Ablauf Honigernte (Planung eines Anfängers)

  • Hallo zusammen,
     
    ich habe mir mal den geplanten Ablauf meiner Honigernte aufgeschrieben und würde Euch bitten kurz drüber zu schauen, ob dies so ok ist, oder ob ich etwas Wichtiges vergessen habe. Da dies als Anfänger meine erste Honigernte ist, möchte ich grobe Fehler vermeiden. Es handelt sich bei mir um 2 Völker mit ca. 30 verdeckelten Dadant Honigwaben (keine Dickwaben). Vielleicht ist der Ablauf dann auch für andere Anfänger nützlich. Bin für alle Tipps und Anregungen dankbar.
     
    Donnerstagabend


    1) 24h vor der Honigernte die Bienenfluchten unter die Honigräume setzen.
    Vorher wurde mit dem Refraktometer der Wassergehalt gemessen (erste Stichprobe) messen


    Samstagfrüh


    2) Am Tag der Honigernte früh am Morgen die Waben entnehmen und in lebensmittelechte Kunststoffbehälter mit Deckel setzen. Jetzt den Adam Fütterer aufsetzen,
    darauf die leeren Honigzargen.
    3) Zuhause weißen Kittel und Haarnetz anziehen. Wassergehalt des Honigs bei verschiedenen Waben mit Refraktometer messen. In der super aufgeräumten Küche (keine Fremdgerüche) die Waben entdeckeln und in meine (vorher mit kaltem Wasser ausgewischte und getrocknete) Radialschleuder stellen. Mit geringer Drehzahl beginnen, langsam steigern. Da Radialschleuder ist ein Wenden der Waben nicht notwendig.
    **Frage: Ist die Änderung der Drehrichtung sinnvoll?**
    4) Den Honig über ein Doppelsieb in den 12,5 kg Honigeimer füllen. Den Honigeimer durch ein Spitzsieb (0,3mm) in einen weiteren 12,5 kg Honigeimer umfüllen. Ein Teil des Honigs (5 bis 10 kg) in einen Abfüllbehälter füllen.
    5) Zum Schluss kann das Entdeckelungswachs über einen Spezialbeutel in der Schleuder ausgeschleudert werden. Honigeimer verschließen.


    Samstagnachmittag


    6) Die leeren Waben wieder in die Kunststoffbehälter setzen und am gleichen Tag in die leeren Honigzargen zum Ausschlecken stellen.
    7) Honigschleuder mit kaltem Wasser auswaschen und trocken reiben.
    **Frage: ist es hilfreich Wasser einzufüllen und die Schleuder laufen zu lassen?**
    8) Verdeckelungswachs in den Sonnenwachsschmelzer


    Sonntagfrüh


    9) Mit einem Teigschaber oder einer Folie den Honig abschäumen. Jetzt den Honig impfen. Dazu in jeden Eimer ein Glas cremig feinen Honig einrühren. Ca. 2 Minuten rühren von außen nach innen und von unten nach oben.
    10) Den Honig im Abfüllbehälter in Gläser füllen und in die Tiefkühltruhe.
    **Frage: Gläser vorher in den Geschirrspüler?**
    11) Ab jetzt ca. alle 12 Stunden den Honig ca. 2 Minuten rühren. So lange bis er cremig wird (Anhaltspunkt ca. 7 Tage).
     
    Sonntagnachmittag


    12) Die ausgeschleckten Waben wieder in die Kunststoffbehälter und ein kleiner Teil zu Hause lagern (vorher mit B401 besprühen). Der Großteil kommt in den Sonnenwachsschmelzer.
    **Frage: Können die Waben in den Kunststoffkisten lagern oder besser Löcher in den Deckel bohren und Gaze drauf wegen Belüftung? Den Adam-Fütterer runter nehmen, die leeren Honigzargen drauf lassen und die erste Varroabehandlung (vorher natürlich den Befall-Grad messen) mit Nassenheider Verdunster durchführen.
     
    Lagerung


    13) Wenn der Honig cremig ist, die ersten Gläser (zum Verkaufen, Verschenken) befüllen. (Waage /Füllmenge beachten). Gläser evtl. vorher im Backofen etwas anwärmen. Gläser etikettieren und im Anlieferkarton dunkel und möglichst kühl aufbewahren.
    **Frage: Alles Gläser abfüllen, oder den Rest in den Eimern lassen, bei Bedarf leicht erwärmen (38 Grad), nochmal rühren und erst dann abfüllen?** Bei Lagerung in Eimer diese mit stabilem Holzbrett dazwischen stapeln. Luftfeuchtigkeit des Raumes unter 60 Prozent, Temperatur, wenn möglich unter 18 Grad, möglichst dunkel.
    14) Die tiefgefrorenen Gläser im Spätherbst nach Bedarf aus der Tiefkühltruhe und, wenn es funktioniert hat, super feinen cremigen Honig genießen.

  • Ist ja süss Franz,
    sehr putzig, wie genau Du das alles planst. Ich fange auch schon an, alles im Voraus aufzuschreiben, damit ich es nicht vergesse. Noch bin ich aber einige Jahre davon entfernt, meine derartigen Vorhaben von einer weltweiten Comunity absegnen zu lassen. Kommt aber bestimmt auch noch.
    Einige Fehler oder Ungereimtheiten sind mir aufgefallen. Z.B. legst Du ein besonderes Augenmerk auf den lebensmittelechten Kunststoffbehälter zum Transport der Honigwaben, sehr süss.
    Dann startest Du das Rühren viel zu früh. Du hast vergessen, dass Du den Honig vor dem Rühren erst wieder auftauen musst, Deckel der Gläser abschrauben, in einen großen Eimer umschütten musst ( dieser sollte Lebensmittelecht sein ).
    Danach wieder abfüllen, einfrieren, auftauen, umschütten Rühren usw., etwa eine Woche lang :-).
    Alles in allem etwas unpraktisch.
    Bitte tue dir und uns den Gefallen und gucke wenigstens einmal zu, wenn ein Imker Honig erntet. Viele Fragen klären sich dann wie von alleine. Geh in einen Verein, mache einen Kurs, kauf dir ein Buch und suche dir einen Imkerpaten. Bitte noch bevor Du loslegst und über BoD ein neues Standartwerk über Imkerei verfasst :-).
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich bin im Imkerverein, habe schon 7 Bücher gelesen und lese hier seit einem Jahr als Gast. Ich hatte schon mit 13 Jahren meine ersten Bienen, allerdings war es damals mit Hinterbehandlungsbeuten noch ganz anders und man hat auch keinen Honig cremig gerührt und auch nicht eingefroren usw. Vielleicht nehme ich es zu genau, da hast Du wohl recht. Und wenn es nervt, dann sag mir kurz, wie ich den Beitrag löschen kann, das habe ich noch nicht herausgefunden.


    Gruß
    Franz

  • N'Abend


    Löschen musst du den Beitrag ja nicht gleich, dich vielleicht nur etwas entspannen. Und ob du nun Honig aus HBB oder aus Magazinen oder sonst woher schleuderst, die anschliessende BEhandlung ist immer gleich. Man muss auch nicht das ganze Tratratralala mit rühren, einfrieren etc. machen. Ich habe hier nen Honig von einem befreundeten Imker stehen, der mir 2 Varianten desselben Honigs gegeben hat, einmal gerührt, einmal nicht gerührt. Sieht genauso aus, schmeckt genauso, hat fast zu 100% diie gleiche Konsistenz. Und dann soll es ja sogar Leute geben, die extra ungerührten Honig wollen, am liebsten noch mit Kristallen zum Kauen. Ich zähle mich dazu und laut einer Umfrage bei den SChweizer Honigkäufern auch ca. 15-20% der anderen Honigkunden.


