Mehrfachbestiftung bei neu einlogiertem Schwarm

  • Hi liebe Leute,


    Ich bin taufrischer imker mit einem jungvolk in einer top bar Beute. Einlogiert am 24.5. Der Schwarm hatte ca. 1.3kg und stammt von einem imker der ebenfalls seit vielen Jahren naturwabenbau betreibt.


    Nun haben die schon ca. 2-3 dina4 Blätter an wabenfläche zusammen, tragen Pollen und Nektar ein und sind recht friedlich und die Arbeit ist gerichtet (also kein komisches umherfliegen)


    Aber bei genauerem hinsehen ist mir aufgefallen dass die Zellen nicht ordentlich bestiftet sind. Eher Kraut und Rüben, aber soweit ich sehen konnte alle Eier am Boden der Zellen.


    Ist das Vllt doch ein Nachschwarm gewesen und die Königin muss noch üben?


    Dauert es nicht 3 bis 4 Wochen, bis sich afterweiseln entwickeln? Mein Schwarm ist ja erst knapp 3 Wochen alt und die Eier liegen schon ein paar Tage.


    Ab wann erkennt man drohnenzellen? Erst wenn verdeckelt wird?


    Ein möglicher rettungsversuch:
    Ich habe einen weiteren Nachschwarm vor 3 Tagen an einem 15m entfernten Standort einlogiert. Das sind die beiden einzigen Völker die ich habe. Die haben am 1.tag schon super gebaut, was ja für Nachschwärme nichts besonderes ist.
    Mein Plan ist nun: das drohnenbruetige Volk abfegen und vorher in eine neue Beute am selben Platz eine kleine Wabe mit bestifteten Zellen aus dem neuen Volk zusammen mit ein paar von den gut gefüllten Nektar Waben aus dem alten Volk reinhängen und hoffen, dass bis auf die afterweiseln alle Bienen zurück finden und aus den bestifteten Zellen nachschaffen... Chancen auf Erfolg? Oder ist die Gefahr zugross dass sich die afterweiseln in mein neues Volk einbetteln und da meine neue Königen gefährden?


    Ich freue mich auf eure Antworten!
    Lg
    Ben


    Und hier das Foto von den mehrfachbestiftungen

  • Warte erstmal noch das verdeckeln ab, Königinnen die voll in Eilage standen und dann durch schwärmen ausgebremst wurden neigen gerne dazu ihr überschüssiges Potential durch Mehrfachbestiften los zu werden. Passiert auch oft bei jungen Königinnen die noch etwas Übung brauchen.
    Ansonsten wenn sich die Buckelbrütigkeit bestätigt machst du es genau wie du es geschrieben hast.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Danke für die blitzschnellen Antworten! Das beruhigt mich. Dann bin ich gespannt, was mich nächsten Samstag erwartet. Ich werde berichten.
    (und zwar vom Rechner aus, damit der deutschen Sprache und Kultur genüge getan wird ;-) (Der erste Post war vom Handy aus geschrieben, des Bildes wegen, verzeihet bitte)


    lg
    Ben

  • So... damit die Geschichte hier noch zuende erzählt wird:


    Kurzfassung: Wir haben es nicht geschafft das Volk zu retten. Und haben die Herren dann abgefegt..


    Langfassung: Das Stiftbild hatte sich nicht gebessert, daher haben wir eine Wabe aus einem anderen Volk gestohlen und sie in das drohnenbrütige Volk eingesetzt. Die Wabe hatte verdeckelte und unverdeckelte Brut und ein paar Zellen mit Stiften. Es saßen auch noch einige Bienchen auf der Wabe, die haben wir also mit umgesetzt, was kein Problem war. (Königin haben wir ausgeschlossen bzw. auf einer anderen Wabe gefunden)


    Die Hoffnung, dass auf der Wabe eine Weiselzelle gebaut wird hat sich aber leider nicht erfüllt und da wir nur ein anderes Volk (dazu noch ein kleiner Nachschwarm aus diesem Jahr) haben, haben wir uns nicht getraut diese Prozedur nochmal zu wiederholen und damit das gesunde Volk noch weiter zu schwächen.


    Die folgenden Durchsichten haben immer wieder das gleiche Bild ergeben: Buckelbrut soweit das Auge reicht, Mehrfachbestiftung (wobei die bestifteten Zellen dann auch schon langsam weniger wurden) und entgegen anderer Voraussagen ein sehr sanftmütiges Restvölkchen. Die Bienen haben Ihr Schicksal anscheinend nicht wirklich antizipiert.


    Wir haben uns dann entschlossen den Stock in 15m Entfernung zum Nachbarvolk auf ein Laken zu fegen und zu hoffen, dass die wenigen verbliebenen Flugbienen zur Verstärkung ins Jungvolk einbetteln kommen. Ob sie das getan haben oder nicht kann ich nicht so richtig beurteilen. Es gab auf jeden Fall keine Massenanstürme an der anderen Beute. Es gab auf jeden Fall auch einige Bienen die garnicht mehr vom Laken abgehoben sind. Die haben wir dann abgedrückt. Und überall die brummenden Drohnen.


    Ein paar der Waben hatten einen ordentlichen verdeckelten Futterkranz den haben wir dann noch geerntet und unseren ersten Honig erpresst... Wunderbar im Geschmack aber ohne Impfung und direkt nach der Robinienblüte nicht gerade standfest :-)


    Naja, damit ist dieses Kapitel erstmal abgeschlossen und jetzt weiss ich auch, wie aufwändig sich das Abfegen bei so einem kleinen Restvölkchen darstellen kann...
    und obs die Mühe wert war? Zumindest eine Erfahrung wars.

  • Gratuliere. Viele scheuen sich am Anfang vor solch einem drastischen Schritt. Aber nun hast du daraus gelernt und wirst es künftig schon viel früher so handhaben und gewinnst dadurch mehr Bienen zur Verstärkung.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit