(Weiselosen) Natur-Schwarm mit fremder Königin locken?

  • Hallo Forumsgemeinde,


    ich bitte Euch um Hilfe/ schnelle Antworten noch heute Nacht in Bezug auf einen eventuell weisellosen Bienenschwarm.


    Meine Frage:
    Reagiert ein eventuell weiselloser Natur-Schwarm auch auf eine fremde Königin?
    Nein, ich meine nicht mit abstechen, sondern in Form von als eigene Kö akzeptieren und in die Beute zur Kö einziehen?


    Die Sachlage:
    Heute um 18:30 Uhr war ich auf dem Weg zu meinen Eltern. Ich bekam einen Anruf bezüglich eines Bienenschwarmes in der Nähe.


    Ich hatte seit Mitte April mein Auto voll mit 2 x 2 m und 1 x 1 m Schwarmfangrohr, Eimer, Imkeranzug, Besen, Wassersprüher... und einer Kiste - eben mit dem ganzen Schwarmfangkram.
    Bis heute keine Anrufe, Schwärme werden gesucht und sind "Gold wert" nach den Winterverlusten...


    Irgendwann hatte ich den ganzen Kram wieder rausgetan und transportiere nur gelegentlich Ableger im Auto. Für Notfälle habe ich einen Schutzanzug im Auto...
    Zum Glück hatte ich am derzeit ungenutzten Bienenstand bei meinen Eltern noch einen Ablegerkasten... Damit sollte es doch auch gehen...


    Der große Bienenschwarm befand sich in erreichbarer Höhe von ca. 2,5 m in einem Birnenbaum. Eine Leiter war vorhanden.


    Säge und die Erlaubnis, zumindest einen Ast abzusägen, bekam ich...


    Zuerst sollen sich alle Bienen auf dem Weg unter den Baum befunden haben... Eine Handvoll befand sich noch dort. Nach meiner Meinung den Pheromonen der Königin, die dort saß, folgend.
    Beim stochern mit einem Ästchen fand ich jedoch eine kleine, halbtote Königin.
    Diese konnte nicht fliegen und nicht laufen...
    Der Schwarm darüber saß fest!


    Meine Vermutung hierzu war, das sich zwei Schwärme vereint haben und die schlechtere Königin gehen musste... Oder war es doch die König des Schwarmes?


    Wie vorgehen?
    Ich entschied mich dafür, die halbtote Kö und ein paar Bienen in den Kasten zu legen.
    Diese sterzelten und lockten die anderen Bienen vom Boden in den Kasten.


    Die Schwarmtraube hing nicht frei, sondern um mehrere Äste.
    Ich sägte den größten ab, wobei leider ein großer Teil des Schwarmes auseinanderfiel.
    Der Teil am Ast wurde in den Kasten eingeschlagen. Ich schüttelte mehrmals die verbliebenen Teile des Schwarmes und sich neu bildende Trauben in einem Eimer und vor den Kasten.
    Dort begann schon das große einmarschieren wie bei den römischen Legionen...


    Der Großteil war im Kasten, aber es ging einfach nicht weiter... Ein Bienenbart rund um und oberhalb vom Flugloch...


    Zum Kasten, der heute ein Notbehelf war: DDR-Ablegerkasten für bis zu 7 Waben Deutsch Normalmaß, kein offener Boden, nur kleiner 5 cm breiter Flugschlitz, auch nur einen Zentimeter hoch.
    Dieser wäre auch nur für den Transport abends mit sofortiger Umquartierung der Bienen gedacht gewesen.


    Warum sind nicht alle Bienen in den Kasten gegangen?
    Zu warm wegen fehlender Lüftung? Volumenmäßig kein Platz? Wegen des kleinen Flugloches kein Anlocken der anderen Bienen möglich?


    Da ich nicht nur den Großteil des Schwarmes mitnehmen und den doch auch noch großen Rest ihren Schicksal überlassen und auch den Gartenbesitzern nicht einen Kö suchenden Restschwarm überlassen wollte, wurde vereinbart, den Kasten über Nacht dort stehen zu lassen.


    Gleich morgen Früh um 7:00 Uhr werde ich mit anderer Beute wieder dort sein. Vielleicht ist der Schwarm doch noch in die Beute eingezogen... Oder wieder im Baum...


    Falls die halbtote Kö doch die einzige Schwarmkönigin war und morgen tot ist, bekomme ich die Bienen nicht in die Kiste...


    Kann ich dann, falls der Schwarm wirklich weisellos ist, mit einer vorsorglich im Versandkäfig mitgebrachten und auch so zugehangenen fremden Kö (in Eilage) den Restschwarm oder auch den vielleicht schon wieder ausgezogenen Schwarm zum Einzug in die Beute bewegen???
    Nach dem Motto "ist zwar fremd, richt aber gut und ist eine Superchance für das uns"...


    Ich würde mich riesig über fachkundige Tips freuen und sage schon mal "Danke"!
    Falls bis morgen früh doch keine Antwort eingeht, werde ich sicherheitshalber eine begattete und schon lange in Eilage befindliche Kö in einem Versandkäfig mitnehmen und bei Bedarf als Lockmittel zumindest testen.


    Gute Nacht, ich muss morgen früh raus...
    Jan

  • Vielleicht sollte ich auch eine Brutwabe mit offener Brut mitnehmen???


    Würde das zum schnelleren Einzug oder eben überhaupt zum Einzug bei eventueller Weisellosigkeit helfen?


    Viele Grüße
    Jan

  • Einen sehr frühen "Guten Morgen",


    schade, noch keine Antwort eingegangen - es war aber gestern abend zur Themenerstellung schon sehr spät...


    Nun noch eine Zarge Mittelwände (mit meinem zukünftigen Brutraummaß DNM 1,5) einlöten, dann geht es los.


    Werde eine Brutwabe mit offener Brut/ Maden und zusätzlich eine Kö im Käfig mitnehmen.


    Mal sehen, was wird...


    Viele Grüße aus Eisenach
    Jan

  • Hallo zusammen,


    heute Morgen gegen 7:15 Uhr das gleiche Bild wie gestern Abend:
    Ein großer Teil Bienen war noch als Bienenbart um das kleine Flugloch und am Boden vor dem Flugloch.


    Also erstmal gewässert, Deckel der neuen Beute (DNM 1,5, aufgefüllt mit 11 Mittelwänden und einer Brutwabe DNM 1,0 als Bannwabe mit wenigen Stiften, jüngsten Larven sowie Rundmaden) und Folie runter, zwei Mittelwände für mehr Platz raus und den Ablegerkasten nach aufschlagen und wässern umgestürzt/ auf die neue Beute aufgestellt.


    Bienen, Bienen, Bienen... Mich freut es! Die Rähmchen brauchten einige Zeit, richtig auf den Schienen aufzuliegen, ehe sich die Bienenmasse darunter verschob.
    Dann begann das Sterzeln und Einlaufen. Aber wieder waren Bienen nicht der Masse gefolgt.


    Ich hatte auch eine Kö im Versandkäfig mitgenommen (begattete waren mir doch zu schade wegen Abstechgefahr, deshalb unbegattet oder zumindest noch nicht in Eilage), die aus einer wilden Zelle eines Ableger, der mit BF beweiselt wird, vor dem brechen geschlüpft war.
    Versuch macht klug! Habe den Käfig mit Kö in den Ablegerkasten gehangen, ein paar Bienen dazu.
    Auch hier lockten die sterzelnden Bienen ihre Kolleginnen und faulen Kollegen in die Beute. Es dauert zwar lange und ich musste das Flugloch immer wieder frei machen, irgendwann (genauer nach 2,5 h) waren fast alle Bienen in den Kästen.
    Ob das an der Königin lag, die als neue Chefin zumindest vorrübergehend akzeptiert wird oder am vorhandenen Geruch des Schwarmes/ der alten Kö vom Nachtaufenthalt, weiß ich nicht!


    Vom ersten Umkippen der Bienen in die andere Beute waren wieder einige in den Baum geflogen, wo ich die Traube zweimal in meinen Eimer schüttelte.


    Habe den Ablegerkasten am Bienenstand ebenso in eine neue Beute eingeschlagen (3 MW DNM 1,5) - die Königin im Käfig wieder zugehangen.
    Beide Fluglöcher habe ich noch zu, werde nachher nachschauen/ hören und eventuell die Fluglöcher öffnen.


    Aktuelle Frage: Ich möchte auf BF umweiseln, hatte gestern umgelarvt. Kann ich an Stelle der "wilden" C-Königin ein oder zwei nun schon angepflegte Zellen mit Zuchtstoff zugeben. Wenn ja, muss ich ja auch füttern/ eine Futterwabe zuhängen.


    Eventuell ist es möglich, das der kleinere Rest des Schwarmes von den sich neu einfliegenden und dann auch sterzelnden Schwestern in die andere Beute gelockt wird. Vielleicht öffne ich den Großschwarm heute, morgen dann den kleinen Rest in der anderen Beute, um dies etwas zu verhindern...
    Oder soll ich zur Sicherheit auch hier eine Bannwabe einhängen? Dann wird jedoch vielleicht die Kö-Zelle nicht weitergepflegt?


    Viele Grüße aus Eisenach
    Jan

  • Hallo Ralph,


    habe ich gemacht und auch verwendet!


    Aktuelle Fragen: Ich möchte auf BF umweiseln, hatte gestern umgelarvt. Kann ich an Stelle der "wilden" C-Königin ein oder zwei nun schon angepflegte Zellen mit Zuchtstoff zugeben. Wenn ja, muss ich ja auch füttern/ eine Futterwabe zuhängen.


    Eventuell ist es möglich, das der kleinere Rest des Schwarmes von den sich neu einfliegenden und dann auch sterzelnden Schwestern in die andere Beute gelockt wird. Vielleicht öffne ich den Großschwarm heute, morgen dann den kleinen Rest in der anderen Beute, um dies etwas zu verhindern...
    Oder soll ich zur Sicherheit auch hier eine Bannwabe einhängen? Dann wird jedoch vielleicht die Kö-Zelle nicht weitergepflegt?


    Danke und viele Grüße
    Jan

  • Wenn man schon mit Weizelzellen arbeitet, sollten sich diese unter optimalen Bedingungen entwickeln können. in einem Brutfreien Schwarm wird das kaum der Fall sein. Wenn Brut vorhanden ist, müssen sie diese auch entsprechend temperieren. Daher dann bitte, wenn schon so, dann wenigstens mit einer Brutwabe.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Markus,


    richtig, das habe ich nicht bedacht!
    Es wäre eben einfach gewesen, nach der Verdeckelung einen Zuchtstopfen umzuhängen...


    Ich werde dem kleinen Teil des Schwarmes auch eine Brutwabe geben, die gekäfigte Königin entfernen.
    Schluptermin meiner Serie ist der 10../11.07., vorher entferne ich die Brutwabe mit Nachschaffungszellen und setze nach Eintritt der Weiselunruhe die ungeschlüpfte Zelle zu.


    Viele Grüße aus Eisenach
    Jan

  • Neues vom Schwarm:
    Beide Teile haben sich gut eingelebt...
    Der große Teil durfte gleich wieder am Tag des einschlagens fliegen, der kleinere mit zugehängter fremder Kö bekam einen Tag Flugverbot.


    Die Kö im Käfig wurde entnommen und auch dem kleinen Teil eine "Bannwabe", auch mit Stiften/ jüngsten Maden zur Möglichkeit der Nachschaffung und zur Beruhigung gegeben.


    Der große Teil bekam auch den Honigraum, der nun schon schönen Eintrag aufweist.
    Es schien so, als ob vom großen Teil Bienen in mein direkt nebenstehendes Pflegevolk übersiedelten...


    Gestern wollte ich vom großen Teil die Bannwabe entnehmen und nach Stiften schauen. Jedoch war keine Kö zu finden, auch keine Stifte!
    Dafür an der Bannwabe mehrere Nachschaffungszellen!
    Demnach war die von mir unter der Schwarmtraube gefundene Halbtote Kö die einzige Kö des Schwarmes gewesen...


    Viele Grüße aus Eisenach
    Jan