varroa counter

  • Hallo zusammen und guten Abend,
     
    hat jemand schon etwas vom Varroa Counter (wird von Seip als Varroatester mit CO2 Spender angeboten) gehört,
    oder vielleicht sogar schon mal ausprobiert? Auf YouTube gibt es ein Video das sieht nicht schlecht aus :-D 
    Kann im Forum nichts darüber finden :roll:

    Gruß Michael (Fussel3)


    Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus (Siddhartha Gautama )

  • Hallo !


    Hallo zusammen und guten Abend,
     
    hat jemand schon etwas vom Varroa Counter (wird von Seip als Varroatester mit CO2 Spender angeboten) gehört,
    oder vielleicht sogar schon mal ausprobiert? Auf YouTube gibt es ein Video das sieht nicht schlecht aus :-D 
    Kann im Forum nichts darüber finden :roll:


    Regelmäßig treibt der Seip eine neue Sau durch Dorf,
    und immer wieder verdient er Geld damit.


    Ob FeedBee, VarroaZapper, Power Cleaner ....
    .... bisher hat man hier im direkten Umefld des Imkereibedarf selten bis nie etwas positives über dies Mittelchen / Gerätschaften gehört.


    Zum CO2 Power Cleaner Varroa Counter und der Frage:


    Hier handelt es sich ja um ein Verfahren ähnlich der Varroa Befallsbestimmung die mittel Bienenprobe,
    kennst Du dieses Verfahren ? Wir wenden es praktisch ausschließlich (und mit Erfolg) an.


    BI Kirchhain AB335 Varroa Befallsmessung Puderzucker


    Bienenprobe mit Puderzucker - schonende Varroa-Befallsmessung


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hier mal ein erster Erfahrungsbericht zu den Tester.


    Die Anwendung ist fast idiotensicher. Das "Gerät" selber ist jedoch noch verbesserungsfähig.
    Das Sieb in der Mitte ist nur reingesteckt. Beim schütteln neigt es dazu zu verrutschen, oder ärgerlicher, sich auch mal hochkant zu stellen. Dann kann man wieder von vorne beginnen. Da half es an 2-3 Stellen etwas Papier zwischen zu klemmen.


    Ein Volk habe ich mal mehrfach getestet, um Fehlerauellen zu ermitteln.
    1.) Die Bienen müssen wirklich alle betäubt sein. Da darf nix mehr zappeln. Ansonsten liegt der gemessene Befallsgrad 0,5-2% unter dem Vergleichswerten.
    2.) Während der Messung kam zwischenzeitlich ein kräftiger Schauer runter. Mit nass gewordenen Bienen oder feuchten Becher geht's garnicht.
    3.) Man braucht doch eine Menge an CO2 Patronen. Angegeben sind bis zu acht Völker, das haben die Patronen aber nicht hergegeben. Nach 2-6 Proben war bereits Ende.
    4.) Die Ergebnisse von Brutwaben sind etwas höher als von den Randwaben.
    5.) Bienen und Milben wachen kurze Zeit später wieder auf. Und krabbeln. Zu Langzeitschäden kann ich aber nichts sagen.


    Die Ergebnisse haben mich teilweise doch überrascht.
    Die WV lagen bei etwa 2%, die mit MS-behandelten Ableger bei 1-2% und die Völker nach der TBE bei 0-0,5%. Überrascht haben mich die beiden abgeschwärmten Völker. Trotz zweimaliger MS-Behandlung im Mai (brutfrei) sind das mit 5% und 7% meine Spitzenreiter. Eigentlich wollte ich die zuerst garnicht beproben und erst später behandeln. Was da schief gelaufen ist weiß ich auch nicht.


    Fazit: Das Prinzip, sofern es denn den tatsächlichen Befallsgrad abbildet finde ich gut. Für den Preis jedoch fast eine Frechheit. Ein bedrucktes Kunststoffrohr mit zwei Deckeln und einem losen Sieb mit einem Set zur PC-Reinigung für 50€ kaufen auch nur Imker. Büchler sagte ja schon - Selbstbau ist gefragt.
    Ich werde das Ding die Tage mal vermessen und in den Baumarkt fahren.

  • Ich finde das Gerät klasse und es ist bei mir ständig im Einsatz. Hier ein Video davon:



    https://www.youtube.com/watch?v=CIHexu7M5wI


    Die Patronen halten länger, wenn man bei den ersten Durchgängen vorsichtiger draufdrückt. Die abgegebene Menge ist nicht gleich, beim ersten Mal viel höher.


    Imker haben Stacheldraht in der Tasche. Wer für 50 € in den Baumarkt fährt, runde Gitter ausschneidet und versucht, passende Deckel zu schneiden...naja. Ich meine, wie oft kauft man so'n Ding. Einmal und benutzen kann man es Jahre. Und dann kapiert man das Gerât nicht und die Kopie ist dann nur so halb funktionstüchtig. :roll:

  • Hallo Bernhard,


    danke das war die Antwort auf die ich gewartet habe.
    Getestet und für gut befunden nicht einfach pauschal Urteilen.
    Ist schon Bestellt


    Gruß Michael

    Gruß Michael (Fussel3)


    Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus (Siddhartha Gautama )

  • Nabend zusammen,


    Ich habs getan! Bei mir sind allerdings nur sehr wenige Milben rausgekommen. So richtig kann ich dem Frieden noch nicht trauen. Leider habe ich gerade kein vermilbtes Beispielvolk zur Hand, denke ich.


    Bernhard : Dein Video ist klasse! Bei mir sieht man trotz ausführlicher CO2-Begasung und Wartezeit immer noch pumpende Hinterleiber - ist das normal? In deinem Video sehen sie so still aus.


    Und diese Kartuschen sind wirklich ein Witz! Ich glaube nach 4 oder 5 Tests war die erste leer. Ich werde mir morgen eine größere Flasche besorgen.


    Gruß Jörg

  • Jörg : ist normal. Die Patronen halten länger, wenn man bei den ersten Verwendungen sehr vorsichtig drückt. 12-15 Völker schafft man schon.


    Man muss wirklich mindestens 10 Sekunden warten und nicht zu zaghaft schütteln. Dann fallen auch die Milben.

  • Hallo Alle,


    sicherlich fällt es mir sehr schwer, der Messung mit ölgetränkten Zewa-beschichteten Schiebern Vertrauen schenken, zumal bei heutiger Kontrolle die Ameisen fröhlich drüber liefen.


    Aber gehe ich mal davon aus, dass ein Volk jetzt ca. 20.000 Bienen hat, von denen ich eine Probe von 200 Individuen ziehe, so messe ich die Varroa-Belastung in 1% der Gesamtpopulation. Zähle ich dann 4 Milben ist die magische 2%-Grenze erreicht. Kleben 2 davon am Bienensieb - wie in Bernhards Video einige - und übersehe ich die, habe ich ein tolles Ergebnis mit nur 1% Befall.


    Wie repräsentativ ist das Ganze also? Sollten da nicht z.B. Serien von 3 Stichproben gemessen werden (aus unterschiedlichen Bereichen des Volkes?), um eine Aussage mit ausreichender Sicherheit zu kriegen?


    Sicherlich ein Problem, das auch die Puderzuckermethode kennt, habe aber keine guten Daten dazu gefunden ... darum hier meine Bedenkenträgerei.


    Fragende Grüße, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.


  • Wie repräsentativ ist das Ganze also? Sollten da nicht z.B. Serien von 3 Stichproben gemessen werden (aus unterschiedlichen Bereichen des Volkes?), um eine Aussage mit ausreichender Sicherheit zu kriegen?


    Sicherlich ein Problem, das auch die Puderzuckermethode kennt, habe aber keine guten Daten dazu gefunden ... darum hier meine Bedenkenträgerei.


    Fragende Grüße, Jörg


    Ich hab es mit 12 Völkern mit mehreren Messungen ausprobiert und die Ergebnisse lagen alle in einem ähnlichen Bereich, wenn auch mit einer gewissen Streuung. Ähnlich wie folgende Messungen:
    Randwabe1 oberer BR - 3 Milben
    Randwabe2 oberer BR - 2 Milben
    Randwabe3 unterer BR - 3 Milben
    Randwabe4 unterer BR - 3 Milben
    Randwabe Brutnest - 4 Milben
    zentrale Brutwabe - 5 Milben


    Wichtig ist, wie Bernhard es auch zeigte, dass die Bienen wirklich betäubt sind. Wenn die noch versuchen zu krabbeln und die Beine bewegen, dann wird die Streuung deutlich größer:
    Randwabe1 - Bienen bewegen sich noch: 2 Milben
    Randwabe2 - betäubt - 5 Milben
    Waben 3/4 - betäubt - 4 Milben


    Die Streuung wurde an starkbelasteten Völkern jedoch auch größer. Da lagen die Messergebnisse zwischen 12 und 17.


