Volksstärken und Honigerträge unbefriedigend - wie komme ich auf den richtigen Weg?

  • Hallo,


    Bei einzelnen Völkern hatte ich kurz vor der Robinie vier Honigräume drauf (10er Dadant, also Langstroth 2/3 Rähmchen). Doch die Ernte sah so aus:
    - vierter Honigraum komplett leer, kein Wunder - den hatte ich ich ja gerade aufgesetzt.
    - dritter Honigraum bestensfalls halbvoll, ok...
    - zweiter Honigraum kann für mich als voll gezählt werden, wobei zwei Randwaben über dem Leerraum hinter dem Schied eigentlich doch ziemlich leer sind.
    - erster Honigraum: die Bienen haben ein großes 'virtuelles Brutnest' freigehalten und auch einiges an Pollenkränzen dort eingelagert. Also bleibt dieser Honigraum drauf. Das ist, glaube ich, bei der Betriebsweise mit Schied auch normal.


    Doch insgesamt sieht es so aus, dass ich kaum eineinhalb Flachzargen mit Frühtrachthonig entnommen habe - von den guten Völkern. Im Mittel über alle Völker war es vielleicht eine gute Zarge. Und von der Robinie werde ich noch weniger ernten, auch weil ich mich leider wieder habe hinreißen lassen, bei Sichtung von starkem Schwarmtrieb zu schröpfen und damit einige Völker quasi aus dem Ertrag rausgenommen habe. (Und es sind halt nicht alle meine Standorte so gute Robinienstandorte.)


    Auf das Wetter kann ich es nicht schieben. Die Volksstärken sind einfach nicht so wie bei den Könnern hier. Eigentlich müssten jetzt Bienentrauben hinter dem Schied zu finden sein, das ist aber bei den allermeisten hier nicht der Fall. Mir ist klar, das mit dem Schröpfen und Ablegerbildung vor der Robinie muss ich mir endlich abgewöhnen und die Völkervermehrung nur noch über Kunstschwärme im Juli machen. Aber das war nicht der Grund für geringe Volksstärke bei allen Völkern, nur bei einigen.


    Ich weiß: die Grundlagen für 2016 werden bereits jetzt im Sommer 2015 gelegt. Also muss ich jetzt die Weichen stellen, aber ich weiß nicht wie. Ich denke, dass ich die Grundlagen der Bienenhaltung einigermaßen drauf habe. Es sind um die 20 Völker auf ca. 5 Standorte verteilt. Winterverluste seit drei Jahren sehr gering. Königinnenverluste bei Durchsichten kommen fast nicht vor. Schwärme habe ich noch nicht komplett verhindern können, aber es scheint mir im Rahmen zu sein.


    Doch zum 'Imker' fehlt offenbar noch einiges. Für mich am augenfälligsten und am besten zusammenzufassen: die Volksstärken im Frühjahr und Frühsommer (und natürlich im Winter) sind nicht befriedigend. Und daran hängt ja letztendlich alles: Honigertrag, Honigfeuchte, Abwehr von Eindringlingen, letztendlich auch Volksgesundheit.


    Es wäre nett, wenn Ihr mir helfen könntet, eine bessere Völkerführung zu erreichen.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    was hast Du für Königinnen?


    Bei mir sind auch nicht alle top, aber die Richtung stimmt und das versuche ich weiter auszubauen. Neben der richtigen Völkerführung (Schied) sind da halt die Kö wichtig.


    gruß Jörg

  • Auf das Wetter kann ich es nicht schieben.
    Grüße,
    Robert


    Echt nicht? Verrate mir mal wann es bei Dir das letzte Mal vernünftig geregnet hat?! Hier in Spandau läufst schon durch raschelndes Laub und da kann meiner Ansicht nach nicht sehr viel honigen...
    Geflogen sind sie zwar ausreichend aber nicht jedes Vok hat den Ertrag vom letzten Jahr.
    Ich mess den Erfolg in der Imkerei auch nicht in Kilogram sondern in der Zahl der überwinterten Völker... Vergleichen kann man ohnehin schlecht, da es stets wetterbedingte regionale Unterschiede geben wird. Ich muss mich auch nicht schämen wenn der Remstalimker bspw. mehr Frühtracht erntet als ich, denn der hat bei sich im Süden zweimal Frühling wie mir berichtet wurde. :wink:
    LG
    Andreas

  • Hallo Robert,


    mir geht es genau wie Dir. Die Honigausbeute im Frühjahr ist sehr übersichtlich. Manche Völker kommen erst jetzt richtig in die Puschen. Aber sie kommen jetzt in die Puschen, daher kann es doch eigentlich an der Königin liegen, oder doch?


