Siegel "gentechnikfrei" für deutschen Honig

  • Guten Abend allerseits.
    Ich hoffe jetzt mal, dass dieses Thema noch nicht anderswo im IF schon durchgehechelt wird und ich finds mal wieder nicht...
    In der aktuellen "Biene" steht auf Seite 26 ein Beitrag, der uns Imker ermutigt, für unseren Honig das Siegel "Ohne Gentechnik" zu nutzen. Mellifera e.V. empfiehlt, den jetzigen Status des Honigs dokumentieren zu lassen. Offiziell ist ja unsere Landwirtschaft noch gentechnikfrei, und sollte sich daran was ändern, so kann ein betroffener Imker anschliessend klagen ( gesetzlicher Schutz durch die Einhaltung von Mindestabständen). Genaue Angaben, wie und wo das Siegel zu beantragen ist, finden sich hierhttp://www.ohnegentechnik.org/…/siegelnutzung-bei-honig/.
    Ich habe das Procedere nur kurz überflogen, mich treibt allerdings die Frage um, was passiert einem, der sich und seinen Honig so registrieren lässt, wenn es tatsächlich zum "Schadensfall" kommt und man aus finanziellen Nöten dann eben NICHT den gerichtlichen Weg einschlagen kann. Oder, weiter gedacht, was passiert mit den so "verseuchten Völkern"??? Die sind danach doch gar nicht mehr gentechnikfrei nutzbar:confused:
    Muss ich erstmal ne Nacht drüber schlafen. Und natürlich scharf nachdenken.
    Gruss
    LP

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Landpomeranze () aus folgendem Grund: immer diese Flüchtigkeitsfehler, nä, nä...

  • Hallo LP,
    ich denke ohne die Siegelnutzung wirst Du einen „Wettbewerbsvorteil“ nur schwer begründen können. Als Marketingsiegel bringt es vermutlich herzlich wenig, aber es kann doch abschreckend wirken gegenüber denen, die den Genmist unbedingt auf unseren Äckern haben möchten.
    Für die reinen Stadtimker vermutlich weniger interessant, da sie mit dem Zeug wenig in Berührung kommen, für mich bspw. wäre es nur sinnvoll wenn ich wenigstens ein Völkchen an meinem zweiten Wohnsitz aufstelle. Nur bräuchte ich dann wieder jemanden der ab und an nach dem/den Völkern sieht, da ich leider nicht so oft da bin, wie ich gern möchte. Eine Interessantere Variante wäre sicher wenn die Imkervereine die Siegelnutzung beantragen könnten und die Standorte ihrer Mitglieder eintragen könnten, denn auf diesem Wege würden wir eine flächendeckende gentechnikfreie Zone erreichen können ohne den Einzelnen über Gebühr zu belasten, denn die Kosten, es waren imho so um die 50,00 €, sind für manchen Hobbyimker mit nur wenigen Völkern auch nicht gerade einladend.
    Das Verfahren so wie auf der Webseite dargestellt ist nur tauglich für Erwerbsimkereien und hier auch nur bedingt, da Wanderungen keine Berücksichtigung finden. Schade, denn ich hätte gehofft das man sich da mehr Gedanken macht welche Ansprüche der Imkerei gerecht werden…
    LG
    Andreas

  • imho,
    wenn man seinen Honig nicht in Selbstbedienung (Supermarkt, etc.) verkauft, keine sinnvolle Investition.
    Die haben noch nicht bemerkt das die Grenze Hobby/Nebenerwerb jetzt bei 30/70 Völkern liegt, wollen was neues verkaufen und arbeiten mit alten Daten, da werde ich vorsichtig.


    VG Martin