Ableger wird trotz Tracht ausgeräubert

  • Hallo Forum,


    gestern habe ich einen Brutableger erstellt, am selben Stand, Flugloch eine Biene breit.


    Am späten Nachmittag war ich dann schon etwas verwundert - Flugbetrieb? Nach kurzerZeit war dann klar - der wird ausgeräubert. Die lassen die Flugbienen des Muttervolkes einfach rein, die sind ja (noch) nicht fremd.
    Als erste Notmaßnahme hab ich jetzt ein Moskitonetzzelt über den Ableger gebaut, der sollte ja kaum Flugbienen haben und hier im IF las ich, dass erst nach ca 3 Tagen Flugbetrieb zu erwarten ist.


    Anfang nächster Woche bekomme ich eine Königin für den Ableger, was kann ich jetzt noch machen? Aus dem Flugkreis verbringen ist keine Option - kein zweiter Stand und ich bin die nächste Zeit nicht sehr mobil.


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo Marion,


    blöde Situation.


    Kannst Du die Beute mit dem Ableger noch einmal um ein paar Meter verstellen? Und am Besten auf den jetzigen Standort eine ähnliche, aber komplett leere Kiste stellen?


    Wenn Du den Ableger ganz normal bildest, dann fliegen die älteren Bienen (etwa) am ersten Tag wieder zum Muttervolk zurück und "melden" eine gute Futterquelle ohne Bewachung. Wenn sie jetzt einfach nur weg wäre, dann suchen sie danach... Wenn aber eine komplett leere, offene Kiste dasteht, dann "melden" die nächsten Trachtbienen "Futterquelle versiegt".


    Viel Erfolg!


    Jörg

  • Ich glaube, einmal ein Volk dadurch gerettet zu haben, dass ich


    1. einen Spiegel vor das Flugloch gestellt habe, Spiegel nach außen.
    War besser, aber hat noch nicht gereicht.
    2. eine große Glasscheibe (Fenster ohne Rahmen) leicht schräg davor gestellt habe.


    Die (fremden) prasselten gegen die Scheibe,
    die mit Höschen kamen langsamer und krabbelten außen rum.
    Sie suchten sich den Weg.


    Suche mal im Forum nach "Räuberkästchen".
    Leider war es bei meinem Einsatz dazu - bei einem anderen Volk - wohl schon zu spät.


    Ob das nun meine Maßnahmen waren, weiß ich nicht.
    Aber es hat aufgehört und das Volk gab es noch.


    Gruß Doro

  • Hallo Jörg,


    das hört sich gut an, dann geh ich jetzt nochmal durch den Garten und schau, dass ich ein möglichst weit entferntes Eckerl finde und verstelle dann heute abend, nach Ende Flugbetrieb.


    Wird eigentlich "nur" Futter geräubert oder gibt es da auch Verluste bei Bienen und Brut?


    Danke
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo Marion


    den Fehler warum dein Ableger ausgeräubert wird, hast du selbst beschrieben, es sind zu viele Altbienen im Ableger. Deshalb gundsätzlich, die Waben die für den Ableger verwendet werden 10 Minuten auf den Wabenbock, vielleich auch mal leicht ans Rähmchen schlagen, dann sind die Altbienen abgeflogen.


    Das Verstellen des Ablegers, wie Jörg schreib aber erst Abends nach einstellen des Bienenfluges vornehmen, sonst hast du das gleich Problem am neuen Standort. Verluste an Bienen und Brut gibt es nicht wenn keine fremden Bienen räubern.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • nach Ende Flugbetrieb.
    Danke
    Marion


    Hallo Marion,
    Ableger am selben Stand bilden funktioniert und hier im Forum gibt es einige brauchbare Hinweise dazu. Einer davon lautet den Ableger am Tag der Erstellung mehrmals umzustellen bevor er an seinen angestammten Platz kommt.
    Ob das jetzt noch funktioniert vermag ich nicht zu beurteilen, wenn wirklich Tracht? herrscht würde es mich allerdings verwundern wenn es nicht funktioniert. Hier ist die Robinie so gut wie durch und die Völker warten nun höchstens noch auf die Linde.
    Deutlich bei einigen Völkern an den lustlosen Bienen vorm Flugloch zu erkennen und man könnte meinen die wollen verreisen...
    LG
    Andreas

  • Die Waben waren schon eine Weile offen, neben der Kiste und ich hab auch eine ganze Zeit geschaut, damit ich nicht die alte Königin mitnehme. Aber vermutlich reichen da zwei oder drei Flugbienen aus um die Info weiter zu geben.


    Tracht - etliche lfm Wildrosenhecke, die auch gut beflogen wird, Brombeeren und Läppertracht in den Gärten rundum. Allerdings wurden am WoEnde hier die letzten Wiesen abgeräumt und die Linden sind noch nicht ganz so weit ... aber rumlungern war definitiv nicht.


    Jetzt lass ich das ganze erstmal zu und verstelle nach Ende Flugbetrieb. Mit etwas Glück ist es heute abend/morgen regnerisch, das sollte auch noch entspannen.


    Und die Glasscheibenmethode von Doro kann ich ja zusätzlich noch installieren.


    Danke und bitte Daumendrücken!
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo Marion,


    so wie ich es verstanden habe, hast Du die Kiste einfach zugemacht. Demnach müssten noch ein paar Räuber in der Kiste sein. Diese sollten vor dem Verstellen am jetzigen Standort noch rausgelassen werden, sonst starten die ja morgen am neuen Standort gleich wieder die nächste Plünderung. Einfach vor dem Verstellen den Deckel lüften und ein bisschen an dem Kasten wackeln, dass die Altbienen abfliegen. Anschließend verstellen.


    Musst meinen Ableger auch noch mal umstellen. Leere Beute an den jetzigen Standplatz stellen, nicht vergessen.


    LG und viel Glück
    Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • So ... ich hab gegen halb 8 das "Schutzzelt" entfernt, eine Stunde später den Ableger auf eine Schubkarre und weggefahren, da steht er jetzt immer noch drauf, kann ich morgen nochmal "wandern", falls nötig. Leere Kiste steht auch.


    Offensichtlich sind aber viele Bienen mit den Räubern ausgeflogen, ein kurzes Linsen durch die Folie (weil es beim Rumkarren gar so ruhig blieb) -> deutlich zu wenig Bienen. Jetzt überlege ich, ob ich morgen noch eine Brutwabe dazuhänge plus die abgekehrten Bienen (Altbienen abfliegen lassen natürlich) von einer weiteren Brutwabe. Und dann den Ableger behandle wie neu erstellt - mehrmals wegfahren und erst morgen abend oder Übermorgen früh an den endgültigen Platz.


    Na immerhin weiß ich jetzt wie Räuberei aussieht und ich werd künftig aufpassen wie ein Haftelmacher, dass sowas nicht nochmal passiert. Nicht schön, gar nicht schön :-(


    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • die Königin kommt vom Züchter, direkt von der Belegstelle. Das Muttervolk war ein Schwarm, daraus möchte ich nicht nachziehen.


    Und ja, ich versuche Ruhe zu bewahren ... vielleicht bitte ich einen Imker hier, mal rein zu schauen, ob das noch reicht. Ich möchte ja auch nicht die gute Königin gefährden.


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo erstmal, ich bin ja neu hier, also kurz ich bin der Ede.
    Bei Räuberei da hilft nur eins, das betreffende Volk muß aus dem Flugradius des räubernden Volkes raus, 5 km sind ok, 5m keineswegs.
    Auch wenn sie nur ein kleines Hirn haben, Bienen sind nicht bescheuert und lassen sich mit einer leeren Kiste täuschen.
    Also, Ableger wegbringen, oder auflösen, das sind die Optionen.

  • Bienen sind nicht bescheuert und lassen sich mit einer leeren Kiste täuschen.


    Moin Ede,


    da hast du nicht unrecht. Sollte schon ein bisserl was Interessantes drin sein, in der dann nicht mehr leeren Kiste. Und das Flugloch auf 8 mm (rund) begrenzt, sodass immer nur eine raus oder reinkann. Damit kann man sich bzw. dem Ableger die Räuber solange vom Hals halten, bis deren Fluglochwache ordnungsgemäß funktioniert. Selbstverständlich auch mit kleinem Flugloch.


    Gruß Sven

  • Moin Ede,


    da hast du nicht unrecht. Sollte schon ein bisserl was Interessantes drin sein, in der dann nicht mehr leeren Kiste. Und das Flugloch auf 8 mm (rund) begrenzt, sodass immer nur eine raus oder reinkann. Damit kann man sich bzw. dem Ableger die Räuber solange vom Hals halten, bis deren Fluglochwache ordnungsgemäß funktioniert. Selbstverständlich auch mit kleinem Flugloch.


    Gruß Sven


    Meine Erfahrung sagt mir aber, ein Volk was einmal ausgeräubert wurde, wird immer wieder angeflogen, solang es in Reichweite ist.
    Die funktionierende Fluglochwache lässt die Räuberbienen dann auch noch passieren, weil die waren ja schonmal da.
    Und die Biene erntet erstmal solang ab, bis es nichts mehr zu holen gibt.
    Glaubt mir, bei Räuberei hilft nur räumliche Trennung auserhalb des Flugradiuses.