Kristallisation / Rühren von Ahornhonig

  • Am 22. April habe ich an einer Parkanlage mit Ahorn-, Roßkastanien- und Lindenbäumen ca. 11 kg sehr hellen Honig (Wassergehalt ca. 17,5%, relativ zähflüssig) geerntet. Rapsfelder waren nicht im Flugradius. An Pollen fielen dunkelroter Kastanienpollen und elfenbeinfarbener Pollen auf. Auch nach dem Geschmack vermute ich als Haupttracht Ahorn. Nachdem ich vor 4 Tagen winzige Kristalle zu erkennen glaubte, habe ich mit Rühren (ohne Impfen) mit dem Auf-und-AB begonnen, etwa 3-mal täglich. Bisher "tut sich aber nichts" bzgl. weiterer Kristallisation. Da ich meinen Edelstahl-Abfülleimer für die nächste Schleuderung freibekommen möchte,sehe ich als Alternativen:
    - Jetzt flüssig abfüllen. Besteht dann große Gefahr grobkörniger Kristallisation oder Separation ?
    - Noch einige Tage weiter rühren in der Hoffnung, dass der morgen zu schleudernde Honig (kein Raps) sich Zeit lässt mit dem kristallisieren
    - Animpfen mit einem Esslöffel feincrremigem Honig (vermutlich überwiegend Löwenzahn) und weiter rühren.
    Sofern Ihr persönliche Erfahrungen mit einem solchen Honig habt, wozu würdet Ihr mir raten?
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • Hallo Karl,


    das Beste ist die spontane Keimbildung, die aber von Anfang an mit Rühren begleitet werden muss.
    Das Zweitbeste ist die Impfung mit einem Honig, der aber so fein sein muss, dass man die Kristalle nicht bemerkt. 1 Esslöffel ist zuwenig. Damit würde die Kristallisation an zuwenig Keimen erfolgen, sodass letztlich grobe Kristalle herauskommen. Man sollte mit ca. 10%-15% animpfen, entsprechend einem späteren Kristalldurchmesser von dem 1,9- bis 2,2-fachen der zugegebenen Keime. Der Impfhonig muss vor der Zugabe weich gerührt werden.


    Gruß Ralph

  • Sorry, wenn ich meinen Anfänger-Senf zum Honig dazugebe - aber ich bin verblüfft und leicht entgeistert zugleich!


    Da bin ich meiner - ausgeliehenen - Honigschleuder noch nicht mal recht zum allerersten Mal nahe gekommen (erforsche noch erste Weiselzellen, Fluglochgesterzel und unbekannte Bienenbeuten) und erfahre nun hier, daß sich immer noch weitere Abgründe, Bühnenhintergründe, Raumkaskaden und Auffaltungen des Bienenthemas öffnen - in immer noch weitere, höhere, tiefere, feinere Dimensionen... Ich bin beeindruckt - Honig: Ein ganz eigenes Thema für sich! -, lese interessiert mit (kann auch - wider Erwarten - einigermaßen folgen) und schweige in Demut...
    (I:eek:ch seh schon, da gibt´s genügend Lernstoff für viele, viele Jahre...)