ausreichend regeln konnten, kann es gut sein, dass ihnen zu heiß geworden ist. Höheren Totenfall habe ich nicht beobachtet.


    Kann das sein, dass zu hohe Temperatur in einem bestimmten Entwicklungsstadium die Körpergröße der erwachsenen Bienen beeinflusst?


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Nee, eher anders herum.


    Durch Mangelernährung und Unterkühlung (?) schlüpfen manchmal auffällig mickrige Bienen. Das ist mir in kühlen Jahren bei schlecht gemachten Begattungskästchen auch mal aufgefallen.


    War der Schaukasten vor 3 Wochen vielleicht noch etwas schwach besetzt?


    Gruß Jörg

  • Den Kasten habe ich vor zwölf Tagen mit einer aus einem prasselvollen Volk entnommenen Brutwabe und vielen Bienen neu besetzt. Kalt war es hier auch nicht, Anfang Juni hatten wir mal zwei Tage mit 16°C, das war verglichen mit dem sonstigen Wetter ein Wintereinbruch. Die Brombeeren haben zu dem Zeitpunkt auch schon geblüht.


    Bei genauerem Überlegen kann es aber die Hitze nicht gewesen sein, denn wenn ich diesen Bienenentwicklung-in-einer-Minute-Film vergleiche, dann ist die Puppe vor dem Schlüpfen doch schon ziemlich lang in ihrer Endgröße in der Zelle und reift nur noch aus. Das Problem muss also tatsächlich vor zwei bis drei Wochen bestanden haben.


    Vielen Dank
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • An diesen heißen Tagen saßen die Bienen massenhaft vor den Beuten. Eine gute Gelegenheit zum Anschauen, zumal sie super friedlich waren. Und da fand ich auch, daß alle Bienen kleiner aussahen. Wir Menschen schlagen uns bei der Hitze ja auch nicht den Magen voll, vielleicht lag´s daran.

  • Nein, ich meinte nicht, dass alle Bienen kleiner sind, sondern dass einzelne Bienen wie "Kinder" im Vergleich zu den Großen aussehen. Also gleiche Proportionen, aber insgesamt alle Körperteile deutlich kleiner. Das betrifft aber höchstens 1 % der Bienen.


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Ist mir auch aufgefallen, das unterschiedlich große Bienen in den Völkern sind. Aber schon länger. Mit der Hitze sollte das also nicht zusammenhängen.
    Wg. Ernährung bzw. Unterkühlung klingt da plausibler.


    Gruß
    Micha

  • Ihr wisst aber schon, dass die Zellen mit jeder schlüpfenden Biene kleiner werden?


    Jede Puppe hinterlässt eine weitere Schicht Nymphfenhäutchen, sozusagen eine weitere Schicht Tapete in der Zelle.
    Je öfter eine Zelle also bebrütet war, desto enger wird sie und desto kleiner die Bienen.
    Das geht recht schnell und die Größenunterschiede sind dann tatsächlich sehr deutlich sichtbar.


    Aus alten, schwarzen Schwarten schlüpfen irgendwann nur noch kleine Bienen.


    Gruß
    hornet

  • Danke für den Hinweis! Es handelt sich um eine Naturbauwabe von diesem Jahr, die allerhöchstens drei Monate alt ist, eher weniger. Wie viele Bienengenerationen da schon durch sind, weiß ich nicht. Einzelne Zellen könnten tatsächlich seither dauerbebrütet sein. Die Wabe ist braun, aber noch keine schwarze Schwarte.


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Hallo Hornet,


    Ja stimmt, das ist auch eine plausible Erklärung. Ich hätte nur nicht gedacht, das es sich auf die Größe der Bienen auswirkt.
    Schwarze Waben habe ich noch nicht... :lol:


    Gruß
    Micha

  • Nein, ich meinte nicht, dass alle Bienen kleiner sind, sondern dass einzelne Bienen wie "Kinder" im Vergleich zu den Großen aussehen. Also gleiche Proportionen, aber insgesamt alle Körperteile deutlich kleiner. Das betrifft aber höchstens 1 % der Bienen.


    Hallo Kikibee,


    um böse Überraschung zu vermeiden: Varroaschaden prüfen, resp. Milben zählen (Puderzucker- oder Auswaschmethode oder Windel mit ölgetränktem Tuch). Guido Eich als Landesfachberater stuft verkleinerte Bienen (Hinterleib kürzer als die Flügel) als typischen Varroaschaden ein, wenn er den "Soldatenfriedhof" legen läßt:


    http://www.imkerverein-greven.…s-habe-ich-falsch-gemacht


    1% auf erwachsenen Bienen schon jetzt wäre für mich ein Grund, SOFORT etwas gegen die Varroa zu unternehmen. Über 90% der Varroen siehst Du nicht, die sitzen ja noch unter den Deckeln in der Brut. Der Befallsgrad geht jetzt steil nach oben.
    Mit TBE (Totaler Brutentnahme) könntest Du mit einem Schlag über 90% der Varroen herausnehmen und mit 2-maliger Fangwabenentfernung das Volk innerhalb von 17 Tagen sanieren nach dem Konzept von Kleingartendrohn (PDF im Beitrag #1):


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43372


    Gutes Gelingen - Gottfried


    p.s.: Milbenzählen + Behandeln natürlich auch (und vor allem) im Herkunftsvolk, aus dem die Schaukastenwabe stammte. Vorsorglich auch bei den anderen Völkern dieses Standes.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes () aus folgendem Grund: p.s.

  • Hallo Kikibee,


    ich habe mich bisher gar nicht getraut, von meiner Beobachtung im späten Frühjahr zu berichten. Aus Angst, dass man das als Imekrinnenlatein oder mangelnde Beobachtungsgabe abtun könnte.
    Folgendes:ein von mir totgeglaubtes Volk hatte eine Reststärke von etwa einer grossen Kaffeetasse voll. Da ich die Kö nicht gesichtet hatte, hatte ich die Idee, dieses Völkchen so lange leben zu lassen, bis sich im Frühling eine Drohnenmutter darum bemühen würde, das Genmaterial auf diesem Wege noch weiter zu verbreiten. Typischer Fall von denkste.
    Als ich die Kiste dann auflösen wollte, stellte ich fest, dass da doch die Kö noch lebte, mit einem winzig kleinen Hofstaat, die hatten eine Brutpause von nachweislich 4.5 Monaten eingehalten.
    Was soll ich sagen. Umgesetzt in einen Ablegerkasten, gut isoliert, Futterwaben und eine MW dazu. Das war Anfang April. Die ersten Generationen Bienen, die dann geschlüpft sind, waren sowas von mini, ich hab erst gedacht, dass das gar keine Honigbienen sind. Sicher könnte man hier argumentieren, dass die kleine Restmenge an Bienen nicht in der Lage war, alle Brut gut und gleichzeitig zu wärmen. AAAAber: es schlüpfen immer noch, und immer weiter, auch so kleine Minischwestern!! Und die fallen natürlich auf, im Vergleich zu den anderen.Das Volk hat sich gut gemausert, am WE werde ich von denen 2 volle HR (Dadant) ernten. Hätte ich nie gedacht. Totgeglaubte leben länger, und die Kö ist immer noch dieselbe.
    Die Minis sind übrigens total geschickt und sehr, sehr wendig und flink. Ich meine, zu beobachten, dass sie "fixer" als die grossen sind, mag aber täuschen.

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    Das Volk hat sich gut gemausert, am WE werde ich von denen 2 volle HR (Dadant) ernten. Hätte ich nie gedacht. Totgeglaubte leben länger, und die Kö ist immer noch dieselbe.
    Die Minis sind übrigens total geschickt und sehr, sehr wendig und flink. Ich meine, zu beobachten, dass sie "fixer" als die grossen sind, mag aber täuschen.


    Du machst nicht zufällig Königinnenzucht? Von diesem Zaubervolk würde ich mal ein paar nehmen, unbegattet.