Ableger mit Kalkbrut

  • Hallo Wissende


    Ich bin Magazin Imker in CH-Mass, die Magazine stehen im Freien auf 640 müM.


    Am 17.5. bildete ich einen Brutableger mit 2 sehr gut besetzten BW , 2 FW und 2 Bauramen, anschliessend das Schied. Nach dem erstellen des Ablegers verschob ich diesen ca. 20 km auf eine Höhe von ca. 850 müM. Am 21.5. hatten wir einen Kälteeinbruch fast eine Woche lang, mit Nachttemperaturen bis gegen 0°C während der Nacht und Regen. Der Brutableger war in einer 8 Waben Kiste mit Gitterboden aber geschlossener Schublade. in weiser Voraussicht habe ich den Ableger oben mit 15 cm dickem Schaumstoff isoliert. Am 25.5., also am neunten Tag verschob ich den Ableger wieder zum alten Standort. Ich habe die Schublade kontrolliert und es hatte viel Feuchtigkeit darauf. Am 28.5. machte ich die Wabendurchsicht nach Nachschaffungszellen und fand, nachdem ich die zwei BW bienenfrei machte, 6 Stück davon. Eine Königin ist mir beim ausbrechen der Zellen in der Hand geschloffen, ich habe sie gekäfigt und nach Beendigung der Durchsicht, anschliessend in die Wabengasse laufen lassen (hoffentlich wurde sie angenommen, aber das ist jetzt nicht das Thema). Die restlichen Nachschaffungszellen habe ich anschliessend alle entfernt.


    Bei der Wabendurchsicht vom 28.5., also vor 3 Tagen, stellte ich eine Mumie in einer Zelle fest, welche ich entfernte, ansonsten hatte ich keine Auffälligkeiten bemerkt. Heute ging ich zum Bienenstand zurück und stellte fest, dass die Bienen mehrere Mumien, vielleicht 10 Stück, aufs Flugbrett ausräumten.


    Hier kommt nun meine Unerfahrenheit ins Spiel. Ich glaube, es ist positiv, dass die Damen Mumien ausräumen, das spricht für einen guten Putztrieb. Ist es Möglich, dass der Ableger während seines Aufenthaltes auf einem 200 m höheren Standort während der Kälteperiode zu kalt oder zu feucht erwischte und sich dadurch Kalkbrut entwickelte? Oder war es der Stress oder die Weisellosigkeit, welche dies auslöste? Ich tippe auf die erste Möglichkeit. Es ist noch zu sagen, dass die zwei beigegebenen Futterwaben vom Muttervolk herstammen und dieses ist sehr gesund. Wie kann ich diese Kalkbrut bekämpfen, was ist zu tun?


    Ich danke euch für eure Hinweise und Ratschläge zum voraus bestens.


    Gruss Trigona

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!

  • Hallo Trigona,


    Kalkbrut ist eine Faktorenkrankheit, die vor allem durch Unterkühlung im Brutnestbereich ausgelöst wird. Hohe Luftfeuchtigkeit ist auch förderlich für das Auftreten von Kalkbrut. Das sind beides Faktoren, die bei deiner Aufstellung auf 850m trotz Wärmeisolierung - mit dem für diesen Aufstellort zu schwachen Ableger - durchaus eine Rolle spielen können. Es gibt auch genetisch anfällige Bienen für Kalkbrut, wenn du aber sonst auf 650m gesunde Bienen hast, sollte das in diesem Fall allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen.


    Medikamente gibt es gegen Kalkbrut keine.
    Aber mit ein bischen Glück heilt sich das Volk am neuen Ort von alleine. Du kannst es durch Einengen und Füttern dabei unterstützen. Versuch ihm einen trockenen, warmen Standort zu geben, wo die oben genannten 'Faktoren' keine Rolle spielen.


    Wenn das nicht hilft, weil der Befall schon zu stark ist, ist es vermutlich am sinnvollsten, den Ableger wieder aufzulösen.
    Bei einem stärkeren Volk könnte man sonst noch einen Kunstschwarm bilden um die Sporen des Pilzes aus dem Volk zu bekommen.


    viel Glück
    Ludger

  • Herzlichen Dank Ludger


    ich werde die zwei Brutwaben morgen mit 1:1 Apiinvert/Wasser besprühen, sie aufs Minimum einengen und mit Füttern beginnen. Hoffen wir dass es hilft.


    Gruss Trigona

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!