    Auch nicht zu zaghaft schütteln, auch wenn mein Siebeinsatz das nicht mitmachte.
    Ansonsten ergibt sich ja bereits aus der Anzahl der eingefüllten Bienen eine gewisse Streuung.
    Ich bin mir jedoch noch unschlüssig, wie ich mit den erhöhten Werten an den Brutwaben umgehe.


    Bin den Prinzip hat mich das Ding überzeugt.

  • Interessant, Chris.
    Aus Deiner Schilderung ergibt sich für mich neben den Punkten von Bernhard:


    1. Messung am ehesten auf Bienen aus dem Brutnestbereich (erscheint ja auch sinnvoll, dass da die meisten Varroen frei auf den Bienen sitzen ... und nicht irgendwo in den Honigräumen)
    2. mehrere Messungen pro Volk machen, um ein besseres Bild zu bekommen.


    Macht Ihr alle eigentlich die Erfahrung, dass die "betäubten" Bienen wirklich unbeschadet wieder auferstehen? CO2 ist eine der am weitesten verbreiteten Euthanasieverfahren in der Versuchstierkunde ...:oops:


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.


  • 1. Messung am ehesten auf Bienen aus dem Brutnestbereich (erscheint ja auch sinnvoll, dass da die meisten Varroen frei auf den Bienen sitzen ... und nicht irgendwo in den Honigräumen)


    Das weiß ich nicht. Ich würde erwarten mehr Varroen im Brutnest als an den Randwaben anzutreffen. In das wirklich der Fall ist, kann ich nicht beurteilen.
    Die Frage ist doch eher, auf welche Werte sich die Schadschwellen beziehen. Auf die der Angaben oder in Brutnest.
    Vielleicht liegt auch ein Messfehler zu Grunde. Ich habe nur bei 4 Völkern das Brutnest angetastet. Bei dreien war ein etwas höherer Befall "messbar".


    2. mehrere Messungen pro Volk machen, um ein besseres Bild zu bekommen.


    Macht Ihr alle eigentlich die Erfahrung, dass die "betäubten" Bienen wirklich unbeschadet wieder auferstehen?


    Mir reicht in Zukunft eine sauber durchgeführte Messung aus einer Randwabe unmittelbar an Brutnest. Ich will ja "einfach imkern". Ob ich damit richtig liegt, zeigt sich wohl erst in Frühjahr.
    Was die "Auferstehungszeit" betrifft, so krabbeln sowohl Bienen wie auch Milben nach wenigen Minuten an der Luft wieder. Ob die Bienen auch munter bleiben...dafür müsste ich den 200 Bienen mal einen Farbklecks verpassen.

  • ...die "betäubten" Bienen wirklich unbeschadet wieder auferstehen? CO2 ist eine der am weitesten verbreiteten Euthanasieverfahren in der Versuchstierkunde ...


    Ich habe meine Versuchsbienen teilweise einfach in die Futterzarge zurückgeschüttet. Nach ein paar Minuten waren sie wieder lebendig...


    Werden die Königinnen bei der künstlichen Besamung nicht auch mit CO2 betäubt? Da müsste die Langzeitwirkung ja ausreichend untersucht sein.


    Könnte es sein, dass du CO2 mit CO verwechselst?


    Gruß Jörg

  • Könnte es sein, dass du CO2 mit CO verwechselst?


    Nee, ist schon klar. Ich glaube auch kaum, dass irgendwer einfach so CO-Kapseln verkaufen dürfte ... CO2 passt schon, und ist ja auch schön lebensmittelecht: z.B. Sodawasser, oder zapfen von einem schönen kühlen Bier - alles mit CO2 (da gibt es übrigens auch deutlich billigere Angebote als 0,50 EUR/gm CO2!).


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.