    Mir fehlt da noch einiges an Erfahrung.


    Für mich heißt das für das kommende Bienenjahr, die Völker nur noch kompromißlos stark einzuwintern.


    Beste Grüße


    Herr Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Hallo Robert


    Ich habe oft bei den Dadantimkern gelesen das sie im Frühjahr fast alle Futterwaben aus dem BR nehmen, mache ich bei meinen 1,5 DNM Beuten nicht. Wenn jetzt die Tracht nicht reichlich ausfällt, dann verbrauchen die Bienen den Honig für die Brut. Da dieses Jahr die Entwicklung der Völker, dem vergangenen Jahr hinterherhinkte, ist dein Ergebnis nicht mehr so unklar. Vielleicht hilft der Hinweis.


    Die Frühtracht beginnt mit der Weidenblüte, aus meinen stärksten Völker konnte ich noch Frütrachthonig ernten, merkt man an Farbe und Geschmack. Während Völker mit mit zu langsamer Entwicklung fast nur Rapshonig in den Waben hatten. Ich bin aber im Großen und Ganzen zufrieden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • HAllo Robert,
    der Honigertrag ist so schwach wenn die Völker in Dadant zu früh Mittelwände bekommen!
    Wenn am Anfang der Blüte 5 bis 6 Brutwaben da sind sollte das fast reichen!
    Die erste Mittelwand bekommen die Völker wenn im Honigraum gut eingetragen ist.
    Ich setze immer gleich 2 Honigräume auf, nach einer gewisen Zeit einfach umdrehen!
    Dann stimmt auch der Honigertrag.
    Jede zu früh gegebene Mittelwand kostet 1 Honigraum, leider aus eigener Erfahrung 1 Jahr mit Dadant fast kein Honig im Honigraum.
    Brutraum ist Tabu!!
    Bis denne Karlheinz

  • Der virtuelle Brutraum ist echt ein Problem. Bei mir geht er zum Teil über 2 Honigräume. Da ich den obersten Honigraum als Futterreserve als Futterreserve belasse, ist das schon ärgerlich. Man könnte ja den virtuellen lassen, aber dann kristallisiert dieser aus und wird schlecht angenommen: Nächstes Jahr wir das Schied nicht mehr so eng gesetzt.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • HAllo Robert,
    der Honigertrag ist so schwach wenn die Völker in Dadant zu früh Mittelwände bekommen!
    Wenn am Anfang der Blüte 5 bis 6 Brutwaben da sind sollte das fast reichen!


    Was heißt hier 'sollte das fast reichen'!? Nach der reinen Lehre sollte doch eine Königin sowieso nicht mehr 5 1/2 Dadantbrutwaben bestiften können, also sind doch '5 bis 6 Brutwaben' eh das Maximum, oder?
    Ok, ich enge vermutlich nicht genug ein, und ich erweitere möglicherweise zu früh oder zu stark. Ich habe normalerweise fünf oder sechs Brutwaben drin, plus Baurahmen.
    Aber all das erklärt bestenfalls mangelnde Honigerträge (wobei es ja auch Leute mit 10 Dadanträhmchen gibt, die trotzdem gut Honig ernten). Es wäre aber keine Erklärung für mangelnde Volksstärke.


    Was muss man jetzt im Sommer tun, damit man im Dezember über 10.000 Winterbienen im Volk hat? Und natürlich auch im März...


    Hier im Forum wurden im Frühjahr Bilder gezeigt, auf denen man Völker sah, die im März aussahen wie bei mir im Mai. Wie macht man das?


    Grüße,
    Robert

  • Vernünftige Königinnen sind ein Parameter. Gesunde Völker auch. Genug, aber nicht zuviel Winterfutter.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • worin liegt der Schaden im Zuviel bei Winterfutter?


    Platzmangel im entscheidenden Augenblick. Wo Futter drin ist, schlüpft keine Winterbiene. Bienen kann man problemlos totfüttern. Wiegen ist Pflicht!


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife