Wie Völkerbestand von 6 Völkern halten?

  • Hallo,
    möchte meinen Völkerbestand von 6 Völkern halten. Durch das Schröpfen ( Schwarmtrieb ) wurden Ableger gebildet.
    Allerdings will ich aber gar nicht mehr Völker. Was kann man also mit den Ableger dann tun?
    Und mit welcher Betriebsweise bekomme ich es hin erst gar keine Ableger bilden zu müssen?

  • Hallo Metha


    da du es wie alle anderen nicht schaffen wirst, immer 100% der Völker über den Winter zu bringen, wirst du immer mal froh um einen Ableger sein um deinen Bestand zu halten. Solltest du tatsächlich im Frühjahr zu viele Völker haben, lassen sich diese sicherlich verkaufen.


    Gruß
    Werner

  • Hallo,
    möchte meinen Völkerbestand von 6 Völkern halten. Durch das Schröpfen ( Schwarmtrieb ) wurden Ableger gebildet.
    Allerdings will ich aber gar nicht mehr Völker. Was kann man also mit den Ableger dann tun?
    Und mit welcher Betriebsweise bekomme ich es hin erst gar keine Ableger bilden zu müssen?


    Hallo Metha. Erst mal Profil ausfüllen wäre nicht schlecht.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Es haben (leider) nicht alle die Möglichkeit, sich in alle Richtungen mit Beuten auszubreiten, geschweigen denn von dem Material, daß man für Ableger braucht. Nur mal so am Rande;-)
    Aber wenn du schon vor dem Winter deinen Bestand verkleinern wirst, würde ich schon im Juli/August, spätestens im September vor sich hin mickelnde Völker mit anderen vereinigen.
    Diese "kleinen" Völker, schwache Völker, sind nicht ausreichend vor Räuberei geschützt (weil zu klein) und können spätestens im Winter Probleme bekommen, Varroa, Viren, etc.
    Mache lieber aus den 12 Völkern 8-10 Starke Völker und suche dir die bestem im Frühjahr aus, mit denen du durch das Jahr gehen willst. Bei Verlusten hast du immer noch 2-4 Völker in Reserve und wie mehrfach erwähnt kannst du die "zu vielen" Völker im Frühjahr gut verkaufen.
    Viel Spaß dir weiterhin!
    P.S.: Es gibt glaub ich keine echte Betriebsweise, in denen sich Ableger effektiv vermeiden lassen. Allerdings kannst du gut bei starken Völkern, die Schwarmzeichen wie Spielnäpfchen bekommen, durch Schröpfen zugunsten eines schwächeren Volkes die Schwarmlust im Zaume halten. Einfach bei dem starken Volk eine verdeckelte Wabe mit alter Brut raus nehmen und in das kleine Volk hängen.
    So kannst du z.B. auch im Frühjahr deine Völker verstärken und gibst dabei ggf. ein Volk auf.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • P.S.: Es gibt glaub ich keine echte Betriebsweise, in denen sich Ableger effektiv vermeiden lassen.


    Ableger sollten sich immer vermeiden lassen, nimm einfach ein Schied in deine 1,5 DNM Beuten und dann kannst du immer noch entscheiden ob du einen leeren Honigraum untersetzt oder eine Schwarmvorwegnahme machst wenn sie faul werden und sich hinter dem Schied sammeln.

  • Hallo Metha!


    Wenn du zu viele Völker hast, dann bist du in einer glücklichen Lagen um die dich viele Imker beneiden.


    Eine Imkerei funktioniert nicht wie eine Haustierhaltung. Wenn man sich beispielsweise einen Hund zu legt, dann kann man mit relativer Sicherheit annehmen, dass man diesen die weiteren Jahre hat. Bei der Imkerei ist das nicht so, da muss man laufend vermehren, z.B. durch Ablegerbildung, um die ganz normalen Ausfälle ausgleichen zu können. Ohne dass der Imker einen Fehler macht, kann es vorkommen, dass ein Volk weisellos wird, dass ein Volk den Winter nicht überlebt usw. Außerdem wird eine Königin relativ schnell alt. Wenn du zu viele Ableger hast, dann bist du in der glücklichen Lage Auslese betreiben zu können. Die besten Völker behältst du, die anderen kannst du verkaufen oder im Herbst vereinigen.


    MfG

  • Oh,
    das siehst Du wohl? Nur gut, dass Du nicht weißt, auf welcher Seite ich am 12.o3.2o14 um 13.3o Uhr war, :-).
    Davon mal abgesehen, sollte man keinen Platz für 3 Ableger haben, das ist so ähnlich wie Leute mit Stadtwohnung im 3. Stock und Jagdhund. Geht alles, geht alles.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der sich denkt, dass vielleicht doch nicht alles geht.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Honigmaul,
    das Ableger gemache ist ein Relikt aus alten Zeiten, was willst du bei Königinnen aus Ablegern für eine Auslese betreiben ......wenn sie durch das Absperrgitter passen sind sie schlecht und wenn nicht sind sie gut?:)

  • Goldi : Die Auslese ist hierbei nur rein Subjektiv, soweit gebe ich dir recht.
    Eine echte Auslese, quasi Richtung Zucht, kannst du eh nur mit Schwesternköniginnen betreiben.
    Und wie sich eine F1 oder F2 entwickelt, kann man eh nicht wirklich sagen.
    ABER: Wieso ist Ableger machen eine Relikt aus alter Zeit?
    Am besten macht man Ableger aus den selber gezogenen Königinnen, klar, da weiss man so ungefähr was man bekommt.
    Aber wer keine Möglichkeit hat, sein Volk schwarmdämpfend zu führen (oder nicht die Erfahrung), kann oder sollte Schröpfen und kann hieraus einen Ableger ziehen.
    Abgesehen davon, wer seinen Bienenstand vergrößern möchte, greift auch auf Ablegerbildung zurück.
    Und derzeit sind wir weit davon entfernt, mehr Völker als Nachfrage zu haben, von daher ist jeder gebildete Ableger erst mal gut, wozu er auch immer hinterher genutzt wird.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo zusammen!


    @ All: Unabhängig davon, dass längere Zeit mit Bienen arbeitenden Imker bereits relativ zu Beginn des Fadens darauf hingewiesen haben, dass es a) kaum möglich ist, einen Völkerbestand statisch zu erhalten und es b) durchaus sinnvoll ist, ein wenig Reserve an Völkern zu haben und der Rest des Fadens bereits ins absolute OT abdriftet, folgend noch eine kurze Stellungnahme diesbzgl. meinerseits:

    Zitat

    Ableger gemache ist ein Relikt aus alten Zeiten, was willst du bei Königinnen aus Ablegern für eine Auslese betreiben ......wenn sie durch das Absperrgitter passen sind sie schlecht und wenn nicht sind sie gut?


    soll wohl heißen, dass in Ablegern nachgeschaffte Königinnen angeblich (!?) nicht so gut entwickelt sind wie gezielt erzüchtete bzw. Schwarmköniginnen und das folglich diese "klassische", aber immer noch sehr häufig angewendete Methode der Völkervermehrung / Schwarmvermeidung nicht das Optimum an völkern ergibt -> gittergängige Jungköniginnen. Ich denke dahinter fehlt zum besseren Verständnis evtl. noch der: :wink:


    Jetzt noch mein Senf zum eigentlichen Thema:
    Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass das Halten eines Völkerbestandes von 6 Völkern faktisch nicht ohne ziemlich artUNgerechte Tierhaltung und / oder stetes Abgeben von Völkern möglich ist. Mittels letzterer Option allerdings sollte es möglich sein. Ob aus der Erfahrung heraus sinnvoll sei dahingestellt.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Immer die gleiche Anzahl an Völkern kann man wohl nur haben, wenn man sofort verkauft oder nachkauft sobald sich was ändert.


    Sinnvoll erscheint mir deshalb eine Festlegung auf:
    - Zahl der Wirtschaftsvölker, die man halten will (Ableger, Kunstschwarm... zusätzlich bis man diese im nächsten Jahr als Wirtschaftsvolk bearbeitet oder eben abgibt)
    - Maximale Zahl der belegten Beuten, weil man bei Platz/Geld/Toleranz von Nachbarn... limitiert ist.


    In beiden Fällen wird die Zahl zum Spätsommer am höchsten und im Frühjahr am kleinsten sein. Meine kurze eigene Erfahrung mit meinen Bienen und aus mehreren Jahren mithelfen bei einem befreundeten Imker wäre, dass man mit Verkauf der überzähligen Bienen nur zum Herbst oder Frühjahr wohl mindestens Material für die 1,5 fache bis doppelte Völker/Ablegerzahl braucht, um diesen Bestand zu halten. Also 9 - 12 Beuten für dauerhaft 6 Völker und bei weniger Völkern ist die Schwankung sicherlich eher größer. Wenn man selbst durch Ableger oder Kunstschwärme stets junge Völker haben will, dann ist es besser mit Faktor 2 - 3 zu rechnen, also 12 - 15 Beuten für die 6 Völker, um pro Volk zunächst ein bis zwei Nachfolger zu ziehen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)