Trogbeuten

  • Hallo!


    Ich könnte zwei kostenlose Trogbeuten bekommen.
    Kenne mich damit überhaupt nicht aus.
    Soll ich die nehmen und damit experimentieren?
    Oder sind die großen Kisten nicht mehr Zeitgemäß!


    Mein Kumpel will sie loshaben da die nicht ins Konzept passen.


    Was nun?


    Boris

  • Hallo Boris


    Die Entscheidung hängt davon ab, in welcher imkerlichen Phase Du bist.


    Phase 1: Der grenzenlose Enthusiast - Zeit zum Basteln und auch Liebe dazu sind reichlich vorhanden. Ebenso genügend Lagerplatz für weitere Kisten, andere Rähmchen usw. Der Kreativität und dem handwerklichen Können sind keine Grenzen gesetzt, wenn man Adapter basteln muß, zu große Rähmchen in seine Schleuder bringen will oder auch ganz schnöde selbst Rähmchen in irgendwelchen nicht mehr gängigen Maßen bauen muß. Nach reichlich Lektüre im Winter hat man viele Ideen und will selber testen: Sind Hochwaben wirklich besser? Oder doch Stabilbau? usw.


    Dann: immer her mit den kostenlosen Kisten und probieren und rumstuttern, neues Entdecken...


    Phase 2: Der gegroundete Enthusiast: Neben Bienen gibt es noch ein Pensum an Arbeit, Familie, Haus und Hof usw zu erledigen. So gern man seine Bienen hat, muß es doch in einem zeitlichen Rahmen passen - d.h. keine Zeit Völker auf anderes Maß umzuwohnen, im Rähmchenstapel nach dem passenden Maß zu kramen nur um zu merken, daß die nicht gedrahtet sind... Fahrräder und diverse andere Familienbesitztümer beschränken die Lagermöglichkeiten. Die Hoffnung, DIE Lösung der imkerlichen Probleme (Varroa etc.) durch andere Beutensysteme zu finden, ist abgeebbt.


    Dann: lieber nicht noch was anderes.


    Da ich immer wieder einen Rückfall in Phase 1 hab, bastel ich gern in Zeiten, die Luft dafür geben, an Kästen. Zu den Standart-10er-Dadant gibt es mittlerweile 1 Warré und eine Langstroth-Flachzargen-Stabilbeute. Auf Befüllung wartet eine TBH und im Bau ist eine ERB. Die Dadant werfen den Honig ab, die Bastelimkerei befriedigt den Spieltrieb. Allerdings ohne daß ich mir hier Stress mach. Es ist nett, man lernt immer wieder was, denkt über seine Arbeit nach.


    Somit würde ich als weitere Kriterien für die Entscheidung noch anfügen: Beutenzustand (sauber, nicht groß reparaturbedürftig - sonst lieber was Neues), Seuchenfreiheit, Verschiedenheit zum vorhandenen Material (wenn es eh sehr ähnlich ist (z.B. Zander und Langstroth), lohnt der Aufwand nicht und man wird wohl wenig neues entdecken)
    Wenn das gegeben ist, würd ich sagen: Her mit den Kisten, 2 KS rein und loslegen. Wenn Du dann merkst, daß die Kisten nicht zu Dir passen, einfach wieder per KS auflösen und im Standmaß das Volk weiterlaufen lassen. Viel verlieren kann man ja nicht, wenn die Kisten umsonst sind und keine Nutzungsverpflichtung besteht...


    Viele Grüße und gut Honig,
    Borschard

  • Hallo !



    Das ist das Problem - passen Trogbeuten in Dein Konzept ?


    Ich kann Dir ein "Experiment Trogbeute" nur mit entsprechender Einweisung nahelegen.
    z.B. mit dem wirklich guten Buch: "Leichter imkern mit Trogbeuten" vom Weiß,
    es ist eben eine eigenen Betriebsweise, auf die man sich einlassen muß !


    Wir kommen nach "Ausflügen" in die Legeoimkerei und Großwabenversuchen immer wieder zur "einfachen Trogbeute" zurück.
    Das kann man aber sicher nicht verallgemeinern.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • ich habe Trogbeuten und bin im Grunde sehr zufrieden, hab mir allerdings jetzt 10 neue nachgebaut, aber im Aufbau wie die
    Liebig Beuten, bzw Magazin, Boden und Zargen sind extra und mit Varroagitter. werde die alten ebenfalls dafür umbauen, und alles Falzlos, für Freiaufstellung benötigst du extra Deckel.
    auch eigenbau bei mir.

  • Hallo,


    Trogbeuten sind im Umgang mit den Bienen sehr praktisch und bieten einige Vorteile, z.B. die leichte Erweiterung durch einzelne Waben oder der Platzkomfort bei der Durchsicht. Bei den Alpentrogbeuten kann man hinten z.b. einen Ableger bilden oder ein schwaches Volk einquartieren, da ein seitlicher Auslauf an der Längsseite entlang bis zur Front besteht. Auch dies erleichtert die Arbeit.
     
    Bei der Aufstellung im Freien und beim Regenwasserschutz sind sie aber ziemlich unhandlich, da z.B. Abdeckbleche wenig sinnvoll sind (HR sind kürzer als die Trogbeute). Auch die körperliche Haltung des Imkers kann Probleme bereiten. Durch den langen Trog ist man bei der Arbeit von Hinten zu einer nach vorne gebeugten Haltung gezwungen und das kann bei älteren Imkern ganz schön ins Kreuz gehen.


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo,


    Hier imkern wir in einer Trogbeute des ehemaligen Bieneninstitut Marburg (heute Kirchain),
    bis vor einigen Jahren wurden die hier von einer regionalen Schreinerei gebaut.


    Trogbeuten bewähren sich für die Standimkerei eigentlich recht gut, in einem Freiständer
    (wie etwa hier LINK auf Seite 32ff) ist es fast optimal.
    Wir haben hier einige Jungimker, die in Trogbeuten (DNM) oder Golz (Kuntsch) ihre Imkerkarriere beginnen,
    obwohl der Vereins-


    Sehr interessant ist auch die Königinnenzucht im Trog ....


    Trog - ist halt eine andere Betriebsweise, ohne ständiges gehebe, gestapel und kippkontrolliere und und und
    wie aus den Standardverfahren mit zwei Zargen Zander oder DNM bekannt.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Trog - ist halt eine andere Betriebsweise, ohne ständiges gehebe, gestapel und kippkontrolliere und und und wie aus den Standardverfahren mit zwei Zargen Zander oder DNM bekannt.


    ein Altimker hier hatte eine, wie ich finde, recht pfiffige Konstruktion gebastelt, einen Flaschenzug an einer Laufkatze im Dach des Standes, wo er die Honigräume einhängen, anheben und zur Seiten schieben konnte. So konnte er ohne schweres Heben bis zum letzten Atemzug imkern. Fand ich großartig. Die Beuten standen dabei in Zweiergruppen zu sechst unter einem Dach. Ich selber hatte nach seinem Tot zwei übernommen und mal ein Jahr versuchsweise meine Zuchtmutter dort einquartiert um zum Umlarven einfach Zugriff zu haben. Fand ich so toll, das ich heuer mit 12'er Dadant angefangen habe :)


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo,


    aber mit Bezug zur Ausgangsfrage rate ich, kein altes Zeug zu übernehmen, auch wenn es geschenkt ist. Wenn, dann sollte das Material in einwandfreiem Zustand sein und es sollte auch die Möglichkeit zur Kontrolle der Windeln möglich sein. Das fehlt oft bei den alten Beuten. Auch die Maße würde ich vorher prüfen, denn die Kreativität der alten Imker ist enorm, während es bei der Präzision öfter mal haperte. Breite Fugen bei den Holzverbindungen sind für die Wachsmotten ein idealer Unterschlupf. (Nur) Streichen kann man natürlich.
    Ich habe mit dem geschenkten altem Zeug auch schon böse Überraschungen erlebt (nicht immer). Am Ende hatte ich dann nur die Arbeit diese Beute ofengerecht zu zerlegen und eine Flasche Wein als Dankeschön weniger.


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Vielen lieben Dank für eure Tipps!


    Das System der Trogbeute gefällt mir eigentlich ganz gut.
    Die beiden geschenkten Beuten habe ich mittlerweile zum heizen freigegeben!
    Keinen Gitterboden, kein für mich passender Deckel und ein für mich unpassendes Rähmchenmaß!
    Also weg mit dem alten Zeug. Ich werde im Winter selber eine Trogbeute in Kaltbauweise zimmern mit Flugloch auf der Längsseite und auch zwei Einschubmöglichkeiten für eine Gemülllade. Meine Kaltbauzargen sollten dann auf die Trogbeute passen um diese dann als Honigraum nutzen zu können.
    Die Trogbeute sollte dann im Wald erstmals Verwendung finden.
    Mal sehen ob mein Plan auch aufgeht.


    Danke


    Gruß aus Österreich


    Boris