Schwarm baut langsam

  • Hallo zusammen,
    ich habe dieses Jahr mit 2 Schwärmen begonnen. Der eine ist Drohnenbrütig geworden und wurde aufgelöst. Den zweiten hatte ich vor 5 Wochen in eine Beute mit Mittelwänden eingeschlagen. Seit dem hat er erst 7 von 10 Zanderwaben ausgebaut. Es sind 5-6 Wabengassen voll besetzt. Brutnester sehen top aus, Pollen und Futter ist auch in ausreichender Menge da. Aber sind 7 Waben nicht arg wenig für 5 Wochen? Der Schwarm war nicht klein als er eingeschlagen wurde. Meine Überlegung ist nun eine Futterwabe nach ganz außen zu hängen um sie zu animieren die restlichen Mittelwände dazwischen auszubauen.
    Was meint ihr? Was soll ich machen? Warum sind sie so langsam? Habe sie in voller Rapsblüte eingeschlagen und ein klein wenig Futterteig als Starthilfe mit gegeben.


    Es grüßt der Wingman :)

  • Das Bienenjahr ist für den Schwarm durch. Ich würd die jetzt füttern, flüssig 1:1 zwei Liter die Woche und mich parallel nach einer neuen Königin umsehen, und dann im Herbst umweiseln.


    Oder jetzt schon teilen, beide Teile mit neuen Königinnen versehen und durchgängig wie oben beschrieben füttern. Die Idee finde ich noch besser.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Warum meinst du das es durch ist? Im Verein schwärmen einige Völker noch fröhlich. Die müssen sich nach dem einschlagen ja auch noch fit für den Winter machen. Ich wollte meinen Schwarm eigentlich auf 2 Zargen einwintern....

  • Hallo !


    Das Bienenjahr ist für den Schwarm durch. Ich würd die jetzt füttern, flüssig 1:1 zwei Liter die Woche und mich parallel nach einer neuen Königin umsehen, und dann im Herbst umweiseln.


    Oder jetzt schon teilen, beide Teile mit neuen Königinnen versehen und durchgängig wie oben beschrieben füttern. Die Idee finde ich noch besser.


    Warum bist Du der Meinung das solche Manipulationen am Bien notwenig sind,
    mehrfach sogar noch besser ?


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Wingman!


    Ein Schwarm oder auch ein sonstiges Volk baut immer nur so viel wie unbedingt notwendig ist. Alles andere wäre unnütze Energieverschwendung, ausgenommen im Frühjahr zur Zeit der Volksentwicklung.


    Bei einem Schwarm stellt sich die Frage, sollte er noch zur Honiggewinnung eingesetzt werden oder nicht. Daraus ergibt sich die nötige Vorgangsweise.



    Bei geplanter Honiggewinnung:


    Der Schwarm wird in eine Zarge eingeschlagen und relativ rasch mit umgerechnet ca 8 kg Zucker gefüttert. Nach etwa 2 Wochen ist das Futter verarbeitet und das Brutnest hat die volle Ausdehnung. Jetzt wird eine weitere Zarge über Absperrgitter als Honigraum aufgesetzt. Der Honig, der jetzt eingetragen wird, wird überwiegend über dem Absperrgitter deponiert da der Brutraum gut gefüllt ist.



    Ohne Honiggewinnung:


    Der Schwarm kann gleich in zwei Zargen eingeschlagen werden und wird ebenfalls gut gefüttert. Von nichts kommt nichts. Es geht auch nichts verloren, entweder wird das Futter in Brut oder in Winterfutter umgesetzt. Aufgrund der natürlichen Anordnung, unten Brutnest, darüber Pollenkranz oben Futterkappe ergibt sich die Situation, dass laufend der eingetragene Pollen mit Futter überlagert wird und das Brutnest allmählich nach unten abgedrängt wird. Überlagerter Pollen ist im Frühjahr wie Rennbenzin für das Motorrad. Da wird so richtig der Turbo gezündet. Das ist im Frühjahr die beste Ausgangslage und macht das Volk bei der Entwicklung nahezu unabhängig von den Wetterkapriolen.


    MfG
    Honigmaul

  • Warum bist Du der Meinung das solche Manipulationen am Bien notwenig sind,
    mehrfach sogar noch besser ?


    Ein Schwarm war drohnenbrütig und mußte aufgelöst werden. Der Schwarm der Thema ist, schafft nach fünf Wochen sieben Zanderwaben, kann also auch nix. Ein 'normaler' Schwarm macht das in fünf Tagen. Honig holt der dieses Jahr auch keinen mehr, ob nächstes Jahr ist zumindest fraglich. Also auflösen, bzw. teilen, beide Teile mit einer guten Königin versehen und beide Teile so pflegen (erweitern, füttern), das sie zum Ende des Jahres gute Wirtschaftsvölker geben. Zwei, siehe Ausgangslage. Jetzt auf jeweils vier Waben, schaffen gute Kös mit Fütterung das. Der Schwarm schafft das nie, sonst wär der jetzt nicht erst auf sieben Waben. So dachte ich.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • .... Honig holt der dieses Jahr auch keinen mehr, ...


    Oh Leute, wenn ich sowas immer hier lese... Der Bienenknecht hat mit seinem Einwurf schon Recht.


    Ihr könnt auch am Gras ziehen, damit es schneller wächst. So sind manche von Euch drauf.


    Also: Was ist ein Schwarm?!


    Ein Schwarm, das sind Qualitätsbienen, egal, ob der Schwarm nun 1 kg oder 3 kg wiegt.
    Ein Schwarm ist Nachwuchs, so hat es die Natur vorgesehen, sozusagen ein "Kind", das es verdient hat, in Ruhe wachsen zu dürfen. Man zieht ein Kind nicht an den Ohren, damit es schneller wächst. Man mästet es auch nicht mit Zucker, obwohl es damit kurzfristig an Masse zulegen würde.


    Schwärme sind das schönste, was es in der Imkerei gibt. Die kriegen von mir keine ausgebauten Waben, nur damit sie schnell Honig bringen. Die kriegen keine Säuredusche. Die kriegen von mir keinen Streß.


    Schwärme sind nicht geplant, man weiß also nie, ob und wieviele man fängt. Also beziehe ich sie nicht in mein Kalkül ein, wieviel Honig da im laufenden Jahr noch rausgeholt werden kann. GIG, ich hänge eher noch ´ne Honigwabe rein, soviel Honig ist in jeder Imkerei übrig und für solche Zwecke auf Lager.


    -------


    Wingman, laß den Schwarm in Ruhe machen. Eine Ursache dafür, daß er langsam vorwärts kommt, könnte sein, daß zu oft reingeguckt wurde. Man sagt nicht umsonst, als Anfänger braucht man 2 Völker, eins zum imkern, eins zum totgucken.
    Falls bei Euch die Tracht schlecht ist, laß Dir von einem Imker eine Robinienhonigwabe geben und häng sie dazu, also wenn noch ein Platz frei ist, um eine Wabe dazuzuhängen, und dann in Ruhe lassen. Nichts gedeiht besser als [Natur]Schwärme.

  • Soso, ein Schwarm von jedem, auch einem so richtig schlechten Volk sind immer Qualitätsbienen, und auch mit Qualitätskönigin? Wenn ich Anfang Mai einen normalgroßen Schwarm fange, und der Ende Juni nur auf sieben Waben sitzt, dann können die nix. Ein andere Schwarm des Kollegen wurde schon drohnenbrütig. Also was spricht dagegen, aus dem Mickerling zwei richtig gute Ableger, respektive Wirtschaftsvölker für das nächste Jahr zu machen? Nicht unter dem Aspekt des maximalen Honigertrags, sondern weil große, vitale Völker das Ziel sind. Die werden weniger krank, wintern besser aus und sind einfacher in der Führung. Das hat mit 'mästen' nix zu tun, das ist Imkern.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn die Tracht durch ist mit etwas Zuckerwasser füttern und dann bauen sie schon noch. Ist doch wurscht auf wie vielen Zargen der dann eingewintert wird - ein gesunder Schwarm wird auf 1 oder 2 Zargen happy und erfolgreich überwintern.
    Abwarten, machen lassen, es gibt keine DIN-Norm für Schwärme, Mindestgewichte und maximale Zuladung...die wollen überwintern und das geht auch auch weniger Rähmchen.


    Relax!


    Melanie

  • Doch, lieber Rase, einen [vermeintlichen] Schwächling mit Zucker aufblasen (wenn nicht als Notmaßnahme) ist Mästen. Genau das. Und überleg mal, wenn der Wingman schreibt, Brutnest sieht "top" aus, dann ist der Ratschlag zum Umweiseln glatter Blödsinn.


    Wingmann, ja, Honigwabe nach außen. Die kann sonst wie ein Trennschied wirken! Evtl. ist das schon die Ursache für den "Baustopp". Das kalte Wetter dieses Jahr macht es auch nicht einfacher --> Boden zu, falls Du ihn offen hattest. Dein Volk ist jedenfalls KEIN Problemfall.


    Und tschüss.

  • Ich würd nicht den vermeidlichen Schwächling mästen, sondern die beiden neuen Ableger mit guten Königinnen kontinuierlich und dünn füttern. Mir wär's völlig egal, wie schön das Brutnest wär, wenn die keinen Schwung haben. Ich will große, gesunde Völker einwintern. Jetzt werden die Weichen gestellt fürs nächste Jahr. Aber das soll jeder so halten, wie er will. 'Was mach ich mit Schwächlingen im Frühjahr Freds' gibt's ja genug. 'Aber das Brutnest war bildschön!'. Na und? Pack sie halt in einen Schaukasten :)


    Beste Grüße und ich bin raus,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • 10 Imker 12 Meinungen :-D


    Danke euch für eure Kommentare. So richtig bin ich mir jetzt zwar immer noch nicht sicher was die beste Lösung ist, aber hier ist was ich heute gemacht habe:


    Alle verbliebenen unberührten Mittelwände rausgenommen und durch die komplett und teilweise ausgebauten Rahmen des aufgelösten Volks ersetzt. Dabei habe ich die Waben mit dem meisten Futter nach aussen gehängt.
    Nun werde ich in den kommenden Wochen behandeln und dann einfüttern. Ein wenig Sorgen mache ich mir wegen der Milbenzahl im Volk. Weiß zwar nichts konkretes, aber als ich den Schwarm bekommen habe, wurde er vor dem Einschlagen nicht mit Milchsäure behandelt und einen Drohnenrahmen haben sie auch nicht ausgebaut den ich hätte ausschneiden können. Nun hoffe ich das die Behandlung gut anschlägt und sie bis es kühler wird noch wachsen.

  • Hallo


    ich bin hier schon der Meinung wie Honigmaul. Ein Schwarm muß ab dem 3. Tag flüssig gefüttert werden in kleinen Gaben, je nach Größe 1/4- 1l Flüsssigfutter was spielt keine Rolle.Damit wird der Schwarm angeregt zügig zu bauen, denn die Hauptbauzeit eines Schwarmes läßt nach dem 10. Tag nach. Wenn es wirklich honigt braucht man auch nicht zu füttern, es darf nicht nur blühen sondern muß honigen. Wenn man die ersten 10 Tage den Schwarm vernachlässigt, hohlt er das nie wieder auf. Es wird erst richtig weiter gebaut wenn die ersten Jungbienen schlüpfen.


    Und Wigmann hat eben nur ein klein wenig Futterteig als Starthilfe mitgegeben, das ist dann ein ganz normales Ergebnis.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)