Refraktometer KERN ORA 6HA

  • Guten Morgen Leute


    ich habe mir ein Refraktometer KERN ORA 6HA zugelegt. Dieses Teil hat eine Ablesung in % Prozent von 12 - 30%. Soweit alles gut, es hatte auch die Kalibrierflüssigkeit Nelkenöl und ein Kalibrierglasblock dabei. Was dabei komplett fehlt ist die Referenzablesung des Nelkenöls, ohne diese ist ein kalibrieren natürlich nicht möglich. Setze ich ein Tropf Nelkenöl auf das Prisma und lege den Kalibrierglasblock darauf habe ich ein Ablesung bei 18,6%. Was sagt diese Ablesung im Vergleich zu Honig aus? :confused: Ich bin schon ganz duselig im Kopf von diesem Nelkenöl.


    Meine spezifische Frage ist, was für eine Ablesung sollte Nelkenöl zeigen, damit ich die Skala des Refraktometers danach einstellen kann? Ansonsten ist die ganze Übung für die Füchse, wie man so schön bei uns in der Schweiz sagt.


    Herzlichen Dank für Eure Hilfe und Gruss Stephan

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!

  • Mein Refraktometer von Müller soll lt. Anleitung bei beiliegender Flüssigkeit (riecht wie Nelkenöl) und Glasblock 19,6 % anzeigen. Meine Skala hat bei 19,6 % auch einen breiteren Strich.
    Ist es eigentlich normal, dass die Trennlinie so verschwommen ist? Also beim Nelkenöl meine ich, beim Honig habe ich immer eine scharfe Trennlinie blau/weiß.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Hallo Michi


    ich bin mir gewohnt mit Refraktometer seitens der Gemologie (Edelsteine) zu arbeiten. Linien sind selten deutlich wie schwarz und weiss, also immer etwas verschwommen. Es kommt auch drauf an, ob du das Okular scharf auf dein Auge eingestellt hast und es kann auch zu unscharf werden, wenn du zuviel der zu messenden Lösung, sprich Honig auf das Prisma geschmiert hast. Ein kleiner Tropfen, welcher mir der Glasabdeckung anschliessend abgedeckt wird, genügt. Diese Abdeckung drück die vorhandene Luft zwischen Prisma und Honig raus.


    Mein Problem hab ich zwischenzeitlich auch gelöst. Nelkenöl ist lediglich als Bindelösung - Kontaktlösung zwischen dem Prisma und dem Kalibrierblock gedacht. Nelkenöl hat ein Brechnungsindex von 1.544 nD, also viel höher als der Kalibrierblock, welcher mitgeliefert wurde. Eigentlich muss man den Referenzwert des Kalibrierblockes messen, welcher bei meinem mitgelieferten Block 19.6 ist, zu nichts anderem ist das Nelkenöl gedacht. Bedienungsanleitungen sind immer Geduldsproben und können sehr verwirrend sein.


    Gruss an alle verwirrten (wie ich es anfangs auch war) Rekfraktometer User


    Stephan

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!

  • Hallo Stephan,


    Michi schreibt ja, dass er beim Messen von Honig eine scharfe Trennlinie hat, nur ausgerechnet beim Kalibrierblock nicht.


    Ich frage mich auch oft, wovon die scharfe Trennlinie abhängt. Meist habe ich die besten Ergebnisse, wenn ich relativ viel Honig rauftropfe (am liebsten direkt aus dem Hahn, oder mit einem Löffelstiel o.ä. und dann die Abdeckung ziemlich fest draufdrücke, so dass er an den Seiten rausquillt. Manche Leute drücken ja einen Finger in die Wabe oder ins Honigglas und streichen damit etwas Honig auf das Refraktometer. Ich frage mich dabei immer, wie sehr die Hautfeuchtigkeit das Messergebnis verändert.


    Eigentlich muss man den Referenzwert des Kalibrierblockes messen, welcher bei meinem mitgelieferten Block 19.6 ist, zu nichts anderem ist das Nelkenöl gedacht.


    Warum wird dann eigentlich immer Nelkenöl verwendet, wenn es nur um den Kontakt ohne Luft zwischen Kalibrierblock und Refraktometermessfläche geht? Warum nicht Rapsöl? Oder Wasser?


    Grüße,
    Robert

  • Zitat

    Ich frage mich auch oft, wovon die scharfe Trennlinie abhängt.


    Die Trennlinie ist bei mir scharf wenn direktes Sonnenlicht auf das Refraktometer fällt. Bei "Nur-Tageslicht" ist die Linie gerne schon mal unscharf.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Warum wird dann eigentlich immer Nelkenöl verwendet, wenn es nur um den Kontakt ohne Luft zwischen Kalibrierblock und Refraktometermessfläche geht? Warum nicht Rapsöl? Oder Wasser?


    Grüße,
    Robert


    Es benötigt eine Flüssigkeit, um den Zwischenraum zwischen dem Prisma und dem Kalibrierblock luftdicht zu schliessen, damit der eintretende Lichtstrahl nicht durch die Dichte der Luft wandern muss und somit die Lichtbrechung des zu untersuchenden Objektes verfälschen würde. Man nimmt Nelkenöl, weil dieses Oel eine sehr hohe Lichtbrechung aufweist, vermutlich weit höher als der Kalibrierblock. Somit wird ausschliesslich der Kalibrierblock gemessen und nicht die Kontaktflüssigkeit. Wäre die Kontakflüssigkeit tiefer als der Kalibrierblock, würde man die Kontaktflüssigkeit messen und nicht den Kalibrierblock (bin kein Physiker, erscheint mir aber logisch..). Rapsöl hat einen Lichtbrechnungsindex von 1.462, Nelkenöl 1.544. Wasser ist 1.33 geht definitiv nicht, da der Kalibrierblock 1.362 hat und somit das Wasser gemessen würde, Rapsöl ginge wahrscheinlich auch, müsste aber mit dem Index des Kalibrierblockes abgestimmt werden. ufff..


    Bei der Berührung des Honigs, resp. Honigentnahme mit dem Finger, läuft man ganz sicher Gefahr, dass der Honig von der Körperflüssigkeit der Finger kontaminiert wird und ev. im Refraktometer einen höheren Feuchtigkeitswert angibt, als er in Wirklichkeit ist. Ein PVC Stift oder eine Pipette ist ideal dafür.


    Gruss
    Stephan

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!

  • Die Trennlinie ist bei mir scharf wenn direktes Sonnenlicht auf das Refraktometer fällt. Bei "Nur-Tageslicht" ist die Linie gerne schon mal unscharf.


    je intensiver die Lichtquelle ist, direktes Sonnenlicht ist die beste Quelle, desto scharfer resp. eindeutiger ist die angezeigte Refraktionslinie. Sie kann auch unscharf erscheinen, wenn die Glasauflagefläche eventuell nicht ganz sauber ist und eventuell kleinste Schmutzrückstände hat.

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!