Unterschiede bei der Erstellung von Begattungsvölkchen

  • Hallo,


    ich hab dieses Jahr durch Zufall eine neue Erfahrung bei der Erstellung von Begattungseinheiten machen dürfen:


    Bis dato hab ich Kieler etc, mit kleinen KS besetzt, also Brutraumbienen aus verschiedenen Völkern gesammelt, portionsweise in die vorbereiteten Kistchen geschüttet zusammen mit einer grade geschlüpften Königin, drei Tage Kellerhaft, aufgestellt, fertig.


    Dieses Jahr hatte ich eine Portion Bienen in der Schwarmfangbox über Nacht in die Garage gestellt (eine Kö mehr als Kieler Kistchen dabei), und diese dann am nächsten Tag vor ein leeres MiniPlus geschüttet, als würde ich einen Schwarm einschlagen. Der Unterschied in der Entwicklung war so krass (besser), das ich bei der nächsten Serie halb/halb gemacht habe, 10 Kistchen 'normal' und 10 Völkchen nach einer Nacht Mini-Schwarmtraube klassisch eingeschlagen.


    Die normal eingeschlagenen Kistchen brauchen über eine Woche, bis erste Bienen mit Pollenhöschen nach Hause kommen, die bauen schlechter und bis zur Eilage dauerte es min. fünf Tage länger. Die als Schwarm eingeschlagenen Einheiten gehen viel besser ans Futter, schon am dritten Tag gab es Bienen mit Pollenhöschen und sie bauen schöner. Alles in Allem machen die als Schwarm eingeschlagenen Völkchen einen deutlich besseren Eindruck. Königinnen alle aus gleichem Stall, ebenso die Bienen, sowohl an Menge als auch von der Herkunft.


    Ist für viele Einheiten vielleicht viel zuviel Aufwand, aber mich hat es wirklich verblüfft. Hat von Euch jemand gleiches beobachtet und hat vielleicht jemand eine Idee, wie man sowas vielleicht wirtschaftlich umsetzen könnte?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn Ihr das für eine singuläre Erfahrung haltet oder auch andere banale Gründe für die unterschiedliche Entwicklung anführen könnt, wär ich froh über Eure Einschätzung!


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich mach dies auch teilweise bei Ablegern die am selben Stand verbleiben. Jedoch mach ich hierzu von allen Brutwaben die ich nehme einen Freiluftkunstschwarm, Teil die Brutwaben auf, pack die Königin im Ausfresskäfig rein und dann wird der Freiluftkunstschwarm gleichmäßig portioniert dazu gegeben. Flugloch zu und am nächsten Abend auf. Fertig. Dann hat man Ableger mit Bienen und keine verlassenen Brutwaben und meiner Beobachtung nach geben die auch viel mehr Gas. Teilweise mach ich das auch mit Ablegern die ich einfach komplett Abkehr um z.b. die alten Waben zu entfernen. Aber meist nur wenn die Königin fehlt oder sonst was daneben ist. Das bringt m.e. auch einen Schub.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Markus,


    ich hätte da mal eine Frage dazu:
    Bei einem meiner schwarmwilligen Völker habe ich auch die Königin mit einer Brutwabe entfernt und am Stand belassen. Wahrscheinlich waren zu viele Flugbienen dabei.
    Er hat jetzt nur ganz wenig Bienen.
    Meine Überlegung:
    Ich nehme Bienen aus anderen Völkern in eine Schwarmkiste, die Königin unter Verschluß mit dazu, 1 Tag in den Keller mit etwas Futterteig und am nächsten Tag zusammen in die alte Kiste.
    Damit sind dann mehr Bienen da, um eine vernüftig große Brutfläche anzulegen.
    Ich hoffe ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.


    Viele Grüße aus der Westlausitz

  • Einfach ein paar Waben aus dem Honigraum anderer Völker vor das Flugloch des Schwächlings klopfen, die jungen Bienen betteln sich ein, die anderen fliegen zurück.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bis dato hab ich Kieler etc, mit kleinen KS besetzt, also Brutraumbienen aus verschiedenen Völkern gesammelt, portionsweise in die vorbereiteten Kistchen geschüttet zusammen mit einer grade geschlüpften Königin, drei Tage Kellerhaft, aufgestellt, fertig.


    Dieses Jahr hatte ich eine Portion Bienen in der Schwarmfangbox über Nacht in die Garage gestellt (eine Kö mehr als Kieler Kistchen dabei),


    Wo waren die Bienen direkt nach dem abkehren aus den Völkern? Als (Groß-)KS auch in Kellerhaft mit welcher gekäfigten Königin?


    Das "(eine Kö mehr als Kieler Kistchen dabei)" verstehe ich nicht ganz: In der Schwarmfangbox eine unbegattete gekäfigte Königin?

  • Wo waren die Bienen direkt nach dem abkehren aus den Völkern? Als (Groß-)KS auch in Kellerhaft mit welcher gekäfigten Königin?


    'Normalerweise' kehr ich aus verschiedenen Völkern soviel Bienen in einen Hobock, das ich genug für die Kieler hab, mess mit dem Schöpflöffel ab, werf die unbegattete Königin dazu und stell die drei Tage in den Keller. Ich warte weder die Weiselunruhe ab noch stell ich die als Sammelkunstschwarm in den Keller. Wenn ich zuwenig Bienen eingesammelt habe, feg ich noch welche dazu.


    Das "(eine Kö mehr als Kieler Kistchen dabei)" verstehe ich nicht ganz: In der Schwarmfangbox eine unbegattete gekäfigte Königin?


    Ich nehme immer die vorbereiteten Kieler Kistchen mit an den Stand, Futterkammer voll, vier Oberträger mit Anfangsstreifen drin. Bei dem 'Erlebnisvolk' hätte ich eine Kiste weniger mit am Stand, als ich geschlüpfte Königinnen vorfand. Also hab ich die entsprechende Menge Bienen in die Schwarmfangkiste gefegt, die Königin dazugeworfen (ohne Käfig!) und da ich einen dringenenden Termin hatte, erst am nächsten Tag samt Bienen in eine MiniPlus einlaufen lassen. Das Völkchen war in der Entwicklung soviel besser als ihre Schwestern, das ich bei der nächsten Serie dann halb/halb gemacht habe. Mit dem gleichen Ergebnis!


    So verständlicher?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...Das Völkchen war in der Entwicklung soviel besser als ihre Schwestern, das ich bei der nächsten Serie dann halb/halb gemacht habe. Mit dem gleichen Ergebnis!


    So verständlicher?


    Beste Grüße,
    Ralf


    Jetzt habe ich das auch verstanden...


    Na vielleicht war dieses Völkchen einfach einen Schöpflöffel größer?
    Hatte vielleicht mehr Futter?
    Oder andere Waben? (MW im Mini, anstatt Kieler-OT)


    Gruß Jörg

  • Dachte ich auch! Bei der nächsten Serie hab ich sehr auf gleiche Umstände geachtet. Da war der einzige Unterschied, das die eine Hälfte der Völkchen über Nacht mitsamt ihrer Königin in der Traube hing und erst am nächsten Tag eingeschlagen wurde. Der Unterschied ist schon sehr deutlich. Vielleicht wächst es sich ja noch aus, aber die ersten Wochen finde ich es schon beeindruckend.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe war die Zeit der Kellerhaft ungleich, die einen waren 3 Tage in Kellerhaft, die "besseren" nur einen Tag, danach einlaufen lassen. KS mit oder ohne Waben könnte ein Faktor sein, hatten die einen Futter, die in der Schwarmfangbox auch? Wenn nicht könnte das auch weiter "zusammenschweißen".


    Bisher ist mir nur bekannt, dass im "großen" KS - wenn man ihn vor der Aufteilung in Begattungseinheiten kalt stellt - eine gekäfigte UNbegattete Königin sien soll, weil sonst die Beweiselung nicht so günstig ist. Aber das scheint ja kein Faktor hier gewesen zu sein. Die Königinnen kamen ja beide zur gliehcne Zeit bei dir ins neue Volk, und die Weiselunruhe war ja auch bei beiden nicht vorhanden.