zwei begattete Königinnen - ein Volk - wie einweiseln

  • Hi zusammen,


    ich habe grad vor lauter denken einen Knoten im Hirn und brauche euch zum entwirren.


    Folgende Ausgangssituation:
    - 1 Volk Carnica (6 Brutwaben inkl. Drohnenrahmen & zwei Honigräumen)
    - im Laufe der nächsten Woche bekomme ich zwei begattete Bucki-Kös (der genaue Tag ist nicht klar)


    mein theoretisches Ziel:
    - die Carnica Kö abdrücken und aus dem Volk zwei machen (war mit der Entwicklung eh nicht zufrieden)


    Jetzt habe ich lange überlegt, wie ich dies denn machen könnte - eine Lösung wäre ja einen offenen KS (der würde die HoR behalten und einen großen Teil der Bienen) machen und einen Brutwabenableger mit allen Brutwaben mit einigen aufsitzenden Bienen.


    Jetzt hab ich ein wenig rumgelesen und musste feststellen, dass es eher nicht empfohlen wird eine begattete Kö einfach in einen Brutwabenableger zu hängen, wenn dieser noch offene Brut hat - meine Idee geht aber ja quasi nur gleichzeitig. Den Brutling hätte ich an einen anderen Stand gestellt, dass die paar Flugbienen, die noch dabei wären auch dabei bleiben würden.


    Was würdet ihr mir denn empfehlen? Oder gibt es einen "Trick" für die Beweiselung des Brutlings mit ner begatteten Königin oder bleibt da ein massives Restrisiko?

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Empfiehlt Hans Beer nicht in seinem Video, die alte Königin 2 Tage vorher zu käfigen und dann die neue im Käfig an genau der gleichen Stelle einzusetzen und nach weiteren 2 Tagen unter Zuckerteigverschluss freizugeben? So habe ich das zumindest in Erinnerung und er sagte, glaube ich, dass das (fast) immer klappt. Restrisiko gibt es natürlich überall im Leben :wink:
    Die zweite könntest du ja mit der Gerdes-Methode (Honigräume runterfluchten in leere Beute mit Königin unter Zuckerteigverschluss) einweiseln.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Ich würd 2/3 der Bienen in zwei Kisten fegen, Königinnen dazu und Futter drauf. Die alte Königin abdrücken und die Bienen nach 10 Tagen auf die beiden Völker verteilen (oder warten, bis alles ausgelaufen ist, dann mußt Du die neue nachgezogene Mutti aber vorher rausfangen).Den Rest ausschmelzen. Oder die alte Mutter bei der auslaufenden Brut lassen und im Herbst die Bienen verteilen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich würd 2/3 der Bienen in zwei Kisten fegen, Königinnen dazu und Futter drauf. Die alte Königin abdrücken und die Bienen nach 10 Tagen auf die beiden Völker verteilen (oder warten, bis alles ausgelaufen ist, dann mußt Du die neue nachgezogene Mutti aber vorher rausfangen).Den Rest ausschmelzen. Oder die alte Mutter bei der auslaufenden Brut lassen und im Herbst die Bienen verteilen.


    Beste Grüße,
    Ralf


    und die zwei HoR?

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Abschleudern und wegräumen, oder auf andere Völker verteilen. Ich würd denen unten direkt mehr Waben geben, die Wintermenge.


    Während der Tracht vermehren und Honig paßt nicht zusammen. Deswegen werden früh die Kös gezogen aber erst bei der Ernte die Völker vermehrt.



    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich habe bereits zwei Jahre mit 100% Quote sehr erfolgreich von Carnica auf Bucki umgeweiselt.
    Vom Berufsimker, von dem ich die Kö's bezogen habe, habe ich folgende Anleitung bekommen:
    Wenn die Lieferung da ist, dann die Königinnen in den umzuweiselnden Völkern suchen und entnehmen. Ich habe die mit einigen Brutwabenbienen in EWK's geparkt, falls was schiefgehem sollte.
    Aus dem Versandkäfig die Pflegebienen rauslassen, sodass nur noch die neuen Kö drin ist. Den Verschluss zum Futterteigbereich ausbrechen und sofort 9hne Wartezeit in die oberste Zarge des Brutraums zwischen zwei Waben klemmen. Das wars.
    Habe nach 10 Tagen mal geschaut ob neue Stifte drin sind ohne die Kö zu suchen.
    Eine Einschränkung muss ich jedoch machen: Für das Umweiseln habe ich die erste Augusthälfte gewählt, weil die Damen dann nicht mehr so wählerisch sein sollen.
    Insgesamt habe ich 9 von 9 Kö's so erfolgreich umweiseln können und die Umstellung auf Bucki nie bereut, da die besser zu meinen Trachtverhältnissen passen und weniger in den Bäumen hängen.
    Viel Erfolg und VG

  • Nee, so wars nicht gemeint. Ich hab jetzt schon öfter gehört 'das eine Umstellung heikel wär', und verstehe nicht wieso. Weil ich davor noch nie drüber nachgedacht hatte, und meine Bienen wohl auch nicht.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nee, so wars nicht gemeint. Ich hab jetzt schon öfter gehört 'das eine Umstellung heikel wär', und verstehe nicht wieso. Weil ich davor noch nie drüber nachgedacht hatte, und meine Bienen wohl auch nicht.


    Beste Grüße,
    Ralf


    Nun, wenn man mit dem Imkern anfängt und Völker von (Ur)alten Hinterbehandlern bekommt, dann stellt sich schon die Frage nach einer optimalen Biene für die regionale Magazinimkerei. So war es eben auch bei mir: Schlechte Entwicklung und relativ geringer Ertrag.
    Also fing ich an mit Experimenten. Bin nun bei der Bucki hängen geblieben und denke das es paßt. Hier nur meine Erfahrung beim Umweiseln ohne Pro und Kontra Diskussion.
    LG

  • Hi zusammen,


    also ich bin bei solchen Sprüchen "fremde Rasse einweiseln... schwierig..." auch extrem skeptisch. Aber im letzten Jahr habe ich durch Zufall 4 Dunkle bekommen. Als Unbegattete. Im Schnitt rechne ich bei der Einweiselung und Begattung (unbegattete Kö) mit so etwa 20% Verlust. Von diesen 4 Dunklen ist dann aber wirklich nur eine etwas geworden und die ist dann auch noch im Winter kaputt gegangen...


    Dieses Jahr habe ich wieder welche bekommen und bin gespannt, ob es besser wird.


    Prinzipiell sind Einweiselungen m.E. in kleine Einheiten sicherer, als in große. Daher würde ich die o.g. Queens besser in kleine KS oder kleine hoffnugslos weisellos gemachte Ableger (9 Tage usw.) einweiseln und dann später mit dem Restvolk vereinigen.


    Gruß Jörg, der sich wie Bolle über die guten Begattungsergebnisse dieses Jahr freut

  • ok - aber das mit der Totalen Brutentnahme würde ja schon gehen und dort dann eine Königin so direkt einweiseln


    (und die zweite in nem kleinen KS und dann mit der ausgelaufenen Brut vereinigen)

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • TBE und die Bienen direkt auf zwei Königinnen verteilen, dann später noch die ausgelaufene Brut verteilen. Dann sind die zeitlich von der Entwicklung gleich stark und können schon mal losbauen und ein Brutnest anlegen. Kommt irgendwann ja auch auf die Zeit an. Winterbienen müssen ja auch erstmal 'gemacht' werden.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife