Streuobstwiese anlegen

  • Ich habe heute 37000 m² zusammenhängende Wiese erworben.
    Gebrauht hätte ich sie nicht aber sie war ziemlich günstig :roll:
    Nun bin ich am überlegen diese Wiese in eine Streuobstwiese umzuwandeln.


    Was würdet ihr alles anlegen? Ertrag ist nebensächlich, gemäht werden soll sie durch Ziegen oder Schafe.
    Geplant sind die Grundsorten: Apfel Kirsche, Aprikose, Nuss, Zwetschge.
    Der Rand soll eingefasst werden durch Stauden.
    Schlehe, Haselnuss.


    Was wäre noch Bienenfreundlich und würde etwas Ertrag bringen?


    Danke euch schonmal

  • Schafe und Ziegen lieben Apfel, Kirsche und Co. :oops:


    Für Ziegen ist auch Schlehe lecker. :roll:



    Ansonsten: Für das Projekt viel Glück... und allerlei Kraft, 3,7ha wollen erst mal bepflanzt sein. Wenn Obstertrag nebensächlich, dann findet sich bei der Größe auch Platz für paar Edelebereschen. für die Ränder evtl. auch Hecken/ Apfelrosen. Ich würde versuchen, Gehölze mit verschiedensten Blühzeitpunkten zu wählen, damit nach der Obstblüte was nachkommt. Ad hoc fiele mir da z. B. die Linde und Robinie ein, mtw. auch als Randbepflanzung. Problem könnten die Ämter sein, die haben genaue Vorstellungen, was da gepflanzt werden darf, um wirklich als Streuobstwiese durchzugehen.


    Falls Du bei irgendeinem Amt Hilfe und Unterstützung suchst (Förderungen...) dann aber bei Haselnuss und Schlehe nicht von *Stauden* reden.:wink:


    Gruß aus dem Erzgebirge

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Das gute ist, dass genug Personal und auch (bis auf den Erdbohrer für den Traktor) alle benötigten Maschinen vorhanden sind :)


    Dinge wie Schlehen und Haselnuss gehen doch eh immer wild auf soweit ich weiß :roll: und solche Hecken Verbreiten sich rasend schnell :roll:


    Die bei den Basisobststorten kommt die Tage ein Berater von einer relativ großen Mosterei.
    Was mir noch fehlt sind v.a. Spätblühende Gehölze oder Stauden... Da bin ich auch zugegeben - etwas Planlos.

  • So sieht es aus, an deine neuen Bäume werden es die Ziegen und Schafe sich gut schmecken lassen. Besser tust du Rinder oder Kälber drauf, die haben nur unten Schneidezähne und werden deinen Bäumen nichts machen:cool:

  • Hallo, ich bewirtschafte auch 1,5ha Streuobstwiese.


    Ich würde nicht so große Angst vor den Hecken haben. Wenn das Gelände als Bienenweide genutzt werden soll finde ich sie unerlässlich. Bei mir steht darin die Saalweide, Vogelkirsche, Eiche, Feldahorn, Hartriegel, Himbeere, Brombeere und Efeu. Natürlich noch vieles andere, aber das sind vielleicht die wichtigsten für die Bienen.
    Ich würde das Gelände mit mehreren 8m breiten Hecken durchtrennen und umranden. Mehr Vögel als Schädlingsvertilger, viel mehr Trachtpflanzen - viel mehr Biodiversität.


    Wenn du einen sehr hohen Grundwasserspiegel hast wäre auch die Linde in ihren unterschiedlichen Arten etwas für dich als Spätblühende. Ansonsten die Esskastanie. Unveredelt braucht der Baum viele Jahre bis er das erste mal in Blüte geht, veredelt sehr viel früher.
    Grüße

  • So sieht es aus, an deine neuen Bäume werden es die Ziegen und Schafe sich gut schmecken lassen. :


    Schon mal was von Wildzaun gehört ? Schützt auch gegen hungrige Ziegen und Schafe :wink:


    Vergiss bei der Heckenanlage, wie von Jantie vorgeschlagen nicht die Ahörner und Kornelkirsche, Brombeeren und Himbeeren kommen wahrscheinlich von allein. Evtl. noch ein paar Bienenbäume dazwischen, bei 3,7ha hast du ja nen paar m Hecke. Und informier dich mal über die Bewirtschaftung von Knicks/Hag im norddt. Raum, z.b. bei waldwissen.net.


    Grüsse, Robert

  • Hi,


    ich bin ein großer Fan von Obst und Wildobst. Daher würde ich es vermeiden, Dinge wie Ahorn anzupflanzen. Ich bin in einem Garten aufgewachsen, in dem überall Sämlinge von Ahorn, Eiche, Birke aufgingen. Die Ahornsämlinge sind sehr durchsetzungsstark, und wenn man sie lässt dann wachsen auch zehn Stück davon auf einem Quadratmeter über zwei Meter hoch... die Eichensämlinge geben bei hoher Dichte früher auf.


    Esskastanien würde ich auch pflanzen. Kirschen sind eigentlich wunderbares Obst, aber durch die Kirschessigfliege werden in Zukunft evtl. drei Viertel unserer Obstarten nicht richtig zu ernten sein, und die Kirsche ist eine davon. Es wäre daher interessant, ob es Arten/Sorten gibt, die weniger befallen werden. Vielleicht hellfrüchtige Sorten? Oder besonders saure? Müsste man nochmal nachlesen.


    Im Garten meiner Eltern summte es die letzten Tage bereits morgens um 07:00 Uhr sehr stark - in der Minikiwi (Actinidia arguta)! Offenbar sind die Kiwiblüten attraktiv für Bienen. Allerdings sind die Früchte auch ein mögliches Opfer der Kirschessigfliege. Und die Pflanzen brauchen Rankgerüste. Oder sie wuchern in den nächsten Baum: ich habe eine Pflaume, die von einer 'Weiki' durchwachsen wird, und eine Salweide, deren Krone zur Hälfte aus 'Kens Red' besteht.


    Stachelbeeren sind doch auch durchaus Bienennährgehölze. Aber auf Mehltaufestigkeit achten, z.B. Honigbeere (Ribes divaricatum).


    Bei den Brombeeren bevorzuge ich doch die stachellosen Sorten. Klar, manche wollen gerade einen stachelgespickten Schutzwall, aber wenn man auch ernten will und die Triebe nicht immer ordentlich an ein Gerüst heftet, dann macht das mit Stacheln weniger Spaß.


    Je nach Boden und Lage könnte es nützlich sein, auch Stickstoffsammler zu pflanzen. Da fällt mir als erstes die Reichblütige Ölweide ein. Essbare Früchte, gute Bienenweide, Stickstoffsammler - was will man mehr?


    Vielleicht gibt es auch bei den Felsenbirnen Sorten mit halbwegs guten Bienenweideeigenschaften?


    Scharlachdorn, Elsbeere, Speierling, Scheinquitte, ...


    Grüße,
    Robert

  • Auch ich bin grosser Obstfan, nicht umsonst habe ich bei bei uns im Wald ca. 30 Elsbeeren gepflanzt und 0,3ha Waldkirschen gibts auch seid ca. 5J. übrigens schon mit Blüten an einigen Bäumen. Aber auf 3,7ha sollte sich doch auch Platz für den einen oder anderen Bergahorn finden, man bedenke den Bienenflug an diesen, bevor die Robinie anfängt zu blühen. Die Kunst und hohe Herausforderung ist es doch wahrscheinlich, ein durchgängiges Trachtangebot anzubieten. Die Angst vor den Sämlingen kann ich verstehen, aber bei einer nicht umzäunten Wiese, evtl. noch mit Schafen und Ziegen, braucht man da keine Angst haben, dafür gibts in Dtl. zuviel Rehwild ;-). Die lieben Ahorn.


    Was mir vorhin noch eingefallen ist, es gibt doch auch extra Bienenweidemischung als Saatmischungen für Grünflächen. Sowas könnte man doch sicherlich locker zwischen den Bäumen/Sträuchern/HEcken säen bzw. die aktuelle Wiese damit anreichern. Und die Vierbeiner fressen davon sicherlich auch einiges gern.


    Wenn ich sowas zur Verfügung hätte, würde ich wahrscheinlich einen stark strauchhaltigen Mittelwald anlegen, der neben Bienenweide auch regelmässig Brennholz und vielleicht mal den einen oder anderen dickeren Stamm abliefert. In der Oberschicht Bergahorn, Kirsche, Elsbeere, Wildobst, Hainbuche, Birke, Weiden, Pappeln, Robinie, Linden. Und für die Strauchschicht Hasel, Kornelkirsche, Schlehe, Weissdorn, Weiden, Mirabellen. Einige der Baumarten treiben wieder aus dem Stock aus, die kann man alle 10-15J. abschneiden (müssen ja nicht alle gleichzeitig sein) und das Brennholz nutzen, andere kann man durchwachsen lassen. Gute Kombination mehrerer Nutzungsarten.


    Grüsse, Robert


    PS: Quitte wurde glaube auch noch nicht genannt.

  • Hallo Imkerfreunde ,

    hallo Obstfreunde ,


    Ich möchte Euch für die kalten Wintermonate ein schönes Obstbuch empfehlen , um darin bei Sauwetter schön schmökern zu können !


    Es geht um das Buch " Farbatlas Alter Obstsorten " von Walter Hartmann .


    Es wird Euch bestimmt Anregungen zum pflanzen von Obst im nächsten Frühjahr geben !!!


    MFG


    Bertram

  • Ich hab ein ähnliches Projekt, allerdings nur 40Ar. Kirschen hab ich keine gesetzt - geht bei uns ohne Spritzung überhaupt nicht mehr. Ich habe mich für alte Apfelsorten entschieden, noch eine Birne und eine Quitte dazu.


    In einer feuchten Ecke habe ich noch eine Reihe Weiden (Salix) gesteckt. Für die späte Pollenversorgung plane ich noch einen Bienenbaum (Euodia) zu planzen.

  • Ich habe meine Bienen auf einer uralten Streuobstwiese;
    allerdings am Rande eines Moores, wo jede Menge Weiden wachsen.
    Das bewirkt einen Turbostart für meine Völker im Frühjahr.
    Ansonsten ist die Wiese eingeschlossen von Eichen und Ahorn.
    Letzterer bringt viel Honig, dringt aber stetig auf die Wiese vor.
    An Obstbäumen habe ich: Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche und Mirabelle
    Viel Erfolg, Elk

  • Hallo Obstfreunde ,


    Hatte heuer so viele Würmer im Obst , vieles ist vorzeitig abgefallen .
    Sonst gehe ich jedes Jahr zum Apfelpressen ( 60 - 80 L ) , dieses Jahr ist leider ausgefallen .
    Habe heuer 12 Bäume ( Äpfel , Birne , Zwetschge , u. Kirsche ) mal mit Raupenleim behandelt .
    Ich habe gesehen das manche Leute ihre Baumstämme kalken , was soll das bringen ?


    Grüße an alle ,


    Bertram


  • Ich habe gesehen das manche Leute ihre Baumstämme kalken , was soll das bringen ?
    Bertram


    Hallo Bertram,


    um Frostrisse zu vermeiden. Die tiefliegende Sonne heizt die dunklere Rinde auf. Die jungen Obstbäume ,die noch keine Borke haben, bekommen gerne Frostrisse und der weiße Kalkanstrich reflektiert die Sonne. Alte borkige Obstbäume muss man nicht behandeln und kommen gut klar.