    In diesem Sinne, ernten - schleudern - in Hobbocks abfüllen - nach ein paar Tagen für ein paar Tage rühren bis Perlmuttglanz entsteht - abfüllen - fertig. Probeweise kannst du ja ein paar Gläser gleich abfüllen und einfrieren und auch ein paar ungerührt abfüllen und genaus lagern. Einfach nur um den Vergleich zu bekommen.


    Grüsse, Robert

  • Also mein Rat:


    - 30 Dadanthonigrähmchen sind fast 40 kg Honig (37), das wird mit zwei 12,5kg Eimern eng, aber mit dem Abfüllkübel zusätzlich sollte es gehen, wenn der einen Deckel hat. Über eine Woche (Zeit zum Rühren) würde ich den nicht offen stehen lassen (Verschmutzungsgefahr + Wasserziehen des Honigs)
    - der Wassergehalt am Donnerstag Abend ist für den Samstag schon fast uninteressant, da haben die Bienen viel zu viel Zeit, Unsinn anzustellen, besser direkt beim Schleudern messen und evtl die Schleuderung abbrechen und die Waben nochmal aufsetzen zum nachtrocknen lassen.
    - Drehrichtungsänderung bei Rad-/Radialschleuder ist Mumpitz: Sobald die Beschleunigungsphase beendet ist, die Schleuder mit konstanter Drehzahl läuft, wirkt die Zentrifugalkraft exakt senkrecht nach außen, also in die gleiche Richtung wie nach dem Richtungswechsel.
    - Warum die leeren Honigzargen auf den Fütterer aufsetzten? Damit lassen sich die Honigwaben viel besser transportieren als in irgendwelchen lebensmitteltauglichen verschließbaren Kunststoffboxen. Sobald ein Rähmchen an das andere schrubbert, fließt die gelbe Suppe aus den Waben. Beim Transport in der Zarge passiert da nichts.
    - Ich schleuder mein Entdeckelungswachs nicht aus, nach der Ernte kommt das aus dem Entdecklungsgeschirr in das Spitzsieb und tropft dann über Nacht aus. Dieser Honig ist für den Imker (mich!) bestimmt ;)
    - Ich habe kein Doppelsieb, bei mir gehts von der Schleuder direkt über das Spitzsieb in die 25kg Kübel. Da kann ich 100kg schleudern ohne Siebe zu reinigen: Spitzsieb hängt komplett im Eimer, nicht über Stativ: Wirkt wie ein Honigsumpf: Wachsteilchen schwimmen im Sieb oben auf, der Honig passiert unterhalb der Oberfläche das Sieb.
    - B401 ist nicht nötig, wenn die Waben unbebrütet sind. Einfach ausschlecken lassen (Abdeckfolie ein kleines Eck umschlagen, Leerzarge und dann die Honigzargen mit Rähmchen drin für 2 Tage auf die Völker aufsetzen) und dann in den Honigzargen luftig lagern.
    - Schleuder putzen: am Tag vor dem Schleudern mit Wasser auswischen (und trocknen lassen) und dann nach dem Schleudern auch, kaltes/lauwarmes Wasser, damit sich Wachs nicht geschmolzen wird und als Wachsfilm in der Schleuder bleibt. Schleuder mit Wasser fluten und laufen lassen ist nicht nötig.



    Achso, du brauchst die leeren Honigzargen für Varroabehandlung, dann kannst du natürlich die überzähligen Honigrähmchen zwischenlagern. Für die Überwinterung im Lager würd ich die wieder in die Zargen stecken, viel besser als in einer Box.


