Apidea, Miniplus kleines Volk einwintern?

  • Hallo Kollegen!


    Brauche Rat für ein Experiment.


    Ich habe ein Apidea Kästchen mit Brutaufsatz.(wurde nagelneu vom Kollegen übernommen) Weiters habe ich einen Ableger mit einer Wirtschaftskönigin mit dem ich nicht ganz glücklich bin. Das Volk entwickelt sich deutlich langsamer als andere.
    Ich wohne im Stadtzentrum mit Dachterasse. Und habe eine Tochter die gerne Bienen beobachten würde.


    Das zur Ausgangssituation!


    Nun meine Idee.


    Da ich die besagte Königin nicht abdrücken möchte dachte ich mir ich wintere ein kleines Volk auf meiner Dachterasse im bestehenden Apidea ein und schaue was im Frühjahr daraus geworden ist.


    Das Problem ist dass mir alle vom Apideakästchen abraten da viel zu klein. Soll ich ein Miniplus für die Dachterasse kaufen?


    Angeblich ist die Stadtimkerei durchaus interessant. Aber ich habe keine Erfahrungen damit!


    Nun? Was tun?


    Boris

  • Du kannst mit 4 -5 Miniplus Zargen überwintern.
    Apidea oder 1 Minizarge ist viel zu klein.
    Tu dir und den Bienen bitte einen gefallen, wenn du kein Wissenschaftler bist, lass das experimentieren!


    Viele Grüße,


    Max


  • Tu dir und den Bienen bitte einen gefallen, wenn du kein Wissenschaftler bist, lass das experimentieren!


    :daumen:, Danke.


    Gruß, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Das hat mit Wissenschaftler sein wenig zu tun. Wir wissen, daß 10.000 Bienen das Minimum ist, bei dem eine Überwinterung sinnvoll ist, obwohl - mit höheren Verlusten - auch 5.000 Bienen über den Winter kommen können. Es heißt also bloß nachzumachen, was anderen gelang und zu lassen, was selbst bei Wissenschaftlern schief ging. (Experimente mit Überwinterung von Begattungseinheiten gab es zur Genüge.)


    Also vertrau dem Instinkt, der Dich die Frage stellen ließ und laß es. Das erspart den Bienen den Tod, der Beobachterin die Enttäuschung und Dir die Selbstvorwürfe.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke für eure Infos!


    Ich habe nun eine drei zargige miniplus Beute bestellt. Ein falzloses Holtermann System.


    Mal sehen wie das funktioniert. Ich baue noch ein Dach dazu und dann im Spätsommer ev. noch eine vierte Zarge drauf und fertig.


    Gruß


    Boris

  • Hallo Boris,
    am besten bestellst du 10 Zargen und 3 Böden, dann bist du flexibler, dann kannst du teilen und damit arbeiten.
    Miniplus taugt nicht als "Kleine Spaßbeute".
    Es bleibt was es ist, eine Begattungseinheit.
    Ein überwintertes Miniplusvolk explodiert im Frühjahr, da bist du dann im Mai auf 6 Zargen und wenn du die dann nicht schröpfst Schwärmt dir dein Mini.


    Ich würde dir ein Mini empfehlen wenn du Züchten willst, wenn du eine kleine Beute für den Balkon willst, würde ich etwas anderes nehmen.


    Grüße,


    Max

  • Kleine Minivölker sind Spielerei.


    Ich habe einen späten Ableger vom letzten Jahr (gerade noch so) noch über den Winter gebracht (Einwinterung 5 Dadantwaben), im April hatten die ein faustgroßes Brutnest. Bis jetzt ist das Volk auf 6 Dadantwaben angewachsen, meine diesjährigen Ableger sind auch nicht viel kleiner.


    Klassischer Fall von "Ausser Spesen nix gewesen": Kein Honig und trotzdem die gleiche Arbeit.


    Stefan

  • Hallo Boris,


    ich habe zwar noch keine eigenen Erfahrungen mit Mini in der Überwinterung erfasst, aber dein Satz mit "Falzlosen Beuten bestellt" lässt mich doch aufhorchen. Dabei handelt es sich doch bestimmt um Holzbeuten oder? Mir haben mehrere Züchter bestätigt, dass im Holzbereich die Würfelbeuten nicht zur Überwinterung taugen. Hier ist die Wintertraube einfach zu klein bzw. die Dämmung zu gering. Überwintern im Holz würde nur mit den doppelt so großen Überwinterungszargen funktionierten (hier dann zwei Zargen, welches vier Würfel entspricht). Die von dir angesprochene Überwinterung in den Würfel würde nur mit den Kunststoffzargen funktionieren, da diese besser gedämmt sind.


    Gruß
    Frank

  • Miniplus taugt nicht als "Kleine Spaßbeute".

    Genau das kann ich bestätigen.


    Sobald nur etwas Tracht herrscht, donnern Dir die Bienen selbst 6-Zarger die kaum noch grade stehen binnen Stunden voll. So voll, daß sie die Waben mit den Wänden und die Zargen untereinander verbauen. Und den Boden sowieso. 4 Zargen Mini-Plus sind so übern Daumen eine Zarge DNM.


    Und wer will schon Völker auf nur 1 1/2 Zargen DNM durch den Sommer führen. Das sehen ja selbst die Wesensgemäßen mit den Einraumbeuten ein, daß das nicht geht. Schließlich muß erst die Brut, dann die Bieenn und schließlich der Honig irgendwohin.


    Bei 3-zargiger Überwinterung im 4er Block liegen die typischen Überwinterungsverluste bei 30-50%. Ich hatte in diesem Jahr aus 12 Miniplussen nur 3 übrig. Und diese Beuten stehen tatsächlich im Block ohne Luftspalt und behalten die leere FZ obenauf. Dennoch liegen die Verluste immer deutlich über denen der normalen Völker.


    Einzargige Mini-Plusse muß ich jetzt wegen des Wetters schon vor der Linde füttern und nach der Linde platzen manche und andere brauchen deren Honigwaben, weil sie's selbst nicht ersammeln konnten. Da tausche ich hin und her. Ich habe aber auch 30 Völker und an die 50 Zargen und kann tauschen, zusammenstellen, füttern und sogar schleudern.


    Mit einer Beute geht sowas nicht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Stefan, und dennoch hat er es geschafft und sich über den Winter gekämpft. Aus Sicht der Natur war somit das Ziel erreicht und das Volk wird sich nun für 2016 wieder in die Vermehrungskette durch Schwärmen einreihen.


    Hab selbst schon mehrere Miniplus eingewintert bei denen ich im September 2-3 bienenbesetzte Waben mit Reservekönigin rein hab + Rest mit Futterwaben aufgefüllt und dann in der Leerzarge noch 1Kg Futterteig über den Wintersitz. Überwintert haben die alle und dazu eine lange Brutpause von fast 3 Monaten eingelegt. Im Frühjahr waren die recht fleissig und haben sich bis Ende April/Mitte Mai auf 2 Zargen hochgearbeitet und sitzen aktuell auf 4 brechend vollen Zargen wobei die 5. längst überfällig ist und sicher auch direkt belagert wird.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Mir haben mehrere Züchter bestätigt, dass im Holzbereich die Würfelbeuten nicht zur Überwinterung taugen. Hier ist die Wintertraube einfach zu klein bzw. die Dämmung zu gering. Überwintern im Holz würde nur mit den doppelt so großen Überwinterungszargen funktionierten (hier dann zwei Zargen, welches vier Würfel entspricht).


    Ist das so? Drei Holzzargen übereinander, beim Einwintern zwei mit Brut, die oberste nur mit Futter, dazu ein wirklich gut isolierter Deckel, das sollte schon klappen. Vielleicht nicht im Hochgebirge, aber in der Kölner Bucht schon. Ich finde die doppelten Zargen nicht so glücklich vom Format her, weil die Zehrwege dann ziemlich ungünstig sind. Aber Minis sind auch für mich Neuland. Bei den Segeberger Styropor-Minis klappt eine Überwinterung mit drei Zargen hier problemlos, im Frühjahr muß man halt bei den kleinen Einheiten penibel aufs Futter achten! So als Spielerei würde ich mir den Tort nicht antun wollen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Sobald nur etwas Tracht herrscht, donnern Dir die Bienen selbst 6-Zarger die kaum noch grade stehen binnen Stunden voll. So voll, daß sie die Waben mit den Wänden und die Zargen untereinander verbauen. Und den Boden sowieso.


    Hast DU mich nicht im Frühjahr ausgelacht, weil ich so unbedingt eine MiniPlus mit den richtigen Maßen haben (bauen) wollte? Weil das machen die hier nicht. Kaum Verbau, nicht zwischen den Zargen, nicht im Boden und nur sehr gelegentlich zwischen Randwabe und Wand. Dieses Posting von Dir macht mich grade regelrecht glücklich, es war nämlich eine Sauarbeit.


    Danke und beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hast DU mich nicht im Frühjahr ausgelacht, weil ich so unbedingt eine MiniPlus mit den richtigen Maßen haben (bauen) wollte?

    Nein, gelacht hab ich wirklich nicht.

    Weil das machen die hier nicht. Kaum Verbau, nicht zwischen den Zargen, nicht im Boden und nur sehr gelegentlich zwischen Randwabe und Wand.

    Dann haste keine Tracht oder nicht die Bienen ...

    Dieses Posting von Dir macht mich grade regelrecht glücklich, es war nämlich eine Sauarbeit.

    Die hättest Du Dir sparen können, aber Du wolltest es ja so und vielleicht kaufst Du ja mal paar Mini-Plus Rähmchen und siehst mal nach, wieviel Maßabweichung es zwischen den Herstellern gibt. Das geht so weit, daß sich Hoffmannsseitenteile nicht mehr treffen und folglich ist völlig nebensächlich, wie präzise Du Deine Holzkisten gebastelt hast.


    Das Problem, daß selbst in 8 Zargen Mini-Plus nicht genug Platz ist für ein Vollvolk beseitigst Du nicht durch präzise Einhaltung von Abständen, denn wie Du weißt bauen Bienen bei Enge und Volltracht auch unter Bausperren, unter Deckel ja sogar unter Böden ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder