Insektizidspritzung bei Phacelia als "Un"Kraut?

  • Hallo Bienenfreunde!


    Wir haben hier ein Feld mit Ackerbohne. Im vorigen Herbst stand auf dem Feld "Zwischenfruchtanbau", u. a. mit Phacelia, zur Freude aller Imker, wir hatten enormen Trachtflug bis Anfang November. Die Phacelia ist nun in voller Pracht als "Unkraut" wiedergekommen und das Bohnenfeld ist schön lila. Die "übliche Vorgehensweise" gegen die Bohnenläuse ist eine Spritzung mit Karate Zeon in den blühenden Bohnenbestand, wenn er etwa kniehoch ist. Der Landwirt wird wohl darauf achten, daß er die Spritzung in der Zeit "nach dem Bienenflug" macht, aber ein befreundeter Imker sagte mir gestern, bei blühenden Kräutern dürfe überhaupt keine Insektizid-Spritzung stattfinden. Das habe ich in dieser Deutlichkeit noch nie gehört und ich wollte mal fragen, ob das stimmt.


    Anmerkung: Die Bohnen haben Läuse, bei dem Wetter sowieso, die Bienen befliegen das.

  • Insektizid-Spritzung darf stattfinden, aber nur mit den Auflagen, die auch für die Kulturpflanze gelten, also nicht B1-Mittel z.B. oder erst abends nach Bienenflug.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Wäre ja auch zu schön gewesen. Karate Zeon geht nur "nach Ende des Bienenfluges". Aber alle, die kein Zuhause haben, wie die Honigbiene, werden getötet.


    Ob der Pollen dann vergiftet ist, daß auch nach der Spritzung eine Gefahr für die Pollenkonsumenten besteht, darüber habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht, aber warum eigentlich nicht?


    Hatte letztes Jahr schon die Ehre mit Karate Zeon. Die Bienen haben es noch bis nach Hause geschafft (3 km) und kamen sterbend aus den Beuten gekrochen. Vor "Ende des Bienenfluges" angewendet.

  • Anscheinend wird es für die Bienen heuer wieder ein giftiges Jahr werden. Mein Nachbar, der wirklich sehr vorsichtig mit der Giftspritzerei ist, hat gestern seinen Weizen zum wiederholten Male gegen Gelbrost gespritzt. Diese Krankheit des Weizens ist heuer anscheinend, bedingt durch die große Nässe im Mai, bayernweit ein Problem. Zusätzlich ist anscheinend die Resistenz bestimmter Weizensorten gegen den Gelbrost plötzlich nicht mehr vorhanden.


    Sicherlich kommen die Bienen auch mit diesen vielen Spritzmittel in Kontakt. Man kann man sich auch vorstellen, dass unser Brot, beziehungsweise die Semmeln wieder mit sehr vielen Giftstoffen zusätzlich angereichert werden?


    Auf den dementsprechenden Seiten für die Landwirte wird schon von Ertragseinbußen von > 70 % bei NIchtbehandeln gewarnt.


    http://www.bwagrar.de/Pflanzen…OTQ0NTgmTUlEPTUyOTIw.html

  • dazu gibt es Versuche - nicht von Bayer gesponsort -die belegen, dass Neonics die Bienen töten bzw schwer schädigen (Verlust der Orientierung/Verhungern/Suchterscheinungen wie eben auch bei den Menschen). als Bienenungiftig darf ein Mittel bezeichnet werden, bei dessen Anwendung nicht mehr als 50 % der Bienen sterben

  • Zusätzlich ist anscheinend die Resistenz bestimmter Weizensorten gegen den Gelbrost plötzlich nicht mehr vorhanden.


    Hallo Franz Xaver,
    das wundert Dich aber hoffentlich nicht wirklich oder? Überleg mal was das für die Bilanz bedeutet diese blöde Resistenz! Wäre ja noch schöner wenn solch Nichtigkeiten zusätzlich zum Christoph und Drohn die Aktionärsversammlung verhageln...
    Für den größten Teil der bayrischen Landwirte tut es mir allerdings leid, denn es beschleunigt den Trend "Wachse oder Weiche" und beschleunigt die Großstrukturierung der Landschaft! Tourismus ade, denn wer wandert schon gern durch ne Maiswüste?


    LG
    Andreas

  • Hallo Franz Xaver,
    das wundert Dich aber hoffentlich nicht wirklich oder? Überleg mal was das für die Bilanz bedeutet diese blöde Resistenz! Wäre ja noch schöner wenn solch Nichtigkeiten zusätzlich zum Christoph und Drohn die Aktionärsversammlung verhageln...


    :confused:


    äh also von mir aus kann es den Kurs wirklich wieder dahin zurück bringen als ich dieses Papier gekauft hab!


    Vermisse aber trotzdem die breite Imkermasse!


    Nichts tun ist hier das falsche Signal



    Für den größten Teil der bayrischen Landwirte tut es mir allerdings leid, denn es beschleunigt den Trend "Wachse oder Weiche" und beschleunigt die Großstrukturierung der Landschaft! Tourismus ade, denn wer wandert schon gern durch ne Maiswüste?


    ist doch schön, wenn man nicht gesehen wird!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • ist doch schön, wenn man nicht gesehen wird!


    Da magst ja Recht haben mit dem nicht gesehen werden... nur bin ich nicht so auf das Wohl meiner Mitmenschen bedacht und möcht ihnen den grausligen Anblick des Elends ersparen... dumm ist, wenn ich selbst nix mehr von der Landschaft seh :roll:


    Und irgendwie sollt ich mir überlegen wie ich streikfrei von a nach b komme... die Bahn hatte zwar den Streik irgendwann abgeblasen, dafür hat sich mein Auto solidarisch mit Weselsky erklärt :confused:.


    Wennst jetzt noch auf die Idee kommst das man wenigstens Online gesehen werden sollte, so kann ich Dir den Tipp geben, das es sehr schwierig ist einen Kommentar durch die Zensur zu bringen... der letzte umsonst geschriebene war glaub ich jüngst bei focus online...

  • ja die Probleme kenn ich


    laut Fahrplan sollte ich von Köln um 21:30 zu Hause sein.


    Dank einer Signalstörung vor Mannheim war es dann 2:30 Uhr bis mich das Taxi abgesetzt hatte.


    Ein langer Tag für was frage ich mich dann schon


    Das Medienecho OK es ist was gewesen und sonst?


    Heute?


    schon wieder vergessen?


    Dank ORF und PRO7 im Moment grad nicht


    Wer weiß es schon, was Köln wirklich für Signale setzte?

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!