    Stefan

  • Nein, und das wird euch vielleicht überraschen,
    nein, nerven tut so ein Bericht nicht. Mich amüsiert er eher.
    In letzter Zeit ist der Spaß hier etwas zu kurz gekommen.
    Außerdem ist dein Beitrag ein Argument für so Manchen der glaubt, man müsse keine Bücher lesen, keinen Verein und keine Erfahrung haben um Imker zu sein.
    Sorry, zur Zeit amüsiere ich mich auf deine Kosten. Das ist nicht schön, das ist nicht fein, aber zur Zeit habe ich nicht so viel zum Lachen, da kam dieser Beitrag gerade recht.
    Nochmal t'schuldigung, ich weiss nicht wie, aber irgendwie mach ichs wieder gut.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der sich um sein Carm(ik)a sorgt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Vielen Dank Robert und Stefan, das hat mir sehr geholfen. Super!


    Wolfgang, Du Spaßvogel, alles klar. Mein Problem ist eher, dass ich seit über 1 Jahr so viel gelesen und angeschaut habe (Bücher, Forum, Youtube, Honigkurs, Imkerverein usw.) und so viele unterschiedliche Meinungen und Methoden kennengelernt habe, dass ich langsam nicht mehr weiß was hinten und vorne ist. Deshalb wollte ich mir mal einen roten Faden basteln. Und vor 38 Jahren als ich mit meinem Vater ein paar Jahre geimkert habe, war das schon nochmal alles anders. Auch die Honiggewinnung, das war ganz locker, ohne die ganzen Vorschriften. Honigglas wiegen? Quatsch, wenn das Glas voll war, war es voll, basta. Und wenn der Honig im Glas hart wurde, dann war das ein gutes Zeichen, kein Rühren, kein Frosten, keine Lagerung von Leerwaben, Ich glaube wir hatten nicht einmal ein Etikett auf dem Glas und das bei immerhin 15 Völkern.


    Bernhardt, auch so ein Spaßvogel, das ist eine gute Idee und mit MS Project leicht zu machen. Trotzdem stehe ich dazu, dass ein roter Faden allemal besser ist, als sich keine Gedanken zu machen. Das wird dann nur auf dem Rücken (bzw. Flügel") der Bienen ausgetragen.


    Ok, nur kein Stress. Einen hab ich noch: Kommt ein Skelett zum Arzt, sagt der: "Sie kommen aber spät!"


    Viele Grüße
    Franz

  • Eben. Kein Streß. :daumen:


    Ich kann das nachvollziehen, daß Du planst und Dir einen roten Faden zurechtlegst. Das mache ich auch so. Nur mag ich eben Diagramme. :)


    Es ist sehr viel einfacher, von einem Imkerpaten alles gezeigt zu bekommen, als sich alles selbst zurechtlegen zu müssen.


    Am besten rechnest Du damit, daß dein Plan nicht aufgehen wird. Denn es passiert immer Unvorhergesehenes, das Alles über den Haufen wirft.


    Gruß


    Bernhard

  • Hallo Franz,


    Stefan hat ja schon eine Menge geschrieben. Hier noch Ergänzungen und Bestätigungen.


    1) 24h vor der Honigernte die Bienenfluchten unter die Honigräume setzen.


    Wo hast Du denn 24 Stunden vorher her? Ich kenne das nur so: am Morgen vor Bienenflug wird die Flucht eingelegt, am Mittag des gleichen Tages werden die Waben geerntet. Es sind nur noch wenige Bienen übrig. Die fegst Du mit einem Bienenbesen ab. Und zwar in einen 40 kg-Hobbock. Erst nachdem Du alle Waben des Volkes abgeerntet hast, kippst Du die Bienen aus dem Hobbock zum Reinkrabbeln vor das Flugloch. Auf diese Weise verhinderst Du, daß Du die Bienen mehrfach von der Wabe abkehrst.


    Durch die Ernte am gleichen Tag verhinderst Du, daß der Honig auskühlt. Der läßt sich dadurch dreimal besser schleudern - und er zieht auch kein Wasser dabei. Außerdem finden die Bienen irgendwann den Rückweg. Und wenn noch Tracht reinkommt (nicht bis zum Schluß der Tracht warten), kann eine lange Wartezeit zum Verhonigen des Brutnestes führen.


    Waben entnehmen und in lebensmittelechte Kunststoffbehälter mit Deckel setzen.


    Ich halte von den Kunststoffdingern gar nichts, die lassen die Waben nur schwitzen = Wasser ziehen. Am besten werden die Waben in Zargen transportiert. Eine leere Zarge mitbringen, geerntete und von Bienen befreite Waben umsetzen. Geleerte Zarge für das nächste Volk oder die nächste Honigzarge verwenden. Gurt drum, fertig.


    Vorher wurde mit dem Refraktometer der Wassergehalt gemessen (erste Stichprobe) messen [...]
    Wassergehalt des Honigs bei verschiedenen Waben mit Refraktometer messen.


    Der Wassergehalt in der Wabe ist ein anderer als vor dem Schleudern, ist ein anderer als nach dem Schleudern, ist ein anderer als im Hobbock. Am besten sparst Du dir die Mehrfachmessungen. Einmal während des Schleudervorganges messen, das reicht für eine Ahnung, wo der Honig in etwa steht.


    Honig über ein Doppelsieb in den 12,5 kg Honigeimer füllen. Den Honigeimer durch ein Spitzsieb (0,3mm) in einen weiteren 12,5 kg Honigeimer umfüllen. Ein Teil des Honigs (5 bis 10 kg) in einen Abfüllbehälter füllen.


    Wie gesagt, ein Honigsumpf wäre besser. Am besten einen Abfüllbehälter mit konischem Siebeinsatz. Kegelsieb oder so heißt der. Hobbock mit Grobsieb (den Feinsieb des Doppelsiebes kannst Du weglassen) unter Schleuderhahn.


    Samstagnachmittag
    6) Die leeren Waben wieder in die Kunststoffbehälter setzen und am gleichen Tag in die leeren Honigzargen zum Ausschlecken stellen.


    ACHTUNG: Die Waben werden erst am Abend gegen Sonnenuntergang oder aber während eines Regentages inmitten eines Regenschauers aufgesetzt. Räubereigefahr! Keine gute Praxis, die feuchten Honigzargen übertags aufzusetzen!


    Die Bienen finden den feuchten Honig, rennen zur Alarmierung der anderen Bienen nach unten und melden: wahnsinnig viel süßer Honig, ganz nah! Die melden "nah"/"kurze Distanz" und nicht "oben". Und die anderen Bienen stürzen hektisch aus dem Flugloch, um in der Nähe nach Honig zu suchen. Finden aber nichts...außer die auch von außen duftenden Honigräume der anderen Völker. Das Ergebnis ist eine hausgemachte Räuberei!



    12) Die ausgeschleckten Waben wieder in die Kunststoffbehälter und ein kleiner Teil zu Hause lagern (vorher mit B401 besprühen). ...
    **Frage: Können die Waben in den Kunststoffkisten lagern oder besser Löcher in den Deckel bohren und Gaze drauf wegen Belüftung?


    In der Zarge zugig und luftig lagern. Nimm' ruhig B401, es schadet nicht und Mottenlarven fressen manchmal auch reines Wachs. Wäre schade um die ersten Honigwaben.


    Sonstiges:


    Es ist eine gute Idee, mindestens einen Tag vor der Ernte zu beginnen, den Schleuderraum heizen und zu wärmen. Damit die Wände und der gesamte Raum durchgewärmt sind und die Luftfeuchtigkeit schonmal runtergedrückt wird. Durch das Vorheizen kommt es während des Schleuderns nicht zu Schwankungen des Luftklimas. Und die Schwankungen sorgen für Wasserziehen beim Honig!


    Die beste Raumtemperatur ist 28 Grad Celsius. Bei der Temperatur nimmt Honig am wenigsten Wasser auf. ab 35 Grad Celsisu nimmt er wieder mehr Wasser auf, teils drastisch, also nicht überheizen. Die relative Luftfeuchte sollte 60 Prozent nicht überschreiten.


    Viele Grüße


    Bernhard


  • Wo hast Du denn 24 Stunden vorher her? Ich kenne das nur so: am Morgen vor Bienenflug wird die Flucht eingelegt, am Mittag des gleichen Tages werden die Waben geerntet. Es sind nur noch wenige Bienen übrig. Die fegst Du mit einem Bienenbesen ab. Und zwar in einen 40 kg-Hobbock. Erst nachdem Du alle Waben des Volkes abgeerntet hast, kippst Du die Bienen aus dem Hobbock zum Reinkrabbeln vor das Flugloch. Auf diese Weise verhinderst Du, daß Du die Bienen mehrfach von der Wabe abkehrst.


    Durch die Ernte am gleichen Tag verhinderst Du, daß der Honig auskühlt. Der läßt sich dadurch dreimal besser schleudern - und er zieht auch kein Wasser dabei. Außerdem finden die Bienen irgendwann den Rückweg. Und wenn noch Tracht reinkommt (nicht bis zum Schluß der Tracht warten), kann eine lange Wartezeit zum Verhonigen des Brutnestes führen.


    Hallo.


    ich dachte die Bienenflucht wäre erfunden worden, damit man den ganzen Aufwand mit dem Abkehren eben nicht treiben muss :confused:
    Nach 24 Stunden über der Bienenflucht sind bei mir wirklich nur noch ein paar Bienen im Honigraum. Die kann man "mal eben" abstossen. Honigraum wegtragen , fertig.
    Beim Schleudern hatte ich noch keine Probleme (hab aber auch keinen Raps), und Feuchtigkeitsprobleme kenne ich auch nicht. Ebensowenig ist in den 24 Stunden das Brutnest verhonigt.
    Also 24 Stunden gehen auch, jedenfalls bei mir :wink:


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Moin Franz!
    Laß dich von den alten Hasen nicht zu sehr auf den Arm nehmen;-)
    Ich kann das mehr als gut nachvollziehen, daß man sich doch gerne absichern möchte, damit hinterher nichts schief geht.
    Aber ich kann dir nur sagen, auch wenn du dir hier einen roten Faden spannst, wie es am besten funzt wirst du erst merken, wenn du richtig dran gewesen bist.
    Ich würde auch einen Tag vorher (zumindest abends) die Bienenfluch reinlegen, dann haben die Mädels genug Zeit aus dem HR zu verschwinden.
    Allerdings fang ich mit der Honigernte auch gleich am nächsten Tag früh an, denn einen Tag mit Vorbereitung und Aufräumen, etc. mußt du schon rechnen.
    Bei der Gelegenheit mach ich kurz eine Spritzprobe, damit kannst du gut erkennen, ob der Honig schon trocken genug ist. Beim Raps ist es eh eine Woche nach dem Abblühen, bei der Spättracht muß man ein wenig abwägen, ich würde aber nach der Lindenblüte ca. anfangen (Mitte Juli, spätestens Anfang August). Es sei denn du willst Sortenhonig machen, dann solltest du nach jeder Tracht ernten.
    Wenn du die Bienenflucht drin hast, sind sehr wenige Bienen an den Waben, die Wabe aus der Honig-Zarge nehmen, die letzten Bienen kurz abfegen und die Waben in eine weiter Zarge stecken zum Transport zur Küche, bzw. Schleuderraum. Da gehen dann so schnell auch keine Bienen dran. Ich würde jetzt auch nicht unbedingt
    Die Honigräume nehme ich komplett ab, laß aber die Bienenflucht drauf (plus Deckel), damit möglichst wenige Bienen nach oben gehen (maximal eine Handvoll, wenn überhaupt). Laß den Adams-Fütterer weg.
    Wie du dich anziehst und deine Küche aussieht......bleibt dein Geheimnis;-) aber klar, offiziell machst du das richtig, Haarnetz, etc.
    Drehrichtung ist bei der Radialschleuder egal, Hauptsache der Honig ist raus.
    Ich nutze ein Doppelsieb und kippe hinterher alles noch mal durch das Spitzsieb. Andere machen es anders, aber wie es für dich am besten klappt, mußt du selber herausfinden. Ich finde, das Spitzsieb ist bei direktem Durchlauf zu schnell voll und trägt zu hoch auf, es sei denn du bindest die Spitze hoch, wäre mir zu viel getüddel.
    Das Entdeckelungswachs kann du mit schleudern, kannst du austropfen lassen, kannst du direkt in den Schmelzer geben, wie du magst. Ich presse den Honig immer noch mal in ein Glas für mich rein.
    Ich messe den Wassergehalt erst jetzt im Hobbock, wenn man den richtigen Zeitpunkt kennt, paßt das auch meist, aber sicher ist sicher;-)
    Hobbock verschließen und nächsten Tag zum Abschäumen öffnen, mit Frischhaltefolie den Schaum rausnehmen, den Rest mit Löffel und Schaber (wenn's sein muß).
    Raps-Honig brauchst du nicht impfen, beim Sommerhonig paßt ein Glas auf ca 10-12kg ganz gut zum impfen.
    Jetzt wird gerührt, ca. 1 max.2 Wochen, bis der Honig cremig geworden ist. (Hier gehen die Meinungen deutlich auseinander, wann anfangen, wann aufhören, finde da deinen Weg;-)
    Einfrieren und auftauen wäre mir bei so einer Menge zu mühselig, mach das erst mal nicht.
    Gläser Waschen, auch gerne im Geschirrspüler, und neue Deckeleinlagen rein.
    Wenn der Honig für deine Bedürfnisse cremig genug ist (kann bei Sommerhonig ohne impfen schon mal ein paar Wochen dauern;-) kannst du den abfüllen. (Es gibt auch genug die den Honig im Glas reifen lassen).
    Die Honigwaben kannst du zurück an deine Völker geben, Vorsicht vor Räuberei, also nichts offen stehen lassen! Nach 24h die Honigräume wieder abräumen, sonst machen sie dir die Waben wieder voll. Wenn bnoch Tracht rein kommt, kannst du einen Honigraum (ich nehm dann halt nur einen halben) noch mal drauf lassen, zum Sommerende hin halt eher nicht. Was jetzt noch eingetragen wird gehört den Bienen und kann im Brutnest bleiben, es sei denn, du hast Tracht, dann solltest du doch noch einen HR drauf lassen, sonst verhonigen sie dir das Brutnest zu sehr.
    Die Waben kannst du gut 1-2 Jahre noch nutzen, solange sie unbebrütet, ohne Pollen oder hartem (auskristallisiertem) Honig sind. Nur die würde ich wirklich erst mal einschmelzen. Die übrigen "guten" Waben bilden dein Gerüst für die Honigräume in der kommenden Saison (Blockweise ausgebaute Waben und Mittelwände oder Anfangsstreifen). Denn gerade im frühen Frühjahr tragen die Bienen wenn überhaupt nur in den ausgebauten Waben ein.
    Ich denke, bei der Menge, die du erst mal umsetzt, (ca. 25-30kg), kannst du auch gut alles in Gläser füllen und brauchst erst mal nichts in Eimern lagern, um später wieder mit dem Honig rumzumachen.
    Wenn du irgendwann mal auf Mengen kommst, die du nicht mehr an einem abend in Gläer füllen kannst (ich sach ma 50-10kg+), dann kannst du Honig im Hobbock lagern, erwärmen und dann abfüllen.
    Ich hoffe, daß war jetzt hilfreich und verwirrt dich nicht noch mehr, aber nur ran an den Honig, nur durchs Ausführen bekommst du ein Gefühl für das ganze;-)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool: