Ableger auf zwei Waben ende Juni?

  • Hallo Zusammen,


    wir haben schon ein Volk das wir als 5-Waben-Ableger auf DNM gekauft haben und das sich soweit wunderbar entwickelt. Da wir aber noch zwei Zanderbeuten haben, habe ich Kontakt zu einem lokalen Berufsimker aufgenommen, der uns noch zwei Völker verkaufen kann, allerdings sprach er von 2-waaben-ablegern.
    Ist das denn so spät im Jahr ueberbaupt noch möglich einen so kleinen Ableger für den Winter bereit zu bekommen? Ich habe schon an mehreren stellen gelesen, dass je später es im Jahr wird desto mehr Brutwaben braucht der ableger.


    Vielen dank und gruesse
    phil

  • Hallo Phil,


    die Frage ist, was genau meint jemand mit "5 Waben" bzw. "2 Waben" Ableger. Wenn ich einen Ableger nehme, der auf 2 Waben Brut habe und stelle da drei ausgebaute Waben dazu, sitzt der Ableger mit Sicherheit auf 5 Waben. Wenn der aber nur einen Handteller voll Brut hat und gerade mal so eben zwei Waben mit Bienen besetzt, ist das definitiv zu wenig, um sicher in den Winter zu gehen. Gerade bei dir, da du ja nicht aus anderen Völkern zur Honigernte noch Bienen über hast, die diese Ableger verstärken können.


    Also wenn dieser Ableger große, am besten schon verdeckelte, Brutflächen hat, dazu noch viele Bienen auf den Waben, geht es schon. Dann müsste dieser Ableger aber schnell erweitert werden. Das könnte z. B. Der Fall sein, wenn der Imker mit einem Vierwabenboden seine Begattungen durchführt und diese nun aufgelöst werden. Wenn das also eine starke Königin ist, könntest du ihn ja ggf. bitten, dass er noch aus dem einen oder anderen Honigraum seiner Völker noch ein paar Bienen als Verstärkung mit dazu gibt. Dann wird das ganz sicher was. Oder er machst das nach der Ernte, die ja in vielen Teilen Deutschlands in ca. 14 Tagen beginnt.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Philphilphil!


    Bei einem solchen Ableger handelt es sich etwa um die Größe der von Dr. Aumaier und Dr. Liebig angepriesenen Ableger. Solche Ableger erreichen ohne weiters die Einwinterungsstärke. Es müssen allerding ein paar Punke beachtet werden:



    1. Rechtzeitig erstellen (Ende Apri - Mitte Mai); Einerseits sollte durch das Schröpfen die Schwarmtriebigkeit gemindert werden, andererseits braucht der Ableger für die Entwicklung genügend Zeit.
     
    2. Ein 2. Standort ist notwendig; Mindestens 2 km, besser noch 3 km entfernt, damit die Flugbienen nicht zürück fliegen können.


    3. Varroabehandlung während der Brutfreiheit (Nach dem Auslaufen der Brut, noch bevor neue Brut verdeckelt wird, eine Varroabehandlung mit einem zugelassenen Mittel (in Österreich leider zur Zeit nur Bienenwohl). Keine Behandlung mit AS oder Thymolprodukten). Milchsäure funktioniert vorzüglich.


    4. Keine Varroabehandlung im Juli und August; Während der aufstrebenden Zeit darf die Entwicklung nicht durch eine Varroabehandlung gestört werden. Daher ist die Behandlung unter Punkt 3 unumgänglich. Die echte Entmilbung wird erst im September durchgeführt. Da nimmt die Bruttätigkeit von selbst ab (siehe angehängte Grafik).
     
    5. Gute Futterversorgung; Die Kleinstvölker müssen den Sommer über immer gut mit Futter versorgt sein. Die Bruttätigkeit darf aber dadurch nicht eingeengt werden (Erweiterung wabenweise, laut angehängtem Beitrag). Die Winterauffütterung erfolgt im September, erst nach dem Bruthöhepunkt. Man darf sich aber nicht täuschen lassen, diese Kleinvölker verbrauchen auf ihr Größe umgerechnet relativ viel Futter.



    6. Eingeengtes Flugloch; Das Flugloch muss sehr klein gehalten werden und es muss im Nahbereich der "Wabe" liegen, damit die Verteidigung gewährleistet ist.






    http://www.imker-hechingen.de/…wabenableger%20bilden.pdf


    http://www.agni.ch/documents/2…4_Schritten-ADIZ_2006.pdf




    Bei dieser Grafi ist zu sehen, dass sich die Ableger erst so richtig im Juli und August entwickeln.


    http://www.bzv-asbach.de/typo3temp/pics/e0adb5fef6.png


    Eigentlich müsste es sich noch ausgehen und der Ableger müsste noch Einwinterunsstärke erlangen können.




    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Honigmaul,


    wenn ich das recht verstehe, ist der Ableger doch bereits erstellt. Daher hat er auf die Punkte 1-3 keinen Einfluss. Auch sollten doch diese Ableger nun schon größer sein, da seit drei Wochen die Brut schon am schlüpfen ist. Das scheint aber bei ihm nicht der Fall zu sein.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Hobbit!


    Wie du sagt, auf Punkt 1 bis 3 hat er keinen Einfluss mehr, das ist quasi die Einleitung zum Thema. Wenn irgendwann im Juni die Brut zu schlüpfen beginnt, dann werden am Anfang nur die abgearbeiteten Bienen ersetzt. Allmählich nimmt dann die Anzahl zu, anfangs sehr langsam, dann immer schneller bis zum Ende der Entwicklung, das Brutmaximum ist im August, das Bienenmaximum im September. Da darf aber die Entwicklung nicht durch eine AS oder Thymolbehandlung gestört werden.


    Nur Nerven bewahren, im September oder Oktober könnten im Notfall immer noch Völker zusammen gelegt werden. Die geforderten 5000 Bienen für eine sichere Überwinterung kann auf alle Fälle erreicht werden.


    MfG
    Honigmaul